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Sunday, 17. December 2017

Extremadura

  • Ribera del Guadiana

Extremadura

Alcántara

Brücke von Alcántara

Die Brücke von Alcántara ist eine römische Steinbogenbrücke, die unmittelbar bei dem gleichnamigen spanischen Ort in der Extremadura ca. 5 km vor der portugiesischen Grenze den Fluss Tajo überspannt. Sie gilt als das bedeutendste erhalten gebliebene römische Brückenbauwerk auf der Welt.

Architektur
Die Brücke erstreckt sich mit sechs unterschiedlich weiten Bögen über eine Länge von 194 m. Ihre 8 m breite Fahrbahn liegt etwa 50 m über dem Normalwasserspiegel des Tajo, wobei die Gesamthöhe des Bauwerks bei 71 m liegt. Die beiden zentralen Bögen der Brücke zählen mit ihrer Weite von 27,34 m bzw. 28,60 m zu den größten noch erhaltenen antiken Bogenkonstruktionen. Die rechteckigen, im Grundriss ca. 12,20 m mal 8,30 m messenden Pfeiler sind an beiden Seiten mit dreieckigen Strombrechern von etwa 8 m Länge ausgestattet und gründen unmittelbar auf dem Schieferfelsen des Untergrundes, in den Fundamentplattformen hineingehauen wurden. Die Brücke ist mörtelfrei im opus quadratum (römische Quaderbauweise) errichtet, wobei die Steine an einigen Stellen, insbesondere im unteren Bereich der Pfeiler, mit Metallklammern verbunden wurden.
Zur Mitte der Brücke hin befindet sich ein dem Kaiser Trajan gewidmeter, etwa 14 m hoher Ehrenbogen. Zudem wurde an der Südostseite ein Tempel unbekannter Zuordnung errichtet, der die Grablege Gajus Julius Lacers enthielt, des Erbauers der Brücke, und mit einer heute rekonstruierten, marmornen Inschrift ausgestattet war. Diese erwähnt den Architekten namentlich und streift auf fast poetische Weise die Bestimmung der Brücke, die Jahrhunderte zu überdauern. Und dies hat sie auf beeindruckende Weise getan.

Geschichte
Bau der Brücke
Die Straßenbrücke wurde im ersten Jahrzehnt des zweiten nachchristlichen Jahrhunderts, zur Zeit des Kaisers Trajan, innerhalb von nur ca. fünf Jahren erbaut. Ermöglicht wurde eine solch kurze Bauzeit durch den hohen logistischen Organisationsgrad des römischen Zentralverwaltungs- und Transportsystems. So konnten aus einem riesigen demografischen Reservoir viele Arbeitskräfte an bestimmten Orten konzentriert werden. Dies betraf sowohl freie Arbeiter als natürlich auch Sklaven. Zum Vergleich wurden im Mittelalter für den Bau von Projekten ähnlicher Größenordnung oft Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte benötigt. Fertig gestellt wurde die Brücke von Alcántara wahrscheinlich in den Jahren 105 oder 106 n. Chr.
Der Bau erfolgte auf finanzielle Initiative von elf Munizipien der Provinz Lusitania. Sie wollten damit die Verkehrsverbindung nach Kantabrien und Galicien vereinfachen, die vor allem für die Versorgung aus den dort ausgebeuteten Eisenvorkommen bedeutend war. Bis dahin konnte diese nur auf dem schwierigen und riskanten Seeweg über den Atlantik bedient werden. Dazu musste jedoch als wichtigstes Hindernis an der Straßenverbindung zwischen Norba (heute Cáceres) und Conimbriga (bei Condeixa-a-Velha) der Fluss Tagus (span. Tajo, port. Tejo) überwunden werden.
Man entschied sich dafür, diesen an einer Stelle, in der er tief in die Hügellandschaft eingeschnitten ist, mit einer Brücke zu überspannen. Da an diesem Ort die Hoch- und Tiefwasseramplitude besonders hoch ist, stellte dies besondere Anforderungen an den zu realisierenden Bau. Lacer löste das gestellte Problem mit einer sowohl aus statischen als auch ästhetischen Gesichtspunkten eindrucksvollen Konstruktion.

