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Tuesday, 12. December 2017

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Katalonien und Barcelona

Katalonien

Gaudí in Barcelona

Antoni Gaudí

Antoni Gaudí i Cornet war ein katalanischer Architekt und herausragendster Vertreter des Modernisme Català, der katalanischen Spielart des Jugendstils. Die typischen Merkmale waren geschwungene Linien, unregelmäßige Grundrisse, schräge gemauerte Stützen, naturnahe weiche Formen mit Motiven der Flora und Fauna. Weitere Vorlieben waren Bruchsteine und bunte Keramikfliesen, die er als Gestaltungselement in seine Bauwerke einfließen ließ. Gaudí lehnte die gotischen Strebbögen verächtlich als „Krücken“ ab und verwendete stattdessen schräge Baupfeiler. Er entwickelte seine Gebäude während des Baus anhand von Skizzen und Modellen. Da Gaudí ein Gebäude als Gesamtkunstwerk empfand, entwarf er auch die kleinsten Details im Gebäudeinneren selbst. Seine Entwürfe führten die Schmiede- und Mosaikkunst, die Tischlerei und die Glaskunst zu neuen Höhepunkten. Seine Stilelemente beeindrucken mit schlichten, aber originellen, vielfach organischen Formen.
Gaudís Stil hat unter anderem den des österreichischen Malers und Architekten Friedensreich Hundertwasser beeinflusst. Schon zu Lebzeiten war der Architekt Gaudí katalanischer Volksheld. Gaudí griff die Geschichte Spaniens in seinen Werken auf und vereinte so christliche und arabische Kultureinflüsse.
Die meisten Bauwerke Antoni Gaudís stehen in Barcelona. Seit 1984 gehören der Park Güell, der Palau Güell und das Casa Milà UNESCO-Weltkulturerbe. Seit 2005 zählen auch die Krypta und die Weihnachtsfassade der Sagrada Familia, das Casa Vicens, das Casa Batlló (alle in Barcelona) sowie die Gruft der Colonia Güell in Santa Coloma de Cervelló, ca. 20 km von Barcelona entfernt , dazu.

Park Güell

Der Park Güell in Barcelona wurde von Antoni Gaudí in den Jahren 1900 bis 1914 erschaffen und hat eine Größe von 17,18 ha.
Der Park war eine Auftragsarbeit für den Industriellen Eusebi Güell. Dieser war von den englischen Gartenanlagen sehr beeindruckt und wollte eine solche auch in Barcelona haben. Antoni Gaudí plante daraufhin eine Gartenstadt mit über 60 Villen. Zur Finanzierung sollten diese schon im Vorfeld verkauft werden. Das Vorhaben scheiterte, und es wurden nur zwei Parzellen verkauft, so dass der Park aufgrund fehlender Mittel nicht fertiggestellt werden konnte.
Gaudí achtete bei der Anlage des Parks nicht nur auf umweltgerechtes, sondern auch auf kostengünstiges Bauen: Er verzichtete auf große Erdbewegungen und passte seine Pläne dem hügeligen Terrain an. Dabei verwendete er Stützmauern und Terrassen. Diese fügen sich aufgrund der organischen Formen einzigartig ins Gelände ein und vermitteln den Eindruck absoluter Natürlichkeit. Die benötigten Materialien fand der Baumeister auf dem Gelände selbst. Für die vielen Mosaike verwendete er Abfälle der nahen Keramikfabriken.
Den Eingang des Parks bilden zwei Pförtnerhäuser mit markanten Zuckergussdächern. Daran anschließend führt eine große Freitreppe zum Terrassenplatz hoch. Sie beeindruckt sowohl als Gesamtkunstwerk wie als Sammlung kleiner Kunstschätze. Der Terrassenplatz ist Treffpunkt für Besucher, Musiker und Maler. Hier finden regelmäßig kulturelle Veranstaltungen statt.
Der Park beherbergt auch das Wohnhaus Gaudís, in dem er von 1906 bis zu seinem Tode 1926 lebte. Heute dient es als Museum für von Gaudí entworfene Möbelstücke sowie Zeichnungen.

Palau Güell

Der Palau Güell in Barcelona ist eines der ersten Werke von Antoni Gaudí. Er befindet sich im Carrer Nou de la Rambla 3-5.
Das von Gaudí für seinen Gönner Eusebi Güell entworfene Stadthaus wurde zwischen 1885 und 1889 erbaut. An ihm zeigt sich zum ersten Mal die Verbindung von dekorativen und Strukturelementen, die ein charakteristisches Merkmal der wichtigsten späteren Werke Gaudís darstellen. Er nutzte die verschiedenen dekorativen Möglichkeiten der eisernen Trägerelemente. Weiterhin nutzte er extrem flache byzantinische Ziegelgewölbe. Auffällig an der Vorderfront sind die beiden großen Tore (siehe Bild), durch die man mit Pferdefuhrwerken einfahren konnte, um in die unteren Pferdeställe und Vorratsräume zu gelangen, während Gäste durch Treppen in die oberen Stockwerke gelangen konnten.
Bei diesem frühen Werk Gaudís sind deutlich seine Anstrengungen zu bemerken, den Historismus zu überwinden und zu einer neuen Formensprache zu finden. Während die Fassade in Teilen noch an einen venezianischen Palast erinnert, beherbergt das Innere des Palau Güell eine reiche Ausstattung von kunsthandwerklichen Arbeiten, Intarsien, speziell entworfenen Möbelstücken und Dekorationen. Beeindruckend sind besonders die aufwändigen Gewölbe und Decken. Auf dem Dach sind bereits die verspielten Figuren und Formen zu finden - hier für die Schornsteine -, wie man sie etwa vom Park Güell her kennt. Insgesamt hinterlässt das Bauwerk einen gediegenen und majestätischen Eindruck, eine Wirkung, die Gaudí als Hommage an seinen Auftraggeber bewusst anstrebte.

