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Sunday, 17. December 2017

La Rioja

Rioja ist ein Weinbaugebiet in Spanien (Denominación de Origen Calificada). Es befindet sich in den Autonomieregionen La Rioja, Baskenland und Navarra. Das Weinbaugebiet besteht aus den Teilgebieten Rioja Alta (im oberen Gebiet des Ebrobeckens), Rioja Baja (im unteren Gebiet des Ebrobeckens) und Rioja Alavesa (zur baskischen Provinz Álava gehörend, baskisch Arabako Errioxa). Es ist Mitglied im Netzwerk Great Wine Capitals.

Anbaugebiet
Das Weinbaugebiet Rioja gehört zu den bedeutendsten in Europa. Mit einer Anbaufläche von 59.212 ha (Quelle: Consejo Regulador - Stand 2005) liegt es am Fluss Ebro in Nordspanien. Als Böden überwiegen weißer Kalk sowie rotgrauer Lehm. Über 20.000 Winzer produzieren dort zu 85 % Rotwein, aber auch Rosé-, Rotling- und Weißweine. Es finden sich vor allem die roten Rebsorten Tempranillo (61 % der Anbaufläche), Garnacha (18 %), Mazuelo (3,5 %) und Graciano (0,7 %) und die weißen Rebsorten Viura (15 %), Malvasia (0,25 %) und Garnacha Blanca (0,09 % der Anbaufläche). Die klassischen Riojas sind entweder reinsortige Tempranillo-Weine oder Verschnitte mit einem Tempranillo-Anteil von weit über 50 % und kleineren Anteilen von Garnacha, Mazuelo und Graciano. Einige wenige Erzeuger vinifizieren auch sortenreine Weine aus Garnacha, Mazuelo (bei der es sich um die Sorte Carignan handelt) und Graciano, wobei insbesondere die Letzteren als besondere Spezialität gelten.
Eine Kuriosität ist, dass einige wenige Bodegas der Rioja spanischen Sekt unter der DO Cava produzieren.

Regulierungsbehörde
Die Regulierungsbehörde der DOC Rioja ist der Consejo Regulador de la Denominación Calificada Rioja mit Sitz in Logroño. Seine Aufgabe ist die Festlegung und Überwachung der Anforderungen an Rioja-Weine, wie z. B. zulässige Rebsorten, Zucker- und Alkoholgehalt, Einsatz von Zusatzstoffen. Des Weiteren überwacht er die zulässigen Anbauflächen und Produktionsmengen.

Wein-Eigenschaften
Abgesehen von der vorwiegenden Verwendung der Rebsorte Tempranillo orientieren sich die Winzer der Rioja am Vorbild des Anbaugebietes Bordeaux. Die Erzeuger lassen einen hohen Anteil des produzierten Rotweins in Barriques reifen.
Ein guter Rotwein aus der Rioja ist trocken, von dunkelroter Farbe, weist den charakteristischen Tempranillo-Geschmack auf und ist leicht trinkbar.

Bekannte Weine
Neben vielen sehr guten modernen Riojas gelten insbesondere die Weine der Bodegas CVNE (Companía Vinícola del Norte de España), Bodegas Riojanas, Faustino, Herederos del Marqués del Riscal, La Rioja Alta, López Heredia-Viña Tondonia, Marqués de Murrieta, Marqués de Cáceres und Muga als die Klassiker der DOC Rioja.

Einzellagen
Einzellagen sind eher selten, haben aber im Laufe der 90er Jahre zunehmend an Bedeutung gewonnen. Bekannte Lagenweine sind beispielsweise Finca Valpiedra aus dem Hause Martínez Bujanda oder die „Paisajes“-Reihe, die von Miguel Angel de Gregorio, einem der großen Weinmacher des Rioja, aus kleinen Parzellen mit besonderem Charakter vinifiziert werden.

