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Sunday, 17. December 2017

Die 10 größten Städte

  1. Madrid
  2. Barcelona
  3. Valencia
  4. Sevilla
  5. Zaragoza
  6. Málaga
  7. Murcia
  8. Las Palmas de Gran Canaria
  9. Palma de Mallorca
  10. Bilbao

Welterbe in Spanien

Stätten des Weltkulturerbes
1984 Altstadt von Córdoba
1984 Alhambra, Generalife und Albayzín in Granada
1984 Kathedrale von Burgos
1984 Real Sitio de San Lorenzo de El Escorial bei El Escorial
1984 Arbeiten von Antonio Gaudí (Park Güell, Palau Güell, Casa Milà (alle in Barcelona) | 2005 erweitert um: Krypta und Weihnachtsfassade der Sagrada Familia, Casa Vicens, Casa Batlló (alle in Barcelona), die Gruft der Colonia Güell (in Santa Coloma de Cervelló))
1985 Höhle von Altamira
1985 Altstadt und Aquädukt von Segovia
1985 Kirchen des Königreiches Asturien
1985 Altstadt von Santiago de Compostela
1985 Altstadt von Ávila

1986 Architektur der Mudéjaren in Aragón (Teruel)
1986 Altstadt von Toledo
1986 Altstadt von Cáceres
1987 Kathedrale, Alcázar und Archivo General de Indias in Sevilla (Giralda)
1988 Altstadt von Salamanca
1991 Zisterzienserkloster in Poblet
1993 Archäologische Stätten von Mérida

1993 Königliches Kloster von Nuestra Señora de Guadelupe
1993 Jakobsweg in Spanien: Camino Francés
1996 Altstadt von Cuenca
1996 Die Lonja de la Seda von Valencia (Seidenbörse)
1997 Palau de la Música Catalana und Hospital de Santa Creu i Sant Pau in Barcelona
1997 Las Médulas, einschließlich Goldminen
1997 Die Klöster San Millán de Yuso und San Millán de Suso in der Provinz La Rioja

1997 Berglandschaft Monte Perdido in den Pyrenäen
1998 Universität und historischer Bezirk von Alcalá de Henares
1998 Vorgeschichtliche Felsmalereien im östlichen Spanien

1999 Artenvielfalt und Kultur von Ibiza (z.B. Ibiza-Stadt)
1999 San Cristóbal de La Laguna auf der kanarischen Insel Teneriffa
2000 Archäologisches Ensemble von Tárraco (Tarragona)
2000 Palmenhain von Elche
2000 Römische Mauern von Lugo
2000 Katalanische romanische Kirchen des Vall de Boí
2000 Archäologische Stätten von Atapuerca
2001 Kulturelle Landschaft von Aranjuez
2003 Renaissance-Bauten von Úbeda und Baeza
2006 Puente de Vizcaya zwischen Portugalete und Getxo

Stätten des Weltnaturerbes
1986 Nationalpark Garajonay auf der kanarischen Insel La Gomera
1994 Nationalpark Coto de Doñana
1997 Berglandschaft Monte Perdido in den Pyrenäen
1999 Artenvielfalt und Kultur von Ibiza (z.B. Ibiza-Stadt)

2007 Nationalpark Teide (Teneriffa)

Alles über Spanien

Basisdaten

Namensgebung

Die Namensgebung für Spanien rührt von einem Irrtum. Die Phönizier hielten die Kaninchen an der spanischen Küste für Klippschliefer und nannten Spanien daher Ishapan, was soviel bedeutet wie Küste der Klippschliefer. Aus Ishapan wurde die römische Bezeichnung Hispania und daraus wiederum Spanien in Deutsch, Spain in Englisch sowie España im Spanischen.

Geografisch

Spanien liegt auf der Iberischen Halbinsel. Zu dem Königreich gehören die im Mittelmeer gelegenen balearischen und die im Atlantik kanarischen Inseln sowie die an der nordafrikanischen Küste gelegenen Städte Ceuta und Melilla. Direkt an der französischen Grenze besitzt Spanien noch die Exklave Llívia. Außerdem sind die vor der marokkanischen Küste souveränen Gebiete Islas Chafarinas, Peñón de Vélez de la Gomera, Alhucemas, Alborán, Perejil sowie die Islas Columbretes dem spanischen Staat direkt unterstellt.

Spanien in der Übersicht

Hauptstadt Madrid
Staatsform Parlamentarische Erbmonarchie
Staatsoberhaupt König Juan Carlos I.
Regierungschef Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero
Fläche 504.645 km² größte Ausdehnung von Nord nach Süd 856 km und von Ost nach West 1.020 km
Einwohnerzahl ca. 45 Mio.
BIP $1.414.646 Mio. (2007)
BIP/Einwohner $31.471
Währung Euro
Nationalhymne Marcha Real
Zeitzone UTC+1 (Universal Coordinated Time=Koordinierte Weltzeit)
  UTC+2 (März bis Oktober)
  UTC (Kanarische Inseln)
  UTC+1 (Kanarische Inseln) (März bis Oktober)
Zeitverschiebung zu Deutschland keine
  (Kanarische Inseln) -1 Stunde gegenüber der deutschen Zeit
Kfz-Kennzeichen E
Nationale Internet-Domains .es
Telefonvorwahl +34
Telefonvorwahl nach Deutschland +49
Größter See Lago de Sanabria (Gletschersee/ Kastilien-León) 368 ha groß und 55 m tief
Höchster Berg Pico del Teide auf der Insel Teneriffa 3.718 m hoch
  auf dem Festland (Sierra Nevada/ Andalusien) Mulhacén 3.482 hoch
Längster Fluss Tajo 1007 km

Geschichte

Die Geschichte Spaniens reicht von der prähistorischen Besiedelung über die Karthager- und die Römerzeit, das Westgotenreich, die arabische Eroberung und die mittelalterliche Reconquista, den Aufstieg und Fall der Weltmacht in der Frühen Neuzeit und die Zeit der Franco-Diktatur im 20. Jahrhundert bis hin zur Gegenwart.

Frühgeschichte

Seit der Bronzezeit Iberer
Ab 800 v. Chr. Phönizier gründeten Niederlassungen an Spaniens Südküste. Die Kolonie Gades war die bedeutendste; die sich hier entwickelnde Stadt – heute Cádiz – ist die älteste der Halbinsel.
Ab 600 v. Chr. Kelten drängten auf die Halbinsel. Die aus Gallien eingewanderten Kelten verschmolzen mit den Iberern nach vielen Kämpfen zu den sogenannten keltiberischen Stämmen. Zur gleichen Zeit gründeten die Griechen aus der Kolonie Marseille Rosas, später Sagunto und Málaga.
Nach dem Ersten Punischen Krieg (264–241 v. Chr.) Die Karthager eroberten den Süden und Osten der Iberischen Halbinsel. Ihre Stadt Neukarthago, das heutige Cartagena bei Murcia, war ihr wichtigster Stützpunkt und eine bedeutende Ansiedlung.
Nach dem Zweiten Punischen Krieg 206/205 v. Chr. Die Iberische Halbinsel fällt beim Friedensschluss 201 formell an Rom. Nach 200-jährigen Kämpfen der Römer gegen die Keltiberer und die Lusitanier (unter Viriatus) siegte Augustus erst 19 v. Chr.. Er änderte die Provinzeinteilung: Aus den bisherigen zwei Provinzen Hispania Citerior und Hispania Ulterior wurden drei. Der nähergelegene Nordosten Hispania Citerior bleibt, das weiter entfernte Hispanien wird in Lusitania und Baetica zerlegt. Die Basken im Norden behielten ihre Unabhängigkeit. Die Römer durchzogen das Land mit vielen Straßen und bauten zahlreiche Kastelle. Ab dem 2. Jahrhundert v. Chr. wurden mehrere Städte gegründet. Die Bevölkerung wurde romanisiert, und die Halbinsel wurde ein Hauptzentrum römischer Kultur. Handel und Verkehr blühten, die Bevölkerung wuchs stark an. Kaiser Vespasian verlieh Hispanien das latinische Bürgerrecht. Durch die Verwaltungsreform Kaiser Diokletians wurden von der Hispania Citerior, die man nach ihrer Hauptstadt Tarraco (Tarragona) auch Tarraconensis nannte, zwei neue Provinzen abgetrennt, Gallaecia und Carthaginiensis. Aus Hispanien stammten der Kaiser Trajan und die Familien von Mark Aurel und Hadrian, in der Spätantike noch Theodosius I., sowie angesehene Schriftsteller (Seneca, Lukan, Martial).
Seit dem 3. Jahrhundert Das Christentum breitete sich auf der Iberischen Halbinsel trotz blutiger Verfolgungen aus, bis es unter Kaiser Konstantin I. zur vorherrschenden Religion wurde.

Vorgeschichte

Die bisher ältesten menschlichen Knochen wurden 1992 in Atapuerca in Karsthöhlen gefunden. Sie sollen bis zu 1,1 Millionen Jahre alt sein und werden dem Homo antecessor zugewiesen. Diese Gattung Menschen bedeutet in etwa Entdecker, Pionier, früher Siedler. Aufgrund seiner Hominidenfunde steht Atapuerca seit dem Jahr 2000 auf der Liste des UNESCO-Welterbes. Der Ort liegt am Jakobsweg, 14 km östlich von Burgos (Kastilien-León) gelegen.

In einer Höhle im Felsen von Gibraltar wurden Schädel gefunden, die als Neandertaler identifiziert und auf ein Alter von rund 60.000 Jahren datiert wurden.
Bis zu 20.000 Jahre alte Höhlenmalereien wurden in der Höhle La Pileta nahe Ronda und in einer Höhle nahe Nerja, beide in der Provinz Málaga in Andalusien gelegen, entdeckt.
Aus der Zeit von 16000 bis 14000 Jahren v. Chr. stammen die Höhlenmalereien in der Höhle von Altamira bei Santillana del Mar in Kantabrien, wo mehr als 150 Wandbilder  zu sehen sind. Auch sie gehört zum UNESCO-Welterbe.
In den Höhlen von Ekain und Altxerri, beide in der Nähe der baskischen Stadt San Sebastián, fanden Archäologen eine Reihe von Gravierungen und Wandmalereien und bisher mehr als 300 Artefakte, vor allem Werkzeuge aus Stein oder Knochen, deren älteste zwischen 16.500 und 15.500 Jahre alt und der frühen Magdalénien-Epoche zugeordnet sind.
Die jüngsten, etwa im 6. Jahrtausend v. Chr. angefertigten Malereien befinden sich in der Höhle Cueva de los Letreros bei Vélez Blanco. Aus dieser Zeit stammen auch Grabbeigaben wie Goldschmuck und gewobene Stoffe aus der Höhle Cueva de los Murciélagos bei Granada.
Bei Antequera bei Málaga liegen die beiden bronzezeitlichen Dolmen Cueva de Menga und de Viera aus der Mitte des 3. Jahrtausends v. Chr., die zu mehreren Tausend solcher Anlagen auf der Iberischen Halbinsel und zu den größten derartigen Bauwerken in Europa gehören. Sie wurden von den Nachfolgern der Cardial- oder Impressokultur erbaut, die etwa 6500 v. Chr. das Neolithikum auf spanischen Boden brachte. Etwas außerhalb der Stadt befindet sich der Dolmen el Romeral von ca. 1800 v. Chr..