Arabische Eroberung und Reconquista

Die Araber, die zu Beginn des achten Jahrhunderts die iberische Halbinsel erobert hatten, schätzten die bautechnische und strategische Bedeutung der Brücke so hoch ein, dass sie die auf der Anhöhe über der Brückenzufahrt entstehende Ansiedlung al-Qantara nannten, was schlicht "die Brücke" bedeutet. Der Historiker und Geograph Al-Idrisi bezeichnete die "Schwertbrücke" in seiner Beschreibung Spaniens im 12. Jh. als eines der Weltwunder. Auf die erwähnte arabische Bezeichnung geht wohl auch die Legende zurück, im Inneren der Brücke sei ein goldenes Schwert eingemauert; einer anderen Überlieferung zufolge soll es sich um das Schwert Roderichs handeln, des letzten westgotischen Königs von Toledo.
Als sich zur Zeit der Reconquista die christlichen Truppen näherten, zerstörten die abziehenden Mauren nicht etwa die gesamte Brücke, sondern begnügten sich damit, einen der beiden kleinsten Bögen unbrauchbar zu machen. Endgültig eroberte König Alfons IX. von León Alcántara im Jahr 1213 für sein Reich und übergab Festung und Brücke fünf Jahre darauf dem später Alcántaraorden genannten Ritterorden.

Renovierungen und Kriegsschäden
Unter König Karl I. wurde das Bauwerk 1543 wiederhergestellt, renoviert und auf dem Portugal zugewandten Nordufer mit Verteidigungsanlagen ausgestattet, deren Reste (der so gen. Torre de Oro, "Goldener Turm") heute noch sichtbar sind. Zur Erinnerung wurde am Ehrenbogen auf der linken Seite (s. Foto) eine Tafel mit einer Inschrift angebracht.
Während des spanischen Erbfolgekrieges wurde im Jahre 1707 der erste Bogen auf der Nordwestseite zerstört, den König Karl III. 1778 wieder aufbauen ließ.
In den Koalitionskriegen wurde 1809 während der Kämpfe zwischen napoleonischen und portugiesisch-englischen Kräften der von Nordwesten aus gesehen zweite Bogen gesprengt. Das Befahren der Brücke wurde dann 1818 durch eine Hilfskonstruktion aus Holz wieder ermöglicht, die jedoch ihrerseits während der Karlistenkriege im Jahr 1836 verbrannte. Erst zwischen 1858 und 1869 wurde der zerstörte Bogen auf Geheiß der Königin Isabella II., die an der rechten Seite des Trajanbogens ebenfalls eine Gedenktafel anbringen ließ, wieder aufgebaut. Dabei wurde auch die bis dahin zur Mitte hin ansteigende Fahrbahn begradigt. Dies und die Tatsache, dass der Brückenbogen nicht wie ursprünglich ohne Mörtel gebaut wurde, sind Eingriffe, die man nach heutigen Gesichtspunkten wohl vermieden hätte.
Dennoch wirkt es beinahe ergreifend, wenn bis heute sogar Omnibusse und Lastwagen die Brücke überqueren und man damit die Vision des Epigraphen und das technische Genius des Architekten bestätigt sieht.

Architekturpreis
Seit 1988 wird von einer Stiftung alle zwei Jahre der internationale Architekturpreis Premio Internacional Puente de Alcántara vergeben, mit dem "im Zeichen dieser römischen Brücke Ingenieurbauwerke von herausragender kultureller, technischer, ästhetischer oder gesellschaftlicher Bedeutung in Spanien, Portugal und Lateinamerika ausgezeichnet werden sollen" (Q: Selbstdarstellung der Stiftung San Benito de Alcántara, Alcántara).

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Cáceres

Altstadt von Cáceres

Die spanische Stadt Cáceres (Provinz Cáceres, autonome Region Extremadura) wurde etwa 34 v. Chr. von den Römern unter dem Namen Norba Caesarina gegründet. Im 6. Jahrhundert wurden große Teile der Stadt durch die einfallenden Goten zerstört und erst 600 Jahre später von den Mauren wieder aufgebaut. Erst 1169 gelang es dem König von León, Fernando II., die Stadt zu erobern. Da sich das Königtum nicht in der Lage sah, die Verteidigung zu organisieren, wurde die Stadt dem neu gegründeten Santiagoorden übergeben. Bereits 1179 musste die Stadt wieder aufgegeben werden und erst Alfonso IX. von León gelang es 1229 endgültig, die Stadt für das Königreich León einzunehmen. Im 15. Jahrhundert litt Cáceres unter dem Befehl Isabellas, die, nachdem sie den Streit mit Beltraneja um die Thronfolge in Kastilien gewonnen hatte, anordnete, dass alle Türme der Häuser, deren Besitzer sie nicht unterstützt hatten, abzureißen waren. Nur zwei Paläste blieben unversehrt. Deshalb trägt Cáceres heute den Beinamen Enthauptete Hauptstadt.
Cáceres hatte Ende 2006 rund 91.000 Einwohner.

