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Wednesday, 13. December 2017

Mittelmeerregion

Die türkische Mittelmeerregion (türkisch Akdeniz Bölgesi - wörtlich übersetzt "Weißes Meer Gebiet") wird im Norden vom Taurus- und im Osten vom Amanosgebirge begrenzt. In dieser Region werden überwiegend Zitrusfrüchte, Bananen, Tomaten, Erdnüsse und Baumwolle angebaut. Ausländische wie auch einheimische Touristen kommen wegen der vielen schönen Stränden, der antiken Städte und des schönen Wetters.

Antalya

Antalya ist eine türkische Stadt am Mittelmeer. Sie ist Hauptort der fruchtbaren Küstenebene im Süden Kleinasiens, die seit antiker Zeit als Pamphylien bezeichnet wird. Heute wird die Gegend wegen der langen Sandstrände auch gerne Türkische Riviera genannt. Antalyas Altstadt liegt dabei größtenteils oberhalb einer Steilküste. Der bedeutende Seehafen im Süden der Stadt grenzt an den langen Konyaalti-Strand.

Geschichte

Antalya wurde wohl 158 v. Chr. von König Attalos II. von Pergamon gegründet. Nach ihm erhielt sie den Namen Attaleia. Als bedeutendster Hafen der weiteren Umgebung war sie im 1. Jahrhundert nach Christus, vermutlich um das Jahr 48 n.Chr. Reisestation des biblischen Apostels Paulus (Apostelgeschichte 14,25f) Im Mittelalter war sie meist als Satalia bekannt.
Die Stadt wurde nacheinander von Römern, Byzantinern und Seldschuken beherrscht.

Mittelalter
In byzantinischer Zeit war Antalya ein wichtiges Zentrum des Christentums. Nach dem Zusammenbruch der byzantinischen Macht nach dem 4. Kreuzzug wurden die Templer von den Lateinern mit der Stadt belehnt, was sowohl der päpstliche Legat als auch Papst Innozenz III. bestätigten. De facto war die Stadt aber im Besitz eines gewissen Aldobrandino. Er war griechisch-italienischer Abstammung und wird in den Quellen meist als Freibeuter bezeichnet, da es ihm nicht gelang, eine eigene Dynastie zu begründen. Als Süleiman II., der Sultan von Rum die Stadt belagerte, wandte sich Aldobrandino um Unterstützung nach Zypern. Walter von Montbéliard, Sohn von Amé von Montfaucon, der 1199 mit dem 4. Kreuzzug in den Osten gekommen war, und Regent für den minderjährigen König Hugo I. kam ihm mit einer größeren Streitmacht zu Hilfe und konnte die Belagerung aufheben. Das Geld dafür hatte er, wie sich später herausstellte, ohne weitere Nachfrage dem Thron-Schatz seines Mündels entnommen. Walter scheint sich allerdings sehr schnell bei der griechischen Bevölkerung der Stadt unbeliebt gemacht zu haben, die sich gegen ihn erhob und die Seldschuken zur Hilfe rief. Vermutlich hatte Walter versucht, sich an Stelle Aldobrandinos selber zum Herrscher aufzuwerfen, wie er es auch später in Rhodos versuchen sollte, und dabei, als Neuankömmling aus Frankreich, wenig Feingefühl an den Tag legte. Der Sultan von Rum Kai Chosrau I. zog 1207 in Antalya ein. Nach seiner Thronbesteigung 1210 handelte Hugo I. dann ein Handelsabkommen mit Kai Chosrau I. aus, das die Sicherheit seldschukischer und zypriotischer Händler an der Südküste Anatoliens sicherstellte
Die Stadt kam im 14. Jahrhundert unter osmanische Herrschaft.

