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Monday, 11. December 2017

Schwarzmeer-Region

Die Schwarzmeer-Region umfasst den nördlichen Küstenstreifen der Türkei. Sie ist geprägt durch ein mildes, feuchtes Klima, und auf ihrer bergigen Landschaft erstrecken sich große Wälder. Auf dem sehr fruchtbaren Boden werden Tee, Tabak, Mais und Haselnüsse angebaut.

Hattusa

Hattusa

Löwentor in Hattusa * selbst fotografiert von He-ba-mue * Genehmigung: GSDL

Hattuša (auch Hattuscha, türkisch Hattuşa) war die Hauptstadt des Hethiter-Reiches. Sie liegt in der Provinz Çorum beim Dorf Bog(azkale (früher Bog(azköy) im anatolischen Hochland am Bogen des Kızılırmak am Nordrand der antiken Landschaft Kappadokien.

 

Vegetation

Die potentielle natürliche Vegetation ist ein winterharter lichter Mischwald (vor allem durch Flaumeichen geprägt), der in hethitischer Zeit wohl auch teilweise noch bestand, jedenfalls wurde in der Architektur viel Holz verwendet. Die heutige Vegetation ist durch die Weidenutzung geprägt. Heute gibt es in der Gegend nur noch in einigen abgelegenen Tälern Reste von Weißdorn, Eschen und Eichen, in Gebirgslagen Eichen, Wacholder und Kiefern. Wie Holzkohlen aus den phrygischen Schichten zeigen, wuchsen zu diesem Zeitpunkt im Umfeld vor allem Eichen, Obstbäume und Bäume der Hartholzaue, wie Pappel, Ahorn und Ulmen. Nadelholz ist häufig vertreten.

An der Südseite der Stadt, gut zu sehen vom Sphinxtor, wurde in den Achtzigerjahren auf Veranlassung des damaligen Grabungsleiters Peter Neve ein Waldbereich eingezäunt, um ihn vor dem Verbiss durch Ziegenherden zu schützen und so dem Besucher einen Eindruck vom früheren Aussehen der umgebenden Landschaft zu vermitteln.

Geschichte
Die frühesten Besiedlungsspuren im Stadtgebiet von Hattuša stammen aus dem Chalkolithikum im 6. Jahrtausend v. Chr. Eine kontinuierliche Besiedlung setzt gegen Ende des 3. Jahrtausend v. Chr., in der entwickelten Frühbronzezeit ein. Die Hattier, anatolische Ureinwohner, gründen hier eine Siedlung und nennen sie Hattusch.

Im frühen 2. Jahrtausend v. Chr. entsteht am Rand der hattischen Siedlung ein Karum, eine Kolonie von assyrischen Händlern. Mit ihren Eselskarawanen transportierten sie Güter über große Entfernungen, sowohl innerhalb Anatoliens als auch nach Mesopotamien. Mit ihnen kommt erstmals die Schrift nach Anatolien. Im Verlauf dieser Epoche hat man auf der Höhe von Büyükkale eine Befestigung angelegt, um sich vor Feinden zu schützen. In diesen ersten Jahrhunderten des 2. Jahrtausends v. Chr. gab es in Zentralanatolien häufig Konflikte zwischen den einheimischen hattischen Fürsten und den zugewanderten hethitischen Gruppen, die ihre Macht auszudehnen versuchten.

Die ausgegrabenen Ruinen zeigen, dass die Stadt Hattuscha um ca. 1700 v. Chr. in einem großen Brand zugrunde gegangen ist. Für die Zerstörung des Orts gibt es sogar eine Überlieferung in einem Keilschrifttext, in dem ein König Anitta von Kuschara davon berichtet, dass er den König Pijuschti von Hattusch geschlagen und seine Stadt zerstört habe. Er verflucht die Stadt auf ewig und richtet sein Handelszentrum in der 160 km südöstlich gelegene Stadt Kanesch/Nescha, die als Hauptort der assyrischen Handelskolonien bereits Macht und Ansehen besaß, ein.

