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Wednesday, 13. December 2017

Weinbauregion Champagne

Die Champagne mit den Weinbaumetropolen Reims und Épernay war die erste Weinbauregion weltweit, die Schaumwein in großen Mengen herstellte. Wie Bordeauxwein und Burgunder auch ist der Champagner ein Produkt mit weltweiter Vorbildfunktion. Selbst Winzer in Australien und Amerika versuchen, mit den gleichen Rebsorten (Pinot Noir, Pinot Meunier und Chardonnay) und Produktionsmethoden vergleichbare Erzeugnisse zu erzielen. Aber auch im eigenen Land sind die Crémants aus diversen Regionen Frankreichs ernstzunehmende Rivalen auf dem Markt des Luxus und der Lebensfreude. Aufgrund der weltweit hohen Nachfrage nach Champagner ist die Anbaufläche in den letzten Jahrzehnten auf rund 33.000 ha angewachsen, womit die maximale Ausdehnung nahezu erreicht ist.
Wichtigste Anbauregionen sind Montagne de Reims, Côte des Blancs, Vallée de la Marne, Côte des Bar

Épernay

Épernay

Épernay ist eine Stadt in der Champagne in Frankreich, Hauptort des Arrondissements Épernay im Westen des Départements Marne.
Sie hat eine Bevölkerung von etwa 26.000, etwa 34.000 im Ballungsraum.
Épernay befindet sich in einem Weinbaugebiet und ist eines der Hauptzentren der Produktion von Champagner. Sehenswert sind die in den Kalkfelsen getriebenen Stollen, die den großen Handelshäusern der Champagne als Weinkeller dienen. Alleine das bekannte Haus Moët & Chandon besitzt ca. 110 km dieser Stollen.

Sehenswürdigkeiten in der Umgebung

  • Schloss Montmort
  • Schloss Condé

Schloss Condé

Château de Condé
Château de Condé * fotografiert von Aymeri de Rochefort * Creative Commons

Das Schloss Condé befindet sich in der französischen Kleinstadt Condé-en-Brie im Département Aisne. Sein Name geht auf das keltischen Wort condatum zurück, das confluent (deutsch: Zusammenfluss) bedeutet und sich auf den nahe gelegenen Zusammenfluss der Dhuys und des Surmelin bezieht. Louis I. de Bourbon wählte seinen Titel Prince de Condé nach der Herrschaft, deren Mittelpunkt dieses Schloss war.
Das dreiflügelige Gebäude formiert sich um einen Ehrenhof und wird von einem großen Park mit dreihundertjährigen Bäumen umgeben. Die Anlage steht mitsamt ihrer Inneneinrichtung seit Oktober 1979 unter Denkmalschutz und befindet sich in Privatbesitz. Sie kann jedoch während einiger Monate im Jahr besichtigt werden.

Geschichte
Wahrscheinlich auf den Fundamenten eines gallo-römischen Landguts wurde eine erste Burg erbaut. Unter dem heutigen Bodenbelag des Schlosses existiert noch immer ein Pflaster aus römischer Zeit. Erster bekannter Burgherr war Jean de Montmirail, dessen Tochter Marie Enguerrand III. de Coucy heiratete und die Burg an die Familie ihres Ehemanns brachte. Enguerrand III. ließ 1200 einen ersten Wehrturm am Ort des heutigen Schlosses errichten, dessen zwei Meter dicke Mauern teilweise noch erhalten sind.
Marie de Coucy, letzter Spross der Familie von Coucy, heiratete 1400 den Grafen von Bar und brachte das Schloss an seine Familie. Ebenfalls durch Heirat kam es anschließend in den Besitz des Hauses Luxemburg, von dem es wiederum 1487 mit Maria von Luxemburg an die damaligen Grafen von Vendôme kam, weil sie François de Bourbon, comte de Vendôme geheiratet hatte. Ihr Sohn Louis, Kardinal und Erzbischof von Sens, ließ die Gebäude im 16. Jahrhundert zu einer geschlossenen Vierflügelanlage im Stil der Renaissance umbauen, von der heute nur noch zwei Torhäuser erhalten sind. Louis' Neffe, Louis I. de Bourbon, prince de Condé, verbrachte einen Teil seiner Kindheit dort, und es inspirierte ihn dazu, den Titel eines Prinzen von Condé (französisch: Prince de Condé) anzunehmen, nachdem er die Herrschaft und Schloss 1556 geerbt hatte.
Bis 1624 blieb das Schloss im Besitz der Condé-Familie. In jenem Jahr heiratete Marie de Bourbon-Condé Thomas Franz von Savoyen-Carignan aus dem Haus der Herzöge von Savoyen und brachte es mit in die Ehe. Als ihr Enkel Viktor Amadeus von Savoyen-Carignan Schlossherr war, ließ Ludwig XIV. die Anlage – wie alle französischen Besitzungen der Familie von Savoyen – 1711 konfiszieren, da Viktors Cousin Eugen von Savoyen während des Spanischen Erbfolgekriegs auf der Seite der antifranzösischen Allianz kämpfte. Nachdem es unter Sequestration gestellt worden war, wurden im Schloss bis 1719 militärische Truppen untergebracht, ehe es in heruntergekommenem Zustand an Jean-François Leriget, marquis de La Faye, einen Ratgeber des Königs, verkauft wurde.
Leriget beauftragte Giovanni Niccolo Servandoni, einen der Architekten des Palazzo Farnese damit, das alte Renaissanceschloss im Stil des Barock umzubauen. Servandoni ließ dazu nicht nur einen der vier Gebäudeflügel abreißen, um eine besser Beleuchtung der Räume zu gewährleisten, sondern ließ auch die Fassade vollkommen symmetrisch gestalten. Auch berief er Künstler wie Antoine Watteau, François Boucher und Jean-Baptiste Oudry für die Umgestaltung des Schlossinneren nach Condé.
Durch Heirat von Lerigets Großnichte kam die Schlossanlage an die Grafen von La Tour du Pin, die es an die 1814 an die Familie de Sade vererbten. Letztere besaß das Schloss bis 1983 und rettete es nach schweren Beschädigungen während der beiden Weltkriege durch Reparaturen und teilweisen Wiederaufbau vor dem endgültigen Ruin. Seit es die Familie Pasté de Rochefort gekauft hat, lassen es die neuen Besitzer kontinuierlich restaurieren.