Casa Mila

Das Haus Milà, so die deutsche Übersetzung von Casa Milà, wurde von dem Architekten Antoni Gaudí von 1906 bis 1910 für die Milá-Familie in Barcelona errichtet. Es befindet sich im Passeig de Gràcia No. 92 (Kreuzung mit der Carrer de Provença).
Gaudí leistete mit diesem Gebäude Pionierarbeit. So machte seine durchdachte natürliche Belüftung Klimaanlagen überflüssig, in jeder Wohnung lassen sich die Wände individuell verändern und eine Tiefgarage ist schon vorhanden. Im Entwurf Gaudís vorgesehene Aufzüge wurden allerdings damals nicht gebaut und erst sehr viel später eingebaut. Das Gebäude ist eine Beton-Eisen-Konstruktion mit tragenden Säulen ohne tragende Wände und Stützmauern. Die schmiedeeisernen Balkongitter sind improvisierte Unikate von Josep Maria Jujol, der auch in anderen Projekten mit Gaudí zusammenarbeitete.
Die drei Innenhöfe, einer rund, zwei elliptisch, sind Gestaltungsmerkmale, die der Architekt immer wieder verwendete, um die Räume mit ausreichend Licht und frischer Luft zu versorgen. Fast alle Zimmer besitzen Fenster mit Tageslicht, was für die damalige Zeit sehr ungewöhnlich war. Alle herrschaftlichen Zimmer gehen zur Straßenseite bzw. zum Innenhof des Straßencarrées, die Dienstbotenzimmer und Haushaltsräume zu den drei Innenhöfen hin.
Zunächst hielt man in Barcelona nicht allzu viel von dem Haus, schnell wurde es unter dem Spottnamen "La Pedrera" ("Der Steinbruch") bekannt. Diese Bezeichnung verdankt es seiner unregelmäßigen Fassade mit den vielen Vorsprüngen und seiner wuchtigen Masse, die schon von weitem ins Auge fällt.
Casa Mila war das letzte profane Bauwerk Gaudís, bevor er all seine Energie auf das Kirchengebäude Sagrada Família konzentrierte.
Das Gebäude wurde 1984 von der UNESCO als erstes Gebäude des 20. Jahrhunderts zum Weltkulturerbe erklärt. Es gehört der örtlichen Sparkasse (Caixa de Catalunya), die die ehemalige, ca. 1.000 m² große Belle-Etage-Wohnung für Kunstausstellungen nutzt. Eine Wohnung im sechsten Obergeschoß des Gebäudes ist mit Einrichtungsgegenständen aus den zwanziger Jahren ausgestattet und kann, ebenso wie das Dachgeschoß, in dem sich eine Ausstellung über die Werke Gaudís befindet, und die Dachterrasse mit den interessanten Belüftungsschächten und Treppenhäusern mit Wasserspeichern besichtigt werden. In den übrigen Stockwerken befinden sich Büros, manche werden auch noch von den Mitgliedern alt eingesessener, katalanischer Familien bewohnt.

Sagrada Família

Temple Expiatori de la Sagrada Família (dt.: Sühnekirche der Heiligen Familie) (oft nur Sagrada Família genannt) ist die Bezeichnung einer großen römisch-katholischen Basilika in Barcelona. Die ursprünglich im neukatalanischen Stil, von Antoni Gaudí entworfene Kirche wurde 1882 begonnen, jedoch bis heute nicht vollendet.
Das Gotteshaus liegt nördlich der Altstadt im Stadtteil Eixample. Es nimmt zusammen mit der Baustelle einen ganzen 17.822,25 Quadratmeter messenden Straßenblock in diesem schachbrettartigen Gebiet ein. Im Süden grenzt das Grundstück an die Carrer de Mallorca, im Norden an die Carrer de Provença, im Westen an die Carrer de Sardenya und im Osten an die Carrer de Marina.
Die Sagrada Família hat einen kreuzförmigen Grundriss. Das fünfschiffige Hauptschiff zeigt gen Süden und misst bis zur Apsis am nördlichen Ende etwa 90 Meter. Es ist 15 Meter breit. Das kürzere Querschiff erreicht eine Länge von 60 Metern und eine Breite von 7,5 Metern. Es ist dreischiffig. Um fast die gesamte Kirche herum verläuft ein Kreuzgang. Er beherbergt eine Kapelle, die Mariä Aufnahme in den Himmel geweiht ist.
Überall an der Kirche finden sich komplexe Verzierungen und dekorative Elemente, wie etwa spindelartige Türme die einer Sandburg gleichen und deren Dächer von geometrischen Formen gekrönt sind, die vom Kubismus beeinflusst scheinen.

Casa Vicens

Die Casa Vicens in Barcelona ist ein bekanntes Werk des katalanischen Architekten Antoni Gaudí.
Die Auftragsarbeit entstand in den Jahren 1883-1885 für Manuel Vicens i Montaner, einem vermögenden Besitzer einer Keramikfabrik, in der Carrer de les Carolines 18-24 im Stadtteil Gràcia. Die Casa Vicens ist zusammen mit der zeitgleich entstehenden Villa Quijano die erste große selbstständige Arbeit Gaudís. An ihr zeigen sich bereits Grundelemente seines Stils wie die Verwendung naturalistischer Ornamentik, von Keramik (da Vicens Keramik herstellte, lag die Verwendung nahe) und vielen Farben. Das Gebäude ist im Mudéjar-Stil gehalten, eine Mischform spanischer und arabischer Elemente aus der Zeit nach der Reconquista. Deutlich wird dies etwa an mehreren kleinen Türmchen und an der feingliedrigen Fassade der Obergeschosse. Sehenswert ist außerdem das schmiede- und gusseiserne Gitter, das das Motiv eines Palmblattes aufnimmt und an die Palmen erinnert, die für den Bau weichen mussten.
Der Innenraum besticht durch die tropfsteinhöhlenartigen Gewölbe, am prägnantesten im Raucherzimmer. Verzierungen wie aufgemalte Vögel an Wänden und Türpfosten oder floreale Muster an den Decken sind typische Gestaltungsmerkmale.
Der Garten mit Brunnen und Pavillon ging zum größten Teil wegen Straßenverbreiterungen und Erweiterungsarbeiten in den Jahren 1925 und 1926 verloren.
Das Haus befindet sich in Privatbesitz und ist daher nur von außen zu besichtigen.

Casa Batlló

Die Casa Batlló gilt als eines der baulichen Glanzstücke Barcelonas und befindet sich am Passeig de Gràcia 43, zirka 500 m oberhalb vom Plaça de Catalunya.
Das im Jahr 1877 errichtete Gebäude wurde von Antoni Gaudí für den Textilindustriellen Josep Batlló i Casanovas in den Jahren 1904 bis 1906 von Grund auf umgebaut. Aktuell befindet sich das Gebäude im Besitz der Familie Bernat, die 1995 eine umfassende Restaurierung initiierte. Der Reiz der Fassade beruht besonders auf der sanften Wellenbewegung und der reichen Farbigkeit. An der Fassade hat Gaudí zusammen mit Josep Maria Jujol gearbeitet, der auch bei anderen Werken Gaudís beteiligt war.
An den Arbeiten waren die Bildhauer Joan Beltran, Josep Llimona, Carles Maní i Roig, Joan Matamala i Flotats und Llorenç Matamala i Pinyol beteiligt. Die Keramiken, die Gaudí hier wie bei vielen anderen seiner Bauten sehr stark gestalterisch einsetzte, stammen von Sebastià Ribó.
Die Fassade gibt die Legende des heiligen Georg, des Schutzheiligen der Stadt, wieder. Das Gebäude kann besichtigt werden. Es befindet sich seit 1962 unter Denkmalschutz.