 

Mittelalter

Zu Beginn des 5. Jahrhunderts Der innere Zerfall des Römischen Reichs erschütterte auch seine äußere Macht. So drangen die germanischen Völker der Vandalen und Sueben in Spanien ein. Die Vandalen zogen schon 429 nach Afrika weiter; die Sueben hingegen wurden sesshaft, ihr Königreich in Galicien hatte bis ins späte 6. Jahrhundert Bestand. Der Landschaftsname Andalusien (Vandalusien) weist vermutlich auf die Vandalenbesetzung hin.
Ab 470 bis 711 Die Westgoten erobern die Iberische Halbinsel, auf der sie in den Jahren zuvor noch als Verbündete der Römer gekämpft und sich im südwestlichen Gallien angesiedelt hatten. Hauptstadt des Westgotenreiches war zunächst Toulouse. Nach einer schweren Niederlage gegen die Franken in der Schlacht von Vouillé 507 und dem darauffolgenden Verlust fast aller gallischen Besitzungen mussten die Westgoten sich nach Hispanien umorientieren. Toledo wurde ihre Hauptstadt. Die Oströmer konnten Gebiete im heutigen Andalusien 554 zurückerobern, aber nur bis ins frühe 7. Jahrhundert halten. Die Westgoten, ursprünglich Arianer, traten 589 unter König Rekkared I. (der bereits 587 konvertiert war) zum katholischen Glauben über, was nachhaltig die Beziehung des Königs zu seinen romanischen Untertanen verbesserte. Romanen und Goten lebten fortan relativ friedlich nebeneinander. Das Westgotenreich erlebte im 7. Jahrhundert eine Blütezeit. Die Könige verfügten über eine außerordentliche Machtfülle in kirchlichen Angelegenheiten. Thronkämpfe schwächten jedoch das Königtum nachhaltig.
711 – 722 Arabische Eroberung
  Ein muslimisches Heer unter Tariq ibn Ziyad landete bei Gibraltar, um das westgotische Spanien zu erobern. Tariq schlug die Westgoten vernichtend in der Schlacht am Rio Guadalete, in welcher der Gotenkönig Roderich fiel. Tariq gelang die schnelle Besetzung der Hauptstadt Toledo, so dass es nur noch regional zu Widerstand der Westgoten kam.
  Die Eroberer brachten den Islam, der im Maghreb bereits durchgesetzt worden war, nach Europa. Sevilla wurde 714 zur Hauptstadt unter dem Statthalter von al-Andalus Abd al-Aziz, dem Sohn von Musa ibn Nusayr. Abd al-Aziz nahm Egilo, die Witwe Roderichs, zur Frau. Sein Versuch, eine eigenständige Herrschaft zu begründen, führte 716 zu seiner Ermordung.
  Sein Nachfolger Ayyub machte Córdoba zur Hauptstadt von al-Andalus. Damals beherrschten die Araber bereits den größten Teil der Halbinsel. Die Unterwerfung des Nordwestens (Tarraconensis), wo westgotische Adlige noch Widerstand leisteten, beendeten die Muslime um 719.
  Der Statthalter Samh (718–721) überschritt die Pyrenäen, um auch die Provinz Septimanien zu erobern. Die Araber nahmen 719/720 Narbonne ein, 725 auch Carcassonne und Nîmes, die letzten Reste des Westgotenreichs. Die muslimischen Raubzüge wurden nun in das Frankenreich bis nach Aquitanien, die Provence und Burgund (725) ausgeweitet.
  732 überquerte der Heerführer Abd ar-Rahman die Pyrenäen und eroberte Arles und Bordeaux. Als er in Richtung Tours zog, kam es am 25. und 31. Oktober 732 zur Schlacht von Tours und Poitiers gegen die fränkischen Truppen unter Karl Martell. Dort fiel Abd ar-Rahman, und sein Heer zog sich zurück.
Exkurs Kulturelle und religiöse Situation in al-Andalus
  In al-Andalus konvertierten zahlreiche Christen zum Islam; sie und ihre Nachkommen wurden arabisch muwalladun genannt (spanisch muladíes) und bildeten nach einiger Zeit die Mehrheit der Bevölkerung. Diejenigen Christen, die bei ihrem Glauben blieben, nannte man Mozaraber. Ihre Zahl nahm im Lauf der Jahrhunderte stark ab, da sie teilweise zum Islam übertraten, teilweise in die christlichen Reiche im Norden übersiedelten.
  Antike Werke, die damals in christlichen Ländern unbekannt waren, wurden in der islamischen Welt von christlichen und jüdischen Gelehrten ins Arabische übersetzt. Die arabischen Übersetzungen bildeten die Grundlage für spätere Übertragungen ins Lateinische, und so gelangten philosophische und naturwissenschaftliche Werke der Antike seit dem 12. Jahrhundert auf dem Umweg über die arabische Übersetzung und Kommentierung von der Iberischen Halbinsel aus ins katholische Europa. Daher ist beispielsweise das astronomische Werk des Claudius Ptolemäus unter dem arabisierten Titel Almagest bekannt.
  Vor der Eroberung durch die Almoraviden wurden Christen und Juden zeitweilig relativ tolerant behandelt, wobei es aber je nach Entwicklung der politischen Verhältnisse zu Schwankungen kam. Nachher verschlechterte sich ihre Lage, so dass viele von ihnen in die christlichen Staaten Spaniens auswanderten.
  Die Christen und Juden waren nach islamischem Recht Schutzbefohlene (dhimmis) und durften als solche ihren Glauben praktizieren, hatten aber weniger Rechte als die Muslime. Ebenso wie in allen anderen islamischen Staaten durften sie auch in al-Andalus ihre Religion nicht in der Öffentlichkeit demonstrativ ausüben. Vor allem war es den Christen streng verboten, bei Muslimen zu missionieren. Sie leisteten keinen Kriegsdienst, mussten aber in al-Andalus (wie in der gesamten islamischen Welt) eine besondere Kopfsteuer zahlen; diese finanzielle Last bot einen starken Anreiz für den Übertritt zum Islam.
8. bis 15. Jahrhundert Reconquista
718 bis 985 Anfänge In Asturien begann 718 der Aufstand des westgotischen Adligen Pelayo, der sich zum König wählen ließ, was zur Gründung des christlichen Königreichs Asturien führte, der Keimzelle der späteren christlichen Reiche León und Kastilien. Nachdem ein muslimisches Heer 722 diesen Aufstand in der Schlacht von Covadonga nicht bezwingen konnte, war der Fortbestand dieses Königreichs gesichert. Währenddessen errichteten fränkische Herrscher im heutigen Katalonien die Spanische Mark und die Reconquista begann.
  777 erschienen muslimische Rebellen aus Nordostspanien auf dem Reichstag von Paderborn und baten Karl den Großen um Unterstützung gegen Abd ar-Rahman I. 778 zog Karl der Große über die Pyrenäen und nahm Pamplona ein, konnte aber Saragossa nicht erobern und erlitt auf dem Rückweg eine Niederlage in der Schlacht von Roncesvalles.
987 bis 1036 Niederlage Die Vorstellung, die Reconquista sei ein einheitlicher, von den Christen während Jahrhunderten zielbewusst vorangetriebener Prozess der Rückeroberung gewesen, entspricht nicht der historischen Wirklichkeit. Die christlichen Reiche im Norden Spaniens kämpften sowohl gegeneinander als auch gegen die Muslime.
1037 bis 1211 Gleichgewicht Der spanische Volksheld des 11. Jahrhunderts, El Cid, wurde von König Alfons VI. verbannt und fand Zuflucht beim muslimischen König von Saragossa. Er kämpfte auf beiden Seiten. Während der Reconquista gab es im christlichen Spanien zumindest zeitweise und gebietsweise eine gewisse Toleranz; die meisten Gebäude im Mudéjar-Stil wurden von islamischen Handwerkern für christliche Bauherren errichtet.
1212 bis 1339 Die Wende Als der entscheidende Wendepunkt im Kampf zwischen den christlichen und den muslimischen Heeren gilt die Schlacht bei Las Navas de Tolosa am 16. Juli 1212, in der die Truppen der verbündeten Königreiche von Kastilien, Navarra, Aragón und León sowie französische Kontingente unter Alfons VIII. die Almohaden unter Kalif Muhammad an-Nasir besiegten.
  Nach der Eroberung Cordobas (1236) und Sevillas (1248) durch Kastilien, Valencias (1238) durch Aragon und der Algarve (1250) durch Portugal wurden zwar auch Murcia und Granada unterworfen, doch brach 1262 mit marokkanischer Hilfe ein muslimischer Aufstand in ganz Andalusien aus. Mit der endgültigen Eroberung Murcias durch Kastilien und Aragon 1265 endete die erste Etappe der Reconquista. Nur das Nasriden-Sultanat von Granada blieb als kastilischer Vasallenstaat vorerst noch muslimisch.
1340 bis 1492 Das Ende Erneut besiegte eine christliche Allianz aus Kastilien, Aragon, französischen Hilfstruppen und (letztmalig) Portugiesen 1340 in der Schlacht am Salado ein Heer des marokkanischen Sultans Abu l-Hasan, der eine letzte Intervention und Gegenoffensive angeführt hatte.
  Im 15. Jahrhundert vereinigten sich die Königreiche von Kastilien und Aragón. Aragón war zu dieser Zeit schon lange eine wichtige Seemacht im Mittelmeer, Kastilien stand in Konkurrenz mit Portugal um die Vorherrschaft auf dem Atlantischen Ozean.
  Gegen Ende des 15. Jahrhunderts war das nasridische Sultanat von Granada das letzte arabische Herrschaftsgebiet. Zwar besaß Kastilien die militärische Macht, das Sultanat zu erobern, aber die Könige zogen es zunächst vor, Tribut zu erheben. Der Handel mit Granada bildete einen Hauptweg für afrikanisches Gold in das mittelalterliche Europa. Die letzte maurische Festung bei Granada wurde am 2. Januar 1492 erobert.
1492 bis 1616 Folgen Nach dem erfolgreichen Abschluss der Reconquista wollten die „Katholischen Könige“ Isabella I. von Kastilien und Ferdinand von Aragón keine Nichtkatholiken mehr in ihrem Machtbereich dulden. Die Zeit relativer religiöser Toleranz ging zu Ende. Moslems und Juden wurden genötigt, sich taufen zu lassen. 1478 wurde die Inquisition eingerichtet, um nur äußerlich konvertierte „Ungläubige“, die insgeheim ihren früheren Glauben praktizierten, aufzuspüren und zu bestrafen. Am 31. März 1492 erließen Isabella I. und Ferdinand II. das Alhambra-Edikt, wonach alle nicht taufwilligen Juden die Iberische Halbinsel zu verlassen hatten. Viele wanderten nach Mitteleuropa aus, andere ins Osmanische Reich, das sie bereitwillig aufnahm und vor allem auf der Balkanhalbinsel ansiedelte, wo sie bis ins 20. Jahrhundert ihre spanische Mundart beibehielten (Hispaniolen). 1609 ließ Philipp III. sogar die Moriscos vertreiben, Nachfahren von zum Christentum übergetretenen Mauren.

