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Sunday, 17. December 2017

Marmararegion

Thrakien liegt westlich vom Bosporus auf der europäischen Seite. Auf der thrakischen Hochebene bildet der Fluss Meriç die Grenze zu Griechenland. Östlich vom Bosporus liegt die Marmara-Region. Das Marmarameer trennt Europa von Asien und das Ägäische Meer vom Schwarzen Meer. Zum Mittelmeer hin erstrecken sich die Dardanellen auf einer Länge von 60 km. Die beiden Landzungen sind bei Çanakkale mit bis zu 4 km am breitesten. Am Bosporus liegt die Millionen-Metropole Istanbul. Die Landschaft in dieser Region ist hügelig und von Büschen und Wäldern bedeckt. Der fruchtbare Ackerboden weicht im Osten einer Steppenlandschaft. Die Region bildet das wirtschaftliche Zentrum der Türkei. Die Millionenstadt Bursa ist Kurort und berühmt für ihre Schwefel- und Thermalquellen. Sie liegt zu Füßen des Uludag-Gebirges. Der Berg ist ganzjährig ein beliebtes Ausflugsziel.

Bursa

Bursa

Bazar in Bursa * Photo by Zimpuni * Genehmigung: GFDL

Bursa ist mit mehr als 1,4 Mio Einwohnern die viertgrößte Stadt der Türkei und Hauptstadt der Provinz Bursa in der Westtürkei.

Bursa liegt 90 Kilometer südlich von Istanbul und zu Füßen des Uludağ-Gebirges, das früher den Namen „Bithynischer Olymp“ trug. Ringsum ist eine sehr grüne Landschaft mit einigen heilkräftigen Schwefelquellen. Die Küste des Marmarameeres ist mit der Bucht von Gemlik nur 20 km und dem Ort Mudanya 32 km entfernt.

Geschichte

Die Stadt hieß in der Antike Prusa bzw. Prusa ad Olympum und wurde 188/7 v. Chr. von König Prusias I. von Bithynien gegründet.

Seit 74 v. Chr. war Prusa mit ganz Bithynien Teil des römischen Provinz Bithynia. 257/8 wurde die Stadt von den Goten geplündert, um diese Zeit erhielt sie eine Stadtmauer. Als Bistum ist Prusa seit 325 belegt. 350 war Prusa Verbannungsort des Vetranio. In byzantinischer Zeit war Prusa für seine Basilika Therma genannten Thermalbädern im heutigen Vorort Çekirge bekannt, mehrfach hielten sich Kaiser dort auf.

Bursa war seit 1326, als der Sultanssohn und spätere Sultan Orhan I. die Stadt eroberte, die Hauptstadt des Osmanischen Reiches. 1368 wurde die Residenz jedoch nach Edirne verlegt. 1402 wurde auch Bursa von den Mongolen unter Timur Lenk verwüstet, ihnen fiel ein Großteil des osmanischen Staatsschatzes in die Hände. Eine neue Blüte erlebte die Stadt unter Mehmet I.. Ein großer Brand 1801 und ein Erdbeben 1855 beschädigten Teile der Stadt, wirtschaftlich am schwersten traf sie jedoch der Bevölkerungsaustausch der Griechen nach dem Vertrag von Lausanne 1923. Bis heute verfügt Bursa nicht über einen Bahnanschluss.

Sehenswürdigkeiten

Grüne Moschee in Bursa * Photo by Johann H. Addicks * Genehmigung: GFDL

Besondere Sehenswürdigkeiten sind das Grabmal von Sultan Mehmed I., die Yeşil Türbe sowie drei zwischen 1380 und 1420 errichtete islamische Gotteshäuser: Die Große Moschee (Ulu Camii), die sogenannte „Grüne Moschee“ und die Orhan-Gazi-Moschee.

Sehenswert sind auch die Grabmale der ersten osmanischen Sultane, Osman I. und Orhan I., sowie der Basar, hier vor allem der „Seidenbasar“ Koza Han.

Der 2500 Meter hohe Hausberg Uludağ (gelegen im Uludağ-Nationalpark) ist das bedeutendste Wintersportzentrum der Türkei. Die Auffahrt mit Bus oder PKW dauert etwa eine Stunde. Unweit des Yeşil Türbe befindet sich die am 29. Oktober 1963 als erste Seilbahn in der Türkei eröffnete 4817 m lange, sogenannte Teleferik, welche die Fahrtzeit auf den Uludağ auf etwa 20 Minuten verkürzt.