Vinos de Autor
In Jahrgängen mit besonders guter Weinqualität verwenden viele Rioja-Winzer einen Teil der besseren Trauben, um einen limitierten Wein neben ihrer herkömmlichen Produktion anzusetzen. Ein solcher Wein wird als vino de autor (span. für „Autorenwein“) bezeichnet. Es sind vor allem kleinere, erst in den letzten Jahren gegründete Betriebe, die sich in der Hauptsache in der Rioja Alavesa befinden und diesem internationalen Trend der sogenannten Garagenweine folgen. Aus alten Terrassenlagen werden auf wenigen Hektar sehr individuelle Weine hergestellt und zum Teil zu sehr hohen Preisen vermarktet. Das erst 1989 gegründete Weingut Bodega Roda erzeugt seit 1997 den Wein Cirsion, der Preise von über 200 Euro je Flasche erreicht.

Weinreife
Nach der Weingärung in Edelstahl-, Holz- oder Betontanks wird der höherwertige Rotwein, der nicht als Jungwein (span. vino joven oder vino de año) direkt auf den Markt gebracht wird, in Fässern aus amerikanischer oder französischer Eiche (sogenannte barricas oder Barriques) und später in Flaschen in der Bodega gereift. Die Reife wird je nach Weinqualität vorgenommen. Abhängig von der Lagerdauer heißen diese Weine auf Spanisch Crianza, Reserva oder Gran Reserva. Die Farbe und der Text des Etiketts des Consejo Regulador auf der Flaschenrückseite geben den Reifegrad vieler Rioja-Weine an.

Die in der Rioja verwendeten Eichenfässer haben ein Volumen von 225 l und können ca. 5 Jahre eingesetzt werden, bevor sie endgültig ihre geschmacksprägenden Eigenschaften verlieren.

Crianza
Das Prädikat Crianza (von span. criar, deutsch „reifen, großziehen“ bzw. „Ausbau“) ist Weinen vorbehalten, die zwei Jahre und davon mindestens ein Jahr im Eichenfass gereift sind.

Reserva
Eine Reserva (span. für „Reserve“) ist ein Wein, der insgesamt mindestens drei Jahre reift, davon mindestens ein Jahr im Eichenfass.

Gran Reserva
Ein Wein kann als Gran Reserva (span. für „Große Reserve, wichtige Reserve“) bezeichnet werden, wenn er mindestens zwei Jahre im Eichenfass und anschließend drei Jahre in der Flasche reift. In den Handel kommen Gran Reservas jedoch meist weitaus älter.

Einige Bodegas bieten Weine an, die nur wenige Monate im Eichenfass reifen, um so eine bessere Qualität zu einem relativ niedrigem Preis zu erreichen. Diese sind gemäß Consejo Regulador noch immer Jungweine, werden aber auch Semicrianzas oder „roble“ (span. für Eiche) genannt. Daneben gibt es heute eine ganze Reihe großer und sehr großer Riojas, deren Macher sich teilweise demonstrativ über die althergebrachte Klassifikationssystematik hinweg setzen. Sei es, dass sie sich nicht vorschreiben lassen wollen, wie lange ihr Wein reifen muss, oder sei es aus offenem Protest gegen das die Erzeuger schlechter Qualität begünstigende klassische System.