Colònia Güell

Die Colònia Güell ist eine ehemalige Industrieansiedlung in Santa Coloma de Cervelló, etwa 15 km von Barcelona entfernt. Sie wurde nach ihrem Eigentümer Eusebi Güell benannt und umfasst neben den Fabrikgebäuden eine Siedlung für die Arbeiter und die bekannte Krypta von Antoni Gaudí.
Die Colònia wurde 1890 in Betrieb genommen, in den Folgejahren erweitert und produzierte, bis zu ihrer Schließung infolge einer Wirtschaftskrise 1973, Textilien (Samt und Cord). Sie liegt wie eine Reihe anderer vergleichbarer Kolonien am Fluss Llobregat. Diese nutzten den Fluss wegen seines starken Gefälles. Die Güell-Kolonie hingegen nutzte von Beginn an Dampfmaschinen, da diese Energie zuverlässiger bereit stellen konnten. Wahrscheinlich baute Güell, der vorher eine Fabrik in Sants unmittelbar bei Barcelona besaß, die Anlage dort, da die soziale Lage in Barcelona zu dieser Zeit angespannt war.
Die gesamte Anlage umfasst etwa 6 ha. Sie vereinte nicht nur Wohn- und Arbeitsplatz an einem Ort, sondern sie stellte ihrer Arbeiterschaft auch Kultur- und Bildungseinrichtungen zur Verfügung. Im Vergleich zu seinen Konkurrenten verfolgte Güell also ein fortschrittliches Konzept. Konkret bedeutete dies, dass die Familien in relativ komfortablen Einfamilienhäusern wohnten, sie Zugang zur Schule hatten, eine Einkaufsgenossenschaft eine günstige Versorgung garantierte, ihnen ein Theater zur Verfügung stand, ärztliche Versorgung sichergestellt war und sie Gelegenheit zur Erholung hatten.
Architektonisch gehört die Colònia zum Modernisme, einer katalanischen Spielart des in ganz Europa verbreiteten Jugendstils. Es dominiert ein schlichter und funktioneller Stil, der geprägt ist von sichtbarem Backstein.
Nach Jahren des Verfalls hat man nun damit begonnen, die Anlage wiederzubeleben und touristisch auszubauen. Einige Gebäude wurden von Firmen genutzt. Gegenwärtig leben noch nahezu 800 Personen auf dem Gelände. Das gesamte Ensemble steht seit 1990 unter Denkmalschutz.

Krypta von Gaudí in der Colònia Güell

Das bekannteste Bauwerk der Colònia Güell ist die Krypta von Gaudí. Güell beauftragte ihn 1898 mit dem Bau einer Kirche. Nach einer langen Planungsphase begann der Bau zehn Jahre später. Das ehrgeizige Projekt sah eine Kirche mit einem unteren und einem oberen Kirchenschiff vor, gekrönt von mehreren seitlichen Türmen und einem 40 Meter hohen zentralen Kuppelgewölbe.
Der ambitionierte Plan, der in vielerlei Hinsicht Elemente der berühmten Sagrada Familia vorwegnahm, wurde nie vollständig realisiert. Fertig gestellt wurden wegen finanzieller Probleme - die Familie Güell kündigte 1914 an, den Bau nicht weiter finanzieren zu wollen - lediglich das untere Kirchenschiff, das daraufhin "Krypta" genannt wurde, und der Portikus.
Diese Gebäudeteile verraten schon durch ihre typische schräge Säulenform, ihre schrägen Mauern und eine reiche symbolische Ornamentik ihre Urheberschaft. Auch hier verwendete Gaudi sichtbaren Backstein, der sich mit anderen Materialien, etwa Keramiken oder Naturstein, abwechselt. Gaudi beabsichtigte damit, die Farbigkeit der Landschaft in seinem Werk abzubilden.
Obwohl sie unvollendet blieb, gilt die Kirche als ein Höhepunkt des Werkes von Gaudí. Hier brachte er zum erstem Mal alle architektonischen Elemente ein, die er später bei der Sagrada Familia einsetzen würde. So finden sich darin bereits die Kettenbögen, die das Lastenproblem vereinfachen. Zum ersten Mal in der Geschichte der Architektur wurden Flächen in der Form eines Hyperbolischen Paraboloids ausgeführt. Diese Flächen wurden sowohl für die Außenmauern als auch für Wölbungen über dem Säulenvorbau verwendet.

Dieser Artikel basiert auf den Artikeln Park Güell, Palau Güell, Casa Milà,  Sagrada Familia, Casa Vicens, Casa Batlló und Colonia Güell aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

Domènech i Montaner in Barcelona

Lluís Domènech i Montaner

Lluís Domènech i Montaner (* 21. Dezember 1850 in Barcelona; † 27. Dezember 1923 in Barcelona), war ein katalanischer Architekt, zeigte schon in jungen Jahren seine Leidenschaft für die Architektur und wurde zu einem hervorragenden Vertreter des Modernisme. Änfänglich studierte Lluís Domènech i Montaner Physik und Naturwissenschaften, aber nach zwei Semestern in Madrid entschloss er sich, Architektur zu studieren. 1873 schloss er sein Architekturstudium an der Universität Barcelona ab.
1997 wurden seine Werke der Palau de la Música Catalana zusammen mit dem Hospital de la Hospital de la Santa Creu i Sant Pau von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Palau de la Música Catalana
Der Palau de la Música Catalana (Palast der katalanischen Musik) ist ein Konzertsaal in Barcelona. Er wurde vom katalanischen Architekten Lluís Domènech i Montaner, einem der wichtigsten Repräsentanten des Modernisme, geplant und entworfen. Der Bau dauerte von 1905 bis 1908. Finanziert wurde er von katalanischen Textilindustriellen und Musikliebhabern - wie 60 Jahre zuvor schon das Gran Teatre del Liceu für Oper und Ballett.
Das Gebäude war ursprünglich als Sitz des katalanischen Volkschors Orfeó Català gedacht - eine Funktion, die es bis heute erfüllt. Deshalb war die Akustik des Konzertsaals auch ausschließlich auf ein optimales Klangbild für Chormusik ausgerichtet. Da mittlerweile auch klassische Instrumental- und sogar Pop- und Rockkonzerte im Palau stattfinden, musste an der Akustik des Saals gefeilt werden. Eine der dafür herangezogenen Maßnahmen war es, die originale Holzbestuhlung im Parkett und auf den Rängen durch Sitze mit schallschluckender Sitzunterseite zu ersetzen.
Der Entwurf Domènechs zeichnet sich durch großes Können und Originalität aus. In seinem Äußeren mischen sich bildhauerische Elemente, die sich auf die Musik beziehen, mit Elementen der Architektur des Barock. Im Inneren bezog der Architekt auch außergewöhnliche Baumaterialien wie Keramik und Glas ein. Saal und Bühne bilden eine harmonische Einheit. Die Bühne wird im oberen Bereich von Orgelpfeifen beherrscht.
Der Palau de la Música Catalana wurde 1971 zum Monumento Nacional erklärt. Aus diesem Anlass wurde eine gründliche Restaurierung durchgeführt. 1983 und 2004 wurde der Bau erweitert und modernisiert. Die Orgel, die durch einen Wasserschaden 30 Jahre lang defekt war, erklingt jetzt - auf Wunsch sogar computergesteuert - in neuer Pracht.

