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Thursday, 14. December 2017

Balearen

1991 erhielt Mallorca sein erstes anerkanntes Qualitätsgebiet, Binissalem, nördlich von Palma am Fuße des Tramantura-Gebirges. 1999 folgte im Osten des Landes das DO-Gebiet Pla i Llevant. Beide Bereiche umfassen 90% der gesamten Weinproduktion Mallorcas. 2001 wurden in beiden Bereichen auf ca. 700 ha etwa 25 Millionen Liter Wein hergestellt. Auf Mallorca sind ca. 240 Winzer registriert, aber nur ein kleiner Teil davon hat die vorgeschriebenen Kriterien zum Anbau von Qualitätsweinen bisher erfüllt.

  • Binissalem-Mallorca
  • Plà i Llevant

Balearen

Ibiza

Ibiza

Ibiza ist die drittgrößte Insel der spanischen autonomen Region Balearen und die größte Insel der Pityusen. Ibiza hat eine Fläche von 572 km², der Hauptort ist Ibiza-Stadt (katal. Ciutat d'Eivissa). Auf Ibiza leben 113.908 Einwohner (Stand: 2006) dauerhaft, davon sind 23.735 (20,8 %) offiziell gemeldete Ausländer (Residentes), darunter 3.066 (2,7 %) Deutsche.
Zusammen mit der südlich gelegenen Insel Formentera (7.957 Einwohner) und zahlreichen kleineren und unbewohnten Felseninseln bildet Ibiza die Inselgruppe der Pityusen. Amtssprachen sind Spanisch (Kastilisch) und Katalanisch, der auf der Insel vorherrschende katalanische Dialekt wird Ibizenk genannt.

Geographie
Die Balearen sind die abgesprengte Fortsetzung des andalusischen Felsengebirges, das sich von Gibraltar über die Sierra Nevada hinzieht. Ein etwa 1500 Meter tiefer Meeresgraben trennt die Inseln vom spanischen Festland. Die Pityusen haben, wie auch die Balearen, einen eigenen Festlandsockel.
Ibiza ist eine im Inneren hügelige Insel mit zerklüfteter Küste, die durch sandige Calas unterbrochen ist. Sie liegt etwa 90 Kilometer östlich vom spanischen Festland. Die höchste Erhebung ist der Atalaya mit 476 Metern über NN.
Auf der Insel gibt es an Land keine "gefährlichen" Tiere wie giftige Schlangen oder giftige Spinnen. Die biologische Vielfalt und Kultur von Ibiza wurde 1999 zum Weltkulturerbe erklärt.

Ibiza-Stadt und Umgebung
Acht Kilometer östlich des Flughafens liegt die Inselhauptstadt Ciutat d'Eivissa (Ibiza-Stadt). In der malerischen Altstadt und im Hafenviertel gibt es zahlreiche Restaurants und Geschäfte, viele Unterhaltungsmöglichkeiten und das Nachtleben Ibizas mit bekannten, teuren Diskotheken und Bars. In der Stadt gibt es keinen Strand und nur relativ wenige, meist kleine Touristenunterkünfte. Vier Kilometer von der Hauptstadt entfernt liegt der Badeort Platja d'en Bossa, welcher einen kilometerlangen, flach abfallenden Sandstrand mit guten Wassersportmöglichkeiten bietet. Man findet hier unter anderem zahlreiche auch auf Familienurlaub eingestellte Ferienclubs. Durch viele Diskotheken, Restaurants, Bars und Geschäfte wird für Abwechslung gesorgt.

Klima
Ibiza hat das ausgewogenste Klima der Balearen. Die Durchschnittstemperaturen liegen im Sommer um die 26 °C, im Winter erreichen sie sehr milde 12 °C.

Infrastruktur / Verkehr / Verwaltung
Die drei Hauptsiedlungen der Insel Ibiza sind zum einen die Hauptstadt Eivissa, Santa Eulària des Riu und Sant Antoni de Portmany. Die Siedlungen besitzen meist eigene Häfen und Anlegeplätze für Yachten und Boote.
Im Unterschied zur Umgebung der Hauptstadt Eivissa, bei der sich auch der internationale Flughafen Ibiza (welcher jedoch eigentlich zur Gemeinde Sant Josep de sa Talaia gehört) befindet, ist die Besiedelung der übrigen Regionen der Insel eher durch Weiler und Einzelhöfe geprägt. Einzelne und über das Land verstreute Fincas sind typisch für die Landschaft Ibizas.
Die gut ausgebauten Straßen führen durch die stark von Hügeln geprägte Landschaft. Mitte Juli 2005 wurde mit dem Bau einer Autobahn zwischen dem Flughafen und Eivissa begonnen. Kreuzungen gibt es dennoch kaum auf der Insel. Hier wird schon seit Jahrzehnten auf die Kreisverkehrslösung zurückgegriffen.
Für Aufregung sorgte im September 2005 ein Plan der Verwaltung, wonach eine bis zu sechsspurige Autobahn quer über die Insel gebaut werden soll. Prominente Bewohner der Insel wie Fußballstar Zinédine Zidane sprechen sich klar gegen ein solches Bauvorhaben aus.

