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Tuesday, 12. December 2017

Ephesos

Historische Karte von Ephesos * Meyers Konversationslexikon 1888

Ephesos (lat. Ephesus, türk. Efes) war eine der bedeutendsten und ältesten griechischen Städte Kleinasiens (heute Türkei) im Altertum. Sowohl Name als auch ursprüngliche Besiedlung stammen aus vorgriechischer Zeit.

Ephesos liegt ungefähr 70 km südlich von İzmir unweit der türkischen Westküste (Ägäis) in der antiken Landschaft Ionien. Im Altertum lag es direkt am Meer. Durch Sedimentation sowie klimatische und seismische Veränderungen verschob sich die Küstenlinie im Laufe der Zeit nach Westen, so dass die Stadt heute mehrere Kilometer landeinwärts liegt.

 

 

Geschichte

Das große Theater von Ephesos * fotografiert von Frank Willeke * GFDL

Die ältesten Zeugnisse für die Anwesenheit von Menschen im Bereich der späteren Stadt Ephesos gehen bis ins Spätchalkolithikum um 5000 v. Chr. zurück. Bereits im 2. Jahrtausend v. Chr. war die aus hethitischen Texten bekannte und wahrscheinlich mit dem späteren Ephesos zu identifizierende Siedlung Apasa, im Land Arzawa gelegen, ein wichtiges Zentrum im Einflussbereich der hethitischen und mykenischen Kulturen. Aus der 2. Hälfte des 2. Jahrtausends v. Chr. existieren minoische und mykenische Reste. Etwa im 10. vorchristlichen Jahrhundert begann die Besiedlung durch ionische Griechen.
Einheimische Lyder und Karer lebten nordöstlich des heutigen Stadtgebietes, die zugewanderten Griechen gründeten der Überlieferung nach eine eigene Siedlung namens Koressos. Nach der Eroberung durch den lydischen König Kroisos im Jahr 560 v. Chr. kam es zu einem Synoikismos, das heißt, mehrere Kleinsiedlungen wurden zusammengelegt und eine neue Siedlung auf einem Gebiet nahe beim Tempel der Artemis (Artemision), der als eines der sieben Weltwunder galt, errichtet.
Erst 296 v. Chr. wurde Ephesos durch den Diadochen-König Lysimachos von Thrakien an die heutige Stelle verlegt sowie zeitweilig nach seiner Frau in Arsinoeia umbenannt. Seit dieser Zeit war Ephesos eine große Hafenstadt von fast 350 ha Fläche, die von 189 bis 133 v. Chr. zum Königreich Pergamon gehörte, nach 133 v. Chr. zum Römischen Reich.

Artemis * fotografiert von Lutz Langer * GFDL

Ephesos war eine der bedeutendsten und mit vielleicht über 200.000 Einwohnern auch eine der größten Städte des Römischen Reiches und Sitz des Statthalters (Proconsul) der Provinz Asia. Zahlreiche öffentliche Bauten entstanden, die sowohl von der Stadt als auch von reichen Bürgern finanziert wurden. Dazu zählten auch Tempel für die Kaiser Vespasian und Hadrian, die im Rahmen des Kaiserkultes verehrt wurden. Die Stadt behielt ihre herausragende Stellung bis in die Spätantike bei, einerseits als Wallfahrtsort und Bischofssitz, andererseits als Hauptstadt der (weltlichen) Diözese Asiana.
Auch in Zusammenhang mit der Entwicklung des Christentums ist Ephesos von Bedeutung: Nach Apg 19 EU weilte der Apostel Paulus während seiner 3. Missionsreise (nach 50) in Ephesos. Er erregte dort unter anderem den Unwillen der Devotionalienhändler, die um ihr gutes Geschäft mit der "Diana der Epheser" fürchteten. Rechtlich wurde Paulus aber in der Stadt geduldet. Ebenfalls im Neuen Testament ist der Epheserbrief enthalten, den er später an die Gemeinde der Stadt gerichtet haben soll, der möglicherweise allerdings aus seinem Schüler- oder Anhängerkreis stammt. Die christliche Gemeinde in Ephesos ist sodann die Empfängerin des ersten Sendschreibens der Johannesapokalypse (Offb 2,1-7 EU) an die sieben Gemeinden in Kleinasien (Offb 1,11 EU).