Hospital de la Santa Creu i Sant Pau
Das Hospital de la Santa Creu i Sant Pau oder kurz Hospital de Sant Pau ist ein Klinikkomplex im katalanischen Jugendstil (Modernisme) in Barcelona in Spanien.
Der katalanische Bankier Paul Gil verfügte in seinem Testament den Bau eines Krankenhauses. Mit diesen Mitteln wurde das Hospital de la Santa Creu i Sant Pau von 1902 bis 1911 vom katalanischen Architekten Lluís Domènech i Montaner entlang der Avinguda San Antoni Maria Claret errichtet. Domenèch bettete 48 voneinander unabhängige Pavillons, die für die verschiedenen medizinischen Abteilungen benötigt wurden, in eine weitläufige Gartenlanlage ein. Die Verbindungsgänge sind wie alle anderen technischen Einrichtungen unter der Erde verlegt.
Bis 1911 konnten allerdings nur ca. ein Viertel der geplanten Gebäude fertiggestellt werden. Dann waren die Mittel erschöpft. 1912 begann die zweite Bauphase. Mit der geplanten Verlegung des alten Hospital de la Santa Creu i Sant Pau aus der Stadtmitte wurde der weitere Bau der Klinik finanziert, den nach dem Tod von Luis Domènech 1923 sein Sohn Pere Domènech i Roura weiterführte.
Am 16. Januar 1930 übergab der König Alfons XIII. das neue Krankenhaus seiner Bestimmung. Heute wird das Hospital de la Santa Creu i Sant Pau immer noch als Krankenhaus genutzt.

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Montblanc

Montblanc

Montblanc ist eine katalanische Stadt in der Provinz Tarragona im Nordosten Spaniens. Sie ist der Hauptort der Comarca Conca de Barberà. Die mittelalterliche Innenstadt steht seit 1947 unter Denkmalschutz. Sie wird von einer nahezu vollständig erhaltenen Stadtmauer mit ursprünglich 31 Türmen und 5 Toren umgeben.
Die Stadt liegt etwa 30 Kilometer nördlich von Tarragona im Süden der Comarque nahe dem Zusammenfluss des Anguera in den Francolí. Die Altstadt liegt auf etwa 350 m Höhe, der höchste Punkt der Gemarkung aber der Mola d'Estat in den Bergen von Prades mit 1.126 m.

Ursprung des Ortsnamens

Die Stadt verdankt ihren Namen dem Hügel in der Mitte der Altstadt und der heute Pla de Santa Bàrbara genannt wird. Dieser Hügel ("mont") war kahl und "blank" ("albis" in mittelalterlichem Katalanisch). So erhielt der Ort zunächst den Namen Montis Albis, später Montblanc.

Geschichte
Im umgebenden Bergland der Gemarkung wurden an insgesamt elf Orten steinzeitliche Zeichnungen und andere Siedlungsreste gefunden. Sie sind Bestandteil des Weltkulturerbes "Vorgeschichtliche Felsmalereien im östlichen Spanien".
Zwischen dem vierten und zweiten vorchristlichen Jahrhundert gab es auf dem Pla de Santa Bàrbara in der heutigen Stadtmitte eine iberische Siedlung. Man fand auch Reste römischer Landgüter (Villa rustica) der folgenden Jahrhunderte. Für den Beginn des 11. Jahrhunderts ist eine Siedlung namens Duesaigües am Zusammenfluss von Anguera und Francolí bekannt.
Nachdem 1153 mit dem Waliat (=Vizekönigreich) Siurana das letzte Herrschaftsgebiet des Königreiches Taifa in Katalonien zurückerobert war, förderte Raimund Berengar IV. die Wiederbesiedlung dieses Gebietes mit Steuerbefreiungen für einige Siedlungen, darunter auch Duesaigües.
Häufige Überschwemmungen und die Notwendigkeit einer befestigten Stadt zwischen Tarragona und Lleida veranlassten König Alfons I., die Siedlung auf einen nahe gelegenen Hügel zu versetzen. So wurde das heutige Montblanc im Februar 1163 gegründet.
Die Stadt wuchs rasch. 1170 bestand auf dem Hügel bereits eine Burg und eine romanische Marienkirche. Dank der erhaltenen Marktrechte wuchs die Bedeutung der Stadt im 13. Jahrhundert weiter. Peter der Große von Aragonien machte Montblanc zum Hauptort einer Vegueria, einer überörtlichen Verwaltungseinheit, und es wurde eine "königliche Schreibstube" sowie eine Hochschule ("Estudi Major") gegründet. In dieser Zeit entstanden Bauten wie die Kirche Sant Miquel, verschiedene Klöster, das heutige Rathaus (Casa de la Vila) oder der königliche Palast.
1287 erhielt Montblanc als eine von fünf Städten das Recht, ein eigenes Wappen zu führen. Die übrigen vier waren Barcelona, Huesca, Lleida und Cervera.
Die größte Bedeutung erreichte die Stadt im 14. Jahrhundert. Als siebtgrößte Stadt Kataloniens hatte sie auch wirtschaftliche Kraft. König Joan I. verlieh seinem Bruder (und zukünftigen König) Martin I. den Titel eines Herzogs von Montblanc
In Montblanc tagten die Corts Catalanes (Ständevertretung) mehrmals:

  •     1307 unter Jaume II
  •     1333 unter Alfons III.
  •     1370-71 unter Pere III.
  •     1414 unter Ferran I.
  •     1640 berief Felip III die Corts ein, sie wurden aber nicht mehr abgehalten

1410 kam das Parlament General de Catalunya in Montblanc zusammen.
Gegen Ende des 15. Jahrhunderts begann für Montblanc eine Periode des Niedergangs. Eine Folge von Missernten, Epidemieen und der Katalanische Bürgerkrieg (1462-1472) beendeten den Aufstieg der herzöglichen Stadt (Vila Ducal). Die Stadtmauern und viele Gebäude und Brücken wurden beschädigt.
Im 16. und 17. Jahrhundert begann die Stadt, sich zu erholen. Aber der Katalanische Aufstand bedeutete einen harten Schlag für die Bevölkerung. Teile der Stadtmauer wurden erneut zerstört, die Archive verbrannt und die Fassade der gotischen Kirche Santa Maria von den sich zurückziehenden kastillischen Truppen zerschossen. Die zahlreichen Angriffe, Plünderungen und Brände führten dazu, dass die Stadt endgültig ihre politische und wirtschaftliche Bedeutung verlor.
In der Folge des Spanischen Erbfolgekriegs verlor Montblanc viele ihrer Privilegien wie beispielsweise die Vegueria von Montblanc, die zu einem Unterbezirk von Tarragona wurde. Die Napoleonischen Kriege gaben der Stadt den Rest.
Ab Mitte des 19. Jahrhunderts erholte sich die Stadt zügig. Wirtschaftlicher Schwerpunkt wurde das Handwerk und der Weinbau. Als dann auch noch die Verkehrsverbindungen verbessert wurden (1821 Straße nach Valls, 1843 nach Reus) und insbesondere als 1863 die Eisenbahn gebaut wurde, stieg die Bevölkerung deutlich. Damit die immer größeren Wagen durch die Stadt fahren konnten, wurden die Arkaden des Carrer Major entfernt und die beiden Stadttore an den Enden dieser Straße abgerissen.
Diese hoffnungsvolle Entwicklung wurde jedoch durch einen Reblausbefall beendet der den Weinbau vollständig vernichtete. Erst gegen Mitte des 20. Jahrhunderts begann wieder eine dynamische Entwicklung der Stadt und hat in den letzten Jahren die Grenze von 6.5000 Einwohnern überschritten.