Wirtschaft

Im Mittelalter verdankte Ibiza den Salzfeldern Ses Salines, im Südwesten beim Flughafen gelegen, einen gewissen Wohlstand. Die Salzfelder waren bis ins 19. Jahrhundert Gemeineigentum ("Universida") und jeder Ibizenko war verpflichtet, zur Bewirtschaftung der Salzfelder beizutragen.
Das Innere der Insel wird für Landwirtschaft und Viehzucht, insbesondere der Schafzucht genutzt. Bis Mitte der 1960er produzierten die Bauern der Insel autark für den eigenen Gebrauch und nur zu einem geringen Teil für den Export.
Mitte der 1930er entdeckten erstmals britische Touristen die Insel. Durch den spanischen Bürgerkrieg und kurze Zeit später den Zweiten Weltkrieg kam der Tourismus aber schnell wieder zum Erliegen. Kurz nach Kriegsende kehrten zwar die ersten Touristen (und in den 1960ern auch viele Aussteiger und Hippies) auf die Insel zurück, aber erst in den 1970ern entwickelte sich der Tourismus in größerem Maße.
Heute reicht die geringe landwirtschaftliche Produktion nicht mehr aus, um die Insel selbst zu ernähren, so dass die meisten Waren vom Festland importiert werden müssen. Wie auch auf den übrigen Balearen ist der Tourismus mit 98 Prozent der Gesamtwirtschaft die Haupteinnahmequelle der Ibizenkos, auch wenn er nicht die Auswüchse wie auf Mallorca erreicht. 2002 besuchten ca. 1,5 Mio. Touristen die Insel, fast die Hälfte davon waren britische Urlauber, gefolgt von Deutschen, Italienern und Franzosen.

Kultur
Ibiza gilt heute als das Urlaubsziel der Jungen oder zumindest Junggebliebenen, doch vor allem als die Insel der "Reichen und der Schönen". Auch ist die Insel wegen des liberalen Flairs ein bevorzugtes Reiseziel für Schwule und Lesben aus aller Welt. Zudem hat sich Mitte der 1990er die internationale Club-Szene mit bekannten Disc-Jockeys auf Ibiza etabliert. Im Sommer steht den Besuchern darüber hinaus ein internationales Angebot an Radioprogrammen mit den Insel-DJs zur Verfügung, wie z. B. das deutschsprachige Programm von Sun Radio Ibiza auf Europa FM 91.7 Ibiza.
Zwischen Ibiza Stadt und Sant Antoni de Portmany befindet sich der größte Nachtclub der Welt, das Privilege. Die Discothek bietet Platz für ca. 10.000 Besucher. Viele weitere Clubs wie das Space, Amnesia und Pacha finden sich ebenso wie das bekannte Café del Mar in Sant Antoni, Platja d´en Bossa, und Sant Rafel. Als ein sonntäglicher Ausflug empfiehlt sich die Cala Benirras, wo bei Sonnenuntergang die einheimischen Trommelkünstler ihr Können demonstrieren. In den Bergen finden regelmäßig zu Vollmond Goa-Partys statt, die mehrere Tage andauern können.

Geschichte

Die Ureinwohner (ca. 2000 v. Chr.)
Über die Ureinwohner der Pityusen ist nur wenig bekannt. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass die Entwicklung ähnlich wie auf den Nachbarinseln Mallorca und Menorca verlaufen ist.
Zwischen 2000 und 1600 v. Chr. entwickelte sich auf den Balearen die Talayot-Kultur (von arab. Atalayi, Ausblick). Die Talayots waren Steintürme, die als Wachtürme und Kultstätten dienten. Im Unterschied zu den Nachbarinseln hat man auf Ibiza und Formentera jedoch keine Reste solcher Bauten gefunden. Die Höhlenmalereien in Ses Fontenelles bei Sant Antoni sowie die Megalithen von Ca Na Costa auf Formentera deuten jedoch darauf hin, dass die Pityusen ebenfalls bereits um diese Zeit besiedelt waren. Es waren vermutlich iberische Hirtenvölker, die die Insel als erste erschlossen.