Einer außerbiblischen Legendenbildung nach soll sich Maria nach der Himmelfahrt Jesu mit dem Kreis der Frauen um Jesus und mit dem Apostel Johannes in einem Haus in der Nähe von Ephesos (dem Meryemana) niedergelassen haben und bis zu ihrer eigenen Himmelfahrt viele Menschen in Heilkunde und der Lehre des Christentums unterrichtet haben.
Auch fand hier, wohl um 157, der platonische Dialog des Christen Justinus mit dem Juden Tryphon statt, eine der frühesten überlieferten Auseinandersetzungen mit dem Judentum.
Im Jahr 431 tagte in Ephesos das von Kaiser Theodosius II. einberufene 3. Ökumenische Konzil, auch Konzil von Ephesos genannt, im Jahr 449 dann die so genannte Räubersynode, deren Beschlüsse bereits 451 verworfen wurden. Die sogenannten Marienkirche, von der nur mehr Reste erhalten sind, wurde mehrfach als Ort des Konzils genannt; dies ist in der Forschung jedoch umstritten.
Bis weit ins 6. Jahrhundert blühte in Ephesos das spätantike Leben. In byzantinischer Zeit verlor die Stadt dann aber allmählich ihre frühere Bedeutung - vor allem durch die zunehmende Versandung des Hafens. 867 eroberte ein Heer der Paulikianer unter Johannes Chrysocheires die Stadt. Im Jahr 1090 – kurz vor dem Ersten Kreuzzug – wurde Ephesos von den Seldschuken erobert; in der Nähe entstand in türkischer Zeit der Ort Ayasoluk, später in Selçuk umbenannt.

Archäologie

Hadrian-Tempel
Hadrian-Tempel * fotografiert von Frank Willeke * GFDL

Im 19. Jahrhundert begann die archäologische Erforschung von Ephesos mit der Suche nach den Überresten des Artemistempels. Dabei wurden auch erste Teile der eigentlichen Stadt bekannt. Erste Ausgrabungen unternahmen der britische Eisenbahningenieur John Turtle Wood (zwischen 1863 und 1874) und der Archäologe David George Hogarth (1904/05) im Auftrag des British Museums. Seit 1895 werden vom Österreichischen Archäologischen Institut planmäßige Ausgrabungen vorgenommen. Diese haben weite Bereiche der Stadt aufgedeckt, neben öffentlichen Bauten auch einige große Wohnhäuser („Hanghäuser“), die mit Wandmalereien und Mosaiken zu den besterhaltenen privaten Wohnbauten im östlichen Mittelmeerraum gehören.
Heute stellt Ephesos eine der touristischen Hauptattraktionen der Türkei mit mehreren Hunderttausenden Besuchern jährlich dar. Dieser Tatsache Rechnung tragend, versuchte man im Sinne einer Restaurierung nach modernen Gesichtspunkten auch, in der Präsentation der antiken Ruinen neue Wege zu beschreiten. Dies trifft insbesondere auf den Wiederaufbau (Anastilosis) der sog. Celsus-Bibliothek aus dem frühen 2. Jahrhundert n. Chr. zu. Es handelt sich dabei nicht nur um ein Bibliotheksgebäude, sondern gleichzeitig um das Grab des Stifters Tiberius Iulius Celsus Polemaeanus.

Zu den öffentlichen Gebäuden, die im Stadtgebiet freigelegt wurden, gehören am sog. „Staatsmarkt“ unter anderem das Bouleuterion, der Versammlungsraum des Stadtrates, und das Prytaneion, die Amtsräume der führenden Repräsentanten der Stadt. Neben privaten Wohnbauten (von denen die Hanghäuser ein Beispiel luxuriöser Wohnkultur darstellen) wurden die antiken Straßenzüge, wie etwa die Kuretenstraße, von weiteren öffentlichen Bauten gesäumt. Dazu zählen monumentale Brunnenanlagen (Nymphaeum Traiani) ebenso wie Tempel, beispielsweise der kleine Hadrianstempel.
Zeugnis für die Badekultur der Ephesier sind die großen Bad-Gymnasium-Komplexe, darunter das Vediusgymnasium, das Theater-, das Ost- und das Hafengymnasium sowie das Variusbad. Neben der Körperpflege und Ertüchtigung stellten sie auch ein wichtiges soziales und gesellschaftliches Zentrum des öffentlichen Lebens dar.
Im großen Theater von Ephesos soll der Apostel Paulus die in der Apostelgeschichte geschilderte Szene mit den Devotionalienhändlern des Artemistempels erlebt haben.
Von den Tempeln für den Kaiserkult, namentlich jenen für Domitian und Hadrian, sind heute nur noch geringe Reste erhalten.
Wichtige Funde aus der Anfangszeit der Ausgrabungen, die mit Genehmigung des osmanischen Herrschers außer Landes gebracht wurden, befinden sich heute im Ephesos-Museum des Kunsthistorischen Museums in Wien in der Neuen Burg, einem Teil der Wiener Hofburg. Heute werden die Funde aus den jüngeren Grabungen im Archäologischen Museum im benachbarten Selçuk ausgestellt, ältere Funde sind zum Teil auch in den archäologischen Museen von Istanbul und Izmir sowie dem British Museum ausgestellt.