Hattuša wurde jedoch bereits ab der zweiten Hälfte des 17. Jahrhundert v. Chr. wiederbesiedelt. Ein hethitischer Fürst namens Labarna (1565-1540 v. Chr.) baut hier seine Residenz auf und nennt sich danach Hattušili, "Der von Hattuša". Damit beginnt die Geschichte Hattušas als hethitische Hauptstadt und des hethitischen Königshauseş von dem man bisher 27 Großkönige mit Namen kennt.

Hattusa * selbst fotografiert von China_Crisis * Genehmigung: Creative Commons

Aufbau der Stadt
Hattusa war unter anderem eine Stadt der Götter und Tempel. In der zentralen Oberstadt konnten zahlreiche Tempel eines sakral genutzten Areals freigelegt werden. Daneben legten die neuesten Grabungen aber auch Stadtbereiche, die für verschiedenste, nicht religiöse Tätigkeiten genutzt wurden, frei. Die mit Löwen, Sphingen oder der reliefierten Darstellung eines Gottes dekorierten Stadttore der Oberstadt sind möglicherweise Bestandteile einer repräsentativen Prozessionsstraße. In Hattuša wurden bisher nur kleine Flächen der Wohnviertel und der Werkstattbezirke freigelegt.

Wirtschaftsweise
An Getreide wurde Einkorn, Emmer, Nacktweizen und Gerste angebaut, außerdem Erbsen, Linsen, Saatplatterbsen, Linsenwicke und Lein. Auf der Burg wurden relativ häufig Knochen des Rothirsches gefunden. Vermutlich gehörte die Jagd zum Freizeitvergnügen des Adels. In der Unterstadt sind Hirschknochen nur halb so häufig. Aus einem verbrannten Silo der althethitischen Zeit stammen riesige Getreidevorräte, vor allem von Gerste, aber auch Einkorn. Die Gerstenkörner waren relativ klein, und das Getreide schlecht gereinigt. Die Ausgräber nehmen an, dass es sich dabei um Zwangsabgaben handelt, für die nicht das beste Getreide verwendet wurde.

Forschungsgeschichte
Im Jahre 1834 besuchte der französische Reisende Charles Texier das zentral-anatolische Hochland und entdeckte die Ruinen der alten Hauptstadt, allerdings ohne dass er die vorgefundenen Ruinen richtig zuordnen konnte. Er dokumentierte und skizzierte aber neben den offensichtlichen Ruinen des Stadtareals auch das nahe gelegene Felsheiligtum Yazılıkaya, das durch seine Darstellungen von Gottheiten (sog. Götterprozession) weltberühmt wurde. Nach Texier besuchten in den folgenden Jahrzehnten weitere Forschungsreisende das Stadtgebiet, darunter u.a. Franzosen (E. Chantre, der die ersten Photographien machte), der deutsche Architekt Carl Humann, Hamilton, Heinrich Barth und nochmals Humann und Otto Puchstein.

Aber erst Hugo Winckler, der Berliner Assyriologe und Keilschriftforscher, machte sich 1906 im Auftrag der Deutschen Orient-Gesellschaft, zu einer Grabung auf den Weg, der die Hypothese zugrunde lag, dass es sich bei den Ruinen um die alte Hethiterhauptstadt Hattuša handelte. Zusammen mit dem türkischen Archäologen Theodor Makridi Bey fand er in der ersten Grabungskampagne 1906 den eindeutigen Hinweis, dass es sich bei den Ruinen von Bogazköy um die alte Hauptstadt des hethitischen Reiches handelt. In weiteren Grabungskampagnen in den Jahren 1907 sowie 1911/12 wurden an die zehntausend Tontafelfragmente mit zahlreichen Inschriften geborgen. Nach dem ersten Weltkrieg ruhten die Grabungen noch für mehr als ein Jahrzehnt und wurden erst im Jahre 1931 unter der Leitung von Kurt Bittel wieder aufgenommen.

Winckler sowie auch später Bittel stießen auf die Tontafel-Archive der hethitischen Könige, die u. a. die internationale Korrespondenz und Verwaltung enthielten. Nach kurzer Grabungszeit hielt Winckler den in Akkadisch verfassten Friedensvertrag zwischen Ägypten und Hatti in der Hand, der zwischen Hattušili III. und Ramses II. geschlossen worden war. Der erste bekannt gewordene und bedeutende Friedensvertrag der Weltgeschichte, den wir besitzen.

