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Wednesday, 13. December 2017

Córdoba

Córdoba gilt als das lebendige Vermächtnis der verschiedenen Kulturen, die sich dort im Laufe der Geschichte niedergelassen haben. Sie geht auf eine alte iberische Siedlung zurück, die sich, 169 v. Chr. bereits von den Römern besetzt, zur Hauptstadt der Provinz Hispania Ulterior des Römischen Reichs entwickelte. Im 3. oder 4. Jahrhundert wurde Córdoba, damals noch Corduba, Bischofssitz. Beispielsweise Ossius (Hosius) soll hier Bischof gewesen sein, der als Berater Konstantins des Großen u. a. maßgeblich das Konzil von Nicäa beeinflusste.

Nach der Zerstörung durch die Vandalen und wechselnde Besitzschaft von Westgotenreiche und  Byzantinischem Reich verlor es zunächst an Bedeutung. Ab 716 wurde es die Hauptstadt des islamischen Emirats in Al-Andalus. Bereits im 10. Jahrhundert lebten etwa eine halbe Million Menschen in Córdoba, das damals eine der größten Städte der bekannten Welt war. Im Jahre 1236 wurde Córdoba im Rahmen der Reconquista von den christlichen Truppen für Kastilien erobert.

Die Provinz beherbergt bedeutende Zeugnisse des maurischen Erbes, unter denen die Ruinenstadt Medina Azahara, ein wenig außerhalb von Córdoba, besonders hervorsticht. Doch auch für Naturliebhaber hält die Provinz so einiges bereit. Die Naturparks Sierra de Cardeña in Los Pedroches und Montoro, Sierra de Hornachuelos und Sierras Subbéticas bieten die Möglichkeit, unzählige Sportarten unter freiem Himmel zu betreiben und zur gleichen Zeit den gesamten Reichtum der Provinz zu genießen.

Bei einem Spaziergang durch die Altstadt von Córdoba entdeckt man ein wunderschönes Wirrwarr aus engen Gassen, Plätzen und weiss getünchten Innenhöfen, die sich um die Moschee-Kathedrale herum anordnen. Letztere ist Zeugnis der Bedeutsamkeit der Stadt während des Mittelalters und Wahrzeichen der Stadt.

Córdoba ist die Hauptstadt der Provinz Córdoba in Spanien und die drittgrößte Stadt Andalusiens. Sie liegt am Río Guadalquivir. Córdoba ist 1984 zum Weltkulturerbe erklärt worden und gilt als eine der touristischen Sehenswürdigkeiten Spaniens. Ein Glanz, der am intellektuellen Ambiente dieses Zentrums des Wissens und der Weisheit, aus dem Figuren wie Séneca, Averroes und Maimónides hervorgegangen sind, zu spüren ist.

Bauwerke
Die Judería ist die Altstadt, in der früher die Juden und Araber lebten. In ihren engen Gassen finden sich zahlreiche gastronomische Angebote und die letzte von 300 Synagogen, die durch die christliche Reconquista nach der Vertreibung der Juden und Muslime nicht zerstört wurde.
Der Emir Abd ar-Rahman I. begann 785 mit dem Bau einer Moschee, die mit einer Ausdehnung von 23.000 qm² heute noch die drittgrößte der Welt ist. Etwa 860 Marmorsäulen in parallelen Reihen tragen jeweils zwei übereinanderliegende Bögen und bewirken so ein besonderes Spiel von Licht und Schatten. 1236, im Jahr der Rückeroberung durch die Christen, wurde die große Moschee zur christlichen Kathedrale geweiht. In ihrer Mitte baute man ab 1523 über 234 Jahre hinweg ein gewaltiges Kirchenschiff im Stil der Renaissance.
Die Römische Brücke führt über den Guadalquivir.
Der „Alcázar de los Reyes Cristianos“ ist eine große Schlossanlage mit Garten.
Die Palastruine Medina Azahara befindet sich in unmittelbarer Nähe der Stadt, ca. 8 km westlich.

Museen
Museo de Julio Romero de Torres

Töchter und Söhne der Stadt
Seneca der Ältere, Rhetoriker und Schriftsteller, Vater von Seneca dem Jüngeren (ca. 54 v. Chr.– 39 n. Chr.)
Seneca der Jüngere, lateinischer Stoiker und Philosoph (ca. 1–65)
Lucan, lateinischer Dichter (39–65)
Ossius von Córdoba, Bischof von Córdoba und Kirchenvater (ca. 257–ca. 357)
Abd ar-Rahman III., erster Kalif von Córdoba (891-961)
Averroes (d.i. Ibn Rushd), maurischer Philosoph, Arzt und Mystiker (1126–1198)
Moses Maimonides, jüdischer Religionsphilosoph, Arzt und Rechtsgelehrter (1138–1204)
Luis de Góngora y Argote, Lyriker und Dramatiker (1561-1627)
Julio Romero de Torres, Maler (1874–1930)
Carlos Villarias, Filmschauspieler (1892-1976)
Manolete, eigentlich: Manuel Rodríguez Sánchez, Stierkämpfer (1917–1947)

Sonstiges
Vor allem im Frühling gibt es in Córdoba etliche Volksfeste, die Ferias. Das bekannteste ist die Feria de Mayo, die im Mai stattfindet. Außerdem gibt es die Cruces, ein Fest, bei dem sich die einzelnen Stadtteile einen Wettbewerb im Aufstellen von Blumenkreuzen liefern. Zu Ostern werden von den Bruderschaften (Hermandades) Prozessionen organisiert. Dabei werden lebensgroße Darstellungen der Passion und Marienfiguren durch die Innenstadt getragen. Neben mittelalterlichen Darstellungen werden heute auch zeitgenössische Kunstwerke (insbesondere von Antonio Bernal Redondo) auf den Schultern der Costaleros getragen.
Jedes Jahr im Mai findet ferner der Concurso de Patios Cordobeses statt, ein Wettbewerb, bei dem der schönste Patio gewählt wird. Die privaten, sonst nicht zugänglichen Innenhöfe sind zu diesem Anlass für Einheimische und Touristen geöffnet.

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