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Felsenmalereien

Vorgeschichtliche Felsmalereien im östlichen Spanien

In der Umgebung von Montblanc in der Provinz Tarragona wurden an insgesamt elf Orten steinzeitliche Zeichnungen und andere Siedlungsreste gefunden. Sie sind Bestandteil des Weltkulturerbes „Vorgeschichtliche Felsmalereien im östlichen Spanien“.

Poblet

Zisterzienserkloster in Poblet

Monestir de Santa Maria de Poblet ist ein katalanisches Zisterzienserkloster. Es liegt 4 km entfernt vom Ort Vimbodí in der Comarca Conca de Barberà in der Provinz Tarragona.
Das Kloster wurde 1151 von Raimund Berengar IV., Graf von Barcelona, und den herbeigerufenen Brüdern der Abtei Sainte-Marie de Fontfroide in der Narbonne gegründet und später an den Zisterzienserorden abgetreten. Das Königspaar von Aragonien erwählte es zu seinem Pantheon, und es entwickelte sich zu einem der herausragendsten Kulturzentren der Zeit. Besondere Bedeutung erlangte die Bibliothek. Poblet ist das größte und prächtigste Königskloster Spaniens, zugleich das umfangreichste und besterhaltene Zisterzienserkloster des Abendlandes, allerdings stark restauriert (Museum). Die wichtigsten Gebäude stammen aus dem 12. bis 15. Jh.
Das Kloster wurde gleichsam übergeben als Triumphzeichen und steinerne Danksagung für die Vertreibung der muslimischen Araber. Bis zum Ende des katalonisch-aragonesischen Königreiches blieb es königliche Kanzlei und Grabstätte.
Fast gleichzeitig wurden in der Nähe die Klöster Santes Creus und Santa Maria de Vallbona gegründet, beides Zisterzienserklöster, die damals in vollem Aufschwung waren. Die drei Klöster sind heute Bestandteil der Ruta del Cister.
1835 wurde das Klosterleben gewalttätig beendet, die Gebäude angezündet, geplündert und zerstört. Am 24. November 1940 wurden italienische Zisterziensermönche in den Mauern wiederaufgenommen.

Kirche
Die große siebenjochige Abteikirche wurde - in der ersten Bauphase - errichtet von 1166-1198. Sie hat eine Länge von 85 m und eine Mittelschiffhöhe von 28 m. Man orientierte sich an burgundischen Vorbildern des 12. Jhs. Im 14. Jh. folgten einige Umbauten. Anders als in Santes Creus hielt sich hier der gestalterische Überschwang lange Zeit in den Grenzen der zisterziensischen Tradition. Das Hauptschiff erhielt eine Spitztonne als Gewölbe, nur in den Seitenschiffen erscheinen Kreuzrippengewölbe. Es waren die ersten Kreuzrippengewölbe des Landes mit der typisch zisterziensischen Entwicklung der Rippe aus der rechteckigen Vorlage und des Gurtbogens aus der vorgelegten Halbsäule (vergl. deren Einfluß in Salamanca und Avila, vergl. auch Santes Creus 1152, Vallbona 1157 - von Grandselve aus gegründet).
Die Kreuzrippengewölbe sind im nördlichen und späteren südlichen Seitenschiff unterschiedlich gestaltet. Im nördlichen arbeitete man noch mit Wulstrippen, das Gewölbe hat daher noch tonnenähnlichen Charakter. Im Süden hat man dieses Schema später verändert zu einem vollendeten gotischen Kreuzrippengewölbe mit den Diensten auf Konsolen. Der Verzicht auf Dienste, die vom Boden an hochsteigen, ist eine bezeichnende Baugewohnheit der Zisterzienser und wird später in der Bettelordensgotik wieder aufgegriffen. Dadurch bleiben die Mauern großflächig und ungegliedert.
Erwähnenswert an Kunstwerken im Innenraum der Kirche ist das Retabel von Damiá Forment, 1527-29 (erstes wichtiges Werk der Renaissance in Katalonien).

Königliche Gruften in der Vierung
Die berühmten königlichen Grabmäler in der Vierung der Abteikirche sind ab 1340 geschaffen worden. Sie sind nicht mehr 'original' erhalten, wurden später stark zerstört und aus den vorhandenen Trümmern neugeschöpft. Um 1340 ordnete Peter der Zeremoniöse im Kreuzschiff der Basilika die Gräber der beiden Könige, die zuvor in Poblet begraben waren (Alfons I. und Jakob II.), sein eigenes, das seiner Ehefrauen und auch seiner Nachfolger an. So ruhen von den 13 Königen Aragons und Grafen Barcelonas, die von der Vereinigung Petronilas und Ramon Berenguers IV. bis zu Ferdinand V. von Aragon und Isabella I. von Kastilien gehen, acht in Poblet, begleitet von sechs Königinnen und zahlreichen Infanten und Prinzen.
Im Kloster Poblet sind unter anderen beigesetzt:

  •      Ferdinand I., König von Aragonien (* 27. November 1380 - 2. April 1416), genannt der Gerechte
  •      Erzherzog Karl Pius von Habsburg-Lothringen-Toskana, welcher nach dem Zweiten Weltkrieg unter dem Namen Carlos (VIII.) als carlistischer Prätendent Anspruch auf den spanischen Thron erhob
  •      Matthäus Gregor Quatember, 78. Generalabt des Zisterzienserordens


Kreuzgang

Die Südgalerie direkt an der Kirche (dem Brunnenhaus gegenüber) ist die älteste (12. Jh.). Die drei übrigen dagegen nehmen, obwohl sicher kurz hinter der südlichen entstanden, bereits ein rein gotisches Gesicht an. Alle Flügel wurden im 13. Jh. einheitlich mit einem Kreuzrippengewölbe überspannt. Im oberen Teil des Kreuzgangs baute man im 15. und 16. Jh.
Die luxuriösen Kapitelle entwickeln zwar das abstrakte oder das aus pflanzlichen Formen abgeleitete Ornament zu größter Perfektion, achten aber strikt die Grenzen, die Sankt Bernhard seinen Schülern und Nachfolgern gesteckt hatte: für das figurativ Erzählerische, das Fantastische oder gar das Humorige gibt es hier keinen Platz (im Gegensatz zu Santes Creus). Dafür sind sie mit außerordentlicher Sorgfalt gearbeitet.
Das Brunnenhaus hält sich zwar noch an das romanische Schema, zeigt aber schon - gemäß den zisterziensischen frühgotischen Formen - eine Zusammenfassung zu Zweiergruppen unter einem Überfangbogen ohne Maßwerk.
Das Dormitorium aus dem ausgehenden 12. Jh. hat eine beachtliche Länge von 87 m. Das Dach ruht auf 19 Querbogen.