Die Phönizier (7. bis 2. Jahrhundert v. Chr.)
Im Jahre 654 v. Chr. gründeten die phönizischen Karthager an der Ostseite der Hafenbucht von Eivissa eine Kolonie, die sie Ibes bzw. Ebusim nannten (vermutlich nach dem phönizischen Gott Bes). Die Stadt hatte das Münzrecht und war ein wichtiger Handelshafen. Die Phönizier beuteten auch die reichen Salzvorkommen sowie die Bleiminen bei Sant Carles aus. Die Nekropole Puig des Molins (Mühlenberg) gilt als bedeutendste bekannte phönizische Begräbnisstätte. In der Nähe von Sant Vicent de sa Cala wurde 1907 der Grottentempel Es Culleram entdeckt, der der Göttin Tanit geweiht war. Hannibal soll, der lokalen Geschichtsschreibung zu Folge, auf der Insel Sa Conillera bei Sant Antoni geboren worden sein. Offiziell erblickte er das Licht der Welt in Karthago, es ist aber verbürgt, dass Hannibal auf seinem Feldzug gegen Rom (Zweiter Punischer Krieg, 218-201 v. Chr.) die berüchtigten Steinschleuderer Els Foners Balears mit sich führte, die den Balearen ihren Namen gegeben haben.

Die Römer (ab 123 v. Chr.)
Nachdem der Zweite Punische Krieg erst siegreich für die Phönizier begonnen hatte, wurden Hannibals Truppen 202 v. Chr. bei Zama vernichtend geschlagen, und Karthago wurde auf sein afrikanisches Gebiet beschränkt.
123 v. Chr. wurden die Balearen von Quintus Caecillius Metellus, genannt Balearicus, erobert. Die Römer nannten Ibiza-Stadt Ebesus. Als konföderative Stadt konnte sie sich eine gewisse Autonomie bewahren. So brauchte sie zum Beispiel keinen Tribut zu zahlen und durfte weiterhin das Münzrecht ausüben. 70 v. Chr. wurde Ebesus unter dem Namen Flavia Augusta dem römischen Reich eingegliedert. Kaiser Vespasian ließ Wirtschaft und Infrastruktur der Insel ausbauen. Die Häfen Portus Salarius auf Formentera (heute La Savina) und Portus Magnus (Sant Antoni de Portmany) wurden errichtet.
Die Nachbarinsel im Süden Ibizas erhielt von den Römern den Namen Frumentaria (die Weizenreiche). Aufgrund des fruchtbaren Bodens und der damals reichhaltigen Süßwasser-Vorkommen diente sie ihnen als Kornkammer.
380 n. Chr. wurde das Christentum Staatsreligion der Römer. Damit wurden auch die Balearen christianisiert. 391 erließ Theodosius das Verbot aller heidnischen Kulte. Nur wenige Jahre später zerbrach das Römische Reich in das West- und das Ostreich (Byzanz).

Einfall der Vandalen (5. Jahrhundert n. Chr.)

Im 5. Jahrhundert drangen die Vandalen unter Gunderich nach Ibiza vor. 426 wurde die Insel von ihnen komplett verwüstet. Erst 533/534 gelang dem oströmischen Feldherrn Belisar die Vertreibung der Vandalen. Ibiza geriet unter die Oberherrschaft von Byzanz. Aus dieser Zeit ist jedoch nur wenig bekannt.

Die maurische Herrschaft (8. bis 13. Jahrhundert)
711 eroberten die Mauren unter dem Feldherrn Tarik Spanien, aber bereits wenige Jahre zuvor waren sie auf den Balearen gelandet. 711 wurde Ibiza erstmals von den Mauren erobert. Sie nannten die Insel Yabisa.
Es dauerte aber noch bis Anfang des 10. Jahrhunderts, bis die Mauren ihre Macht auf Ibiza stabilisieren konnten, zumal die Insel 859 einem Raubzug der Wikinger zum Opfer fiel. Die Mauren nannten die Balearen Las Islas Orientales de Al-Andalus (die Inseln östlich von Andalusien). Sie gehörten zum Kalifat von Córdoba. 1009 wurden die Balearen mit der an der Küste liegenden Stadt Denia unabhängiges Königreich.
Etwa um diese Zeit nahmen aber auch die Überfälle arabischer Piraten zu, die vor allem von Mallorca und Menorca aus operierten. 1114 wurden deshalb die Balearen Ziel einer pisanisch-katalanischen Strafexpedition. Palma de Mallorca wurde dabei vollständig zerstört.
Doch die islamische Herrschaft über Ibiza konnte sich noch über Jahre halten. 1203 setzten sich auf den Balearen die Almoraviden fest, die sich bis 1235 dort hielten.

