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Wednesday, 13. December 2017

Mudéjares

Mudéjares ist die Bezeichnung für Muslime, die im Verlauf der Reconquista unter die Herrschaft der christlichen Königreiche in Spanien geraten waren. Sie konnten ihre Religion weiter ausüben, passten sich aber bald an ihre christliche Umgebung an. Sie waren zwar rechtlich zweitklassige, aber wohlwollend behandelte Untertanen.
Mit der Eroberung von Toledo 1085 kamen erstmals viele Muslime unter christliche Herrschaft von Kastilien. Mit der Unterwerfung von Saragossa (1118), Córdoba (1236), Valencia (1238) und Sevilla (1248) stieg die Anzahl der Mudéjares. Trotz der Zusicherung der Beibehaltung der Religion kam es mit jeder Eroberung zu einer Auswanderungswelle von Muslimen, vor allem solcher, die der politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Oberschicht angehörten.
Nach der Eroberung von Granada durch Spanien (1492) kam es zu einer erheblichen Verschlechterung der Lage der Muslime. Das Wort Mudéjar stammt aus dem Arabischen und bedeutet "Person, der es erlaubt wurde, zu bleiben". Nach dem Fall von Granada 1492 ersetzte Morisken den Begriff für Mudejares.

Mudéjar-Stil
Die Mudéjares waren vor allem in der Landwirtschaft und im Kunsthandwerk tätig. Sie übten besonders auf die Baukunst einen erheblichen Einfluss aus, wo sich der Mudéjar-Stil herausbildete, der im 14. Jahrhundert seine Blüte erreichte. Dabei wurden Bauformen und Dekor aus der islamischen Architektur wie Hufeisenbogen, Stalaktitgewölbe und Stuckornamente mit dem Baustil der Gotik bzw. später der Renaissance verbunden. Als bedeutendes Beispiel dieses Architekturstils gilt die Synagoge von Toledo, die zwischen 1200 und 1365 errichtet wurde.
Teruel wurde wegen seines einzigartigen Ensembles der Mudéjar-Architektur im Jahre 1986 zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt.

 

Teruel

Teruel, Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, in der autonomen Region Aragonien im Nordosten von Spanien gelegen, hat 34.240 Einwohner (2006).
Teruel liegt am Zusammenfluss des Río Guadalaviar und des Río Alfambra. Danach heißt der Fluss Turia. Die Stadt liegt in 915 m Höhe über NN und besitzt ein charakteristisches Klima mit heißen, trockenen Sommern und kalten Wintern.
Teruel ist seit den Zeiten der Iberer besiedelt und wurde später von den Römern besetzt. Nach 711 besetzten es die Mauren unter Tarik. Unter König Alfonso II. wurde es christianisiert. Seine Bewohner nahmen an der Reconquista Valencias teil. Für ihre Teilnahme an den Kriegen erhielt Teruel 1347 die Stadtrechte. Während des Spanischen Bürgerkrieges, der in Teruel heftig tobte (Schlacht von Teruel), traten u. a. hier aus Barcelona eintreffende Internationale Brigaden an die Front. Die Stadt wechselte mehrfach ihren Besitzer, wodurch sie praktisch vollständig zerstört wurde, bis General José Varela sie vom Río Alfambra aus eroberte. In der Schlacht von Teruel wurde das deutsche Junkers Ju 87-Sturzkampfflugzeug erstmals eingesetzt.
Neben den Mudéjar-Bauwerken, zu denen die Kathedrale Santa Maria und die Türme El Salvador, San Martín und San Pedro zählen, gehört auch das Mausoleum Los amantes de Teruel, das paläontologische Zentrum Dinópolis mit einer vielfältigen Fauna zu den touristischen Attraktionen.
Am 7. Juli wird jährlich Teruels Patronatsfest mit charakteristischer Musik (Charanges), nächtlichen Tänzen und Stieren, die durch das Stadtzentrum getrieben werden, gefeiert. Teruel ist für seinen luftgetrockneten Schinken, seinen jamón serrano, berühmt.
In der Nähe von Teruel befindet sich ein Großkraftwerk, dessen Kamin zu den höchsten Bauwerken in Europa gehört.
Weltkulturerbe
Wegen seines einzigartigen Ensembles der Mudéjar-Architektur wurde Teruel im Jahre 1986 zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt, auch als Symbol einer multikulturellen Vergangenheit.

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