Tempel der Artemis

Ruine des Tempels der Artemis ©QuartierLatin1968 CC

Der Tempel der Artemis in Ephesos, auch Artemision, war der größte Tempelbau der Antike und gehört zu den Sieben Weltwundern der Antike. Artemis ist in der griechischen Mythologie die Göttin der Jagd, des Mondes, Waldes und die Hüterin der Frauen und Kinder. Ferner zählt sie zu den zwölf großen olympischen Göttern und ist damit eine der wichtigsten Gottheiten des Goldenen Zeitalters.
Der „Tempel der ephesischen Artemis“ oder der „Tempel der Artemis in Ephesos“, wie ihn die Griechen damals nannten, (archäologisch: Tempel „D“) wurde nach der Zerstörung der Vorgängerbauten „A“ – „C“ (z. T. Holzkonstruktionen) in Ephesos auf einem Sumpfgelände erbaut. Die Stadt (türk. Efes) liegt in der heutigen Türkei bei Selçuk unweit ?zmirs. Der griechischen Stadt wurde sagenhafter Reichtum nachgesagt, und sie galt später – als Hauptstadt der römischen Provinz Asia – als eine der größten Städte der Antike. Erdverfärbungen, die bei Tiefgrabungen beobachtet werden konnten, bestätigen die Nachrichten, dass bei der Vorbereitung des Geländes für den Tempelbau Holzkohle und Lederabdeckungen zur Sicherung des moorigen Untergrunds eingebracht wurden. Die Bauarbeiten dauerten ungewöhnliche 120 Jahre, der Baubeginn lag um 560 v. Chr. Bauherr war damals der Lyderkönig Kroisos, erster Architekt Rhoikos von Samos, dann Chersiphron von Knossos und sein Sohn Metagenes, zuletzt Demetrios und Paionios aus Ephesos, die ihn um 440 v. Chr. nach Beendigung der Perserkriege vollendeten. Die Konstruktion war äußerst schwierig, denn sie bestand aus 127 reich verzierten Marmorsäulen von 18 m Höhe auf einer Fläche von 115 m x 55 m, die außergewöhnlich schwere Querbalken trugen. Die zwei Meter hohe Artemis-Statue in der Cella war aus Weinrebholz gefertigt und mit Gold und Silber verkleidet. Das Dach wurde aus Zedernholz gefertigt. Heraklit weihte sein Buch über den Logos im Tempel auf dem Altar der Artemis.
Der Tempel fiel am 21. Juli 356 v. Chr. einer Brandstiftung durch Herostratos zum Opfer. Er beging die Tat aus Geltungssucht ? sein Vorhaben, durch das Niederbrennen des Weltwunders, berühmt und somit unsterblich zu werden, ist ihm gelungen. Der Sage nach soll in der Nacht des Brands Alexander der Große geboren sein, der später auch sehr große finanzielle Hilfe zum Wiederaufbau des Tempels leistete, weswegen Artemis, die die Geburt in Pella überwachte, ihr eigenes Heiligtum nicht schützen konnte. Der aufwendigere Neubau (Tempel „E“) wurde durch den ephesischen Architekten Cheirokrates ausgeführt, der auf der Schuttmasse des Vorgängerbaus ein größeres Areal (125,67 x 65,05 m², 2 m Höhe) zur Basis des neuen, noch prächtigeren Tempels mit einem Steindach machte. 262 n. Chr. wurde der Prachtbau durch die Goten zerstört, die Reste von den Einwohnern als Baumaterial verwendet. Heute ragt nur noch eine wiedererrichtete einsame Säule aus dem Sumpfwasser.
Als der Apostel Paulus um das Jahr 55 in die Metropole kam, hatte er angeblich so großen Zulauf, dass viele um den Artemiskult und um ihre wirtschaftliche Existenz gefürchtet haben sollen. Der „Aufruhr des Demetrios“ – eines Silberschmieds und Herstellers von Devotionalien – ist im 19. Kapitel der Apostelgeschichte beschrieben.