Sehenswürdigkeiten
In Cáceres befindet sich mit dem Guayasamín House Museum das bislang einzige Museum Europas, das dem Werk des ecuadorianischen Malers Osvaldo Guayasamín gewidmet ist.
Neben dem von Istanbul ist der am höchsten Punkt der Altstadt in Fels gehauene Aljibe der größte Zisternenbau der Welt. Im Jahre 1986 erhielt der Ort den Status des UNESCO-Weltkulturerbes.
Ein besonderer Höhepunkt in Cáceres - für alle, die das Nachtleben genießen wollen - war "el botellón". Am Wochenende versammelten sich junge Leute vor dem Tor zur Altstadt, bevor sie in die Diskos gingen. Es konnte schon einmal vorkommen, dass sich dort bis zu 5.000 Leute trafen und zusammen feierten. Seit 2002 sind Botellones per Gesetz verboten, da die Jugendlichen teilweise Krawalle veranstalteten und die Umwelt verschmutzten.

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Guadalupe

Guadalupe

Monasterio de Guadalupe * Author: Rpmayor * Genehmigung: GFDL

Das Real Monasterio de Nuestra Señora de Guadalupe (Deutsch:Königliches Kloster unserer Frau von Guadelupe), ist ein Kloster in der Provinz Cáceres der Autonomen Gemeinschaft Extremadura, Spanien. Es war für mehr als vier Jahrhunderte das wichtigste Kloster des Landes und wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Geschichte
Das Kloster hat seine Ursprünge im späten 13. Jahrhundert, als ein Schäfer namens Gil Cordero am Ufer des Guadelupe eine Madonnenstatue fand , die 714 anscheinend von den Einwohnern der Gegend, vor den maurischen Invasoren versteckt worden war. Am Fundort wurde daraufhin eine Kapelle errichtet. König Alfons XI. von Kastilien, der die Kapelle öfters besucht hatte, erbat die Hilfe Guadelupes vor der Schlacht am Salado. Nachdem er dort siegreich geblieben war schrieb er dies ihrem Beistand zu, erklärte die Kirche zu einem königlichen Heiligtum und veranlasste ein großangelegtes Umbauprogramm. 1389 übernahm die Ordensgemeinschaft der Hieronymiten das Kloster und machten es zu ihrem Hauptsitz. Die Bauarbeiten gingen unter der Leitung des jeweiligen ersten Priors des Ordens weiter. 1474 wurde dort Heinrich IV. an der Seite seiner Mutter beigesetzt. Das Kloster hat viele Verbindungen in die Neue Welt, wo Santa María de Guadalupe in hohem Ansehen steht und unter anderem in der Basilika von Santa María von Guadalupe (Basílica de Santa María de Guadalupe) verehrt wird. Es war auch hier, in der Extremadura, wohin Christoph Kolumbus seine erste Pilgerreise nach der Entdeckung Amerikas unternahm. Selbst nachdem die Mönche von Guadelupe das berühmte Kloster El Escorial gegründet hatten, das viel näher an Madrid lag, behielt es den königlichen Schutz. Es blieb das wichtigste Kloster Spaniens bis zur Säkularisation im Jahr 1835. Im 20. Jahrhundert wurde das Kloster vom Franziskanerorden wiederbelebt und wurde, 1955, von Papst Pius XII. zur Kleinen Papstbasilika erklärt.

Kunstdenkmäler
Das Kloster dessen Architektur mehrere Jahrhunderte hindurch entstand wird noch immer durch den, von Alfonso XI und seinen unmittelbaren Nachfolgern im 14. und 15. Jahrhundert erbauten, Templo Mayor(Hauptkirche) beherrscht. Die rechteckige Kapelle von Santa Catalina stammt ebenfalls aus dem 15. Jahrhundert. Sie ist bekannt für eine Reihe kunstvoll verzierter Gräber aus dem 17. Jahrhundert. Die Reliquienkirche verbindet Santa Catalina mit der barocken Sakristei (1638-1647). Sie ist reich verziert und beherbergt eine Reihe von Gemälden Francisco de Zurbaráns. Hinter der Basilika befindet sich der Camarin de la Virgen , ein achteckiges Barockgebäude (1687-1696) mit der beeindruckenden stuckierten Kammer der Jungfrau und neun Gemälden von Luca Giordano. Das Prunkstück dieser reich dekorierten Halle ist ein Thron mit der Statue der Madonna die dem Kloster ihren Namen gab. Andere bemerkenswerte Baute sind das Kloster im Mudéjar-Stil (1389-1405) mit seinem plateresken Portal, das spätgotische Kloster (1531-1533) und die, durch einen Nachfahren Kolumbus in Auftrag gegebene, Neue Kirche (1730). Bedauerlicherweise wurde der Palast von Isabella I., erbaut von 1487 bis 1491, im Jahr 1856 abgerissen.