Gegenwart
Antalya ist Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, von deren Einwohnern ca. die Hälfte in Antalya wohnen. Das Wahrzeichen Antalyas ist das im Stadtzentrum befindliche Minarett der Yivli-Minare-Moschee, das im 13. Jahrhundert unter dem seldschukischen Sultan Kai Kobad I. erbaut wurde. Die historische Bausubstanz ist jedoch der geringste Teil der Stadt, die bis in die fünfziger Jahre noch eine mittelgroße Provinzstadt mit weniger als 10% der heutigen Bevölkerung war.
Heute ist Antalya der Mittelpunkt eines schnell wachsenden Tourismuszentrums, aber auch neue Industrie- und Gewerbebetriebe, oft als Ableger europäischer Firmen, haben sich in der infrastrukturell gut ausgebauten Regionalstadt angesiedelt. Im Kranz der vielen neuen Vorstädte wird der Wohnungsbau nach modernen Standards vorangetrieben, nahezu jede dieser Siedlungen hat eine Moschee und ein Einkaufszentrum, sowie eine gute Verkehrsanbindung zum Zentrum.
Der Flughafen Antalya ist Ziel zahlreicher Urlaubsflüge. In unmittelbarer Nähe finden sich die Touristenzentren Belek, Manavgat und Side im Osten und Kemer im Süden.

Sehenswürdigkeiten
Laut Touristenbeschreibung (vor Ort) ist das Hadrianstor an der Atatürk Caddesi das einzige erhaltene Eingangstor zur antiken Stadt von Antalya und zum Hafen. Links und rechts vom Tor verlief die Stadtmauer. Das Tor wurde zu Ehren des Besuchs von Hadrian im Jahre 130 errichtet. Auf 4 Sockeln erbaut, mit 3 Torbögen und mit Ornamenten geschmückten Pfeilern, kann man auf beiden Seiten keine Front ausmachen. Insgesamt hat das Objekt weniger den Charakter eines Stadttores als vielmehr den eines römischen Triumphbogens. Die beiden Türme links und rechts des Baus sind verschieden, der linke ist aus römischer Zeit, der rechte wurde unter Sultan Alaaddin Keykubat I. (1219- 1238) erbaut. Das Tor wurde 1959 restauriert.

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Xanthos

Xanthos

Die antike Stadt Xanthos und der zugehörige Tempelbezirk Letoon stehen als Hauptstadt und Bundesheiligtum des Lykischen Bundes im Mittelpunkt der Geschichte Lykiens (Kleinasien). Neben bedeutenden Resten von Tempeln und städtischen Bauten steht Xanthos für eine Reihe einzigartiger lykischer Denkmäler, deren Grabbauten, Pfeilergräber und Sarkophage reich mit Reliefs und Skulpturen geschmückt sind. Xanthos und Letoon liegen rund 35 km südöstlich (in 165°) von Fethiye und gehören seit 1988 zum Weltkulturerbe (Welterbe der UNESCO).

