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Sunday, 17. December 2017

San Lorenzo de El Escorial

San Lorenzo de El Escorial ist eine Gemeinde im Nordosten der spanischen Region Comunidad de Madrid. Sie liegt in der Sierra de Guadarrama in einer mittleren Höhe von 1.035 Metern und ist etwa 45 km von Madrid entfernt.In San Lorenzo de El Escorial befinden sich sowohl die Abadía de la Santa Cruz del Valle de los Caídos, die als bedeutendstes architektonisches Symbol der Franco-Diktatur gilt als auch die Kloster- und Schloßanlage Real Sitio de San Lorenzo de El Escorial als größter Renaissancebau der Welt gilt. Letzteres wird in Spanien als "achtes Weltwunder" bezeichnet. Die UNESCO erklärte die Schlossanlage am 2. November 1984 zum Weltkulturerbe.

 

Geschichte

Nachdem Philipp II. von Spanien am 10. August 1557, dem Gedenktag des heiligen Laurentius (span. San Lorenzo) in der Schlacht von Saint-Quentin den französischen König Heinrich II. besiegt hatte, schwor er, zu Ehren des Heiligen ein Kloster zu bauen. Seine Astrologen wählten den kleinen kastilischen Ort El Escorial (dt. die Halde) aus.
Am 23. April 1563 begannen die Bauarbeiten, die bis zum 13. September 1584 dauerten. Granitblöcke aus der Sierra de Guadarrama wurden für den Bau verwandt. Entworfen wurde El Escorial von Juan Bautista de Toledo, einem Schüler Michelangelos. Nach dessen Tod 1567 übernahm Juan de Herrera die Nachfolge und wurde so zum eigentlichen Schöpfer der Klosterresidenz, von der aus Philipp II. als Gicht geplagter Schreibtischmonarch über weite Teile Europas regierte.

Schlossanlage

Das Bauwerk sieht trotz seiner beeindruckenden Länge von 207 m und einer Breite von 161 m nicht wie ein typischer Palast aus. Die Fassaden sind im nüchternen Stil der spanischen Renaissance gestaltet und verweisen auf den mehrfachen Zweck des Gebäudes, das eben nicht nur Residenz, sondern auch ein Ort des Glaubens sein sollte. Der Bau gilt als erstes Beispiel für den Desornamentado-Stil. Auf einer Grundfläche von 33.000 m², welche nur durch den Vatikanpalast übertroffen wird, gibt es 2000 Gemächer, 3000 Türen und 2673 Fenster. Zudem können 16 Höfe, 12 Kreuzgänge, 88 Brunnen und 86 Treppenaufgänge gezählt werden. Der Grundriss hat die Form eines Gitterrostes, da der heilige Laurentius (Namensgeber des Palastes) der Legende nach auf einem Feuerrost sein Martyrium erleiden musste. Zum Gebäudekomplex gehören eine Kirche, ein Kloster, der Königspalast, eine Schule und eine Bibliothek mit mehr als 40.000 Büchern. Die wertvolle Gemäldesammlung beherbergt Gemälde von Tizian über El Greco bis hin zum Lieblingsmaler Philipps II., Hieronymus Bosch. In der barocken Gruft, die 1654 von Juan Gómez de Mora erweitert wurde, sind alle spanischen Könige von Karl I. bis Alfons XIII. bestattet.
Philipps Nachfolger nutzten den Palast von El Escorial nur ungern, das Hofprotokoll wies Ihnen jedoch für eine festgelegte Zeit des Jahres die Anlage als Residenz zu. Karl IV., dem die Strenge des Palastes nicht gefiel, baute Ende des 18. Jahrhunderts in der Nähe ein Lustschloss im maurischen Stil (Casita del Príncipe).
Seit 1861 ist El Escorial keine königliche Residenz mehr.


Die Bibliothek
Die Bibliothek ist prachtvoll ausgestattet und beherbergt in einem der größten und mit prächtigen Deckenfresken verzierten Säle des Palastes über 40.000 Bücher. Für die Eröffnung der Bibliothek wurde eigens die Erlaubnis des Vatikans benötigt, da sie mit den über 5000 Manuskripten zu der zweitgrössten Bibliothek ihrer Zeit wurde.


Der Königspalast
Hier sind Porzellan, Möbel und Wandteppiche zu besichtigen. Die berühmtesten Kämpfe der Spanier gegen die Araber und aus der Regierungszeit Philipps II. (Saint-Quentin) sind im 55 m langen Schlachtensaal dargestellt.


Das Architekturmuseum
In diesem Trakt sind die 21-jährigen Bauarbeiten geschildert.


Die Pinakothek
Die Pinakothek im Sommerpalast Philipps II. beherbergt zahlreiche Gemälde, u.a. von Hieronymus Bosch, Albrecht Dürer, Tizian und El Greco.


Die Kirche
Die Fassade der monumentalen Kirche erhebt sich im Königshof, dem Haupteingang gegenüber. Über der Dreiportalanlage wachen die Standbilder von sechs biblischen Königen. Rechts und links des Eingangs stehen die beiden 72 m hohen Glockentürme. Auch die 90 m hohe Kuppel der Kirche ist nicht zu übersehen. Das Innere birgt 40 Altäre, darunter den bemerkenswerten Hochaltar aus rotem Marmor und Jaspis. An den beiden Seiten befinden sich die Grabmäler Philipps II. und Kaiser Karls V., und ihrer Familien. Die Sakristei verwahrt über vierzig wertvolle Gemälde, unter anderem Werke von Tizian und El Greco.
Die als Pantheon bezeichnete Krypta unter der Kirche, ein beeindruckender Kuppelbau aus schwarzem Marmor, ist die Grablege der meisten spanischen Herrscher, beginnend bei Karl V.

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