Bodegas
Die Bodega ist als Weinkellerei in erster Linie die Weinproduktionsstätte, wo die Vergärung und Flaschenabfüllung stattfindet. Zusätzlich ist sie der Ort, an dem der Winzer die Weinreife durchführt. Ungefähr 250 Bodegas in der Rioja führen eine Weinreife durch und verwenden dafür über 900.000 Eichenfässer. Die unterirdischen Lager ermöglichen eine Reife bei konstanter Temperatur und Luftfeuchtigkeit.
Außerdem kristallisiert sich immer mehr die touristische Komponente der Weinkellereien heraus, die neben qualifizierten Besichtigungen Rioja-typische Mahlzeiten mit Weinverköstigung für Gruppen anbieten, was insbesondere von den benachbarten spanischen Provinzen genutzt wird. Neben kulinarischen Anreizen sind die Weinkellereien der Rioja sehr um ihre Präsentation bemüht. Die meisten Bodega-Gebäude folgen dem klassischen Rioja-Stil und verfügen über beeindruckende Gartenanlagen. Neuere Bodega-Gebäude einiger bekannter Firmen wurden von prestigevollen Architekten wie Frank Gehry (Marqués de Riscal) in Elciego) oder Santiago Calatrava (Ysios in Laguardia). Viele Bodegas besitzen in unmittelbarer Nähe der Produktionsstätten eigene Hotels.

Wichtige Orte im Weinanbaugebiet Rioja in La Rioja sind:
    * Briones
    * Cenicero
    * Cordovín 
    * Fuenmayor 
    * Haro 
    * Logroño 
    * Ollauri 
    * San Asensio 
    * San Vicente de la Sonsierra 

La Rioja

San Millán de la Cogolla

Kloster San Millán de la Cogolla

Das Kloster San Millán de la Cogolla (Spanisch: Monasterio de San Millán de la Cogolla) ist ein Ensemble bestehend aus den Klöstern San Millán de Yuso und San Millán de Suso. Es befindet sich am linken Ufer des Cárdenas im Ort San Millán de la Cogolla, La Rioja, Spanien. San Millán de Suso (suso, von lateinisch: sursum = oben) liegt dabei oberhalb des im Tal errichteten San Millán de Yuso (yuso, von lateinisch: deorsum = unten). Beide Klöster wurden 1997 von der UNESCO ihrer Bedeutung wegen zum Weltkulturerbe erklärt. Die dort lebende klösterliche Gemeinschaft gehört zum Orden der Augustiner.

Geschichte
Ausgangspunkt der Entwicklung war eine Einsiedlergemeinschaft, die der namensgebende Heilige Aemilianus von Cogolla (Spanisch: San Millán) nach seinem Rückzug in die Sierra de la Demanda um sich und seine Einsiedelei versammelt hatte. Nach seinem Tod wurde das Grab Anbetungsort, über dem im 6. Jahrhundert die ersten Gebäude des oberen Klosters errichtet wurden. Die Umstellung vom ursprünglichen Anachoretentum auf klösterliches Leben nach benediktinischer Regel erforderte verschiedene Erweiterungen, zum Beispiel wurde ein Versammlungsraum für die Gemeinschaft gebraucht. Diese wurde bis ins 12. Jahrhundert hinein ausgeführt und tragen ihrer Zeit entsprechend westgotische, mozarabische oder romanische Züge. Wichtiger Schritt war dabei die Stiftung von Kirche und einem ersten Kloster durch König Sancho Garcés II. von Navarra.
1001 wurde dieses Kloster während eines maurischen Feldzuges unter Al-Mansur zerstört.
Daraufhin wurde 1053 auf Befehl des navarrischen Königs García Sánchez III. das untere Kloster erbaut und die ursprünglich in San Millán de Suso ruhenden Gebeine des Heiligen Aemilianus dorthin überführt.
Die Vorgänge um Überführung und Klosterneubau stellt die Legende folgendermaßen dar:
König García Sánchez III war dem Heiligen Millán sehr ergeben. Da er gerade das Kloster Santa María la Real de Nájera in seiner Hauptstadt Nájera gegründet hatte, wollte er dessen in San Millán de Suso ruhenden Gebeine in seine Hauptstadt Nájera überführen. Die Überreste des Heiligen wurden auf einen Ochsenkarren geladen und mitgenommen. Als sie sich dem Fluss näherten, hielten die Ochsen an und weigerten sich unter allen Umständen weiterzugehen. Der König fasste dies als Zeichen auf und ließ ein neues Kloster errichten.
Die längste Zeit seiner Geschichte war das Kloster eine Benediktinerabtei. Seiten 1878 leben hier Augustiner, die nicht nur das klösterliche Leben aufrechterhalten, sondern sich auch um die bauliche Erhaltung der Gebäude verdient gemacht haben.