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Reims

Reims

Reims ist eine Stadt im Nordosten Frankreichs, etwa 140 km von Paris entfernt. Verwaltungstechnisch ist Reims Unterpräfektur (franz.: sous-préfecture) des Départements Marne, in der Région Champagne-Ardenne. Die Stadt ist Sitz eines Erzbischofs und besitzt seit 1969 eine Universität. Reims ist nicht nur Herstellungszentrum für Champagner, auch Textilien, Nahrungsmittel sowie Ausrüstungsgegenstände für die Raumfahrt werden dort hergestellt. Die Geschichte der Stadt reicht bis ins Römische Reich.
Reims liegt im Zentrum der Champagne, die den weiten, flach gestuften Ostteil des Pariser Beckens einnimmt. Die Stadt befindet sich in einer Ebene, am rechten Ufer der Vesle, einem Zufluss der Aisne, und am Canal de l'Aisne à la Marne. Im Süden und im Westen erhebt sich das Mittelgebirge Montagne de Reims. Im Umland finden sich auch die Weinberge für die Champagnerherstellung.

Geschichte

Römerzeit
Die Gegend von Reims ist seit frühester Zeit besiedelt; so finden sich in der Umgebung bronzezeitliche Urnenfelder. Die Kelten gründeten um 80 v. Chr. eine städtische Siedlung (oppidum), die sie Durocorter - "runde Burg" - nannten. Die Römer latinisierten diesen Namen zunächst zu Durocortorum. Nach der Eroberung durch die Römer im Gallischen Krieg wurde die Stadt in Civitas Remorum umbenannt und war Hauptstadt der römischen Provinz Belgica, benannt nach den hier ansässigen Belgern, deren um Reims siedelnder Unterstamm der Remer, anders als andere Belger, romtreu war. Die Privilegien, die die Stadt dafür erhielt, trugen mit zu ihrem Wohlstand bei.
Die Gegend wurde in spätrömischer Zeit christianisiert und die Stadt zum Bischofssitz erklärt. Im Jahre 336 besiegte der römische Statthalter Jovinus die Barbaren, nachdem diese in die Champagne eingefallen waren.