15. bis 17. Jahrhundert Spanien als Weltmacht unter den Habsburgern

Erbin Ferdinands und Isabellas wurde die älteste Tochter, Johanna, die mit ihrem Gemahl Philipp I., dem Sohn des römisch-deutschen Kaisers Maximilian I., nach Isabellas Tod (1504) zunächst in Kastilien an die Regierung kam. Mit Philipp bestieg das Haus Habsburg den kastilischen Thron. Als Philipp 1506 jung starb und Johanna für wahnsinnig erklärt wurde (tatsächlich war sie nur sehr melancholisch), wurde Ferdinand zum Vormund ihres Sohnes Karl erklärt und übernahm somit auch die Herrschaft in Kastilien. Dieser vereinigte 1512 das Königreich Navarra mit seinem Reich. Nach Ferdinands Tod (1516) übernahm Kardinal Jimenez die Regentschaft bis zur Ankunft des jungen Königs Karl I., der 1517 selbst die Regierung antrat. Da Karl 1519 auch zum Kaiser des Heiligen Römischen Reichs (Karl V.) gewählt wurde, verließ er Spanien 1520 wieder. Daraufhin brach der Comuneros-Aufstand gegen die Herrschaft des als landesfremd empfundenen Karl aus, der zur Finanzierung seiner europäischen Kriege die Steuern erhöht hatte. An der Erhebung beteiligten sich Adlige, Bürger und Bauern. Als sich die Bewegung zu radikalisieren begann, sympathisierte der Adel allerdings wieder mit Karl, zumal außer Karls Mutter Johanna keine echte Alternative für das Herrscheramt zur Verfügung stand. Der Aufstand wurde 1522 endgültig niedergeschlagen, wobei die Unterdrückung der unteren Schichten ihren Teil dazu beitrug, dass Spanien langfristig den Anschluss an seine Konkurrenten Frankreich und England verlor.
Für die Begründung einer habsburgischen Weltmacht und die Ausbreitung des römisch-katholischen Glaubens kämpften die spanischen Heere am Po, an der Elbe, in Mexiko und Peru. Dem Stolz der Spanier schmeichelte es, die gebietende Macht in Europa zu sein, ihrem Glaubenseifer, für die Ausrottung der Ketzerei, wie früher des Islam, zu streiten.
Als Karl V. 1556 die Regierung niederlegte, verlor Spanien die österreichischen Besitzungen des Hauses Habsburg und die Kaiserkrone, behielt jedoch in Europa die Niederlande, die Franche-Comté, Mailand, Neapel, Sizilien und Sardinien.
Spanien wurde der Mittelpunkt einer mit großen Machtmitteln ins Werk gesetzten katholischen Reaktionspolitik, die den Sieg des römischen Katholizismus über Türken und Ketzer gleichzeitig erstreiten wollte. Zu diesem Zweck unterdrückte Philipp II. (1556–1598) den Rest der politischen Freiheiten und unterwarf alle Stände einem unumschränkten Despotismus. Die permanenten Kriege zehrten jedoch nicht nur die reichen Einkünfte der Kolonien auf, sondern zwangen den König, sich immer neue Einnahmequellen zu erschließen. Sämtliches Eigentum (außer dem der Kirche) und jedes Gewerbe wurde mit erdrückenden Steuern belegt, Kredite aller Art aufgenommen, aber nicht bedient, die Münze verschlechtert, Ehren und Ämter käuflich gemacht und schließlich den Einwohnern so genannte Donativen (Zwangsanleihen) abgefordert. Doch die spanische Reaktionspolitik erzielte dabei keine wesentlichen Erfolge. Der Versuch, England wieder der katholischen Kirche zu unterwerfen, scheiterte 1588 mit dem Untergang der Armada.
Philipp IV. (1621–1665), der einen prächtigen Hof hielt und die Künste förderte, nahm die kriegerische Politik Philipps II. wieder auf. Im Bund mit Österreich wollte er die Alleinherrschaft des Papsttums wiederherstellen und ein habsburgisches Weltreich errichten. Der Krieg mit den freien Niederlanden begann von neuem. Im Dreißigjährigen Krieg kämpften spanische Truppen in Deutschland und Italien, und der spanische Gesandte in Wien hatte in deutschen Angelegenheiten die entscheidende Stimme. Aber das glänzende Gebäude fiel letztendlich in sich zusammen. Es zeigte sich, dass die Weltmachtallüren Spaniens nur trügerischer Schein gewesen waren.
Nach dem Dreißigjährigen Krieg musste Spanien 1648 im Westfälischen Frieden die Unabhängigkeit der Vereinigten Niederlande und in Deutschland die Gleichberechtigung der Protestanten anerkennen. Im Pyrenäischen Frieden (1659) verlor es einen Teil der Niederlande an Frankreich, Dünkirchen und Jamaika an England. Als nach dem Tod Philipps IV. der schwächliche Karl II. (1665–1700) den Thron bestieg, erhob der französische König Ludwig XIV. als Gemahl von Philipps Tochter Maria Theresia Erbansprüche auf die Spanischen Niederlande, wurde aber im Devolutionskrieg daran gehindert, sich derer ganz zu bemächtigen.
Am Ende der Regierung Karls II. war die Bevölkerung auf 5.700.000 Menschen zurückgegangen, zahllose Ortschaften waren verlassen, und ganze Landstriche glichen Wüsten. Die Staatseinkünfte verminderten sich trotz des härtesten Steuerdrucks und fast räuberischer Finanzmaßregeln so, dass der König manchmal nichteinmal mehr seine Dienerschaft oder seine Tafel bezahlen konnte. Weder Beamte noch Soldaten wurden besoldet. Aus Geldmangel kehrten viele Provinzen zum Tauschhandel zurück. Mit dem Tod des kinderlosen Karl II am 3. November 1700 endete die habsburgische Herrschaft. Es folgte der Spanische Erbfolgekrieg, in dem die anderen europäischen Herrscherhäuser die Macht über die spanische Monarchie an sich zu reißen versuchten.

18. Jahrhundert: Spanien unter den Bourbonen

Der erste Bourbonenkönig französischer Herkunft, Philipp V. (1700–1746), brachte aus seiner Heimat ein anderes Regierungssystem und neue Kräfte in das zerrüttete Staatswesen. Die Franzosen und Italiener wie z. B. Giulio Alberoni, die Philipp an die Spitze der Behörden und des Heers stellte, führten gewaltsam die Grundsätze der französischen Staatsverwaltung ein. Alle Institutionen, die der zentralistischen Staatsgewalt entgegenstanden, wurden beseitigt, Handel, Gewerbe, Wissenschaft und Kunst gefördert, die Privilegien der Provinzen aufgehoben und eine einheitliche Steuererhebung eingerichtet (Decreto de Nueva Planta 1515), was durchaus positive Folgen hatte. Aber als der König auch die Herrschaft der Kirche anfocht, stieß er auf energischen Widerstand der Bevölkerung. Schließlich gab Philipp V. unter dem Einfluss seiner zweiten Gemahlin, Elisabetta Farnese, nach; und ließ die Herrschaft der Kurie und der Inquisition unangetastet. In der friedlichen Regierungszeit des sparsamen Ferdinand VI. (1746–1759) nahm das Land einen bedeutenden wirtschaftlichen Aufschwung.
Einen bedeutenden Fortschritt in der Entwicklung zum modernen Staat verzeichnete die Regierung Karls III. (1759–1788), des Stiefbruders Ferdinands VI., der äußerst gläubig und vom Staatsbewusstsein seiner Zeit erfüllt war. Ziel seiner Politik war es, Spanien den anderen europäischen Staaten ebenbürtig zu machen. Ihm standen bei seinen Reformen drei bedeutende Staatsmänner, Aranda, Floridablanca und Campomanes, zur Seite. Allerdings war Spanien durch den bourbonischen Familienvertrag dazu verpflichtet, an Frankreichs Krieg gegen England 1761–62 teilzunehmen, was die Reformen verzögerte. Diese wurden 1767 durch die Ausweisung der Jesuiten vorangetrieben. Viele Reformen blieben freilich auf dem Papier stehen, da der Rückstand Spaniens in Ackerbau, Gewerbe und Unterricht gegenüber anderen Ländern Europas ihre Durchführbarkeit verhinderte. Obwohl die Regierung ungeheuere Summen in Ansiedelungen, Bergwerke, Fabriken und Straßen investierte und den Handel mit Amerika freigab, trugen die Maßnahmen nur zum Teil Früchte. Die Bevölkerung war 1788 erst wieder auf 10.270.000 Menschen angewachsen.
Der zweite Krieg gegen England (1780–83), zu dem Spanien erneut aufgrund des bourbonischen Familienvertrags verpflichtet war, wurde mittels eines verzinslichten Papiergeldes finanziert. Die Fortschritte in Volksbildung und Volkswohlfahrt in der Bevölkerung hätten allerdings dauerhaftere Ergebnisse zur Folge gehabt, wenn Spanien eine längere Reformperiode vergönnt gewesen wäre. Die vielversprechenden Anfänge wurden jedoch unter Karls III. Nachfolger Karl IV. (1788–1808) nicht fortgesetzt.

1789–1815: Französische Revolution und Napoleonische Kriege

Spanien während der Revolutionszeit
Karl IV. wurde ganz von seiner Gemahlin Marie Luise von Parma beherrscht, die durch Günstlingswirtschaft und Verschwendung die Staatsverwaltung und die Finanzen in Verwirrung brachte, Floridablancas und Arandas im November 1792 beseitigte und ihrem Geliebten Manuel de Godoy die oberste Leitung der Staatsgeschäfte verschaffte. Spanien griff nicht in den Sturz der Bourbonen in Frankreich ein, erst 1793 sah es sich durch die Hinrichtung des französischen Königs Ludwigs XVI. und die Insulten des Konvents veranlasst, Frankreich den Krieg zu erklären. Dieser endete mit einer französischen Invasion in Navarra, dem baskischen Provinzen und Aragón. Die Gunst der Umstände verschaffte Spanien den vorteilhaften Frieden von Basel (22. Juli 1795). Allerdings geriet es dadurch in völlige Abhängigkeit von Frankreich, die durch den Zweiten Vertrag von San Ildefonso (27. Juni 1796) noch vertieft wurde. Darin verpflichtete Frankreich Spanien, das kaum die Kosten des letzten Kriegs hatte aufbringen können, zu einem gemeinsamen Krieg gegen England. Die spanische Flotte unterlag gleich in der ersten Schlacht bei Kap St. Vincent (14. Februar 1797). 1801 führte Godoy in französischem Interesse einen weiteren Krieg gegen Portugal. Im Frieden von Amiens (23. März 1802) musste Spanien zwar lediglich Trinidad an England abtreten, aber seine Herrschaft in den amerikanischen Kolonien war erschüttert und seine Finanzen zerrüttet. Der Fehlschlag der merkantilen und industriellen Revolutionen ließen das Land als Wirtschafts- und Weltmacht hinter Großbritannien, Frankreich und Deutschland zurückfallen.
Godoy musste das finanziell erschöpfte Spanien durch einen weiteren ungünstigen Vertrag mit Frankreich (9. Oktober 1803) zum Krieg gegen England verpflichten, in dem bei Kap Finisterre (22. Juli) und bei Trafalgar (20. Oktober 1805) die spanische Flotte zerstört wurde. In der Bevölkerung regete sich Protest gegen Godoy, der inzwischen die Hoffnung hegte, Regent von Spanien zu werden oder die Königskrone von Südportugal zu erlangen. Als er sich zu diesem Zweck mit Frankreich im Vertrag von Fontainebleau (27. Oktober 1807) zu einem Kriege gegen Portugal verbündete und Napoleon französische Truppen über die Pyrenäen in Spanien einrücken ließ, kam es am 18. März 1808 in Aranjuez zu einer Volkserhebung gegen Godoy. Er wurde gestürzt, und unter dem Eindruck des erbitterten Volkszorns ließ sich der König bewegen, am 19. März zu Gunsten seines minderjährigen Sohnes Ferdinand abzudanken.
Als Ferdinand VII. hielt dieser am 24. März 1808 seinen Einzug in Madrid. Karl IV. musste jedoch kurz darauf in einem Schreiben an Napoleon seine Thronentsagung als erzwungen zurücknehmen. Der französische Kaiser zitierte die spanische Königsfamilie nach Bayonne, wo Ferdinand nach längerem Sträuben am 5. Mai zu Gunsten seines Vaters auf die Krone verzichtete. Karl IV. trat seine Rechte sofort an Napoleon ab.