Geschichte

Die Geschichte von Xanthos umspannt nahezu 1800 Jahre und ist geprägt von dem Kampf um Selbstständigkeit und Unabhängigkeit. An der Spitze des Lykischen Bundes und in der römischen Kaiserzeit erlangte die Stadt besondere Bedeutung. Sie wurde 1838 von dem englischen Archäologen Charles Fellows wieder entdeckt – seitdem befinden sich viele Funde im Britischen Museum in London.
Es gibt mittlerweile gewisse Hinweise (Yalburt-Inschrift) darauf, dass der Ort bereits zu Zeiten der Lukkaländer (ca. 2000 bis 1200 v.Chr.) als Awarna/´WRN (aram.)/Arñna (lyk.) als bedeutendes Zentrum von Arzawa existierte.
Zwar bereits seit dem 8. Jahrhundert bewohnt, tritt diese Stadt erst in Herodots Schilderung der Ereignisse des Jahres 545 v. Chr. in die Geschichte ein. Im verzweifelten Abwehrkampf gegen die Truppen des persischen Feldherrn Harpagos zogen sich die Lykier in die befestigte Stadt zurück und verschanzten sich. Die Männer sammelten ihre Frauen, Kinder, Sklaven und allen Besitz in der Burg und brannten diese vollständig nieder. Entschlossen wagten sie einen Ausfall, bei dem alle von den Persern getötet wurden. Nur 80 Familien, so Herodot, überlebten, weil sie zur Zeit des persischen Angriffs außerhalb der Stadt waren.
Ein erneuter Großbrand war Folge der athenischen Eroberung von Xanthos um 470 v. Chr. durch den Feldherrn Kimon. Die nun folgende Abhängigkeit von Athen beendete der persische Stadtfürst Khere-i 429 v. Chr. mit einem Sieg über eine weitere Flottenexpedition Athens, die von Melesandros geführt wurde und der im Kampf fiel. Diesen Triumph schildert der Inschriftenpfeiler von Xanthos (s.u.).
In den nun folgenden rund 100 Jahren unter lockerer persischer Oberhoheit blühte Xanthos auf – das Stadtgebiet wurde erweitert und es entstanden die erhaltenen glanzvollen Grabbauten und Denkmäler. 334/333 v. Chr. von Alexander dem Großen erobert, geriet die Stadt bald unter die rasch wechselnden Herrschaften der nachfolgenden Diadochenreiche. 188-168 v. Chr. war die Stadt unter der Herrschaft von Rhodos. Von da an stand Xanthos an der Spitze des Lykischen Bundes und pflegte freundschaftliche Kontakte zu Rom.
Die nächste Katastrophe, die von den Zeitgenossen als Wiederholung der Tragödie von 545 v. Chr. angesehen wurde, ereignete sich 42 v. Chr. In den Wirren des römischen Bürgerkrieges suchte Brutus Truppen auszuheben und Geld einzutreiben. Die lykischen Truppen wurden geschlagen, die Stadt belagert und wiederum brannten die Xanthier alle Gebäude mit Frauen und Kindern nieder und töteten einander.
Dies wurde auch in Rom mit Erschütterung aufgenommen. Zunächst unter Marcus Antonius, später unter Vespasian, wurde die Stadt wieder aufgebaut, mit Theater und Agora (Marktplatz) ausgestattet und genoss seitdem dauerhaft kaiserlichen Schutz und Förderung. Diese Bauten verwahrlosten jedoch in byzantinischer Zeit, als sich die Bevölkerung – wie überall in Kleinasien – auf den Stadtberg zurückziehen musste und diesen mit den antiken Bauteilen zur Festung ausbaute. Seit den Arabereinfällen ab dem 7. Jahrhundert wurde Xanthos weitgehend verlassen und sank zu einem unbedeutenden Dorf herab.

Die Ruinen des Stadtgebietes

Der älteste Teil der Stadt, die kleine lykische Akropolis, weist noch die Reste eines kleinen Tempels, eines einem hölzernen Haus nachgebildeten Gebäudes und einen Großteil ihrer ursprünglichen Mauer auf. Dominiert wird sie aber von den Fundamenten eines byzantinischen Klosters und der mächtigen, ebenfalls byzantinischen Festungsmauer, die nicht nur ein lykisches Grabmal, sondern auch Teile des Theaters mit einbezieht. Hierher hatten sich die Bewohner in den letzten Jahrhunderten der Stadt zurückgezogen.
Das in den Nordhang des Stadtberges eingelassene römische Theater zeigt in seiner Anlage den bemerkenswerten Respekt vor der Stadtgeschichte. Die älteren lykischen Grabpfeiler wurden nicht abgetragen, sondern bewusst in die Planungen einbezogen. Auch die unterhalb gelegene Agora der Kaiserzeit ließ die an ihren Seiten gelegenen lykischen Monumente unangetastet.
Von den Wohngebieten ist so gut wie nichts erhalten geblieben. Hier finden sich noch die Überreste zweier byzantinischer Basiliken und die vor allem im Nordosten gut erhaltene Stadtmauer. Außerhalb liegt eine ausgedehnte lykische Nekropole.

Umland

Der Letoon genannte heilige Bezirk von Xanthos mit den Tempeln der Leto, Artemis und des Apollon, befindet sich nur 2 km entfernt auf der gegenüberliegenden Seite des weitgehend verlandeten Flusses Xanthos, der heute Koca Çayi genannt wird. Im Xanthos-Tal, heute Es,en-Tal, finden sich zahlreiche weitere Siedlungsreste, so etwa Pinara oder Tlos. Als Flotten- und Handelshafen diente Xanthos die alte, an der Küste gelegene lykische Stadt Patara – rund 10 km entfernt. Die Region darf somit als relativ dicht besiedelt gelten.
Am Oberlauf des Xanthos liegen 4 km nördlich vom Dorf Kemer die Reste der römischen Brücke bei Kemer, deren Länge einstmals min. 500 m betrug.