Mittelalter
Die Stadt stand über Jahrhunderte im Zentrum europäischer Geschichte. Um 401 wurde von Bischof Nicasus eine Kirche erbaut; der spätere Heilige kam beim Sturm der Vandalen auf die Stadt im Jahr 406 ums Leben. 451 eroberten die Hunnen unter Attila die Stadt, zogen aber nach der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern (nicht weit von Reims) wieder ab. In der Kathedrale der Stadt wurde zwischen 497 und 499 Chlodwig I. durch Bischof Remigius getauft, was entscheidend für den Aufbau des Frankenreiches wurde. Die Bedeutung der Stadt, die bald auch Erzbistum wurde, zeigt sich auch darin, dass sie bei den merowingischen Reichsteilungen Residenz eines Teilreichs war.
Im 8. Jahrhundert trafen sich der fränkische König Pippin der Jüngere in Reims mit Papst Stephan III. und später Papst Leo III. mit Karl dem Großen. 816 fand die erste Krönung in Reims statt, als der Franke Ludwig der Fromme, von seinem Vater Karl dem Großen schon zu dessen Lebzeiten zum Mitkaiser ernannt, nach Karls Tod von Papst Stephan IV. dort noch einmal zum Kaiser gekrönt wurde. Die Könige Karlmann I. († 771), Ludwig IV. († 954) und Lothar I. († 986) wurden in der Basilika Saint-Remi bestattet.
Im 10. Jahrhundert war der Erzbischof Adalberon maßgeblich daran beteiligt, dass die französische Regentschaft vom Haus der Karolinger auf die Kapetinger überging. Er sorgte, gemeinsam mit Gerbert von Aurillac, auch dafür, dass die Stadt mit ihrer Kathedralschule zu einem intellektuellen Zentrum des Frühmittelalters wurde. Reims blieb vom 12. bis zum 19. Jahrhundert die Stadt, in der die französischen Könige gesalbt und gekrönt wurden; eine bewusste Anknüpfung an die von Chlodwig begonnene Tradition. So hatte es etwa eine hohe symbolische Bedeutung, als es den Franzosen unter Jeanne d'Arc während des Hundertjährigen Krieges gelang, die Engländer, die den Norden des Landes besetzt hatten, zurückzudrängen und Reims zurückzuerobern, wo dann Karl VII. im Jahre 1429 gekrönt werden konnte. Stadtrechte sind für Reims seit 1139 dokumentiert. Als bedeutender Markt der Champagne besaß Reims auch einige wirtschaftliche Bedeutung.

Neuzeit
Eine Rebellion der Bürger, die sich gegen die Erhebung der Salzsteuer richtete, wurde 1461 von Ludwig XI. niedergeschlagen. In den Hugenottenkriegen stand die Stadt ab 1585 auf Seiten der Katholischen Liga, unterwarf sich aber 1590 König Heinrich IV. Der Wohlstand der Stadt, der vor allem auf der Wollindustrie beruhte, zeigte sich u. a. im Bau repräsentativer Stadtpalais in der Zeit des Absolutismus.
Infolge der französischen Revolution wurde die Provinz Champagne aufgelöst und Reims dem Département Marne zugeordnet. Die Krönung Napoleons erfolgte, anders als die der französischen Könige, nicht in Reims, sondern in Paris. Anfang 1814 war die Gegend von Reims hart umkämpft, ehe Napoleon abdankte. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die mittelalterliche Wehrmauer abgerissen. Stattdessen hielt die Industrialisierung Einzug, 1854 erreichte die Eisenbahn Reims. 1870/1871 machten die Preußen Reims zum Sitz eines Generalgouverneurs, wobei die Stadt unter hohen Kontributionen zu leiden hatte. 1909 war Reims Schauplatz einer der ersten internationalen Flugschauen, an denen auch Louis Blériot teilnahm.

Weltkriege und Wiederaufbau
Im Ersten Weltkrieg wurde die Stadt (1914: ca. 120.000 Einwohner), die fast unmittelbar hinter der Frontlinie lag, von deutschen Artilleriegeschossen und Luftangriffen zu ungefähr 60 % verwüstet. Im März 1918 wurde die Zivilbevölkerung größtenteils evakuiert. Am 17. Januar 1919 rief die Comptesse de Mun die Aktion „Zurück nach Reims“ (Retour à Reims) ins Leben, wodurch rückkehrende Bedürftige gratis Matratzen, Möbel und Wäsche beziehen konnten. Vermögende Personen konnten für 3 Monate Möbel mieten. Die Aktion „Zurück nach Reims“ führte außerdem vier öffentliche Kantinen. Im Juli 1919 wurde Reims anlässlich eines Besuchs des französischen Präsidenten Poincaré zur „Märtyrerstadt“ (ville martyre) erklärt. Es hatten sich erst 25.000 Einwohner in der Ruinenstadt wieder einrichten können.
Schon ab 1915 machten sich die französischen Repräsentanten von Reims Gedanken, wie die Stadt wieder aufzubauen sei. Im April 1920 verabschiedete die 1919 neu gewählte Regierung unter Bürgermeister Charles Roche einen ehrgeizigen Plan des amerikanischen Armeemajors Georges B. Ford zum Wiederaufbau. Der Wiederaufbau der Innenstadt erfolgte in den Zwanzigerjahren im Stile des Art Déco. Der Wiederaufbau von Reims verwandelte die Stadt nun über Jahre hinweg in eine einzige Baustelle, zuerst mit dem Bau öffentlicher Gebäude und Handelshäuser sowie mit der Instandstellung von Häusern, die man noch „retten“ konnte. Daraufhin erfolgte der komplette Neubau ganzer Straßenzüge.
1933 zog der Kommunist, Sozialist und Professor der Mathematik Herbert Seidel aus Angst vor dem Nationalsozialismus hierher und leistete später aktiven Widerstand gegen die deutsche Besatzung. 1965 ging er, teils verhasst, teils bewundert, nach Carcassonne, um dort seinen Ruhestand zu verbringen. Am 7. Mai 1945 wurde in Reims, im damaligen Hauptquartier von General Eisenhower, des Oberbefehlshabers des SHAEF, die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht unterzeichnet. Ebenfalls in Reims fand 1962 das Versöhnungstreffen zwischen Präsident Charles de Gaulle und Konrad Adenauer statt.