Das Monestir de Santa Maria de Poblet wurde 1991 in die UNESCO-Liste des Welterbes der Menschheit aufgenommen.

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Santes Creus

Santes Creus

Santes Creus (Katalanisch "Heilige Kreuze") ist eine ausgedehnte zisterziensische Klosteranlage des 12. Jahrhunderts in Katalonien in der Provinz Tarragona.

Geschichte
Die Klosteranlage zu den "heiligen Kreuzen" wurde in der Nähe einer Gruppe von Kreuzen gegründet, die zur Erinnerung an eine Lichterscheinung errichtet wurden. Sie wird zu den angenehmsten und lieblichsten der Zisterzienserklöster gezählt. Verantwortlich für die Gründung ist nicht der königliche Hof, sondern die Familie Montcada. Für die Anfangszeit wurden für das Zisterzienserkloster Mönche aus der Abtei von Grandselve im französischen Languedoc herbei geholt. Der damalige Gründungsort ist aber nicht der, an dem das Kloster heute steht. Zweimal zogen die Mönche um. 1158 schließlich ließen sie sich an ihrem heutigen Standort im Tal des Flüßchens Gaià nieder in der Nähe der bereits erwähnten Kreuze.
Der königliche Hof interessierte sich aber bald für das aufblühende Kloster, ließ ihm Privilegien und finanzielle Unterstützung zukommen und bewirkte schließlich, dass das Kloster dem Papst direkt unterstellt wurde. Ab der dritten Generation der Äbte war das Kloster abhängig von Grandselve.
Im 17. Jahrhundert begann der Niedergang der Abtei, 1835 folgte die Säkularisation.
1921 wurde die vom Verfall bedrohte Anlage in die Liste der Nationalen Monumente aufgenommen und damit unter den Schutz der Denkmalpflege gestellt. Das Kloster ist heute gemeinsam mit den Klöstern Santa Maria de Poblet und Santa Maria de Vallbona Bestandteil der Ruta del Cister.

Die Klosteranlage
Der Kirchenbau ist 1174 mit der Fassade begonnen worden. 1215 fand die Weihe statt. Die Fassade wirkt außerordentlich streng und schmucklos, fast burgähnlich mit einem oben abschließenden derben Zinnenkranz.
Die dreischiffige sechsjochige Basilika hat eine Länge von 47 Metern, das Mittelschiff hat eine Breite von neun Metern und eine Höhe von 21 Metern, die Seitenschiffe sind fünf Meter breit und zehn Meter hoch.
Die Arbeit an den einzelnen Klosterteilen zog sich über Jahrzehnte hin. Am Kapitelsaal wurde ab 1174 gebaut, das Dormitorium entstand 1191-1225. Die Grundsteinlegung des Kreuzgangs erfolgte 1313, vollendet war er 1341.

Der Kreuzgang und seine Kapitelle
Die Hauptattraktion des Klosters ist der gotische Kreuzgang mit seinen hochinteressanten, sehr phantasievollen Kapitellen. Eine Vielfalt von Pflanzen, Tieren, Menschen und Tiermenschen ist mit großer Spielfreude dargestellt, wobei zum Teil der gesamte Bereich des Kapitellbandes über mehrere Stützglieder hinweg mit einer einzigen Szene gefüllt wird. Ein "tiefer" theologischer Sinn ist aber im Gegensatz zur benediktinischen Regel offenbar nicht vorhanden. Einige Themen sind: Garten Eden, Erschaffung des Menschen, Erschaffung Evas aus Adams Rippe, Versuchung, Vertreibung etc.; daneben werden verschiedene Handwerksformen gezeigt, jahreszeitliche Arbeiten, Narrenspiele und dämonische Tiergestalten.
Es wird behauptet, dass dieser Kreuzgang der erste gotisch inspirierte von ganz Spanien sei.

Weitere Klostergebäude
Von besonderer Bedeutung ist neben dem Kreuzgang das Dormitorium mit 48,5 Metern Länge und zehn Metern Breite. Elf steinerne Schwibbögen tragen das offene Satteldach. Es ist wesentlich älter als die darunter liegenden Teile des Kreuzganges. Über seine Bauzeit liegen aber unterschiedliche Daten vor. Entweder entstand das Dormitorium ab 1191 oder bereits ab 1173.
Wunderbar erhalten ist ebenfalls der südlich des Kreuzgangs gelegene riesige gotische Weinkeller mit seinen schweren Kreuzrippengewölben und einer einmaligen ‚gruftigen' Atmosphäre.
Im Vergleich dazu bietet die Abteikirche ein schlichtes, weniger bemerkenswertes Bild von herber Einfachheit. Erwähnenswert sind allerdings die Königsgräber, die mit ihrer prunkvollen spätgotischen Ausstattung in diesem Raum wie Fremdkörper wirken.

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Tárraco

Tárraco bzw. Tarragona

Tarragona ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz im Süden der spanischen autonomen Region Katalonien.

