Sie sind hier: Spanien / Andalusien / Sevilla
Sunday, 17. December 2017

Sevilla

Sevilla ist eine Stadt in Südspanien. Sie ist die Hauptstadt der Autonomen Region Andalusien und der Provinz Sevilla. Nach einer späten Legende wurde die Stadt von dem griechischen Helden Herakles gegründet. Die Einwohner der Stadt werden als Sevillanos bezeichnet.
Die Stadt ist ein Industrie- und Handelsplatz ersten Ranges und wichtiges Touristenzentrum. Sevilla liegt zu beiden Seiten des bis hierhin schiffbaren Guadalquivir, in einer weiten, fruchtbaren und wohlangebauten Ebene. Mit ihren zahlreichen Türmen bietet Sevilla von allen Seiten einen imposanten Anblick. Die eigentliche Stadt nimmt das östliche Ufer des Guadalquivir ein und ist von den Vorstädten Los Humeros, Cesteria, Baratillo, Carreteria, Resolana mit dem großen Hospital La Caridad, San Bernardo, San Roque y la Calzada und Macarena mit dem Hospital de la Sangre umgeben. Von der alten, mit 66 Türmen versehenen Ringmauer, die die innere Stadt umgab, sind nur noch Reste vorhanden. Am linken Ufer des Flusses breitet sich noch die große Vorstadt Triana aus. Sevilla ist die viertgrößte Stadt Spaniens.

Kathedrale von Sevilla
Die Kathedrale von Sevilla (Santa María de la Sede) ist die größte gotische Kirche der Welt und zugleich die viertgrößte Kirche der Welt. Sie wurde 1401-1519 erbaut, steht seit 1928 unter Denkmalschutz und gehört seit 1987 zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Die Kathedrale

Die Kathedrale wurde in den Jahren 1401 bis 1519 im Stil der Gotik auf den Überresten der im 12. Jahrhundert errichteten arabischen Mezquita Mayor gebaut. Sie ist das größte religiöse Gebäude Spaniens und die drittgrößte christliche Kathedrale der Welt. Ihre Länge beträgt 115 m, ihre Breite 76 m. Die Höhe des mittleren Kirchenschiffes beträgt 42 m, insgesamt besitzt die Kathedrale fünf Kirchenschiffe.
Das 23 Meter hohe Altarretabel wurde 1482 von dem Flamen Pieter Dancart begonnen und von nachfolgenden Meistern bis 1564 vollendet. In vier Stockwerken über einander sind je 7 biblische Szenen vollplastisch geschnitzt. Diese 28 Skulpturengruppen könnten je ein Altarbild für sich darstellen.
In der Kathedrale befindet sich auch das 1902 errichtete Grabmal für Christoph Kolumbus. Der Verbleib seiner Gebeine ist nach mehrmaligen Atlantiküberquerungen ungewiss. Die vier Sargträger verkörpern die Königreiche Kastilien, León, Aragón und Navarra.

Die Kapellen
Die Kapelle Capilla de San Antonio beherbergt das von Murillo geschaffene Bild La Visión de San Antonio (Visionen = Die Wahngebilde, gemeint sind die Versuchungen des hl. Antonius).
Als sehenswert gelten ebenfalls die Capilla de la Virgen de la Antigua mit dem Fresko Virgen sowie die in den Jahren 1551 bis 1575 im Stil der Renaissance erbaute Capilla Real. Die Königskapelle dient als die Grabkapelle für Ferdinand III., seine Frau Beatrix und seine Söhne; darunter Alfons X.

Die Giralda
Das Minarett der alten maurischen Moschee, heute Turm der Kathedrale, Giralda genannt, ist das Wahrzeichen der Stadt. Zur Zeit seiner Konstruktion war es eines der höchsten Bauwerke der Welt (offensichtlich nur von den zwei größten der drei Pyramiden in Gizeh (Ägypten) übertroffen). Ebenfalls außergewöhnlich ist, dass dieser Turm bis zur Höhe des Glockenstuhles zu Pferde bestiegen werden kann. Statt Treppen legten die Baumeister Rampen an, deren Deckenhöhe einen Aufstieg zu Pferd ermöglichen. Einschließlich der in christlicher Zeit durchgeführten Erweiterungen, mit einer gigantischen Bronze-Statue auf der Spitze, misst die Giralda 97,5 Meter.

Orangenhof
Am Westportal, der Puerta del Perdón kontrastieren maurische Stilmerkmale wie kufische Schrift und Hufeisenbogen mit christlicher Kunst. Der Torbogen führt in den Orangenhof (Patio de los Naranjos). Vor der Westfassade der Kathedrale befindet sich der ehemalige Vorhof der Moschee. Der noch aus westgotischer Zeit stammende Brunnen wurde von den Mauren für rituelle Waschungen genutzt.