Die katalanische Eroberung (ab 1229)
1229 eroberten die Christen Mallorca im Zuge der Reconquista zurück. Unter dem Befehl des Königs von Aragón, Jakob I., der Eroberer, wurde die Medina Yabisa von Guillermo de Montgrí, dem Erzbischof von Tarragona belagert. Der Legende nach konnten die Christen die Stadt sehr schnell einnehmen, weil der regierende Sultan Yebusah seinem Bruder die Lieblingssklavin weggenommen und verführt hatte. Aus Rache ließ der Bruder die Christen in die Stadt. Ibiza wurde unter den Eroberern aufgeteilt, zu denen Montgrí auch der Infant (Prinz) von Portugal Don Pedro und der Graf von Roussillon Don Nuno Sans gehörten. Katalanisch wird als Sprache auf der Insel eingeführt.

Das Königreich Mallorca (ab 1256)
1256 rief Jaume II. das Königreich Mallorca aus, zu dem neben den Balearen auch Montpellier und Roussillon gehörten. 1299 gründete er auf Ibiza die Universidad, eine Behörde zur Verwaltung öffentlicher Belange. Die Pityusen verfügten damit über eine eingeschränkte autonome Verwaltung, die bis ins 19. Jahrhundert bestehen blieb.
Das Königreich Mallorca fiel jedoch 1349 an Aragon zurück, nachdem Jaume III. von Pedro IV. von Aragon getötet wurde. Mit der Heirat von Isabella von Kastilien und Ferdinand II. von Aragon kam es schließlich zur Einigung von Spanien. 1492 fiel Granada, die letzte Stellung der Mauren in Spanien. Damit endete die über 500 Jahre dauernde Reconquista.

Die ibizenkischen Korsaren (16. bis 19. Jahrhundert)
Gegen Ende des 15. Jahrhunderts segelte der Genuese Christoph Kolumbus über den Atlantik, um einen neuen Seeweg nach Indien zu finden. Durch die Entdeckung der Neuen Welt verlor der Mittelmeerhandel, und damit auch die Balearen an Bedeutung. Das Interesse der spanischen Krone an Ibiza und Formentera ließ nach.
Da die Inseln mittlerweile nahezu unbefestigt waren, zogen sie nun das Interesse der Piraten auf sich, die vor allem auf Menschenraub spezialisiert waren. Formentera wurde in der Zeit vollkommen entvölkert und erst im 17. Jahrhundert wieder besiedelt. Historiker vermuten, dass die Ibizenkos ihre Fincas deshalb so weit auseinander bauten, weil große Siedlungen die Aufmerksamkeit der Piraten auf sich zogen. Allerdings war auch die Einwohnerzahl durch die zahlreichen Kriege dezimiert.
Zum Schutz gegen die Piraten errichteten die Ibizenkos Wachtürme. Jeder Wachturm stand mit einem anderen in Sichtweite. Durch Feuerzeichen konnten die Meldungen über die anrückenden Piraten schnell weiter gegeben werden und die Bevölkerung konnte Zuflucht in den Wehrkirchen nehmen, die in dieser Zeit erbaut wurden.
Unter Philipp II. (Spanien), dem Sohn von Karl V. wurde 1556 mit dem Neubau der Stadtmauern von Ibiza-Stadt begonnen. Die eindrucksvollen Mauern umschließen noch heute die Altstadt Dalt Vila, und nachdem Dalt Vila 1999 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde, wurden sie sorgfältig saniert und restauriert.
Die fortgesetzten Piratenangriffe, allerdings auch die spanische Inquisition, die jede Abweichung vom katholischen Glauben unbarmherzig verfolgte, brachten die Ibizenkos schließlich dermaßen in wirtschaftliche Not, dass sie in Offensive gingen und das Mittelmeer auf der Jagd nach feindlichen Schiffen durchkreuzten.
Das Korsarentum blühte bis ins 19. Jahrhundert. Erst mit der Eroberung Algiers durch die Franzosen (1830) endete im Mittelmeer die Piraterie. Der bekannteste der ibizenkischen Korsaren war Antonio Riquer Arabi. Er brachte über 100 Schiffe auf, darunter auch die schwer bewaffnete britische Brigg Felicity. Ihm zu Ehren wurde im Hafen von Ibiza-Stadt ein Obelisk errichtet.