Der spanische Unabhängigkeitskrieg 1808–1812

Napoleon ernannte seinen Bruder Joseph, den bisherigen König von Neapel, am 6. Juli 1808 im Beisein einer Junta von spanischen und amerikanischen Abgeordneten in Bayonne zum König von Spanien. Joseph und die Junta schworen am 7. Juli einen Eid auf die neu entworfene Verfassung und zogen am 20. Juli in Madrid ein.
Die spanische Bevölkerung fühlte sich unter der Fremdherrschaft gedemütigt und akzeptierte die Neuerungen nicht, die Napoleon dem Land bringen wollte. Der bewaffnete Widerstand nahm immer mehr den Charakter eines Volkskriegs an. Die im September 1808 in Aranjuez errichtete Zentraljunta übernahm die einheitliche Leitung der Kämpfe. Mit dem Aufruf zum Guerillakrieg (28. Dezember 1808) gab sie dem Kampf eine Wendung. Die fortwährenden Angriffe der Guerrilleros rieben die Kräfte der Franzosen auf.
Inzwischen drangen die Engländer unter dem Herzog von Wellington in Spanien ein. Zunächst konnten sie einige Siege erringen, doch schließlich wurden sie von nachrückenden französischen Truppen gezwungen, sich nach Portugal zurückzuziehen. Im Januar 1810 beherrschten die Franzosen Andalusien, und nach der Einnahme von Ciudad Rodrigo und Almeida drang im August ein Heer von 80.000 Mann in Portugal ein, um die Engländer zu vertreiben. Da die Lage für Spanien aussichtslos zu sein schien, schlossen sich viele der höheren, wohlhabenderen Bevölkerungsschichten dem bonapartistischen König an. Die Zentraljunta floh von Sevilla nach Cádiz, wo sie am 2. Februar 1810 zur Abdankung gezwungen wurde. Sie musste eine Regentschaft einsetzen, in welcher der Radikalismus die Oberhand bekam. 1812 verabschiedeten die Cortes die erste moderne Verfassung Spaniens, formlos La Pepa genannt.
Die spanischen Truppen wurden verstärkt und ihre Schulung und Verpflegung verbessert. Die Cortes ernannten Wellington, der sich 1811 vor Lissabon lange behauptet hatte, zum Oberbefehlshaber sämtlicher Streitkräfte in Spanien. Im Januar 1812 eroberte Wellington Ciudad Rodrigo und am 7. April Badajoz, schlug am 22. Juli die Franzosen bei Salamanca und zog am 12. August in Madrid ein. Zwar musste er sich vor der Übermacht der bedeutend verstärkten Franzosen aufs neue an die portugiesische Grenze zurückziehen, und Madrid wurde zum letzten Mal von den Franzosen besetzt. Aber die Katastrophe in Russland veränderte auch die Lage in Spanien. Am 27. Mai 1812 hatte König Joseph Madrid für immer verlassen und sich mit der französischen Armee auf Vitoria zurückgezogen. Hier wurde diese von Wellington am 21. Juni 1813 gänzlich geschlagen. Die Franzosen zogen sich über die Pyrenäen zurück, und Wellington rückte am 9. Juli in Frankreich ein. Damit war die spanische Unabhängigkeit wiederhergestellt. Am 11. Dezember 1813 wurde zwischen Spanien und Frankreich der Vertrag von Valençay unterzeichnet. Dieser legte die Rückkehr Ferdinands VII. auf den spanischen Thron, die Einstellung der Feindseligkeiten und die Anerkennung der spanischen Besitzungen fest.

19. Jahrhundert: Carlistenkriege, Erste Republik und Restauration

Die ordentlichen Cortes, in denen die Servilen (die Konservativen) die Mehrheit hatten, verlegten im Januar 1814 ihren Sitz nach Madrid. Am 3. Februar 1814 erließen sie eine Einladung an Ferdinand VII., sich nach Madrid zu begeben und auf die Verfassung von 1812 zu schwören. Damit stellten sie den Vertrag des Königs mit Napoleon Bonaparte (am 13. Dezember 1813 in Valençay abgeschlossen) in Frage, der die königliche Herrschaft in Spanien herstellte und den französischen Einfluss sicherte. Ferdinand betrat am 24. März 1814 in Girona spanischen Boden und nahm am 4. Mai von Valencia aus den Thron in Besitz. Er weigerte sich jedoch, die Verfassung anzuerkennen, nachdem General Elío sich ihm mit 40.000 Mann angeschlossen hatte. Am 11. Mai ließ er die Cortes durch Truppen auseinander jagen. Dennoch begrüßte ihn die Bevölkerung mit Jubel, als er am 14. Mai in Madrid einzog, weil er als Gegner des verhassten Godoy noch immer populär war.
Der König stand unter dem Einfluss seiner konservativen Berater, die alle Reformen unterbanden, die wegen der Zerrüttung des Staatswesens geboten gewesen wären. Spanien war daher nicht im Stande, die abgefallenen Kolonien in Amerika wieder zu unterwerfen und verlor seinen ganzen überseeischen Besitz in Süd- und Mittelamerika. Florida trat es 1819 für 5 Millionen Dollar freiwillig an die Vereinigten Staaten von Amerika ab.
In der Bevölkerung wuchs unterdessen die Unzufriedenheit mit der Königsherrschaft. Besonders das Heer fühlte sich vernachlässigt und so kam es am 1. Januar 1820 zu einer Rebellion bei den für die Überfahrt nach Amerika bestimmten Truppen. In einem Staatsstreich zwang der Revolutionär und Oberstleutnant Rafael del Riego den König, die liberale Konstitution von 1812 anzuerkennen (Trienio Liberal). Doch ein weiterer Staatsstreich durch eine französische Interventionstruppe im Jahr 1823 stellte die absolute Monarchie unter Ferdinand VII. wieder her. Die Verfassung wurde widerrufen und Riego exekutiert (1823–1833, Década ominosa).
Bei seinem Tod 1833 hinterließ der König eine Tochter, Isabella II., aus seiner Ehe mit Maria Christina. Doch der Bruder Ferdinands, Don Carlos, machte Isabella den Thron streitig. Da die Anhänger Don Carlos’ – die Carlisten – Traditionalisten waren, suchte Isabellas Mutter bei den Liberalen Unterstützung. Dies führte zum 1. Carlistenkrieg, den die Liberalen nach sechs Jahren gewannen. 1840 zwang ein erneuter Staatsstreich von General Espartero die Regentin Maria Christina zu Flucht. Espartero selbst übernahm die Macht. Nachdem Isabella 1843 für mündig erklärt worden war, führte General Narváez eine Revolte an, die General Espartero zur Flucht aus Spanien zwang. 1845 wurde eine Verfassung angenommen und zwei Jahre später, 1847, begann der 2. Carlistenkrieg, der 1849 mit dem Sieg Isabellas endete. Eine Reihe von Aufständen der Progresistas (Liberale, Republikaner und Sozialisten) und Moderados (Monarchisten und Katholiken) führte 1868 zu einer Revolution unter General Prim, die die Herrschaft von Isabella beendete und sie ins Exil nach Frankreich zwang, während General Serrano vorläufig die Regierung übernahm.
1869 proklamierten die Cortes eine neue Verfassung, die Spanien unter Amadeus von Savoyen, einem Sohn von Viktor Emanuel II. von Italien, zu einer konstitutionellen Monarchie machen sollte. Prim wurde 1870 ermordet. Nachdem 1872 der 3. Carlistenkrieg ausbrach und Amadeus die Ordnung in Spanien nicht wiederherstellen konnte, dankte er im Februar 1873 ab. Die Cortes riefen die Erste Republik aus.
In den kaum elf Monaten der Ersten Republik regierten die vier Präsidenten Figueras, Pi i Margall, Salmerón und Castelar das Land. Keinem von ihnen gelang es, das Land unter Kontrolle zu bringen. Im Januar 1874 setzte der Putsch von General Serrano der Republik de facto ein Ende. Serrano löste die Cortes auf und regierte als Diktator mit dem Titel eines Präsidenten.
Durch einen Aufstand unter der Führung von Martínez Campos in Sagunt wurde schließlich im Dezember 1874 die Monarchie wiederhergestellt. Das neue Regime war konstitutionell geprägt; es verfügte über ein eingeschränktes Wahlrecht (mit Wahlmanipulationen); die Macht der interventionsfreudigen Streitkräfte wurde durch Auslandseinsätze gezügelt. Der Sohn Isabellas II., Alfons XII. aus dem Haus der Bourbonen, wurde neuer König von Spanien. Nach dessen Tod 1885 regierte seine Frau Maria Christina für den minderjährigen Alfons XIII.. Der 1876 beendete Carlistenkrieg und das Ende eines zehnjährigen Krieges auf Kuba läuteten den Beginn einer längeren Friedensperiode ein. 1893 kommt es in den westafrikanischen Kolonien zum 1. Rifkrieg.
Die neue Epoche der Restauración war geprägt durch ein faktisches Machtabkommen zwischen der Konservativen, deren Führer Cánovas del Castillo die Wiedereinsetzung der Monarchie maßgeblich unterstützt hatte, und der Liberalen Partei unter Práxedes Mateo Sagasta. Dies sorgte anfangs für eine gewisse Stabilität unter Inkaufnahme der fortdauernden sozialen Ungleichheit. Die Ermordung von Cánovas del Castillo 1897, der Tod Sagastas 1902 und schließlich die außenpolitischen Katastrophen (Spanisch-Amerikanischer Krieg 1898) hoben diese Stabilität jedoch wieder auf.

Der Spanisch-Amerikanische Krieg von 1898

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Im Spanisch-Amerikanischen Krieg von 1898 verlor Spanien die meisten seiner kolonialen Besitzungen. Als 1895 auf Kuba der Unabhängigkeitskrieg ausbrach und sich auch auf den Philippinen nationalistische Gruppen erhoben, erklärte Spanien den Erhalt seiner Kolonien zur nationalen Frage. Bis 1898 entsandte die Regierung hunderttausende Soldaten, zumeist ärmlicher Herkunft, oft unvorbereitet, nach Übersee. Eine mitunter drakonische Kriegsführung (Internierungslager auf Kuba, um die Landbevölkerung von den Rebellen zu isolieren) und das tropische Klima verursachten hohe Sterberaten unter der einheimischen Bevölkerung und der spanischen Besatzungsarmee. Die USA unterstützten die Rebellion aus imperialen und wirtschaftlichen Erwägungen (91 Prozent des kubanischen Zuckers wurde in die USA exportiert). Bis 1898 gelang es den Rebellen indes nicht, militärisch die Oberhand zu gewinnen.

Der Krieg belastete zunehmend die spanische Innenpolitik, die vom nationalistischen Hurra-Patriotismus der Zeitungen mitgeprägt wurde. Die Regierungen suchten nach einer Kompromisslösung in Form beschränkter Autonomierechte für Kuba und die Philippinen. Dies kam jedoch zu spät. Der Kriegseintritt der USA bewirkte eine rasche militärische Niederlage Spaniens (El Desastre). Kuba, die Philippinen und Puerto Rico mussten an die Vereinigten Staaten von Amerika abgetreten werden. Spaniens Kolonien beschränkten sich nur noch auf Enklaven in Marokko, der Westsahara und Äquatorialguinea.