Geschichte
218 v. Chr. eroberten die Römer die antike iberische Stadt und machten sie unter dem Namen Tarraco zur Hauptstadt von Hispania citerior. 27 v. Chr. errichteten sie einen Tempel zu Ehren des Augustus und Jupiters. Für die "alten" Römer war Tarragona früher eine Art Ferienort. Veteranen ließen sich hier gerne nieder.
Raimund Berengar I. hatte seinen Machtbereich schon bis vor die Tore der Stadt ausgedehnt. 1118 eroberte Raimund Berengar III. die Stadt und baute es als Hauptsitz der Kirche in Katalonien wieder auf (zuvor waren die Katalanen kirchlich abhängig vom Erzbistum von Narbonne).
In Tarragona gibt es viele römische Monumente: das Amphitheater, den Circus, das Forum Romanum, den Grabmonument Torre dels Escipions, den Triumphbogen Arc de Berà, das Mausoleum von Centcelles und die Aquäduktbrücke Aqüeducte de les Ferreres (auch Pont del Diable genannt). Im Jahre 2000 wurde das archäologisches Ensemble von Tarraco zum UNESCO-Welterbe erklärt. Bei aktuellen Bauarbeiten werden immer wieder Reste alter römischer Bauten entdeckt. Auf Bitten der Archäologen werden daraufhin die Bauarbeiten oft zum Verdruss der Bauherren unterbrochen.
Der Passeig Arqueològic, der sich entlang der Stadtmauer hinzieht, die den römischen Geschichtsschreibern Livius und Plinius zufolge auf die Scipionen im 3. Jahrhundert v. Chr. zurückgeht, anderen Ansichten nach wegen der zyklopischen Steinblöcke von mehreren Tonnen, die ohne Fugen zusammengefügt wurden, älter sein dürfte. Im Museo Arqueológico werden römische Exponate ausgestellt, zu der auch sehenswerte Mosaike, insbesondere ein Medusenhaupt gehört. Neben dem Museum befindet sich das römische Prätorium aus dem 1. Jahrhundert v. Chr., das hier eine quadratische Form hatte und im Mittelalter heftigen Veränderungen unterworfen war. Das Amphitheater liegt unmittelbar an der Küste und war Schauplatz des Märtyrertods des Bischofs Fructuosus und der Diakone Augurius und Eulogius.

Wirtschaft
Tarragona hat einen Hafen, der von der Umschlagsmenge her zu den wichtigsten Häfen des Mittelmeeres gehört. Die Betreibergesellschaft des Hafens hat deswegen einen großen politischen Einfluss im Stadtparlament. Im Südwesten der Stadt reihen sich verschiedene Industriewerke der Petrochemie aneinander. Lanxess, BASF, Dow Chemical, Repsol YPF und andere Konzerne haben dort ihre Raffinerien und andere Niederlassungen.
Rund um Tarragona finden sich unter anderem Haselnussplantagen und Weinanbau (siehe auch Weinbau in Spanien). Qualitativ hervorragenden Wein liefert das unmittelbar hinter Tarragona gelegene Priorat.

Gesellschaft
Die Universität Universitat Rovira i Virgili ist nach ihrer Abspaltung von der Universität Barcelona im Jahre 1991 eine eigenständige Universität mit Fakultäten in Tarragona, Reus und Vila-seca.
Eine gewisse Rivalität besteht zwischen den Einwohnern der Stadt Tarragona und der benachbarten Stadt Reus sowie El Vendrell.
Die Hauptstraße "La Rambla Nova" führt direkt Richtung Meer, endet jedoch an einer ca. 30 Meter hohen natürlichen Steilwand. Ein kunstvoll gestaltetes Geländer bewahrt den Spaziergänger vor dem versehentlichem Absturz. Das Handauflegen auf einen der metallenen Geländerpfosten soll Glück bringen. Die Tarragonesen sagen auf Katalanisch: Tocar ferro porta sort! ("Eisen berühren bringt Glück").
Im Nordosten der Stadt gibt es ein paar schöne Strände, die in den Sommermonaten von den Einwohnern Tarragonas besucht werden. Je weiter man an der Küste Richtung Barcelona kommt, trifft man am Strand auch mehr Einwohner aus Barcelona, welche fürs Wochenende aus ihrer Stadt flüchten und den ruhigeren Küstenabschnitt zwischen Tarragona und Barcelona aufsuchen.
Zu Karneval findet ein Umzug statt. Die Tänzer auf den Wagen und auf der Straße sind verkleidet, ähnlich wie in Rio de Janeiro. Die Zuschauer sind nicht verkleidet, genießen wohl aber die Zurschaustellung der meist leicht bekleideten jungen Tänzerinnen und Tänzer.
In der Karwoche (semana santa) gibt es religiöse Prozessionen, die durch die Straßen der Stadt ziehen. Schutzheiliger der Stadt ist Fructuosus (21. Januar).
In der ersten Juli-Woche jeden Jahres findet in Tarragona ein internationaler Feuerwerkswettbewerb statt, der jeden Abend von Montag bis Freitag um 22.30 Uhr mehrere zehntausend Zuschauer anlockt.

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Vall de Boi

Vall de Boí

La Vall de Boí ist eine Gemeinde in einem engen, steilen Tal in der Provinz Lleida der Autonomen Gemeinschaft Katalonien in Spanien. Die aus verschiedenen Weilern bestehende Gemeinde liegt in der nordöstlichen Ecke der Comarca Alta Ribagorça am Rande der Pyrenäen und ist die flächengrößte der Gegend. Der Hauptort ist Barriera, der bis 1996 der gesamten Gemeinde den Namen gab. Das gleichnamige Tal durchfließt der Fluss Noguera de Tor.
Das Tal ist am bekanntesten für seine neun frühromanischen Kirchen, die es - abgesehen von alten Großstädten wie Rom oder Köln - zur Gegend mit der größten Dichte an romanischen Kirchen Europas macht. Es wurde am 30. November 2000 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Das Tal beinhaltet auch das höchste Ski-Ressort der Pyrenäen bei Boí-Taüll und grenzt im Nordosten an den Nationalpark Aigüestortes i Estany de Sant Maurici.

Geschichte
Die maurische Eroberung Spaniens erreichte nicht die Hochgebirgstäler der Pyrenäen. Die ersten christlichen Grafschaften wurden im 9. Jahrhundert gegründet und schenkten ihren fränkischen Lehnsherren kaum Beachtung. Die Bevölkerung war größtenteils baskisch. Das Tal gehörte erst zur Tolosa, die später mit der Grafschaft Ribagorza vereinigt wurde. Im 11. Jahrhundert geriet das Tal in die Hände der Grafschaft Pallars, bevor es im 12. Jahrhundert von Aragon annektiert wurde. Als Ergebnis seiner strategischen Position besitzt das Tal viele Burgen, wenn auch meist in schlechtem Zustand.

Kirchen
Obwohl das Tal im Mittelalter eine relativ geringe Bevölkerungsdichte hatte, ermöglichten große Mengen Silber den lokalen Herren, den katalanischen Feldzug zur Wiedererlangung Barbastros und Saragossas zu unterstützen. Ein großer Teil des Reichtums wurde für den Bau von Kirchen zwischen dem 11. und dem 12. Jahrhundert aufgewandt, die in dem neuen Architekturstil erbaut wurden, der aus der Lombardei stammte. Die Kirchen zeichnen sich durch aufwendige Steinmetzarbeiten und elegante Kirchtürme aus. Wandmalereien aus den Kirchen werden in Barcelona im Museu Nacional d'Art de Catalunya (MNAC) aufbewahrt. Viele der Kirchen werden seit ihrer Weihe im 11. und 12. Jahrhundert durchgängig für den Gottesdienst genutzt. Neun dieser Kirchen wurden ins UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen, nämlich: Sant Climent und Santa Maria in Taüll, Sant Feliu in Barruera, Sant Joan in Boí, Santa Eulàlia in Erill la Vall, Santa Maria de l'Assumpció de Cóll, Santa Maria de Cardet, la Nativitat de la Mare de Déu in Durro, und die Einsiedelei von Sant Quirc in der Nähe Durros. Das Tal enthält auch eine Reihe von Ruinen anderer romanischer Kirchengebäude, unter anderem: Sant Llorenç in Saraís und Santa Martí in Taüll, und die Einsiedeleien von Sant Cristòfol in Erill, von Sant Quirc in Taüll, von Sant Salvador in Barruera und von Sant Pere in Boí.