Alcázar von Sevilla

Der Alcázar von Sevilla (spanisch: Reales Alcázares de Sevilla, Königlicher Alcázar von Sevilla) ist ein mittelalterlicher Königspalast in Sevilla. Ursprünglich als maurisches Fort angelegt, wurde der Alcázar mehrfach erweitert. Die Almohaden waren die ersten die an dieser Stelle einen Palast, den Al-Muwarrak, errichteten. Der Großteil der modernen Anlagen wurde ab 1364 auf den maurischen Ruinen für Peter I. gebaut. Der Palast ist eines der am besten erhaltenen Beispiele für die Mudéjar-Architektur, die unter christlicher Herrschaft entstandenen Bauten mit islamischem Einfluss. Spätere Monarchen erweiterten den Alcázar, wodurch noch weitere Baustile Eingang in den Komplex fanden. So entstanden unter Karl V. Bauten mit gotischen Elementen, die in starkem Kontrast zu den dominierenden Mudéjar-Architektur stehen.

Archivo General de Indias

Das Archivo General de Indias (deutsch kurz "Indienarchiv") ist ein Zentralarchiv des spanischen Staates, das Dokumente mit Bezug zum spanischen Kolonialreich (also Spanisch-Amerika und die Philippinen) sammelt. Es ist im Gebäude der ehemaligen Börse von Sevilla - der Casa Lonja de Mercaderes - untergebracht und gilt als das umfassendste und bedeutendste Archiv für die spanische Kolonialzeit. 1987 wurden sowohl das Gebäude selbst als auch der Archivbestand von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Gründung des Archivs
Das Archivo General de Indias wurde im Jahre 1785 auf königlichen Erlass von Karl III. hin gegründet, der verfügte, dass das Archiv des Indienrates (Consejo de Indias) nunmehr im Gebäude der ehemaligen Börse von Sevilla, der Casa Lonja de Mercaderes, unterzubringen sei. Den Anstoß für diese Gründung hatte der damalige Minister für die spanischen Kolonien, José de Gálvez y Gallardo, gegeben, der mit der Projektdurchführung wiederum Juan Bautista Muñoz beauftragte, einen Historiker, der als bedeutendster spanischer Kosmograph des spanischen Kolonialreichs seiner Zeit galt. Ziel des Unterfangens war es, alle Dokumente, die einen Bezug zu den spanischen Kolonien aufwiesen, unter einem Dach zu versammeln - diese waren bis dahin auf mehrere Archive verteilt gewesen, in erster Linie denen von Simancas, Cádiz und Sevilla. Dabei spielten sowohl der Platzmangel in den bestehenden Archiven eine Rolle, als auch die Hoffnung, auf diese Weise - ganz im Geist der Aufklärung - eine Aufarbeitung der spanischen Kolonialgeschichte anzustoßen.

Der Bestand
Als Datum für die Archivierung wurde das Jahr 1760 festgesetzt, d.h. alle Dokumente, die nach 1760 entstanden, verblieben in ihren ursprünglichen Einrichtungen. Die ersten Dokumente wurden im Oktober 1785 aus dem Archiv von Simancas in das neu gegründete Zentralarchiv in Sevilla überführt.
Im Archvio General de Indias wurden u.a .die Bestände folgender Institutionen aufgenommen:

  •      Consejo de Indias, Dokumente aus dem 16.-19. Jahrhundert
  •      Casa de Contratación, Dokumente aus dem 16.-18. Jahrhundert
  •      Consulados de Sevilla y Cádiz, Dokumente aus dem 16.-19. Jahrhundert
  •      Secretarías de Estado y Despacho Universal de Indias, de Estado, Gracia y Justicia, Hacienda y Guerra, Dokumente aus dem 18.-19. Jahrhundert
  •      Secretaría del Juzgado de Arribadas de Cádiz, Dokumente aus dem 18.-19. Jahrhundert
  •      Comisaría Interventora de la Hacienda Pública de Cádiz, Dirección General de la Renta de Correos, Dokumente aus dem 18.-19. Jahrhundert
  •      Sala de Ultramar del Tribunal de Cuentas, Dokumente aus dem 19. Jahrhundert
  •      Real Compañía de la Habana, Dokumente aus dem 18.-19. Jahrhundert

Das Archiv versammelt zahllose Dokumente zu allen Aspekten des spanischen Kolonialreiches, aus der Zeit der ersten Konquistadoren bis zum 19. Jahrhundert. Hier werden äußerst kostbare Originaldokumente aufbewahrt, wie z.B. die päpstlichen Bulle Inter caetera von Papst Alexander VI., die die Welt zwischen Spanien und Portugal aufteilte, oder die von Bartolomé de Las Casas angefertigte Kopie des Bordbuchs des Christoph Kolumbus.

Heute
Insgesamt umfasst der Bestand rund 43.000 Bände, die sich auf 80 Millionen Seiten und 8 Regalkilometer erstrecken.
Von 2002 bis 2004 wurde das Gebäude einer umfangreichen Sanierung und Restaurierung unterzogen.
Im Jahre 2005 wurde ein Digitalisierungsprojekt ins Leben gerufen, das sich zum Ziel gesetzt hat, den Bestand des Archivs im Internet verfügbar machen zu können.
Das Archiv steht allen Personen offen, die ein legitimes Forschungsinteresse nachweisen können und im Besitz eines gültigen Benutzerausweises sind.
Die Arbeitsräumlichkeiten der Forscher und Archivare sind mittlerweile aus der Casa Lonja ausgelagert und in einem nahen Gebäude untergebracht.

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Sevilla aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.