Die Niederlage stürzte die spanische Bevölkerung in tiefen Pessimismus und eine nationale Identitätskrise. Literarisch prägte das „Desaster“ eine gesamte Reihe von Schriftstellern und Künstlern, die so genannte Generación del 98. Innenpolitisch verschärften sich die sozialen Spannungen bei Arbeitern und Bauern, deren ideologische Überzeugungen sich radikalisierten (Stärkung sozialistischer und anarchosyndikalistischer Ideen). Die Unzufriedenheit der Armeeführung wurde zunächst durch neue Kolonialabenteuer abgelenkt. Gemeinsam mit Frankreich errichtete Spanien 1905/1911 ein Protektorat in Marokko, faktisch bedeutete dies die Inbesitznahme von Nordmarokko. Der zunehmend mit Reservisten und Wehrpflichtigen geführte Krieg führte 1909 zur Semana Trágica, einem Arbeiteraufstand in Barcelona. Die Verluste während des 2. und 3. Rifkrieges untergruben die Stellung der Monarchie noch weiter.

20. Jahrhundert: Diktaturen und Bürgerkrieg

Die Diktatur von General Miguel Primo de Rivera 1923–1930

Im Ersten Weltkrieg blieb Spanien neutral und erfuhr einen wirtschaftlichen Aufschwung (Rohstofflieferungen an die Kriegsmächte), an dem die breite Masse der Bevölkerung jedoch nicht partizipieren konnte. Das Regime wurde zunehmend schwächer, was sich nicht zuletzt am sich dahinschleppenden Marokko-Abenteuer abzeichnete. Die Unzufriedenheit über die Leistungsbeförderungen, welche von einem großen Teil des Offiziercorps abgelehnt wurden, bewirkte 1917 eine Staatskrise in Form der „Juntas“, die sich aus Festlands-Armeeeinheiten bildeten und einen Regierungswechsel erzwangen. Zugleich brachte ein Generalstreik von Arbeitern und Sozialisten, insbesondere in Barcelona, das gesamte Regime ins Wanken.

Marokko wurde zum Prüfstein der konstitutionellen Monarchie. Der weitestgehend ohne parlamentarische Kontrolle durchgeführte „Befriedungs“-Feldzug gegen die Stämme des Rif blieb ohne dauerhaften Erfolg. Bei einem Vorstoß kommt es 1921 unter General Silvestre zur militärischen Katastrophe von Annual, bei dem die marokkanischen Rebellen unter Abd el-Krim über 10.000 spanische Soldaten töten: Spanien verliert fast alle seit 1909 eroberten Positionen mit Ausnahme der Enklaven von Ceuta und Melilla. Die Niederlage machte die gesamte Ineffizienz der spanischen Militärorganisation offensichtlich. Die Mitverantwortung des Königs blieb in dieser Angelegenheit undurchsichtig. Die sich danach zuspitzenden innenpolitischen Spannungen (23 Regierungen bis 1923) führten zur Diktatur von General Miguel Primo de Rivera, der König Alfons XIII. 1923 zustimmt. Die Verfassung von 1876 wurde aufgehoben.

Trotz einer zeitweilig breiten Unterstützung, auch unter Arbeitern und Intellektuellen (Straßenbau, Verwaltungs- und Steuerreform, Fachkabinett, Wiederherstellung der Herrschaft in Marokko und Frieden in einer kombinierten Operation mit Frankreich 1926), konnte sich Primo de Rivera nur bis 1930 halten. Der General hatte immer wieder angekündigt, dass sein Regime nur ein Provisorium sei und es bald Wahlen gäbe, welche aber ausblieben, sodass er schließlich durch General Berenguer ersetzt wurde, welcher für April 1931 Gemeindewahlen einberief. Wegen der Verwicklung des Königs in die Diktatur war das Ende der Monarchie auch absehbar. Bei den Gemeindewahlen konnten republikanische Kandidaten, benachteiligt durch die Wahlkreiseinteilung, zwar nur 1/5 der Sitze gewinnen, was aber de facto 40 % der Stimmen entsprach und zur Ausrufung der 2. Republik führte. Der König verließ das Land, ohne auf den Thron zu verzichten.


Zweite Republik 1931–1936

Nachdem Alfons XIII. Spanien verlassen hatte, proklamierte der Großgrundbesitzer Niceto Alcalá Zamora am 14. April 1931 die zweite Republik in der spanischen Geschichte, deren Ausrufung kaum Widerstand fand und von weiten Teilen der Bevölkerung begrüßt wurde. Alcalá Zamora wurde Staatspräsident, während eine Koalition aus linksrepublikanischen Parteien und der Sozialistischen Arbeiterpartei Spaniens unter Manuel Azaña (Acción Republicana) die Regierung übernahm. Eine 1931 gegebene neue Verfassung gewährte Frauen das Wahlrecht und führte die Zivilehe ein. Katalonien, Galicien und dem Baskenland wurden 1932 bzw. 1936 Autonomierechte gewährt.

Es zeigte sich jedoch bald, dass die Republik die scharfen politischen und sozialen Konflikte, die sie geerbt hatte, schwer belasteten bzw. diese sich unter der neuen Regierung weiter verschärften. Wirtschaftliche Probleme und Mangel an politischer Konsenskultur verhinderten eine dauerhafte Konsolidierung der neuen Staatsform. Wichtige Reformprojekte kamen nur zögerlich zustande, Gesetze wurden von Nachfolgeregierungen unter veränderten politischen Vorzeichen wieder zurückgenommen.

Bereits im August 1932 kam es unter Führung General Sanjurjo zum ersten Putsch gegen die Regierung, für eine konservativere politische Ordnung. Der Putsch scheiterte.

Nach den Wahlen von 1933 übernahm eine Mitte-Rechts-Koalition, bestehend aus der konservativen CEDA und dem liberalen Partido Radical unter dem neuen Ministerpräsidenten Alejandro Lerroux die Regierungsverantwortung.

Gegen die neue Regierung kam es im Oktober 1934 zu verschiedenen Aufständen linker Gruppen. In Barcelona proklamierte die katalanische Regionalregierung ihre Unabhängigkeit, scheiterte damit aber ebenso wie die Anhänger des sozialistischen Gewerkschaftsführers Largo Caballero mit ihrem Aufstand in Madrid. Die größte Erhebung fand in Asturien statt, wo verschiedene Organisationen der Eisenbahner und Bergarbeiter eine „Arbeiterallianz“ aus der sozialistischen Gewerkschaft UGT, den anarchosyndikalistischen Treinistas und den wenigen Anhängern der kommunistischen Partei PCE aus der Taufe gehoben hatten. Der Aufstand wurde von Regierungstruppen unter Leitung des Generals Franco niedergeschlagen, wobei etwa 3.000 Menschen ihr Leben verloren.

Die politische Instabilität, die vor allem von den extremen Vertretern linker und rechter Positionen und ihren paramilitärischen Verbänden, aber auch von Mitgliedern regulärerer Sicherheitskräfte geschürt wurde, verschärfte sich nach dem Sieg der Volksfront aus linksliberalen, sozialistischen und kommunistischen Parteien bei den Parlamentswahlen vom 17. Februar 1936. Rechte Politiker bezichtigten die Wahlsieger der Wahlfälschung und behaupteten, Spanien werde mehr oder weniger offen in eine sozialistische Diktatur verwandelt.

Während dieser Zeit kam es beinahe täglich zu Straßenschlachten und Anschlägen auf Persönlichkeiten des rechten und linken Spektrums. Schließlich nahmen führende Generäle die Ermordung des monarchistischen Oppositionsführers Calvo Sotelo durch Angehörige sozialistischer Milizen und der republikanischen Sicherheitspolizei am 13. Juli 1936 zum Anlass, vier Tage später einen bereits geplanten Putsch durchzuführen. Der Putsch konnte die Regierung nicht unmittelbar stürzen, von ihr aber auch nicht unterdrückt werden. Er weitete sich mithilfe internationaler Unterstützung zum Spanischen Bürgerkrieg aus, in dem die Republik langsam unterging und vom Franco-Regime gewaltsam verdrängt wurde.

Der Spanische Bürgerkrieg (1936–1939)

1936: Der tragische Tod Calvo Sotelos beschleunigte den Militärputsch, welcher schon lange Zeit vorbereitet worden war. Derzeit hatten die Verbündeten nur noch General Francos Entscheidung bezüglich des Zeitpunktes abgewartet. Am 18. Juli griff der Putsch auf andere Garnisonen in Zentralspanien über und Franco übernahm am folgenden Tag das Kommando der Armee in Marokko. Der Aufstand war in Sevilla (unter General Quiepo de Llano), den Balearen (General Goded), den Kanarischen Inseln und Morokko (Franco), Navarra (Mola), Burgos und Zaragoza erfolgreich. General Yague drang nach Extremadura vor und Mola nahm Irun ein. Ende 1936 kontrollierten die Nationalisten den größten Teil Andalusiens, Extremadura, Toledo, Avila, Segovia, Valladolid, Burgos, Leon, Galicien, Teile von Asturien, Victoria, San Sabastian, Navarra und Aragon, ebenso die Kanaren und Balearen mit Ausnahme von Menorca. Kastilien la Nueva, Katalonien, Valencia, Murcia, Almeria, Gijon und Bilbao blieben in Händen der Republikaner.

Die republikanischer Regierung bildete eine Koaltion, die von Giralt angeführt wurde und der eine weitere unter Largo Caballero folgte. Dies brachte die CNT (Confederación Nacional de Trabajo, die Nationale Arbeitsverbindung) ins Kabinett und und sie ging nach Valencia. Am 29. September ernannte die "Junta zur nationalen Verteidigung" Franco zum Staatsoberhaupt und Kommandanten der Streitkräfte. Um diesen Umständen entgegenzuwirken, gründete die republikanische Regierung eine Volksarmee und bewaffnete die Miliz. Beide Seiten erhielten bald Hilfe von außerhalb: die Internationale Brigaden unterstützten das republikanische Spanien, die italienischen und deutschen Truppen das nationale Spanien.

Jarama, Brunete, Quinto, Belchite, Fuentes de Ebro, Teruel, die Zufluchtsstätten und der Ebro waren die Schlachtfelder des spanischen Bürgerkriegs.

1937: Das Jahr 1937 zeichnete sich durch Kämpfe im Norden des Landes aus: Guernica wurde im April bombardiert und Bilbao im Juni, Santander im August und Gijon im Oktober eingenommen. Im Gegenzug eröffnete die Republikaner Fronten in Guadalajara (März), Brunete (Juli) und Belchite (August). Die Schlacht von Teruel begann Ende des Jahres.

1938: Die Nationalisten verlegten ihre Bemühungen nach Aragon, eroberten Teruel zurück und spalteten die republikanische Zone nach der Einnahme Castellons im Juli 1938 in zwei Teile. Die Regierung antwortete mit der sogenannten "Ebro-Schlacht" (Juli-November 1938), die mit einer reublikanischen Niederlage und 70.000 Tote endete.

1939: Nachdem der Widertand der Regierung einmal gebrochen war, begannen viele Spanier an die Grenzen Frankreichs ins Exil zu flüchten. Katalonien fiel am 10. Februar 1939. Madrid war die einzige sich noch widersetzende Stadt, und die von der "Junta der Verteidigung" (angeführt von Casado und Besteiro) gemachten Friedensvorschäge waren nutzlos. Die Nationalisten bezwangen die besetzte Hauptstadt am 28. März 1939, und am 1. April beendete General Franco den Krieg offiziell.