Die Stadt und ihre Architektur

Die wichtigsten Plätze in Reims sind der Place Royale („Königlicher Platz“), mit einer Statue von Ludwig XV., und der Place du Parvis („Parvisplatz“), mit einer Statue von Jeanne d'Arc. Die wichtigste Hauptstraße, Rue de Vesle, durchquert die Stadt von Südwesten nach Nordosten und kreuzt dabei den Place Royale.
Das älteste Monument der Stadt ist das Marstor (la Porte de Mars), ein 33 Meter langer und 13 Meter hoher Triumphbogen (arc de triomphe) mit drei Bögen.

Sehenswürdigkeiten

Kathedrale Notre-Dame de Reims
Die Kathedrale Notre-Dame de Reims gilt als eine der architektonisch bedeutendsten gotischen Kirchen Frankreichs. Vom 12. bis zum 19. Jahrhundert wurden hier die französischen Könige gekrönt. Sie zählt seit 1991 neben dem Palais du Tau und der Basilika Saint-Remi zum Unesco-Weltkulturerbe.

Der Palast von Tau (Palais du Tau)
Der Palast des Erzbischofs wurde zwischen 1498 und 1509 erbaut. Er beherbergte die französischen Könige bei ihren Krönungsfeierlichkeiten. Besonders beeindruckend ist der mächtige Kamin im Hauptsalon (Salle du Tau) aus dem 15. Jahrhundert. Die Kapelle und der Hauptsalon sind mit Wandteppichen aus dem 17. Jahrhundert geschmückt. Der Name des Palastes entlehnt sich von der Ähnlichkeit des Grundrisses des Palastes mit dem griechischen Buchstaben Tau.

Die Basilika Saint-Remi
Die Basilika Saint-Remi, die fast so groß wie die Kathedrale ist, gehörte früher zu einer bedeutenden Abtei. Bedeutende Bauepochen der Basilika waren das 11. (Krypta), 12. (Chor), 13. (Apsis) und 15. Jahrhundert (Südliches Querschiff). Die Basilika wurde während der französischen Revolution geplündert. Es sind jedoch noch farbige Fenster aus dem 12. Jahrhundert erhalten.

Die Kirchen Saint-Jacques, Saint-Maurice, Saint-André und Saint-Thomas sind architektonisch und kunstgeschichtlich weniger interessant. Von der Kirche Saint-Nicaise sind nur noch einige Ruinen erhalten.

Das Museum Saint Denis beherbergt eine interessante Sammlung französischer Gemälde. Außerdem sind noch Reste des römischen Amphitheaters erhalten geblieben.

Sehenswürdigkeiten in der Umgebung
    * Schloss Condé
    * Fort de la Pompelle

Champagner

Reims ist neben Épernay das wichtigste Zentrum der Champagnerherstellung. Der Champagner lagert zum Teil in Kellern und Tunneln, die schon zu Zeiten der Römer in den Kalkfelsen gegraben wurden.

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Palais du Tau

Palais du Tau

Das Palais du Tau ist der erzbischöfliche Palast in Reims. Das Gebäude wurde zwischen 1498 und 1509 auf dem Gelände einer gallo-romanischen Villa errichtet. Die Villa hatte sich bis in das 6. oder 7. Jahrhundert erhalten und wurde später zu einer karolingischen Königspfalz umgebaut. Die erste belegte Nutzung des Namens Palais du Tau datiert im Jahr 1131. Sie leitet sich vom Grundriss des Gebäudes ab, der an den Buchstaben T, griechisch Tau erinnert.
Der heute noch erhaltene älteste Teil des Palasts ist die Kapelle von 1207. Während der Gotik wurde das Ensemble größtenteils in den Jahren 1498 bis 1509 neu aufgebaut und zwischen 1671 und 1710 durch Jules Hardouin-Mansart und Robert de Cotte barockisiert. Am 19. September 1914 wurde es durch Feuer stark beschädigt und bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr renoviert.
Die Könige von Frankreich verbrachten die Nacht vor ihrer Krönung in Notre-Dame de Reims in diesem Gebäude. Vor dem Krönungsakt wurde der zukünftige König dort angekleidet und nach dem Festakt fand ein Festessen im Salle du Tau des Palasts statt, wo ein überdimensionaler Kamin aus dem 15. Jahrhundert zu finden ist. Das erste aufgezeichnete Bankett fand im Jahr 990 statt, das letzte im Jahr 1825.
Der Palast beherbergt seit 1972 das Musée de l'Œuvre, das Skulpturen und Bildwirkerei, wie auch Reliquien der Kathedrale und andere Objekte, welche an die Krönungsfeierlichkeiten erinnern, ausstellt. Unter den Erinnerungsstücken ist auch ein Talisman, den Harun ar-Raschid einstmals Karl dem Großen geschenkt hatte. Dieses goldene Schmuckstück, das mit Perlen, Saphiren und Smaragden besetzt ist, enthält auch eine Kreuzreliquie.
Das Palais du Tau, die Kathedrale Notre-Dame und die Abtei Saint Rémi, wurden 1991 zum UNESCO-Welterbe ernannt.