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Mérida

Mérida

Emerita Augusta war eine römische Stadt im Südwesten Spaniens, aus der sich das heutige Mérida entwickelte.
Im Römischen Reich war die Stadt die Hauptstadt der Provinz Lusitania. Sie wurde im Jahre 25 v. Chr. von Kaiser Augustus als Kolonie für Legionäre im Ruhestand gegründet. Im Laufe der Zeit wurden zahlreiche repräsentative Gebäude errichtet: Theater, Amphitheater, Circus, Tempel, Brücken und Aquädukte. Die Stadt lag an der wichtigen Nord-Süd-Römerstraße Via de la Plata. Über Jahrhunderte, bis zum Untergang des Römischen Reichs, war Mérida ein wichtiges wirtschaftliches, militärisches und kulturelles Zentrum.

Erhaltene Gebäude
Die Römische Brücke in Mérida ist das größte erhaltene antike Brückenbauwerk der Welt.
Zu den Denkmälern aus der Römerzeit gehören:

El Puente Romano
El Puente Romano (die römische Brücke) über den Fluss Guadiana, die bis in die 90er Jahre in Benutzung war
Man kann sie in gewisser Weise als den Ursprung der Stadt betrachten, da sie Teil einer der wichtigsten Lebensadern der römischen Kolonie in Spanien, des Decumanus Maximus war. Der Ort der Brücke ist sorgfältig gewählt und befindet sich an einer seichten Stelle des Flusses, an der es zudem eine kleine Flussinsel gibt, die den Strom teilt. Die heute vorhandene Brücke verläuft seit einer Erneuerung im 17. Jh. in einem Stück über den Fluss. Ursprünglich überspannte sie den Fluss in zwei Bogengruppen, die mit einer Holzträgerkonstruktion verbunden waren. Teile der Originalbrücke wurden 1603 bei Hochwasser zerstört. Danach wurde beschlossen, die beiden Bogengruppen mithilfe weiterer Bögen in der Mitte zu verbinden. Die Brücke ist mit nunmehr 792 m Länge eine der längsten Brücken aus römischer Zeit, die sich erhalten haben.

Römische Brücke über den Fluss Albarregas
Mit einer Länge von 145 m ist sie nicht so lang wie diejenige über den Fluss Guadiana. Sie wurde zu gleicher Zeit wie die Brücke über den Guadiana erbaut und ist Teil der Hauptstraße Méridas namens Kardo Maximus, der zweiten wichtigen Route der Stadt. Dieser Kardo Maximus ist als Teil des Via de la Plata (Silberstraße) in alter wie neuer Zeit eine der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen Spaniens gewesen (Sevilla-Mérida-Salamanca-Lugo). Dies verdeutlicht die überragende strategische Lage Méridas für das römische Reich, gelegen am Schnittpunkt zweier überregionaler Handelsrouten in nordsüdlicher und ostwestlicher Richtung.

Tempel der Diana
Dieses Gebäude war Teil des Forums der Stadt. In Wirklichkeit handelt sich um einen Tempel des Kaiserkultes, in dem die Imperatoren als Götter verehrt wurden. Der Name Dianatempel wurde bei der Entdeckung irrtümlich vergeben. Es ist das einzige religiöse Gebäude der Stadt, das sich in einem zufriedenstellenden Zustand erhalten hat. Es wurde zwischen dem Ende des ersten vorchristlichen oder Anfang des ersten christlichen Jahrhunderts in der augusteischen Epoche erbaut. Das Gebäude ist rechteckig und war von Säulen umgeben. Die Vorderfront zeigte zum Forum und besteht aus 6 Säulen. Dass es in guten Zustand erhalten blieb, verdankt sich dem Umstand, in den Palast der Grafen de los Corbos integriert worden zu sein, der im Renaissancestile errichtet wurde und dessen Reste immer noch zu sehen sind. Zum Bau wurde vor allem Granit verwendet.