Prytaneion von Ephesos

Prytaneion von Ephesos * fotografiert von M. Steskal * GFDL

Das Prytaneion war das zentrale städtische Kultgebäude des antiken Ephesos. Es wurde im Zuge der Ausgrabungen von Franz Miltner im Jahr 1955 entdeckt und nach abschließenden Untersuchungen im Jahr 1956 durch den Ausgräber als Prytaneion identifiziert. Neben dieser heute weitgehend akzeptierten Identifizierung des Komplexes als Amtssitz des Prytanen und zentrales städtisches Kultgebäude konnte Miltner mehrere Bauphasen unterscheiden: die Errichtung des Gebäudes in augusteischer Zeit, einen Umbau oder eine Neugestaltung der Anlage in severischer Zeit sowie die Zerstörung der Anlage vor dem Ende des 4. Jahrhunderts n. Chr.
Mit seiner Errichtung in augusteischer Zeit bildet das Prytaneion einen integrativen Bestandteil augusteischer Baupolitik im Regierungsviertel von Ephesos. Das ca. 1.000 m² große Gebäude besteht aus einem etwa 26 × 22 m großen Peristyl im Süden, dessen Säulen dorischer Ordnung teilweise wieder aufgestellt wurden. Der überbreite nördliche Umgang des Peristyls bildet zugleich die Vorhalle zum im Norden gelegenen Hauptraum. Der architektonisch durch herzförmige Innenecksäulen hervorgehobene, etwa 15 × 14 m große Hauptraum diente wohl den ehrenvollen Ausspeisungen und beherbergte auf dem zentralen Quaderfundament unter Umständen das heilige Feuer der Hestia und somit den Staatsherd bzw. eine Anrichte im Zusammenhang mit den Festmählern. Der Durchgang zu weiteren kleineren Räumlichkeiten im Norden wurde in der Spätantike abgemauert, die Räume selbst zu Zisternen umfunktioniert. Die Funktion der beiden in der Spätantike stark veränderten Räume westlich des Hauptraumes ist bis dato ungeklärt. Inwieweit das östlich angrenzende Rhodische Peristyl funktional und architektonisch mit dem Prytaneion in Verbindung stand, ist ebenso ungesichert.
Während der Umbau des Prytaneions aufgrund stilistischer Überlegungen zu den herzförmigen Innenecksäulen nur grob in severische Zeit zu datieren ist, ist der Zeitpunkt der Zerstörung der Anlage gut dokumentiert: Da mehrere Architekturglieder des Prytaneions in die ephesischen Scholastikiathermen bzw. die Kuretenstraße, die nach den langen Listen von Kultpersonal auf den Säulen als solche benannt ist, verbaut wurden, muss die Zerstörung des Gebäudes vor dem Ende des 4. Jahrhunderts n. Chr. erfolgt sein. Neben den kulturhistorisch relevanten Funden von Inschriften kommt vor allem dem Fund von drei römischen Kopien der Kultstatue der Artemis Ephesia, die im Areal des Prytaneions vergraben wurden, übergeordnete Bedeutung zu. Die spät- und nachantike Nutzung des Areals des Prytaneions nach seiner Zerstörung ist weitgehend unbekannt.