 

Die Diktatur General Francisco Francos (1939–1975)

Während des Zweiten Weltkriegs bleibt Spanien trotz seiner Sympathien für die Achsenmächte „nicht kriegführend“, wenngleich 1941 ein Freiwilligenverband, die sogenannte Blaue Division an die Ostfront entsandt wurde. Der anfänglich starke Einfluss faschistisch orientierter Kräfte (Falange) wird nach 1943 sukzessive vermindert. Die außenpolitische Isolation, in die das Franco-Regime nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gerät, wird 1953 durch das Konkordat zwischen Spanien und dem Vatikan und durch das Stützpunktabkommen mit den USA durchbrochen. Am 15. Dezember 1955 wird Spanien in die UNO aufgenommen.

Infolge des Spanischen Bürgerkriegs, der außenpolitischen Isolation nach dem Weltkrieg und infolge der eigenen autarkistischen und dirigistischen Wirtschaftspolitik gerät Spanien in den vierziger und fünfziger Jahren in eine tiefe Wirtschaftskrise. Diese Krise kann erst nach einer radikalen Reform der Wirtschaftspolitik (eingeleitet durch die Verkündigung des Stabilisierungsplans am 21. Juli 1959) überwunden werden. Das „Wirtschaftswunder“, das Spanien daraufhin in den sechziger Jahren erlebt, basiert auf dem Tourismus, auf den Überweisungen spanischer Gastarbeiter im Ausland und auf erheblichen ausländischen Investitionen.

1958 kommt es zum Krieg mit Marokko (siehe Ifni-Krieg).

Nachdem Mitte der vierziger Jahre die kleine antifranquistische Guerillabewegung Maquis niedergeschlagen worden war, gibt es bis zu den Madrider Studentenunruhen 1956 keinen nennenswerten Widerstand gegen das Franco-Regime. Erst seit Beginn der sechziger Jahre formiert sich auf breiter gesellschaftlicher Basis ein starker Widerstand. Hauptkräfte des Widerstandes sind die Studentenbewegung, die von der Kommunistischen Partei PCE dominierten betriebsgewerkschaftlichen Arbeiterkommissionen (Comisiones Obreras – CC.OO.), die katholische Arbeiterpriesterbewegung und die nationalen Kräfte in Katalonien und im Baskenland. Die traditionellen Gruppierungen der II.Republik wie die PSOE (Sozialisten) und Anarchisten (CNT) verlieren in den Jahren der Diktatur an Bedeutung. Der PSOE gelingt im Exil erst 1974 ein Neuanfang. Die Opposition erreicht zwar leichte Verbesserungen in der Pressegesetzgebung (1966) und bei der Wahl der Ständekammer (Ley Orgánica del Estado 1967), doch ist sie nicht in der Lage, einen Machtwechsel herbeizuführen. Francisco Franco herrscht bis zu seinem Tod am 20. November 1975.

Francos Staat ist paternalistisch ausgerichtet und auf seine Person fixiert, Historiker sprechen von „Klerikalfaschismus“. Traditionelle Werte (Familie, Kirche) sind von größter Bedeutung. Obwohl Franco als Militär der Armee die höchste Wertschätzung entgegenbringt, „depolitisiert“ er sie konsequent: Seine Regierungen sind vorwiegend mit Fachzivilisten besetzt. Nordmarokko wird mit Ausnahme von Ceuta und Melilla 1955 nach der Unabhängigkeit des Landes zurückgegeben. Dem Widerstand der Bauern- und Arbeiterschaft verschafft er mit der Auswanderungsmöglichkeit ein Ventil.

Die Jahre vor Francos Tod sind zunehmend geprägt von einer Verschärfung der politischen Repression, woran nicht zuletzt das Auftauchen der baskischen Untergrundorganisation ETA ab 1969 beiträgt. 1973 ermordet (mutmaßlich) ein ETA-Kommando Francos starken Mann, Ministerpräsident Luis Carrero Blanco. Bereits 1970 werden Todesurteile der spanischen Justiz erst auf internationalen Druck hin in Freiheitsstrafen umgewandelt, doch am 2. März 1974 werden der Anarchist Puig Antich und der DDR-Flüchtling Georg Michael Welzel mit der Würgeschraube (spanisch: garrote vil) hingerichtet. Wenige Wochen vor dem Tod Francos werden Todesurteile an fünf weiteren militanten Regimegegnern vollstreckt. Kurz vor Francos Tod verliert das Land zudem durch die marokkanische Besetzung der Westsahara und die Unabhängigkeit Äquatorialguineas seine letzten kolonialen Besitzungen.

Im Oktober 1975 fällt Franco in ein faktisches Koma, sein Leben wird von den Ärzten künstlich verlängert. Der seit 1969 feststehende Nachfolger, Prinz Juan Carlos, wird durch die franquistischen Eliten am 22. November 1975 zum König proklamiert. Er trägt, obwohl von Franco als dekorative Galionsfigur seines Systems erdacht, aufgrund seiner verfassungsmäßigen Machtfülle und persönlichen Autorität wesentlich zu dem von ihm selbst initiierten friedlichen Übergang des Landes zur Demokratie bei.

Demokratisierung 1976–1982 (Transición)

1978 nahm die spanische Bevölkerung mit 88%iger Mehrheit die Verfassung an, die Spanien zu einer parlamentarischen Monarchie machte. Erster Ministerpräsident des demokratischen Spanien wurde Adolfo Suárez. Am 23. Februar 1981 versuchen Angehörige der Armee, die der Franco-Diktatur nachtrauerten, unter General Milans del Bosch und der paramilitärischen Polizeitruppe Guardia Civil unter Oberst Antonio Tejero einen Militärputsch. Tejero stürmte dabei das Parlament, wo Leopoldo Calvo-Sotelo gerade zum Regierungschef gewählt werden sollte. Die Mitglieder des Parlaments wurden als Geiseln gehalten. Mit dem entschlossenen Auftreten des Königs als Oberbefehlshaber der Armee, der sich im Rahmen einer landesweit ausgestrahlten Fernsehansprache eindeutig für die Demokratie aussprach und das Militär auf seine Seite zog, konnte der Staatsstreich noch in der Nacht vereitelt werden. Dieses Datum wird von den Spaniern als der „23-F“ bezeichnet.

Spanien trat 1982 der NATO bei, richtete im selben Jahr die 12. Fußball-Weltmeisterschaft aus, wurde 1986 in die Europäische Gemeinschaft aufgenommen, richtete 1992 in Barcelona die Olympischen Sommerspiele aus und übernahm 1999 bzw. 2002 den Euro als neue Währung.

Weinregionen

Weinregionen Spanien DO und DOCa

Spanien ist das Land mit der größten Rebanbaufläche der Welt. Ca. 1.200.000 ha Rebanbaufläche werden von etwa 150.000 Winzern in knapp 5.000 Bodegas (Weingüter) und Abfüllbetrieben bewirtschaftet. Aus mehr als 250 Rebsorten werden Weine in den verschiedensten Stilen und Qualitäten gekeltert. Obwohl Spanien eher als Rotweinland bekannt ist, sind 50% der Fläche mit weißen Rebsorten bestockt. Spanien ist damit eindeutig der größte Weißweinhersteller der Welt.

Weine in Andalusien

Andalusien ist die südlichste Region Spaniens und damit der heißeste Teil der Halbinsel. International von Bedeutung ist der bei Jerez de la Frontera erzeugte Sherry.

Aragonien

Aragon liegt im Nordosten Spaniens. Die Region umfasst das breite Tal des Ebro. Im Norden dominieren die Pyrenäen, die das dürre Ebrotal mit Wasser versorgen. Aufgrund seiner Lage nahe dieser Gebirgskette haben die Weine der DO Somontana das beste Potential aufzuweisen. Die drei anderen DO-Gebiete liegen südlich des Ebro.

  • Calatayud
  • Campo de Borja
  • Cariñena
  • Somontano

Balearen

1991 erhielt Mallorca sein erstes anerkanntes Qualitätsgebiet, Binissalem, nördlich von Palma am Fuße des Tramantura-Gebirges. 1999 folgte im Osten des Landes das DO-Gebiet Pla i Llevant. Beide Bereiche umfassen 90% der gesamten Weinproduktion Mallorcas. 2001 wurden in beiden Bereichen auf ca. 700 ha etwa 25 Millionen Liter Wein hergestellt. Auf Mallorca sind ca. 240 Winzer registriert, aber nur ein kleiner Teil davon hat die vorgeschriebenen Kriterien zum Anbau von Qualitätsweinen bisher erfüllt.

  • Binissalem-Mallorca
  • Plà i Llevant

Baskenland

  • Chacolí de Álava, baskisch: Arabako Txakolina
  • Chacolí de Vizcaya, baskisch: Bizkaiko Txakolina
  • Chacolí de Guetaria, baskisch: Getariako Txakolina
  • Rioja Alavesa

Wichtige Orte im Weinanbaugebiet Rioja Alavesa sind:   
    * Elciego
    * Labastida
    * Laguardia / Biasteri
    * Lanciego
    * Lapuebla de Labarca
    * Oion
    * Villabuena de Álava

Extremadura

  • Ribera del Guadiana

Galicien

Galicien mit seiner Hauptstadt Santiago de Compostela liegt im Nordwesten Spaniens und unterscheidet sich deutlich von anderen Landesteilen Spaniens. Der Atlantik auf der einen Seite sowie die Gebirgszüge der Cordillera Cantábrica sorgen für ein feuchteres und kühleres Klima. Die Region wird auch oft das grüne Spanien genannt. Es gibt fünf D.O.-Regionen, von denen Rias Baixas das international bekannteste Gebiet ist.

  • Monterrei
  • Rías Baixas
  • Ribeira Sacra
  • Ribeiro
  • Valdeorras

Kanarische Inseln

  • Abona
  • El Hierro
  • La Palma
  • Lanzarote
  • Tacoronte-Acentejo
  • Valle de Güìmar
  • Valle da la Orotava
  • Ycoden-Daute-Isora
  • Gran Canaria
  • Monte Letiscal

Kastilien-La Mancha

  • Almansa
  • Dominio de Valdepusa
  • Finca Elez
  • La Mancha
  • Manchuela
  • Méntrida
  • Mondéjar
  • Pago Guijoso
  • Ribera del Júcar
  • Uclés
  • Valdepeñas

Kastilien-León

Kastilien-Léon besteht aus acht Provinzen und bildet das Herzland Spaniens, da von hier aus die Reconquista, die Wiedervereinigung Spaniens unter christlicher Herrschaft im Mittelalter maßgeblich betrieben wurde. Der Fluss Duero beeinflusst die klimatischen Bedingungen der D.O.-Zonen Cigales, Ribera del Duero, Rueda und Toro. Die neueste D.O. Bierzo ist geographisch getrennt von den anderen Regionen und lehnt sich stilistisch eher an Weine aus Galicien an.

  • Arribes
  • Bierzo
  • Cigales
  • Ribera del Duero
  • Rueda
  • Toro

Katalonien

  • Alella
  • Empordá-Costa Brava
  • Catalunya
  • Cava
  • Conca de Barberá
  • Costers del Segre
  • Montsant
  • Penedès
  • Plà de Bages
  • Priorat
  • Tarragona
  • Terra Alta

La Rioja

Rioja ist ein Weinbaugebiet in Spanien (Denominación de Origen Calificada). Es befindet sich in den Autonomieregionen La Rioja, Baskenland und Navarra. Das Weinbaugebiet besteht aus den Teilgebieten Rioja Alta (im oberen Gebiet des Ebrobeckens), Rioja Baja (im unteren Gebiet des Ebrobeckens) und Rioja Alavesa (zur baskischen Provinz Álava gehörend, baskisch Arabako Errioxa). Es ist Mitglied im Netzwerk Great Wine Capitals.