Triumphbogen des Trajan
Reste des Forums einschließlich des Trajansbogens (Triumphbogen des Trajan)

Circus Maximus
Reste des Circus Maximus (Pferderennbahn)
Mit mehr als 400 Metern Länge und 100 Metern Breite war er eines der größten Veranstaltungsorte der Stadt, und ebenso wie das Amphitheater ein wahrer Zuschauermagnet. Wegen seiner Größe befand er sich außerhalb der Stadtmauern, am Rand des Weges von Emerita Augusta (Mérida) nach Corduba (Córdoba) und Tolletum (Toledo). Dieser Circus hatte ein Fassungsvermögen von 30.000 Zuschauern, die je ihrem Rang (Aristokraten, Bürger, Arbeiter) in drei Rängen Platz fanden. Er wurde vermutlich zu Beginn des 1. Jahrhunderts nach Christus, vermutlich zu Zeiten des Kaisers Tiberius, gebaut. In der Arena befindet sich eine Mittelachse, die 223 m lang ist und 8,5 m breit. Darum herum wurden Rennen mit Gespannen von 2 Pferden (bigas) bzw. 4 Pferden (Quadrigas) abgehalten. Die erfolgreichen Fahrer (aurigas) der Gespanne waren sehr populär und wurden in Gemälden und Mosaiken verewigt.
 
Acueducto de los Milagros Aquädukt
Das Aquädukt führte Wasser aus dem Staubecken namens Proserpina (Persephone) 5 km vor der Stadt nach Emerita Augusta und verlief teils oberirdisch, teils unterirdisch. Es wurde unter Augustus um die Zeitenwende errichtet. Die Bögen sind relativ gut erhalten, vor allem der Teil, der das Albarregastal überbrückt.

Acueducto de Rabo de Buey-San Lázaro (Ochsenschwanz-Hl. Lazarus)
Dieses brachte Wasser aus den Bächen nördlich der Stadt, und die unterirdische Wasserleitung ist gut erhalten. Von den Bögen über das Albarregastal sind nur noch drei erhalten, sowie einige in Nachbarschaft zum römischen Circus.

Proserpina-Staudamm

Mithräum (Tempel des Mithraskults)

Römisches Theater
das Römische Theater, in dem beim Sommerfestival noch heute klassische Theaterstücke aufgeführt werden.
Der Bau wurde durch den Konsul Marcus Vipsanius Agrippa in Auftrag geben und vermutlich zwischen 16-15 v. Chr. eingeweiht. Es ist eines der spektakulärsten Bauwerke der Stadt und beherbergt seit 1933 das Festival des klassischen Theaters, womit es seine ursprüngliche Funktion wiedererlangt hat. Es besteht aus einer Tribüne (cavea) mit einer Kapazität für 6000 Zuschauer, die in drei Bereiche unterteilt ist: imacavea, media und summa. Die beiden unteren Bereiche sind gut erhalten bzw. wiederhergestellt, während der obere (summa) stärker gelitten hat. Ein weiterer Bereich ist das orchestra, in dem bei Aufführungen der Chor untergebracht war. Daneben gibt es noch die Bühne (pulpitum) und dahinter das Bühnengebäude (scaenae frons), das als Kulisse diente und mit die schönste und charakteristischte Ansicht des Theaters bietet. Es besteht aus korinthischen Marmorsäulen, in deren Zwischenräumen Skulpturen aufgestellt sind. Das Bühnengebäude hat drei Zugänge, deren mittlerer sich valva regia nennt, die seitlichen valvae hospitalia. Hinter der Bühne befindet sich ein Garten mit Pergolas. Das Theater wurde mehrfach umgebaut. Am Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. wurde zur Zeit Trajans das Bühnengebäude errichtet. Ein weiterer Umbau erfolgte zwischen 330-340 n.Chr. In späterer Zeit wurde das Theater nicht mehr genutzt und verfiel, sei es durch Vernachlässigung oder Erdbeben. Auch das Bühnengebäude stürzte ein. Zeitweilig diente es sogar als Steinbruch, wobei der obere Zuschauerrang (summa) abgetragen wurde. In der Neuzeit konnten jedoch die Säulen des Bühnengebäudes geborgen und wieder aufgestellt werden.

Amphitheater Mérida
Dieser Bau war noch beliebter als das Theater, da hier die blutigen Tier-und Gladiatorenkämpfe stattfanden. Es wurde 8 v. Chr. eingeweiht. Das Gebäude umgibt eine elliptische Arena und bietet 15.000 Zuschauern Platz. Es ist wie das Theater in drei Ränge gegliedert. Nur der unterste Rang ist erhalten geblieben, die oberen beiden wurden als Steinbruch genutzt und abgetragen.

Römisches Museum
das Römische Museum, mit schönen Mosaiken, einer Münzsammlung sowie Gebäuderesten aus der Römerzeit

Brücke von Alcántara
Ca. 100 km nördlich befindet sich die Brücke von Alcántara, von Mérida mitfinanzierte Brücke, die die Stadt und Lusitanien mit dem Nordwesten der iberischen Halbinsel verband.

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