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Abtei St. Rémi

Abtei St. Rémi

In der ehemals königlichen Abtei St. Rémi wurde Jahrhunderte lang das heilige Öl zur Salbung der französischen Könige bei der Krönung aufbewahrt. Sie enthält heute das städtische historische Museum von Reims und wurde 1991 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt.

Geschichte

Seit dem 7. Jahrhundert bildete sich am Grab des heiligen Remigius († 533) ein religiöse Gemeinschaft. Am Ende des 8. Jahrhunderts übernahm den Platz eine Gruppe von Mönchen, die unter Erzbischof Tilpin um 790 die Ordensregeln der Benediktiner annahmen. 930 wurde das Kloster stark befestigt, um gegen die Überfälle von Normannen und Ungarn geschützt zu sein. Ab 945 schloss sich das Kloster unter Erzbischof Hugo von Vermandois der Reformbewegung von Cluny an.
1049 wurde über dem Grab des Heiligen der Neubau der Abteikirche durch Papst Leo IX. geweiht. Nach einem Brand 1098, der die Kirche teilweise zerstörte, wurde sie im 12. Jahrhundert unter Abt Odon nochmals vergrößert und verschönert.
Ab dem 17. Jh. wurden die Abteigebäude schrittweise durch Neubauten im Barockstil ersetzt. Erzbischof Charles Maurice Le Tellier erteilte den Bauauftrag an den Architekten Jean Bonhomme. Als letztes entstand zwischen 1709 und 1730 ein neuer Kreuzgang. Die Kirche blieb hingegen unverändert. In der Nacht vom 15. auf den 16. Januar 1774 wurden große Teile der Konventsgebäude ein Raub der Flammen, wurden aber im klassizistischen Stil wieder aufgebaut.
In der französischen Revolution wurde das Kloster 1792 aufgehoben und die Mönche vertrieben. In den Konventsgebäuden wurde zunächst bis 1816 ein Militärhospital untergebracht, danach das städtische Krankenhaus.

Konventsgebäude
Nach dem Brand von 1774 wurden sie durch den Hofarchitekten Louis Duroché im klassizistischen Stil wieder aufgebaut. Er war vor allem für die heutige Fassade der Abtei verantwortlich. Bei den Umbauten im 18. Jh. blieben noch der Kapitelsaal und das Sprechzimmer (Parlatorium) im gotischen Stil erhalten.
Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand die Idee, in dem Gebäude ein städtisches Museum zu errichten. Es wurde dann im August 1978 eröffnet und enthält unter anderem eine archäologische Sammlung vor allem der römischen Zeit im ehemaligen Refektorium und der Küche des 18. Jh. Schwerpunkte der Sammlung sind ferner Zeugnisse aus der Geschichte der Stadt und der Abtei, wie z.B. eine Serie von Wandteppichen aus dem 16. Jh., die Szenen aus dem Leben des heiligen Remigius zeigt. Sie war eine Auftragsarbeit des Erzbischofs Robert II. de Lenoncourt.

Abteikirche
Die Abteikirche entstand über dem (legendären) Grab des heiligen Remigius und war Grabkirche vieler Erzbischöfe und einiger fränkischer bzw. französischer Könige, darunter Karlmann I. († 771), Ludwig IV. († 954) und Lothar I. († 986).
Die Doppelturmfassade wird von 56 m hohen Türmen eingerahmt, wobei der südliche noch aus dem 11. Jh. stammt, der nördliche bei Restaurierungen im 19. Jahrhundert dazu kam. Im Ersten Weltkrieg wurde das Gewölbe der Kirche zerstört. Der Wiederaufbau dauerte 40 Jahre bis 1958. Das schmucklose Langhaus ist 122 Meter lang und nur 26 Meter breit. Das Chorhaupt umgibt ein Chorumgang mit einem Kapellenkranz. Die Kirche war zunächst flachgedeckt und wurde erst später eingewölbt, was auch heute noch an den Mauerübergängen und den unterschiedlichen Steinen zu erkennen ist. Das Kirchenschiff wirkt dadurch ein wenig gedrungen.
Während der Wandaufbau im Schiff mit Rundbogenarkaden, Emporen mit großen Bogenöffnungen und den Obergadenfenstern darüber drei Zonen umfasst, erhielt der frühgotische Chor mit dem Triforium eine weitere Zone hinzu.

