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Sunday, 17. December 2017

Hierapolis und Pamukkale

Hierapolis 'Hauptstraße' mit Nordtor * selbst fotografiert von Hans Weingartz 20.3.2008 * Lizenz cc-by-sa

Hierapolis (Heilige Stadt) war eine antike griechische Stadt in der Landschaft Phrygien in Kleinasien (heute Türkei, am Berg oberhalb von Pamukkale), gelegen am Rand des Lykos-Tals an der Straße im Hermos-Tal von Sardeis nach Apameia in Phrygien. Der Ort war schon im Altertum berühmt für die warmen Quellen, deren Wasser beim Verdunsten weiße Kalksinterterrassen entstehen lässt. Das Wasser diente zur Färbung von Wolle: Weberei und Textilhandel bildeten die Grundlagen des Reichtums der Stadt.

 

Geschichte

Hierapolis * Blick vom Freilichttheater * selbst fotografiert von Johann H. Addicks * Genehmigung: GFDL

Auch wenn die Stadt, wie ein mutmaßlich alter Kybelekult zeigt, wohl schon früher bestand, stammen die ältesten Zeugnisse aus dem 3. Jahrhundert v. Chr., als sie durch Antiochos II. neu gegründet wurde, ebenso wie ihre Nachbarstadt Laodikeia am Lykos. Ältere Siedlungsspuren sind durch Travertinschichten überdeckt. Durch Erdbeben wurde die Stadt 17 n. Chr. zerstört, danach aber in erweiterter Gestalt wiederaufgebaut. Im ersten und zweiten Jahrhundert entstanden Thermalbäder, Brunnen, Theater und Tempel. Aus dieser Zeit stammen auch die zahlreichen Sarkophage und Gräber in der Umgebung (Nekropole). Alle Bauten überstanden die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Türken und Byzantinern, bis sie 1334 durch ein Erdbeben vollkommen zerstört wurden. Der Kirchenvater Papias von Hierapolis war hier im zweiten Jahrhundert Bischof.

 

 

Sehenswürdigkeiten

  • Theater aus der Zeit Hadrians
  • die Agora
  • das Nymphaeum
  • Stadttore
  • gepflasterte Hauptstraße
  • Tempelbauten
  • römischen Bäder (die zum Teil in frühchristlicher Zeit zu religiösen Gebäuden umgebaut wurden)
  • die Nekropole

Die Agora

Agora in Hierapolis * selbst fotografiert von Hans Weingartz 20.3.2008 * Lizenz cc-by-sa

Die Agora war im antiken Griechenland ein großer Versammlungsplatz im Zentrum einer Stadt. Sie war eine bedeutende gesellschaftliche Institution und als solche auch ein kennzeichnendes Merkmal der griechischen polis. Sie diente als politische und juristische Versammlungsstätte. Sie erfüllte die Funktionen eines Marktplatzes und war zugleich auch ein wichtiges kultisches Zentrum der Polisgemeinschaft. Altäre und kleine Tempel gehörten daher zum Bild einer jeden Agora. Als Verwaltungszentrum standen hier oftmals auch Amtsgebäude politischer Institutionen und städtischer Magistrate. Das Rathaus (Buleuterion) und das Prytaneion waren oft an diesem Platz errichtet. Die Erscheinung einer Agora wird zumeist durch Säulenhallen (stoai) geprägt, die für verschiedene Funktionen genutzt werden konnten. Vor allem der Rolle der Agora als tagtäglicher Treffpunkt der Einwohner einer griechischen Stadt kamen diese Hallen entgegen, da sie Besuchern Schutz vor Sonne, Regen und Wind boten. In den kleinasiatischen Städten der Griechen gab es oft mehrere Agoren mit unterschiedlicher Bedeutung. In vielen Städten erfolgte der urbane Ausbau aber erst in hellenistisch-römischer Zeit; vorher war die Agora mitunter nur ein offener Platz.
Funktion und Gestalt der Agora decken sich zum Teil mit denen des römischen Forum.
Das bekannteste Beispiel ist die Agora von Athen. Weitere Beispiele sind die Agora von Priene und die Agora von Milet.