Sant Climent de Taüll
Die Kirche von Sant Climent de Taüll wurde am 10. Dezember 1123 durch den Bischof von Roda geweiht. Sie liegt an einem leichten Hang an der Straße von Taüll nach Boí. Sie ist die größte und besterhaltene Kirche des Vall de Boí. Ebenso ist sie die architektonisch herausragendste. Die romanische Kirche ist dreischiffig ausgelegt. Jedes der Schiffe wird durch eine Säulenarkade abgetrennt und endet in einer halbkreisförmigen Apsis. Sie ist noch immer im Besitz ihres ursprünglichen doppelt geneigten Daches. In südöstlicher Richtung des Hauptbaus steht ein sechsstöckiger Glockenturm mit Bogenfenstern in jedem Stockwerk. Das Gebäude besteht aus mit dekorativen Elementen versehenen Granitblöcken und Bimssteinfenstern. Die Fassade ist mit Friesen und Pfeilern versehen. Das Bildnis des Christ Pantokrator aus der Kirche, welches ursprünglich in der Hauptapsis zu finden war, befindet sich heute im MNAC (Barcelona). Es gilt als eines der Meisterwerke der Romanik.

Santa Maria de Taüll
Die Kirche Santa Maria steht in Taüll und wurde am 11. Dezember 1123, einen Tag nach San Climent, geweiht. Sie wurde ebenso mit drei, in einer Apsis endenden Schiffen erbaut. Der Glockenturm ragt aus dem südöstlichen Schiff auf. Die Qualität der Steinmetzarbeiten sind schlechter als die des Restes der Kirche. Somit könnte der Turm vorher und die Kirche später drumherum gebaut worden sein. Die Kirche wurde im 18. Jahrhundert von Grund auf renoviert und eine Kuppel hinzugefügt. Ihre Fresken wurden um 1918 entfernt und ins MNAC überführt. Viele Umbauten aus dem 18. Jahrhundert wurden in den 1970ern entfernt, unter anderem die Kuppel.

Sant Feliu de Barruera
Die Kirche Sant Feliu liegt leicht nördlich von Barruera. Das Dorf liegt an einem strategischen Punkt, an welchem sich das Tal weitet und war im Mittelalter mit einer nahe gelegenen, heute verschwundenen Abtei verbunden. Die Kirche hat ein Schiff (von ursprünglich drei), ein Tonnengewölbe, sowie eine halbkreisförmige Apsis. Sie hat ein rechteckiges Querschiff mit Apsis und eine quadratische Kapelle Richtung Süden. Ein einfacher, unverzierter Turm steht an der südöstlichen Ecke der Kirche. Sie wurde im 16. Jahrhundert renoviert, wobei zwei gotische Kapellen an das Hauptschiff und eine ebenfalls gotische Westfassade hinzugefügt wurden.

Sant Joan de Boí
Die Kirche Sant Joan liegt am Eingang von Boí, das dem Tal den Namen gibt. Das ursprüngliche Holzdach wurde durch ein steinernes ersetzt. Der Glockenturm erhebt sich südlich des Südschiffes. Die Kirche wurde im 18.Jahrhundert renoviert, allerdings wurden in den 1960ern viele dieser Änderungen wieder rückgängig gemacht. Ihre Wandmalereien wurden 1919 ins MNAC überführt.

Santa Eulàlia d'Erill-la-Vall
Die Kirche Santa Eulàlia d'Erill-la-Vall hat ein einzelnes, langes Kirchenschiff mit einer dreifachen Apsis am östlichen Ende und einen sich auf einen gepflasterten Fußweg öffnenden Eingang am nördlichen Ende. Ein Holzdach hat das ursprüngliche Tonnengewölbe ersetzt. Der in nördlicher Richtung stehende, sechsstöckige Glockenturm erreicht eine Höhe von 23 Metern.

Santa Maria de l'Assumpció de Cóll
Die Kirche Santa Maria de l'Assumpció de Cóll liegt außerhalb des Dorfes Cóll. Sie besitzt ein einfaches Schiff mit Apsis und Tonnengewölbe und späteren, gotischen Anfügungen. Eine Seitenkapelle im Norden und ein neuerer, gotischer, zweistöckiger Glockenturm im Süden ergeben einen kreuzförmigen Grundriss. Das Innere wird durch Öffnungen an den Ost- und Westenden erhellt. Der Eingang liegt im Westen. Der Turm ist in schlechtem Zustand.

Santa Maria de Cardet
Die Kirche Santa Maria liegt auf einem Felsvorsprung am Eingang des Tales. Die Kirche liegt an einem Abhang an der östlichen Ecke des Dorfes Cardet. Sie hat ein einzelnes Schiff mit Apsis und einer unter dieser liegenden Krypta (da der Grund an dieser Stelle stark abfällt). Eine Sakristei wurde im Südosten des Schiffes hinzugefügt, eine Kapelle an der Nordfassade. Das Äußere enthält Elemente aus dem 11. Jahrhundert und von Renovierungen aus dem 12., 13., 17. und 18. Jahrhundert. Das Innere ist im Barock-Stil späterer Renovierungen gehalten.

Nativitat de la Mare de Déu de Durro
Die Kleinstadt Durro liegt auf 1386 Metern Höhe an der Südseite eines Berges. Die Kirche hat ein einzelnes, enges Schiff mit Tonnengewölbe und Schieferdach. Sie wurde mit einer Apsis erbaut, die jetzt durch eine Sakristei ersetzt ist. Zwei quadratische Kapellen wurden in die Nordwand eingebaut. Der fünfstöckige Glockenturm steht an ihrer nordöstlichen Ecke. Der Eingang liegt an der Südwand, am Ende eines gepflasterten Fußweges. Das Gebäude wurde seit seiner Erbauung im 12. Jahrhundert oft renoviert und erweitert, so dass wenig von seiner ursprünglichen Bausubstanz erhalten ist. Die Kirche wurde 1983, der Turm 1994 restauriert.

L'ermita de Sant Quirc de Durro
Die kleine Einsiedelei von Sant Quirc liegt auf einem Felsvorsprung in der Nähe von Durro. Sie hat ein kleines Schiff mit Apsis, sowie einen Eingang in südlicher Richtung. Eine niedrige Glockenstube steht an ihrem westlichen Ende. Der Dachstuhl, von außen zugänglich, wurde vermutlich als Kornspeicher genutzt.

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