Berühmt ist Bursa auch für die heißen Thermalquellen im Stadtteil Çekirge. Zu den ersten bekannten Besuchern der Thermalquellen zählt die byzantinische Kaiserin Theodora.

Weitere Sehenswürdigkeiten sind
* das archäologische Museum Bursa Arkeoloji Müzesi
* Cumalıkızık, eines der Dörfer in der Türkei, in dem es noch osmanische Häuser gibt. Dort befindet sich auch ein ethnographisches Museum (Cumalıkızık Etnografya Müzesi).
* ein traditionelles Karagöz-Schattenspiel-Theater im Stadtteil Çekirge.
* das Museum für traditionelle osmanische Kleidung und Schmuck Uluumay Osmanlı Halk Kıyafetleri ve Takıları Müzesi
* das Automobilmuseum Bursa Tofaş Anadolu Arabaları Müzesi

 

Grüne Moschee

Grüne Moschee in Bursa * Photo by Georges Jansoone * Genehmigung: GFDL

Die Grüne Moschee (türkisch Yesil cami) ist die schönste der drei großen Moscheen in der türkischen Stadt Bursa. Sie gilt als Meisterwerk der frühosmanischen Architektur und ist Ausgangspunkt einer Reihe im Bursa-Stil errichteter Moscheen. Sie wurde im 15. Jahrhundert (an der Moschee wird als Bauzeitraum 1412–1419 angegeben, Quellen legen 1414–1424 nahe) vom Architekten Pascha Haci Ivaz im Auftrag des Sultan Mehmeds I. aus Stein und Marmor errichtet. Die Wände des in umgekehrter T-Form ausgeführten Baus sind mit grünen Kacheln verkleidet, was ihr den Namen gab. Bei Restaurationsarbeiten im Jahre 1950 fand man darüber hinaus noch kostbare Deckenmalereien. Die Verzierungen an Fenstern, Portal und Fassaden zeugen von der großen Kunstfertigkeit der Steinmetze dieser Zeit.

Küche

Bursa ist in der Türkei bekannt für seine gute Küche. Hier wurde der Iskender Kebap erfunden und die Familie des Erfinders Iskender (türkisch für Alexander) führt heute mehrere Lokale in Bursa und Umgebung. Von hier stammen außerdem die kandierten Kastanien (Kestane şekeri).

Mehrere Mineralwasserproduzenten haben ihren Sitz in Bursa. Bursa ist auch der traditionelle Stammsitz der Firma "Uludağ", die die gleichnamige Limonade produziert. Dieses "Gazoz", in der Westtürkei schon heimliches Nationalgetränk, wurde bis in die 80er Jahre des 20. Jahrhunderts nur aus dem Quellwasser des Uludağ gebraut.

 

Uludag

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Uludag

Uludag * Photo by Tone * Genehmigung: GFDL

Der Uludağ ist ein 2.543 m hoher Berg im Westen der Türkei. Sein Name bedeutet übersetzt „heiliger Berg“ (von türkisch ulu „mächtig, selig, heilig, erhaben“ und dağ „Berg“). Der Berg, der etwa 31 km südlich der Stadt Bursa liegt, wird unter anderem für den Wintersport genutzt.

Der Berg ist ein erloschener Vulkan; in der Umgebung gibt es immer noch warme Quellen.

Auch bekannt als Olympos Misios bzw. bithynischer Olymp ist er der Berg, von dem aus der griechischen Sage nach die Götter dem Trojanischen Krieg folgten.

„Uludağ“ ist auch der Name eines limonadeartigen Getränks, das in der Türkei unter dem Namen Gazoz bekannt ist. Dieses fast schon ehem. Nationalgetränk wurde früher ausnahmslos aus dem Quellwasser des Berges hergestellt. Dies war auch der Grund, weshalb dieses Getränk nicht überall in der Türkei zu erhalten war, es konnte nur soviel produziert werden, wie die Quelle hergab.

Auch die Uludağ-Universität in Bursa verdankt dem Uludağ ihren Namen.

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