Celsus-Bibliothek

Celsus-Bibliothek in Ephesos * by Michi * CC

Die Celsus-Bibliothek ist ein antikes Bibliotheksgebäude in Ephesos. Sie wurde zwischen 114 und 125 n. Chr. von Tiberius Iulius Aquila Polemaeanus zu Ehren seines Vaters Tiberius Iulius Celsus Polemaeanus errichtet. Vater und Sohn gehörten zur römischen Oberschicht, dem Senatorenstand, und hatten das Konsulat bekleidet. Im Unterbau der Bibliothek befand sich die Grabkammer des Celsus, wo dieser in einem Marmorsarkophag bestattet war.
Die Bibliothek, die erst von Aquilas Erben unter Aufsicht des reichen ephesischen Bürgers Tiberius Claudius Aristion vollendet wurde, beherbergte bis zu 12.000 Bücher in Rollenform. Die späteren Erhaltungskosten des Gebäudes, hatte er durch eine geschickte Formulierung im Testament der Nachwelt aufgebürdet. Eine Inschrift mit dem genauen Wortlaut des Testamentes ist vor der Bibliothek angebracht und erhalten.
Die Bibliothek besitzt Außenmaße von etwa 23 m Länge und 17 m Tiefe. Da für das Gebäude im bereits dicht bebauten Stadtzentrum von Ephesos nur begrenzter Platz zur Verfügung stand, bediente man sich bei der Gestaltung der Fassade optischer Tricks wie beispielsweise einer Kurvatur, um sie monumentaler, aber auch eleganter wirken zu lassen. Die Fassade des Gebäudes besitzt zwei Geschosse und ist durch vor- und rückspringende Architektur stark gegliedert. In den vier Nischen des Untergeschosses sind vier weibliche Statuen aufgestellt, welche die Tugenden des Celsus verkörpern (Sophia = „Weisheit“, Arete = „Charakter“, Ennoia = „Urteilskraft“ und Episteme = „Sachverstand“). Über eine Freitreppe mit neun Stufen und Statuenbasen an beiden Seiten gelangt man zum Stylobat, von wo aus man durch drei Türen das Innere betreten kann. Analog zu den drei Türen gibt es im Obergeschoß drei Fensteröffnungen.
Im Gegensatz zur zweistöckigen Fassade war der 16,72 x 10,92 m messende Innenraum dreistöckig gestaltet. Die Buchrollen waren in Nischen gelagert, die über Galerien zugänglich waren.
Wahrscheinlich bei einem Brand in Zusammenhang mit einem Erdbeben im dritten Viertel des dritten Jahrhunderts wurde der Innenraum der Bibliothek zerstört und nicht mehr wiederhergestellt. In der Spätantike diente die Fassade als Schauwand einer monumentalen Brunnenanlage. Das Brunnenbecken wurde von Reliefplatten des sogenannten Partherdenkmals gebildet.
In den Jahren 1905/06 wurde die Bibliothek freigelegt. Von 1970 bis 1978 wurde die Fassade im Zug einer Anastilosis unter der Leitung des Architekten Friedmund Hueber und des Archäologen Volker Michael Strocka wieder aufgerichtet. Dadurch wurde die Celsus-Bibliothek eines der bekanntesten antiken Monumente der Türkei; sie ist nicht nur ein in der türkischen Fremdenverkehrswerbung oft verwendetes Sujet, sondern ziert auch die Rückseite des 20-Lira-Geldscheins.

Nymphaeum Traiani

Nymphaeum Traiani * Author: Arsinoe * GFDL

Das sogenannte Nymphaeum Traiani ist eine antike Brunnenanlage (Nymphäum) in Ephesos.
Wie aus der zweizeiligen Stifterinschrift auf dem Architrav des Untergeschosses hervorgeht, wurde der Brunnen von Tiberius Claudius Aristion und seiner Gattin Iulia Lydia Laterane für die Artemis von Ephesos und den Kaiser Trajan (daher der moderne Name) als Endpunkt einer 210 Stadien (ca. 39 km) langen Wasserleitung gestiftet. Auf Grund dieser Inschrift lässt sich die Errichtung in die Jahre zwischen 102 und 114 n. Chr. datieren.
Das 11,90 x 5,40 m große, rechteckige Brunnenbecken wurde an drei Seiten von einer ursprünglich etwa 9,50 m hohen Fassade gerahmt. Während die Architrave des Untergeschosses an den beiden Seiten gerade durchlaufen, besitzt die rückwärtige Hauptseite ein verkröpftes Gebälk. Dadurch, dass die Architrave des Obergeschosses dazu verschränkt versetzt wurden, bildet sich in der Mitte eine große Nische, in der eine Statue des Kaisers Trajan aufgestellt war. Auch in den anderen Interkolumnien waren Statuen aufgestellt.
Das Wasser floss unter der Statue – also zu Füßen des Kaisers – in das Brunnenbecken. Dem Hauptbecken war zur Straße hin ein schmaleres Schöpfbecken vorgelagert, von dem das Wasser entnommen werden konnte.
Das Nymphaeum Traiani wurde 1957 im Zuge einer Ausgrabung der Kuretenstraße freigelegt. 1962 erhielt es durch die Aufstellung einer Architekturprobe des Architekten H. Pellionis sein heutiges Aussehen.

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