Anbaugebiet
Das Weinbaugebiet Rioja gehört zu den bedeutendsten in Europa. Mit einer Anbaufläche von 59.212 ha (Quelle: Consejo Regulador - Stand 2005) liegt es am Fluss Ebro in Nordspanien. Als Böden überwiegen weißer Kalk sowie rotgrauer Lehm. Über 20.000 Winzer produzieren dort zu 85 % Rotwein, aber auch Rosé-, Rotling- und Weißweine. Es finden sich vor allem die roten Rebsorten Tempranillo (61 % der Anbaufläche), Garnacha (18 %), Mazuelo (3,5 %) und Graciano (0,7 %) und die weißen Rebsorten Viura (15 %), Malvasia (0,25 %) und Garnacha Blanca (0,09 % der Anbaufläche). Die klassischen Riojas sind entweder reinsortige Tempranillo-Weine oder Verschnitte mit einem Tempranillo-Anteil von weit über 50 % und kleineren Anteilen von Garnacha, Mazuelo und Graciano. Einige wenige Erzeuger vinifizieren auch sortenreine Weine aus Garnacha, Mazuelo (bei der es sich um die Sorte Carignan handelt) und Graciano, wobei insbesondere die Letzteren als besondere Spezialität gelten.
Eine Kuriosität ist, dass einige wenige Bodegas der Rioja spanischen Sekt unter der DO Cava produzieren.

Regulierungsbehörde
Die Regulierungsbehörde der DOC Rioja ist der Consejo Regulador de la Denominación Calificada Rioja mit Sitz in Logroño. Seine Aufgabe ist die Festlegung und Überwachung der Anforderungen an Rioja-Weine, wie z. B. zulässige Rebsorten, Zucker- und Alkoholgehalt, Einsatz von Zusatzstoffen. Des Weiteren überwacht er die zulässigen Anbauflächen und Produktionsmengen.

Wein-Eigenschaften
Abgesehen von der vorwiegenden Verwendung der Rebsorte Tempranillo orientieren sich die Winzer der Rioja am Vorbild des Anbaugebietes Bordeaux. Die Erzeuger lassen einen hohen Anteil des produzierten Rotweins in Barriques reifen.
Ein guter Rotwein aus der Rioja ist trocken, von dunkelroter Farbe, weist den charakteristischen Tempranillo-Geschmack auf und ist leicht trinkbar.

Bekannte Weine
Neben vielen sehr guten modernen Riojas gelten insbesondere die Weine der Bodegas CVNE (Companía Vinícola del Norte de España), Bodegas Riojanas, Faustino, Herederos del Marqués del Riscal, La Rioja Alta, López Heredia-Viña Tondonia, Marqués de Murrieta, Marqués de Cáceres und Muga als die Klassiker der DOC Rioja.

Einzellagen
Einzellagen sind eher selten, haben aber im Laufe der 90er Jahre zunehmend an Bedeutung gewonnen. Bekannte Lagenweine sind beispielsweise Finca Valpiedra aus dem Hause Martínez Bujanda oder die „Paisajes“-Reihe, die von Miguel Angel de Gregorio, einem der großen Weinmacher des Rioja, aus kleinen Parzellen mit besonderem Charakter vinifiziert werden.

Vinos de Autor
In Jahrgängen mit besonders guter Weinqualität verwenden viele Rioja-Winzer einen Teil der besseren Trauben, um einen limitierten Wein neben ihrer herkömmlichen Produktion anzusetzen. Ein solcher Wein wird als vino de autor (span. für „Autorenwein“) bezeichnet. Es sind vor allem kleinere, erst in den letzten Jahren gegründete Betriebe, die sich in der Hauptsache in der Rioja Alavesa befinden und diesem internationalen Trend der sogenannten Garagenweine folgen. Aus alten Terrassenlagen werden auf wenigen Hektar sehr individuelle Weine hergestellt und zum Teil zu sehr hohen Preisen vermarktet. Das erst 1989 gegründete Weingut Bodega Roda erzeugt seit 1997 den Wein Cirsion, der Preise von über 200 Euro je Flasche erreicht.

Weinreife
Nach der Weingärung in Edelstahl-, Holz- oder Betontanks wird der höherwertige Rotwein, der nicht als Jungwein (span. vino joven oder vino de año) direkt auf den Markt gebracht wird, in Fässern aus amerikanischer oder französischer Eiche (sogenannte barricas oder Barriques) und später in Flaschen in der Bodega gereift. Die Reife wird je nach Weinqualität vorgenommen. Abhängig von der Lagerdauer heißen diese Weine auf Spanisch Crianza, Reserva oder Gran Reserva. Die Farbe und der Text des Etiketts des Consejo Regulador auf der Flaschenrückseite geben den Reifegrad vieler Rioja-Weine an.

Die in der Rioja verwendeten Eichenfässer haben ein Volumen von 225 l und können ca. 5 Jahre eingesetzt werden, bevor sie endgültig ihre geschmacksprägenden Eigenschaften verlieren.

Crianza
Das Prädikat Crianza (von span. criar, deutsch „reifen, großziehen“ bzw. „Ausbau“) ist Weinen vorbehalten, die zwei Jahre und davon mindestens ein Jahr im Eichenfass gereift sind.

Reserva
Eine Reserva (span. für „Reserve“) ist ein Wein, der insgesamt mindestens drei Jahre reift, davon mindestens ein Jahr im Eichenfass.

Gran Reserva
Ein Wein kann als Gran Reserva (span. für „Große Reserve, wichtige Reserve“) bezeichnet werden, wenn er mindestens zwei Jahre im Eichenfass und anschließend drei Jahre in der Flasche reift. In den Handel kommen Gran Reservas jedoch meist weitaus älter.

Einige Bodegas bieten Weine an, die nur wenige Monate im Eichenfass reifen, um so eine bessere Qualität zu einem relativ niedrigem Preis zu erreichen. Diese sind gemäß Consejo Regulador noch immer Jungweine, werden aber auch Semicrianzas oder „roble“ (span. für Eiche) genannt. Daneben gibt es heute eine ganze Reihe großer und sehr großer Riojas, deren Macher sich teilweise demonstrativ über die althergebrachte Klassifikationssystematik hinweg setzen. Sei es, dass sie sich nicht vorschreiben lassen wollen, wie lange ihr Wein reifen muss, oder sei es aus offenem Protest gegen das die Erzeuger schlechter Qualität begünstigende klassische System.

Bodegas
Die Bodega ist als Weinkellerei in erster Linie die Weinproduktionsstätte, wo die Vergärung und Flaschenabfüllung stattfindet. Zusätzlich ist sie der Ort, an dem der Winzer die Weinreife durchführt. Ungefähr 250 Bodegas in der Rioja führen eine Weinreife durch und verwenden dafür über 900.000 Eichenfässer. Die unterirdischen Lager ermöglichen eine Reife bei konstanter Temperatur und Luftfeuchtigkeit.
Außerdem kristallisiert sich immer mehr die touristische Komponente der Weinkellereien heraus, die neben qualifizierten Besichtigungen Rioja-typische Mahlzeiten mit Weinverköstigung für Gruppen anbieten, was insbesondere von den benachbarten spanischen Provinzen genutzt wird. Neben kulinarischen Anreizen sind die Weinkellereien der Rioja sehr um ihre Präsentation bemüht. Die meisten Bodega-Gebäude folgen dem klassischen Rioja-Stil und verfügen über beeindruckende Gartenanlagen. Neuere Bodega-Gebäude einiger bekannter Firmen wurden von prestigevollen Architekten wie Frank Gehry (Marqués de Riscal) in Elciego) oder Santiago Calatrava (Ysios in Laguardia). Viele Bodegas besitzen in unmittelbarer Nähe der Produktionsstätten eigene Hotels.

Wichtige Orte im Weinanbaugebiet Rioja in La Rioja sind:
    * Briones
    * Cenicero
    * Cordovín 
    * Fuenmayor 
    * Haro 
    * Logroño 
    * Ollauri 
    * San Asensio 
    * San Vicente de la Sonsierra 

Madrid

Vinos de Madrid ist ein Weinbaugebiet mit Herkunftsbezeichnung (D.O. seit November 1990) in der Region Madrid in Spanien. Die Gesamtrebfläche beträgt ca. 11.800 Hektar. Das Klima ist stark kontinental; die Jahresniederschlagsmenge beträgt nur 460 mm (in der Subzone Arganda) bis 650 mm (in der Subzone San Martin) und die Sommertemperaturen liegen häufig bei 35°C. 1914 (also ca. 30 Jahre später als in Frankreich und Nordspanien) wurde das Gebiet, dass seinerzeit über 60.000 Hektar Rebfläche verfügte, verheerend von der Reblaus befallen. Dies zwang die Winzer zu Neuanpflanzungen und wurde generell genutzt, bessere Rebsorten zu pflanzen und den Qualitätsstandard zu heben.
Insgesamt 3084 Winzer arbeiten den 26 Bodegas und 13 Kooperativen der Region zu.

Rebsorten
In der Region werden Weißwein, Roséwein und Rotwein ausgebaut. Die zugelassenen Rebsorten sind:
    * weiß: Malvar (2056 Hektar Anbaufläche), Airen (1179 ha), Albillo, Parellada, Macabeo, Torrontés und Moscatel de Grano Menudo.
    * rot: Garnacha (2772 ha), Tempranillo hier auch Tinto Fino genannt (1036 ha), Merlot, Cabernet Sauvignon sowie neuerdings Syrah.

Subzonen des Weinbaugebiets Vinos de Madrid
Das Weinbaugebiet Vinos de Madrid ist in 3 Subzonen aufgeteilt.

Subzone San Martin de Valdieglesias

In insgesamt 9 Gemeinden der Region sind insgesamt 3821 Hektar Rebfläche bestockt. Die von der Regulierungsbehörde empfohlenen Rebsorten sind Garnacha und Albillo. Die Rotweine sind häufig körperreich und konzentriert im Geschmack

Subzone Navalcarnero
In insgesamt 19 Gemeinden der Region sind insgesamt 2107 Hektar Rebfläche bestockt. Hier werden vorrangig Rot- und Roséweine aus der Rebsorte Garnacha angeboten. Die Rotweine neigen zu Oxidation und verlieren schnell ihre tiefdunkle Farbe.

Subzone Arganda
In insgesamt 26 Gemeinden der Region sind insgesamt 5830 Hektar Rebfläche bestockt. Aus den Rebsorten Malvar und Tempranillo entstehen junge und frische Rotweine sowie fruchtige angenehme Weißweine.

Murcia

  • Bullas
  • Jumilla
  • Yecla

Navarra

Im Mittelalter beflügelten die Pilger von Santiago de Compostela die Nachfrage nach Wein. Ende des 19. Jahrhunderts profitierte Navarra von seiner Nähe zu Frankreich . Da die Reblaus in Nordspanien erheblich später einfiel als in Frankreich, konnte man während ca. 20 Jahren einen erheblichen Anteil der Produktion dorthin exportieren. 1892 fielen die Rebflächen dem Schädling zum Opfer. Auch wenn die Region sich relativ schnell von diesem Befall erholte, beträgt die aktuelle Rebfläche nur noch ein Drittel der Fläche von 1890. Die Winzer stellten relativ früh von der Herstellung einfacher Rosados (Roséweine) auf anspruchsvollere Rotweine um. Die Rebsorte Garnacha dominiert dabei die Weinberge. Tempranillo liegt weit abgeschlagen auf dem zweiten Platz. Auf Weißwein entfallen nur ca. 10% der Weinproduktion. Macabeo ist die vorherrschende Traube.