Gebäude und Kunstschätze
San Millán de Suso
Vom oberen Kloster existiert die Kirche mit westgotischen, mozarabischen und romanischen Stilelementen. Die annähernd gleich großen Schiffe mit Vorhalle wurden an den Felsen über der Höhle angebaut, in denen Aemillianus und seine Schüler lebten. Davon entstand 574 zunächst das südliche Schiff, 984 das nördliche. Der hufeisenförmige Triumphbogen, die Zwillingssäule und die sechsteilige Chorkuppel sind westgotische Stilelemente, das Kreuzrippengewölbe und ein ursprünglich westgotisches, im 10. Jahrhundert überarbeitetes Kapitell spiegeln mozarabische Einflüsse wider. Der Wiederaufbau nach der Zerstörung zu Beginn des 11. Jahrhunderts wurde romanisch ausgeführt.
Am einstigen Begräbnisort San Milláns befindet sich noch der Sarkophag aus dem 11. Jahrhundert mit Reliefs und einer liegenden Darstellung des Heiligen. In der Vorhalle stehen die Sarkophage mit den sterblichen Überresten navarrischer Königinnen und der Infanten von Lara samt denen ihres Erziehers Nuño Salido.

San Millán de Yuso
Das Gebäude wurde im Stil der damals üblichen Romanik errichtet. Es gab Renovierungen nach dem 16. Jahrhundert, im Desornamentado-Stil, dem 17. und dem 18. Jahrhundert. Man betritt sein Inneres durch ein Barockportal mit korinthischen Säulen und einem Relief des reitenden San Millán aus dem 17. Jahrhundert. Vom Vestibül aus gelangt man in den Salón de los Reyes (Salon der Könige), wo sich wertvolle von Bruder Juan Rizzi geschaffene Gemälde von Grafen und Königen befinden. Unter ihnen García Sanchez III. und dessen Vater Sancho III. von Navarra. Letzterer weist eine Besonderheit auf; sein Kopf ist der des spanischen Schriftstellers Lope de Vega. Die Kirche hat drei Schiffe, Krypta und Kuppel. Das Altarretabel stammt aus dem 17. Jahrhundert, sein zentrales Bild zeigt San Millán in der Schlacht von Hacinas. In der Sakristei werden die Reliquien der Heiligen Millán und seines Meisters Felix in zwei Silberschatullen mit Elfenbeinbeschlägen aufbewahrt. Die Schatulle San Milláns war ein Auftrag des Königs Sancho Garcés IV. im Jahre 1067. Das Kloster verfügt auch über eine wichtige Bibliothek, die im Jahr 1665 erbaut wurde. Sie bewahrt einige wertvolle Kodizes und Inkunabeln auf.

Weltliche Relevanz

Das Kloster San Millán de la Cogolla ist nicht nur in künstlerischer und monastischer, sondern auch in linguistischer und literarischer Hinsicht wichtig. Hier schrieb ein Mönch die Glosas Emilianenses, den ersten Text auf westaragonesisch (oder auch Navarro-Aragonesisch), eine iberoromanische Sprache, die aus dem Vulgärlatein entstand und dem Spanischen verwandt ist. Sie enthalten auch die ersten Notizen auf Baskisch. Aus diesem Grund gilt das Kloster auch als Wiege der Spanischen und Baskischen Romanzen. Außerdem lebte und arbeitete hier im 12. und 13. Jahrhundert der Mönch Gonzalo de Berceo, der erste uns bekannte Poet der neuen Volkssprache Kastilisch. Die Klosterbibliothek umfasst circa 10.000 Bände.

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