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Notre-Dame von Reims

Notre-Dame von Reims

Die Kathedrale Notre-Dame von Reims in der nordfranzösischen Stadt Reims gilt als eine der architektonisch bedeutendsten gotischen Kirchen Frankreichs. Seit 1991 gehört sie zum Unesco-Weltkulturerbe. Jahrhundertelang wurden hier die französischen Könige gekrönt.
Die als dreischiffige Basilika gestaltete Kathedrale war mit Ausnahme der Westfront bereits im 13. Jahrhundert (1211 – 1311) fertiggestellt. Die endgültige Fertigstellung erfolgte im 14. Jahrhundert, nachdem das Schiff verlängert worden war, um den Menschen Platz zu bieten, die bei den Königskrönungen anwesend waren. Bei einem Brand 1481 wurden das Dach und die Türme zerstört.
Markantestes Merkmal der Kathedrale ist ihre mit Reliefs und Figuren reich verzierte Westfassade – ein großartiges Beispiel mittelalterlicher Bildhauerkunst. Ihre beiden gedrungenen Westtürme mit einer Höhe von 81 Metern sollten ursprünglich noch Turmspitzen für eine Gesamthöhe von 120 Metern erhalten. Das Hauptportal ist der Jungfrau Maria gewidmet. Direkt über dem Portal befindet sich noch innerhalb des gotischen Portalspitzbogens eine kleinere Rosette. Die Mitte der Westfassade wird durch die Hauptrosette geprägt. Die "Galerie der Könige" unterhalb der Hauptrosette zeigt die Taufe Chlodwig I. und die Statuen seiner Nachfolger.
Im Inneren hat die Kathedrale eine Länge von 139 Metern. In dem fünfschiffigen Querhaus mit doppelter Vierung ist sie 55 Meter breit, das dreischiffige Langhaus ist 32 Meter breit.
Zur Basilica minor wurde die Kathedrale 1870 durch Papst Pius IX. ernannt. Während des Ersten Weltkrieges wurde die Kathedrale schwer beschädigt, unter anderem wurde der hölzerne Dachstuhl aus dem 15. Jahrhundert komplett zerstört. 1919 wurde mit der Renovierung begonnen, die sich über zwanzig Jahre hinzog.
1974 wurden von Marc Chagall gestaltete farbige Glasfenster eingeweiht.

Architektur

Der Bau der Kathedrale von Reims wurde im Jahr 1211 begonnen, ebenfalls nach einem verheerenden Brand 1210 wie in Chartres – dasselbe gilt für Amiens wenige Jahre später 1218. Reims kann als eine Art Nationalheiligtum der Franzosen bezeichnet werden, denn sie ist die Krönungskirche des französischen Königtums. Nach der Legende hatte gegen Ende des 5. Jahrhunderts der hl. Remigius als Bischof von Reims den Frankenkönig Chlodwig getauft und mit einem vom Himmel herab gesendeten Öl gesalbt. Daraus leitete der Reimser Erzbischof das Recht ab, in seiner Kathedrale jeden neuen König von Frankreich zu krönen und zu salben.
Dieser Bedeutung verdankt sie im Ersten Weltkrieg eine viertägige Beschießung durch die deutsche Artillerie, eine militärisch völlig sinnlose Maßnahme, die lediglich die Demütigung der französischen Ehre zum Ziel hatte und in Frankreich lange Zeit unvergessen blieb. Das Dach und viele Skulpturen wurden dabei zerstört. Auf deutscher Seite wurde der Angriff auch als Vergeltung für die Zerstörung des Speyerer Doms durch französische Truppen im Jahr 1689 gerechtfertigt. Erst 1938 konnte die Kathedrale wieder in Gebrauch genommen werden, kurz bevor diese Region erneut unter deutsche Besatzung kam.
Die Fassade gilt als das klassische Beispiel französischer Hochgotik schlechthin, sowie als die dynamisch ausgewogenste. Sie wurde wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts (1252–1275) errichtet. Hier ist der Entwicklungsgang von Laon wieder aufgegriffen worden: ein dominierendes Zentrum in der Mitte und eine mächtige Bewegung durch die ganze Fassade. Die Portalzonen sind weit nach vorne und mit ihren Wimpergen nach oben gezogen, über das erste Geschoss hinaus. Die zentrale Rosette ist original und nicht später eingebaut worden, denn in Reims wurde um 1215/20 von Jean d’Orbais das Maßwerk erfunden.
Die neue Erfindung des Maßwerks wurde auch in der Portalzone als Tympanon angewandt, eine völlig neue Idee, die für die Belichtung des dahinter liegenden Innenraumes große Bedeutung hat. Die Fensterrose ist das absolute Zentrum dieser plastisch und dynamisch hoch bewegten Fassade. Diese Reimser Idee ist damals derart erfolgreich gewesen, dass zahlreiche Kathedralen ihre Westfassade nach diesem Vorbild umgeändert haben. Lediglich das große Radfenster von Laon aus der Zeit nach 1220 kann hier in gewisser Weise als Vorläufer gewertet werden.
Als großes Gegengewicht gegen das mächtige Portalgeschoss und die Rosette im zweiten fungieren die bekrönende Königsgalerie und die dahinter gesetzten Türme. Die ganze Fassade mit ihren enormen Steinmengen ist eine rauschhafte Bewegung nach oben, was bei nächtlicher Beleuchtung noch dramatischer wirkt.
Die Königsgalerie, von der einige Kunsthistoriker glauben, sie sei die erste der Kunstgeschichte und nicht jene in Paris, war ursprünglich vergoldet. Sie zieht sich um das ganze Turmgeschoss herum, wie auch der plastische Schmuck die gesamte Kathedrale umgibt. Die insgesamt 56 Statuen der Königsgalerie haben eine Größe von 4,30 Meter und wiegen zwischen 6 und 7 Tonnen. Insgesamt befinden sich an der Kathedrale 2303 Skulpturen: am Außenbau 211 in der Größe zwischen 3 und 4 Metern, 126 mittlere und 936 kleine Statuen, außerdem Plastiken von 788 Tieren. Im Innenraum gibt es 191 mittlere Statuen und 50 Tiere. Solche Zahlen beweisen auch, in welchem Ausmaß eine solche Kathedrale als Gesamtkunstwerk zu sehen ist und nicht nur als Bauwerk. Die Ausbreitung dieser plastischen Bildwerke über alle Ebenen des Kirchengebäudes ist wieder ein deutlicher Beweis für die Versinnlichung des Religiösen, die zu jener Zeit stattfand und die schon die Gewändefiguren von Chartres 1150 hervorgebracht hat.
Die Türme sind nicht ganz vollendet worden, sondern sollten noch eine Spitze erhalten. Auch waren ursprünglich zehn Türme geplant. Der große französische Denkmalpfleger des 19. Jahrhunderts Viollet-le-Duc hat auf der Grundlage von Reims ein Idealbild einer gotischen Kathedrale mit sieben Türmen gezeichnet, was aber bei keiner einzigen Kathedrale Frankreichs tatsächlich erreicht wurde. Die unvollendeten Fassaden von Paris, von Reims und von Amiens muss man sich nach diesem Schema zu Ende gebaut vorstellen. So ergibt sich, dass das vollendete Idealbild einer französischen gotischen Zweiturmfassade paradoxerweise nicht in Frankreich zu finden ist, sondern in Spanien und besonders in Deutschland am Dom zu Köln. Aber auch dessen Fassade blieb jahrhundertelang unvollendet.