  • Navarra (Weinbaugebiet)
  • Rioja Baja, besonders hervorzuheben in Rioja Baja ist Mendavia

Valencia

  • Alicante
  • Utiel-Requena
  • Valencia

Sprache

Sprache

Amtssprache: Spanisch (Kastilisch / Castellano)

Je nach autonomer Region gilt eine weitere Amtsprache: Aranesisch, Baskisch, Galicisch, Katalanisch

Ein paar Sätze für Touristen

Begrüßung und Vorstellung  
Hallo.  Hola.
Guten Morgen.  Buenos días.
Guten Tag.  Buenas tardes.
Guten Abend.  Buenas noches.
Wie geht es?  ¿Qué tal?
Gut.  Bien.
Schlecht.  Mal.
Danke. Gracias.
Bitte sehr.  De nada.
Ja.  Sí.
Nein.  No.
Entschuldigung. (Um Verzeihung bitten)  Perdón.
Entschuldigung. (Um Aufmerksamkeit bitten)  Disculpe.
Entschuldigung. (Um Erlaubnis fragen)  Permiso.
Auf Wiedersehen  Adiós. informell: Hasta luego.
Ich heiße … Soy …
Und Sie? ¿Y Usted? (Singular) / ¿Y Ustedes? (Plural)
  informell: ¿Y tú?
Ich bin aus Deutschland / Schweiz / Österreich.  Soy de Alemania / Suiza / Austria.
Ich spreche kein Spanisch.  No hablo español.
Ich spreche Deutsch und Englisch und verstehe ein bisschen Spanisch. Hablo alemán y inglés y entiendo un poco español.
Ich verstehe Sie nicht. No entiendo.
Bitte sprechen Sie langsam. Hable despacio, por favor.
   
Zahlen  
1 - uno (der / die erste: el primero / la primera)  
2 - dos (der / die zweite: el segundo / la segunda)  
3 - tres (der / die dritte: el tercero / la tercera)  
4 - cuatro (der / die vierte: el cuarto / la cuarta)  
5 - cinco (der / die fünfte: el quinto / la quinta)  
6 - seis (der / die sechste: el sexto / la sexta)  
7 - siete (der / die siebte: el séptimo / la séptima)  
8 - ocho (der / die achte: el octavo / la octava)  
9 - nueve (der / die neunte: el noveno / la novena)  
10 - diez (der / die zehnte: el décimo / la décima)  
11 - once  
12 - doce  
13 - trece  
14 - catorce  
15 - quince  
16 - dieciseis  
17 - diecisiete  
18 - dieciocho  
19 - diecinueve  
20 - veinte  
21 - veintiuno  
22 - veintidós  
...  
29 - veintinueve  
30 - treinta  
31 - treinta y uno  
32 - treinta y dos  
...  
40 - cuarenta  
50 - cincuenta  
60 - sesenta  
70 - setenta  
80 - ochenta  
90 - noventa  
100 - cien  
1xx - ciento  
101 - ciento y un  
102 - ciento y dos  
110 - ciento diez  
111 - ciento once  
147 - ciento cuarenta y siete  
500 - qinientos (irregulär)  
1000 - mil  
1.000.000 (eine Million) - un millón  
1.000.000.000 (eine Milliarde) - mil millones  
   
Zeit  
Wie spät ist es?  ¿Qué hora es?
Es ist (genau) 1 Uhr   "Es la una (en punto)"
Es ist 2 Uhr   "Son las dos"
Es ist halb 3 Uhr  "Son las dos y media"
Es ist zehn vor 3 Uhr  in Spanien: "Son las tres menos diez".
  in Lateinamerika: "Faltan diez para las tres".
Wann treffen wir uns?  ¿A que hora nos encontramos?
Um fünf. A las cincos
jetzt  ahora mismo
später más tarde
heute  hoy
gestern  ayer
morgen  mañana
(der) Morgen  la mañana
Mittag  mediodía
Nachtmittag  la tarde
Abend  la noche
Nacht  la noche
diese Woche  esta semana
letzte Woche  la semana pasada
nächste Woche  la próxima semana
   
Tage  
Montag  lunes
Dienstag martes
Mittwoch  miércoles
Donnerstag jueves
Freitag  viernes
Samstag  sábado
Sonntag  domingo
   
Monate  
Januar  enero
Februar  febrero
März  marzo
April  abril
Mai  mayo
Juni  junio
Juli  julio
August  agosto
September  septiembre
Oktober  octubre
November  noviembre
Dezember  diciembre
   
Farben  
schwarz  negro / negra
grau  gris
weiss blanco / blanca
braun  marrón
beige  color crema
blau  azul
türkis  turquesa
grün  verde
gelb  amarillo / amarilla
orange color naranja
rot  rojo / roja
lila  morado / morada
rosa rosado / rosada
   
Geld  
Akzeptieren Sie Kreditkarten?  ¿Se aceptan tarjetas de crédito?
Akzeptieren Sie Travelerchecks?  ¿Se aceptan cheques viajeros?
Wo gibt es einen Geldautomaten? ¿Dónde hay un cajero automático?
Akzeptieren Sie schweizer Franken?  ¿Se aceptan francos suizos?
Wo gibt es eine Bank?  ¿Dónde hay un banco?
Geld  dinero
Bargeld  efectivo
Geldschein  billete
Münze  moneda
   
Unterkunft  
Ich möchte ein Einzelzimmer vorbestellen  Quiero reservar una habitación individual.
Haben Sie ein Zimmer frei?  ¿Hay una habitación libre?
Was kostet ein Zimmer für eine Person/zwei Personen?  ¿Cuanto cuesta una habitación para una persona / dos personas?
Gibt es im Zimmer ein Telefon / einen Fernseher? ¿Tiene la habitación un teléfono/ un televisor?
Ich will _____ Nacht/Nächte bleiben.  Quiero estar por ___ noches.
Können Sie mir ein anderes Hotel empfehlen?  ¿Puede recomendarme otro hotel?
Haben Sie einen Safe?  ¿Hay una caja fuerte?
Ist das Frühstück/Abendessen inklusive?  ¿Está el desayuno/la cena incluido?
Um welche Zeit ist das Frühstück/Nachtessen?  ¿A que hora está el desayono/la cena?
   
Einkaufen  
Wie viel kostet das?  ¿Cuánto cuesta esto?
Das ist zu teuer.  Es demasiado caro.
teuer  caro/-a
billig  barato/-a
Es gefällt mir.  Me gusta mucho.
Ok, Ich kaufe es.  bueno, lo compro.
Ich benötige...  Necesito ...
Ich möchte...  Quiero ...
Ich suche...  Busco ...
...Zahnpaste  ... pasta de dientes
...eine Zahnbürste  ... un cepillo de dientes
...Seife  ... jabón.
...Shampoo  ... champú.
...Schmerzmittel  ... medicamento contra el dolor.
...Tampon  ... tampones
...eine Postkarte  ... una postal.
...Briefmarken  ... sellos
...einen Kugelschreiber  ... un bolígrafo.
...eine deutschsprachige Zeitung  ... un periódico en alemán.
   
Essen und Trinken  
Einen Tisch für eine Person/zwei Personen bitte.  Una mesa para una persona / dos personas, por favor.
Könnte ich bitte die Speisekarte haben?  ¿Me trae la carta, por favor?
Gibt es eine Hausspezialität?  ¿Hay una especialidad de la casa?
Gibt es eine lokale Spezialität?  ¿Hay una especialidad de la región?
Ich bin Vegetarier.  Soy vegetariano/a.
Ich esse kein Schweinefleisch.  No como carne de cerdo.
Ich esse kein Rindfleisch.  No como carne de ternera.
Tagesmenü  menú del día
von der Karte  de la carta
Frühstück  el desayuno
Mittagessen  el almuerzo
Abendessen  la cena
Ich möchte … Quiero …
und y
Huhn  pollo
Rindfleisch  carne de ternera (in Lateinamerika: carne de res)
Schinken  jamón
Fisch  pescado
Wurst salchicha
Käse  queso
Eier  huevos
Salat  ensalada
Reis  arroz
Gemüse  verduras
Früchte  frutas
Brot  pan
Toast tostada
Nudeln  pasta
Könnte ich ein Glas von … haben?  ¿Podría tomar un vaso de …?
Könnte ich ein Flasche von … haben?  ¿Podría tomar una botella de …?
Kaffee  café
Tee 
Saft  zumo (in Lateinamerika: jugo)
Orangensaft  zumo de naranja
Mineralwasser  agua mineral
Wasser  agua
Rotwein/Weisswein  vino tinto/blanco
Bier  cerveza
Ein Bier, bitte. Una cerveza, por favor.
Salz  sal
Pfeffer  pimienta
Kellner/in camarero/-a
Ich bin fertig.  He terminado.
Es war lecker.  La comida ha estado muy bien
Die Rechnung bitte.  La cuenta, por favor.
   
Richtung und Fortbewegung  
rechts derecha
links izquierda
geradeaus recto
Wo ist ...?  ¿Dónde está ...? / ¿Dónde hay ...?
Wo ist die nächste Zugstation?  Donde está la estación de tren?
Wo ist die nächste Bäckerei?  Donde está la panadería?
Gibt es hier eine Apotheke?  Hay una farmacia por aquí? (far-MA-ssia - Betonung auf der 2. Silbe)
Wann fährt der Bus? ¿A qué hora sale el autobús?
das Auto  el coche (in Lateinamerika: el carro)
der Bus  el autobús
der Zug  el tren
das Flugzeug  el avion
die U-Bahn  metro
der Hauptbahnhof  la estación de tren central
die Haltestelle  la parada
der Flughafen  el aeropuerto
ein Tankstelle  una gasolinera
Benzin  gasolina
bleifreies Benzin  gasolina sin plomo
Diesel  diésel, gasóleo, gasoil
Ich möchte ein Auto mieten.  Quiero alquilar un coche.
Kann ich eine Versicherung bekommen?  ¿Puedo tener un seguro?
   
Probleme  
Lassen Sie mich in Ruhe!  ¡Déjeme en paz!
Ich rufe die Polizei.  Voy a llamar a la policía.
Ich brauche Hilfe.  Necesito ayuda.
Dies ist ein Notfall. ¡Es una emergencia!
Ich habe mich verirrt. Estoy perdido/-a
Ich habe meine Tasche verloren.  He perdido el bolso.
Ich habe meinen Geldbeutel vorloren. He perdido la cartera.
Ich bin krank. Estoy enfermo/-a.
Ich bin verletzt. Estoy herido/-a.
Ich brauche einen Arzt. Necesito un medico.
Kann ich Ihr Telefon benutzen?  ¿Podría usar su teléfono?
Ich habe nichts (falsch) gemacht.  No he hecho nada (mal).
Es war ein Missverständnis.  Ha sido un malentendido.
Wohin bringen Sie mich?  ¿A dónde me lleva?
Bin ich festgenommen?  ¿Estoy detenido?
Ich möchte mit der deutschen/österreichischen/schweizerischen Botschaft sprechen.  Quiero hablar con la embajada de Alemania/Austria/Suiza.
Ich möchte mit einem Anwalt sprechen.  Quiero hablar con un abogado.
Kann ich nicht einfach ein Bußgeld bezahlen?  ¿No podría pagar simplemente una multa?

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