Bittels Nachfolger wurde 1978 Peter Neve, diesem folgte 1994 Jürgen Seeher als Leiter der Ausgrabungen. Bis heute gräbt das Deutsche Archäologische Institut (DAI) in der Stadt und fördert jährlich neue Erkenntnisse und auch Keilschrifttexte zu Tage. Die Grabungsleitung wurde 2006 von Andreas Schachner übernommen.

Von der mehr als 6 km langen Befestigungsmauer, deren Reste erhalten geblieben sind, wurden zwischen 2003 und 2005 mit vermutlich alten Bautechniken und nach den gefundenen Tonmodellen der Hethiter 65 m durch das DAI aufgebaut. Drei 8 m hohe Mauerabschnitte und die 13 m hohen Türme wurden rekonstruiert. Dabei stellten die Archäologen 64.000 Lehmziegel nach altem Verfahren her.

Aber noch immer sind ganze Stadtviertel unerforscht, auch die Königsgräber harren noch der Entdeckung.

Hattuša wurde 1986 in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen. 2001 wurden die Keilschrifttafelarchive aus Bogazköy, die heute in den Museen von Istanbul und Ankara aufbewahrt werden, in die UNESCO Liste Memory of the World aufgenommen.

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Safranbolu

Safranbolu

Traditionelles Haus in der Altstadt von Safranbolu. * Author: Ugur Basak * Genehmigung GFDL

Safranbolu („Stadt des Safran“; frühere Namen: Dadibra, Zalifra) ist eine türkische Kleinstadt und ein Landkreis in der Provinz Karabük.
Das Dorf besitzt eine große Anzahl von traditionellen Häusern und hat als einer der wenigen Plätze in der Türkei eine mittelalterliche Atmosphäre bewahrt. Es gibt auch noch einige intakte Handwerkszünfte, wie die der Schmiede.
Das Schmieden von Eisen ist eine traditionelle Einkunftsquelle in Karabük. In den alten Werkstätten kann man sich Hufeisen, Eisennägel, Gitter schmieden lassen. In der Gegend werden die berühmten Safran-Blumen angebaut. Safran und andere Heilkräuter werden in den Bazaren verkauft. 700 Jahre lang war Safranbolu ein wichtiger Stützpunkt der Ost-West Handelskarawanen. Safranbolu wird besonders gern von japanischen Touristen besucht und ist für seine gute Küche bekannt.
Safranbolu liegt 10 km nordöstlich von Karabük. Der Name stammt von den riesigen Safranfeldern, von denen die Stadt im 19. Jahrhundert umgeben war. Safran wird heute bei Davutobasi, einem 20 km von Safranbolu entfernt gelegenen Dorf, angebaut - ein Anblick, der das Herz aller Fotografen und Maler höher schlagen lässt. Safranbolu ist ein Freilichtmuseum für traditionelle türkische Baukunst. Vom Festungshügel aus genießt man einen herrlichen Rundblick auf die Stadt. Sehenswerte Bauwerke sind die Villen (Konak) Kaymakamlar, Aygiroglu, Asmazlar (heute ein Hotel des Türkischen Touring- und Automobilclubs), Mektepciler, Arasna (Pension), Guburlar und Pascha (Pension); ferner "Cinci Han", eine Karawanserei mit Türkischem Bad, die Arasta Arkasi-Gasse sowie die Moscheen Köprülü Mehmet Pascha (17. Jh,), Izzet Mehmet Pascha mit einer Bibliothek (18. Jahrhundert), Dagdelen (18. Jahrhundert) und die auf einem Bogen über dem Safranbolu-Fluss stehende Kalpak- oder Lütfiye-Moschee aus dem 19. Jahrhundert Eine Delikatesse Safranbolus ist "Lokum" (Türkischer Honig).
Safranbolu ist seit 1994 in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen.