Nymphäum

Hierapolis: Nymphäum * selbst fotografiert von Hans Weingartz 20.3.2008 * Lizenz cc-by-sa

Ein Nymphäum (griechisch Nymphaion) ist ein Nymphenheiligtum, gewöhnlich über einem Brunnen oder einer Quelle errichtet. Meist sind Nymphäen halbkreisförmige Gebäude in Säulenarchitektur, bisweilen mehrgeschossig. Im Hellenismus und der römischen Antike wurde der Begriff auf Quell- und Brunnenhäuser so wie auf repräsentative städtische Bauwerke mit Wasserbecken und mehrgeschossigen Säulenfassaden übertragen, die an der Mündung einer künstlichen Wasserleitung standen.
Es gibt auch Nymphäen in Form natürlicher oder künstlich angelegter Grotten. Nymphäen in Form von Zentralbauten dienten als Basis frühchristlicher Baptisterien.

 

Die Nekropole

Hierapolis * Ruinen der „Roten Basilika“ an der Nekropole * selbst fotografiert von Johann H. Addicks * Genehmigung: GFDL

Mehr als 1200 Gräber liegen vor dem Nordtor von Hierapolis und gehören zu dem größten antiken Friedhof in Kleinasien. Hausförmige Sarkophage sind dort zu finden, tempelförmige Totenhäuser und Tumulusgräber, in deren Innerem sich oft eine Grabkammer mit Bänken befindet. Zahlreiche Inschriften geben Auskunft über die Toten. 2000 Jahre und Erdbeben haben an den Gräbern ihre Spuren hinterlassen.

 

 

Pamukkale

Terrassen von Pamukkale * selbst fotografiert von Pvasiliadis * Lizenz cc-by-sa

Pamukkale (türkisch für Baumwollfestung) ist ein Dorf nahe der Stadt Denizli im Südwesten der Türkei. Seinen Namen erhielt der Ort durch die beeindruckenden Kalksinterterrassen, die über Jahrtausende durch kalkhaltige Thermalquellen entstanden sind und heute eine Touristenattraktion darstellen. Die Terrassen stehen auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO.
Das Wasser ist mit Calciumhydrogencarbonat gesättigt. Beim Entweichen des Kohlendioxids aus dem Wasser wird die Löslichkeitsgrenze überschritten und es fällt Calciumcarbonat in Form von Travertin aus. Pro Sekunde werden 250 l Thermalwasser (ca. 30 °C) ausgeschüttet, d. h. täglich 21600 m³. In einem Liter sind 2,2 g Kalk gelöst, der ausgeschieden wird, die tägliche Menge beträgt damit 48 Tonnen.

Eine der Sinterterrassen von Pamukkale * selbst fotografiert von Patrick-Emil Zörner * Lizenz cc-by-sa

In den vergangenen 50 Jahren waren die Terrassen durch die oberhalb erbauten Hotels, die das Thermalwasser nutzten, zunehmend verfallen und hatten teilweise ihre typische weiße Farbe verloren. Daher wurden bis zum Jahre 1998 alle Hotels abgerissen. Mit Hilfe eines ausgeklügelten Bewässerungssystems wird versucht, die Terrassen von Pamukkale wieder in den ursprünglichen Zustand zu versetzen.
Ähnliche Sinterterrassen befinden sich an den Mammoth Hot Springs im Yellowstone-Nationalpark.
Im Berliner Görlitzer Park befindet sich seit 1998 ein den Pamukkale-Terrassen nachempfundener Brunnen.

Dieser Artikel basiert auf den Artikeln Hierapolis, Agora, Nymphaeum und Pamukkalehttp://de.wikipedia.org/wiki/Bodrum der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.