Die Portalskulpturen
Die Reimser Portalskulpturen stehen denen der Querhausportale von Chartres nicht nach und stammen auch aus der gleichen Zeit um 1220. Im Vergleich zu Chartres sind diese Standbilder in jedem Sinn von der Säule befreit und selbständig geworden, so dass sie zueinander in Beziehung treten können. Die Körper sind mächtig bewegte Massen mit breiten Schultern und kräftigen Gliedern, die Köpfe groß und schwer.

Mittelportal
Rechtes Gewände: Es ist deutlich zu erkennen, was schon für die Chartreser Bildhauerschule galt, nämlich dass hier sehr verschiedene Künstler gearbeitet haben mit verschiedenen stilistischen Idealen. Das linke Paar stellt die Verkündigung dar, die rechte Zweiergruppe ist die sog. Heimsuchung, also die Zusammenkunft der beiden ein Kind erwartenden Frauen Maria und Elisabeth [1]. Besonders das Gesicht der Maria, der zweiten Figur von rechts, hat die Klarheit, den Adel und die Großflächigkeit antiker Frauengestalten. Auch die Behandlung der Gewänder erinnert sehr an griechisch-römische Skulpturen im Gegensatz zu den nordeuropäischen Figuren auf der linken Seite des Gewändes.
Linkes Gewände: Feinere Unterschiede lassen sich auch im linken Gewände erkennen. Die Szene der Darbringung im Tempel der beiden mittleren Figuren lässt sehr andersartige Auffassungen erkennen als die der Seitenfiguren. Die Statuen stammen aus zwei Werkstätten, denen jede wiederum von der des Heimsuchungsmeisters völlig verschieden ist. Maria und Simeon in der Mitte sind wenig bewegt und haben einen ruhigen, in sich gesammelten Ausdruck (kommen von den Skulpturen in Amiens her).
In den kräftig gebauten Köpfen herrschen einfache Züge vor, die nicht sonderlich individuell sind, sondern einem vorgegebenen Typus entsprechen. Die dicken Stoffe legen sich den Oberkörpern in großen glatten Flächen an, während sie von den Armen in schweren Falten herabfallen, dabei tiefe Täler und vollplastisch gewölbte Stege bilden und Raum und Schatten einfangen. Diese Menschen sind weder in antikischem Sinne idealisiert wie bei der Heimsuchung, noch seherisch oder dramatisch gesteigert, sondern erdnah menschlich und volkstümlich, durch ihre Gemessenheit aber mit Würde versehen.
Ganz anders ist der Meister, der links außen den Josef neben Maria und die Hannah neben Simeon gemeißelt hat. Die Körper sind schlanker und beginnen sich in den Hüften zu wiegen, die Schultern zu drehen und die Standfestigkeit zu verlieren. Die schmalen feinen Köpfchen sitzen beweglich auf dünnen Hälsen. Da die stoff- und faltenreichen Gewänder keinen rechten Halt mehr haben, bekommen die weit ausholenden Schwünge und Bäusche eine eigene Lebendigkeit.
Hier macht sich eine Auffassung geltend, die auf ein anderes Lebensgefühl schließen lässt, das nicht mehr das harmonische Gleichgewicht von Körperhaftigkeit und Beseelung kennt wie in der Mittelgruppe, sondern allmählich zu einer sog. Entkörperlichung drängt, die in der weiteren Entwicklung zu großer Eleganz oder zu asketischer Entleibung führen kann. Auf jeden Fall ist die Grenze der klassischen Plastik der ersten Jahrhunderthälfte überschritten, was besonders in diesem Fall große Unstimmigkeit bei der Datierung erzeugt hat. Da aber ähnliche Tendenzen in Pariser Arbeiten um oder kurz nach 1250 festzustellen sind, wird man kaum über diesen Termin hinauszugehen brauchen.
An solchen feinen Details, die dem Laien nicht direkt auffallen, sieht die Kunstgeschichte Hinweise auf eine grundlegende Änderung in den sich wandelnden Zielvorstellungen der jeweiligen zeitgenössischen Kunst.