Sehenswürdigkeiten
    * Traditionelle osmanische Häuser mit havuz (Quadratisches Schwimmbecken im Haus)
    * Residenz von Süleiman Pascha
    * Griechisches Ratshaus
    * Alte Karawanserei
    * Schluchten und Höhlen, teilweise unterirdische Flüsse
    * Inceköprü Safranbolu - Aquädukt

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Yazilikaya

Yazilikaya

Yazilikaya Kammer A * selbst fotografiert von Klaus-Peter Simon * Genehmigung: GFDL

Yazılıkaya (türkisch Beschriebener Stein) ist ein hethitisches Heiligtum zwei Kilometer nordöstlich von Hattuša, der Hauptstadt des Hethiterreiches, beim heutigen Ort Boğazkale in der türkischen Provinz Çorum.

Yazılıkaya besteht aus zwei nach oben offenen natürlichen Felskammern, Kammer A und Kammer B genannt, mit bis zu zwölf Meter hohen Wänden. Dort sind Reliefs von hethitischen Göttern und von Großkönig Tudhalija IV. zu sehen. Es wurde bereits im 15. Jahrhundert v. Chr. als Heiligtum genutzt, aber erst im 13. Jahrhundert, vermutlich unter Tudhalija, mit den Reliefs und Vorbauten versehen. Nach Einschätzung des Archäologen Jürgen Seeher vom Deutschen Archäologischen Institut, der die Ausgrabungen in Hattuša bis 2006 leitete, stellt Yazılıkaya ein „Neujahrsfesthaus [dar], das Haus des Wettergottes, in dem sich alljährlich zum Neujahrs- und Frühlingsfest alle Götter vereinigen“.

Yazilikaya Kammer B * Prozession der 12 Unterweltsgötter * selbst fotografiert von Klaus-Peter Simon * Genehmigung: GFDL

Vorbau

Die beiden Kammern wurden ursprünglich durch eine Mauer nach außen abgeschlossen, die aber im Zuge der Ausgestaltung im 13. Jahrhundert durch ein tempelartiges Gebäude ersetzt wurde, das den Eingang zum Heiligtum bildete. Davon sind heute nur noch Grundmauern erhalten. Man betrat über Treppen einen Hof mit mehreren umliegenden Räumen. Ein Altar im Innenhof lässt Seeher darauf schließen, dass hier Reinigungen und erste rituelle Handlungen stattfanden. Wiederum über Treppen gelangte man hinaus in offenes Gelände, das geradeaus in die größere Kammer A übergeht, während rechts ein schmaler Gang in Kammer B führt.

 

Yazilikaya Kammer A Thudalija * selbst fotografiert von Klaus-Peter Simon * Genehmigung: GFDL

Kammer A
Die erheblich größere der beiden Kammern ist zu Anfang etwa 20 m breit und verjüngt sich, bis nach etwa 30 m die Wände aufeinandertreffen. Auf der linken Wand ist eine Prozession von (mit zwei Ausnahmen) männlichen Göttern zu sehen, den Blick nach rechts gewendet, denen auf der rechten Seite weibliche Gottheiten entgegenkommen. Die Prozessionen treffen sich schließlich in einem annähernd rechteckigen Raum, an dessen linker Wand sich die Hauptszene befindet. Zu den männlichen Göttern gehören der Wassergott, der Sonnengott des Himmels, Kriegsgötter, Berggötter, Unterweltsgötter, zwei Stiermenschen und einige nicht identifizierbare. Dazwischen die beiden weiblichen Gestalten Ninatta und Kulitta, die Dienerinnen von Šawuška. Die weiblichen Gottheiten auf der rechten Seite sind durch ihren Erhaltungszustand noch schlechter zu bestimmen, darunter sind die Schicksalsgöttinnen, die Gemahlinnen des Wassergottes und des Mondgottes und einige andere, von denen lediglich der Name bekannt ist. Die Götter tragen Schnabelschuhe, kurzen Rock und Spitzmütze und sind zum Teil bewaffnet, während die Göttinnen ebenfalls mit Schnabelschuhen, aber langen Faltenröcken und hohen Hüten bekleidet sind. Vor den Köpfen der meisten Gestalten sind luwische Hieroglyphen, die den Namen angeben, leider konnten aber noch nicht alle entziffert werden.
Auf der Hauptszene schließlich treffen sich die beiden Hauptgötter. Links steht Teschub, der Wettergott des Himmels auf zwei Berggöttern, ihm gegenüber Hepat, die Sonnengöttin von Arinna, auf einem Leoparden. Links von Teschub steht auf zwei Bergkegeln ein anderer Wettergott, vielleicht von Hattuša, und ein weiterer Gott, den Seeher für Kumarbi, den Vater von Teschub hält. Rechts hinter Hepat ist Šarruma zu sehen, Sohn des obersten Götterpaares (und persönlicher Schutzgott von Tudhalija), ebenfalls auf einem Leoparden stehend.
Auf der Felswand direkt gegenüber dieses Hauptreliefs ist der einzige Mensch unter den Göttern abgebildet, Großkönig Tudhalija IV. Er ist größer dargestellt als alle anderen Figuren. Bekleidet ist er mit einem langen Mantel und Schnabelschuhen, in der Hand hält er eine Art Krummstab. Über seinem ausgestreckten Arm ist seine Namenskartusche eingemeißelt.