Letoon

Das Letoon war das antike Heiligtum der nahe gelegenen Stadt Xanthos und des Lykischen Bundes. Über acht Jahrhunderte wurden hier bis in die Spätantike Leto, Artemis und Apollon verehrt.
Keramikfunde aus dem 8. Jahrhundert v. Chr. belegen die frühe Geschichte dieses Ortes. Hier, bei einer Quelle, verehrte man jenen Platz der griechischen Mythologie, an dem Leto auf der Flucht vor Hera ihre Kinder Artemis und Apollon in Lykien in heiligem Wasser wusch. Die Geschichte des Heiligtums ist eng mit der von Xanthos verbunden, das lange Zeit den Lykischen Bund führte. Alle gemeinsamen kultischen Feiern, Theateraufführungen und Wettkämpfe der lykischen Städte fanden hier, im Letoon, statt. Eine mehrfach erweiterte Stoa und ein kleines Theater zeugen davon. Noch in der Zeit Hadrians wurde die heilige Quelle in ein neues, prächtiges Nymphaion (Brunnengebäude) gefasst. Das Stadion wurde bislang nicht gefunden. Zwar entstand in frühchristlicher Zeit noch ein Kloster, doch mit dem Ansturm der Araber im 7. Jahrhundert endet die Besiedlung des Ortes. Seit 1962 finden hier französische Grabungen statt.

Die Tempel und Bauwerke des Letoon

Auf einem kleinen Felsrücken zwischen zwei Sümpfen liegen parallel angeordnet die Fundamente dreier Tempel. Der mittlere Bau aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. ist der kleinste und zugleich älteste und war Artemis geweiht. Er schließt in seiner ehemaligen Cella einen offenbar bereits in archaischer Zeit verehrten heiligen Felsbrocken mit ein. Östlich wurde im 2. Jahrhundert v. Chr. der Apollontempel über einem etwa 200 Jahre älteren Vorgängerbau erbaut. Im Westen wurde gegen 160 v. Chr. ein der Leto geweihter Peripteraltempel als größte Anlage errichtet. Alle drei Bauwerke sind stark zerstört.
Im unmittelbar südlich anschließenden Sumpfgelände lag die heilige Quelle. Fundamente haben gezeigt, dass hier bereits in archaischer Zeit eine Kultstätte bestand. Heute sind hier die Reste eines prunkvollen Nymphaions aus der römischen Kaiserzeit zu sehen. Das halbrunde gepflasterte Becken mit einem Durchmesser von 27 Metern schließt sich an ein rechteckiges, zurückspringendes Brunnenhaus an. In exakter Achsausrichtung wurde dann auch genau hier, im Zentrum des Kultortes, in frühchristlicher Zeit das Kloster errichtet, das Teile des römischen Baus überdeckt.
Ein dritter Baukomplex befindet sich in der nördlich der Tempel gelegenen Sumpfwiese. Die Stoa wurde ebenfalls in archaischer Zeit angelegt und bis in das 2. Jahrhundert n. Chr. mehrfach erweitert. Das nur wenig entfernte hellenistische Theater, dessen Bühnenhaus nicht mehr erhalten ist, ist größer als ein Halbkreis und teilt mit einem Diazoma (Zwischengang) die Sitzreihen in einen oberen und unteren Rang.

Die Inschriftenstele

1973 wurde in der Nähe des Apollontempels eine beschriftete Stele gefunden, die Linguisten wie Historiker in ihren Bann zog und sich im Museum von Fethiye befindet. Inhaltlich ist sie ein Dekret, das die Einführung eines karischen Götterkultes in Xanthos anordnete. Das Besondere: Die Verfügung wurde nahezu wortgleich in drei Sprachen verfasst, in Aramäisch (der persischen Hofsprache), Lykisch und Griechisch. Geschichtlich bedeutsam ist, dass sie von Pixodares in seiner Eigenschaft als Satrap von Karien und Lykien 358 v. Chr. erlassen wurde. Bis dahin war angenommen worden, sein Bruder Maussollos II. habe ohne Unterbrechung von 377 v. Chr. bis 353 v. Chr. regiert. Offensichtlich musste dieser aber für einige Jahre von der Herrschaft zurücktreten – sei es aufgrund seiner Beteiligung am gescheiterten Satrapenaufstand von 366 v. Chr. oder weil er beim persischen Großkönig in Ungnade gefallen war.

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