Der Innenraum
Die Kathedrale von Reims ist eine dreischiffige Basilika in der Tradition des Chartreser Schemas. Chor und Langhaus entstanden zwischen 1211 und 1233 [2]. Die Höhe des Mittelschiffes ist auf fast 39 Meter gesteigert, die innere Länge beträgt 138 Meter. Das Langhaus wird im Westen durch die neu erfundenen Maßwerkfenster wunderbar beleuchtet und auch das verglaste Tympanon der Portalzone ermöglicht ganz neue Lichtverhältnisse. Was man von außen kaum sehen konnte erweist sich im Innenraum als sehr wirkungsvoll. Auch hinter den Wimpergen der Portale wurde die Mauer in Glas aufgelöst, so dass hier ein mittleres Lichtband zwischen den beiden Rosen entstand. Das ist eine Vorform des wenig später entwickelten verglasten Triforiums.
Hier haben wir jetzt das voll entwickelte Schema der Hochgotik vor uns, das sich in Frankreich nicht mehr wesentlich ändern wird: dreizoniger Wandaufbau, vierteiliges Kreuzrippengewölbe und Maßwerkfenster.

Kapitelle
Die Kapitellzone der Pfeiler erfährt in Reims eine weitgehende Erweiterung, die sich hier im Innenraum ablesen lässt. Zunächst deutet sich bei der Kapitellzone eines Bündelpfeilers schon an, dass von dem zweizonigen Aufbau der obere Teil ein durchgehendes Band bildet. Hier ist die Zweizonigkeit nur noch bei den vorgelegten ¾-Säulen vorhanden, die Kapitellhöhe ist aber schon gleich.
Bei der Endstufe dieser Entwicklung sind die Muttersäule und die vorgelegten Säulen durch ein durchgehendes Kapitellband verbunden. Genauso wie bei den Fenstern, bei denen durch die Einführung des Maßwerks die bisher einzelnen Glieder sich einer neuen Einheit untergeordnet haben, sind hier die Unterelemente der Kapitellzone miteinander verbunden worden.

Chor
Reims ist die Krönungskirche des französischen Königtums und für solche nationale Feierlichkeiten musste natürlich genügend Raum für die Zeremonie und die Würdenträger geschaffen werden. Dieses Problem hat man hier folgendermaßen gelöst. Man hat das Querhaus mit dem Chor zu einer großen Raumeinheit verbunden. Man sieht an der Grundrisszeichnung, dass vom Querhaus zwei Chorumgänge nach Osten abgehen und nicht einer, wie es dem dreischiffigen Langhaus entsprochen hätte, und dass damit der ganze Ostteil zu einem Raum zusammenwächst.
Die Achskapelle, also die Kapelle direkt in der Mitte des Chores, wurde vor einigen Jahren mit neuen Fenstern ausgestattet, die Marc Chagall geschaffen hat.
Reims hatte eine lange Bauzeit. Der Chor konnte zwar bereits 1241 eingeweiht werden, aber während des Hundertjährigen Krieges kamen die Arbeiten nur langsam voran. 1481 beendete ein weiterer Brand das Vorhaben, die Türme noch vollenden zu wollen.

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