Yazilikaya Eingang Kammer B * selbst fotografiert von Klaus-Peter Simon * Genehmigung: GFDL

Kammer B

Den Eingang zur Kammer B bildet ein enger Felsspalt, der rechts und links von zwei Dämonenreliefs flankiert wird. Der eigentliche Innenraum ist 18 m lang und zwischen zwei und vier Meter breit. Man betritt die Kammer am breiteren Ende. Hier ist eine Kalksteinplatte zu erkennen, die zu einer Statuenbasis passt, die 1981 in einem Nachbardorf gefunden wurde. Da sich an der Wand eine weitere Namenskartusche Tudhalijas befindet, ist es möglich, das hier ein Standbild des Großkönigs war. Es wird deshalb auch vermutet, dass die Ausgestaltung dieser Kammer von Großkönig Šuppiluliuma II. als Gedenkstätte für seinen Vater Tudhalija in Auftrag gegeben wurde. Da die Kammer mit Erde verschüttet war und erst im 19. Jahrhundert freigeräumt wurde, sind die hiesigen Reliefs erheblich besser erhalten als in Kammer A.An der linken Wand der sich verjüngenden Kammer entdeckt man zunächst das Bild des Schwert- bzw. Unterweltgottes Nergal. Es zeigt unten die Klinge eines Schwertes, die nach oben in den Oberkörper eines Mannes übergeht. Die Schultern werden von zwei Löwen gebildet, der Schwertgriff bzw. Rumpf nochmals durch zwei senkrecht mit dem Kopf nach unten liegende Löwen. Rechts daneben ist nochmals Tudhalija abgebildet, in ähnlicher Kleidung wie in Kammer A, hier jedoch in Umarmung durch seinen persönlichen Schutzgott Šarruma. Hinter der Spitzmütze des Gottes ist wieder die Namenskartusche des Großkönigs, zusätzlich über dem gestreckten Arm das Zeichen für Held.Auf der gegenüberliegenden Wand befindet sich das wohl bekannteste Relief von Yaz?l?kaya, die Prozession der Unterweltgötter. Die zwölf absolut gleichen Figuren mit kurzem Rock, Schnabelschuhen und Spitzhut marschieren im Gleichschritt nach rechts. Tudhalija ist somit auch in dieser Kammer das einzige dargestellte menschliche Wesen.

 

Yazilikaya Kammer B * Großkönig Tudhalija in Umarmung durch seinen Schutzgott Sarruma * selbst fotografiert von Klaus-Peter Simon * Genehmigung: GFDL

Forschungsgeschichte

Im Gegensatz zur Stadt Hattuša lagen die Reliefs von Yazılıkaya, zumindest die der großen Kammer A, immer offen zu Tage. Als erstes dokumentierte sie der französische Reisende Charles Texier im Jahre 1834. Auch in der Folgezeit wurden sie von vielen Reisenden besucht und beschrieben, konnten aber nicht zugeordnet werden. Erst nachdem der deutsche Archäologe Hugo Winckler 1906 Hattuša als die Hauptstadt des Hethiterreiches erkannt hatte, konnte auch das Heiligtum dem bis dahin nahezu unbekannten Volk zugeschrieben werden.

Gemeinsam mit Hattuša wurde Yazılıkaya 1986 in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen.

 

 

 

 

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