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Formentera

Formentera

Formentera ist die zweitkleinste bewohnte Insel der spanischen Autonomen Region Balearen. Sie bildet zusammen mit Ibiza und einigen kleineren Inseln die Inselgruppe der Pityusen. Formentera liegt ca. 20 Kilometer südlich vor Ibiza, ist 19 Kilometer lang und hat 7.957 Einwohner (Stand: 2006). Der Ausländeranteil beträgt 26,0 % (2.070), der Anteil deutscher Einwohner 7,4 % (591). Die Insel hat eine Fläche von 82 km². Der Hauptort der Insel ist Sant Francesc Xavier (span: San Francisco Javier).

Die Insel ist relativ flach und besteht im Wesentlichen aus vier Teilen:

Norden
Der Norden ist der am dichtesten besiedelte Teil der Insel und umfasst die Ortschaften La Savina, Es Pujols, Sant Ferran de ses Roques sowie Sant Francesc de Formentera:

    * La Savina ist der Haupthafen der Insel. Hier legen auch die Fähren von und nach Ibiza-Stadt an.
    * Es Pujols ist der einzige hauptsächlich touristisch geprägte Ort der Insel mit Hotel- und Appartementblocks, Restaurants, Cafés, Läden und Discos.
    * Zwischen La Savina und Es Pujols erstrecken sich die zwei Binnenseen Estany des Peix und Estany Pudent mit Salinen (Ses Salines).
    * Sant Francesc Xavier liegt südlich von Es Pujols im Inselinneren und ist mit 1.500 Einwohnern der größte Ort der Insel und Verwaltungssitz.
    * Nordwestlich von Es Pujols schließt sich eine immer schmaler werdende, unbewohnte und dünige Landzunge an, welche von hellen Sandstränden umschlossen ist, von denen der bekannteste die Platja de Ses Illetes ist. Die Schönheit dieses Strandes lockt in der Sommersaison tagtäglich auch viele Bootsurlauber aus Ibiza zum Ankern an.

Süden
Nach Süden hin ist das Gebiet immer spärlicher besiedelt und erreicht eine Höhe von 119 Metern. Am südlichsten Ende der Insel, dem Cap de Barbaria befindet sich fast einhundert Meter über dem Meeresspiegel ein mittelalterlicher Wachturm. Dieser Teil der Insel liegt im Naturschutzgebiet, ist eher ländlich geprägt und hat eine felsige Küste.

Mitte
Den Mittelteil der Insel bildet eine etwa sechs Kilometer lange und lediglich bis zu 1,5 Kilometer breite Landzunge. Hier befinden sich zwar keine historisch gewachsenen Orte, aber mit der Platja de Mitjorn an der Südseite der längste Strand der Insel und einige wenige größere Ferienanlagen.

Osten
Im Osten schließt sich die Hochfläche La Mola an, die nur über eine Serpentinenstraße oder den alten Römerweg zu erreichen ist und bis zu 192 Meter über NN liegt. Im Zentrum der Hochfläche liegt El Pilar de la Mola. Ganz im Osten der Insel steht auf dem fast 150 Meter hohen Kap „Punta de sa Ruda“ ein Leuchtturm, von dem ein weiter Blick Richtung Osten über das Meer möglich ist. Auch dieser Teil der Insel besteht, wie der Süden, aus Felsküste.

Geschichte
Formentera war bereits in vorgeschichtlicher Zeit bewohnt, vermutlich im 2. Jahrtausend v. Chr., wie u. a. die megalithische Grabstätte Ca na Costa beweist. Für die phönizische und punische Zeit gibt es keinerlei Anzeichen eines Siedlungsnetzes, was umso mehr verwundert, da Ibiza zu dieser Zeit ein bedeutendes Zentrum im westlichen Mittelmeerraum war. In römischer Zeit gab es auf Formentera eine umfangreiche Bevölkerung, worauf zahlreiche Funde deuten. Das Kastell in der Nähe von Es Caló stammt aus spätrömischer Zeit. Die Römer nannten die Insel Frumentaria („Weizeninsel“) und nutzten sie wegen des fruchtbaren Bodens und der damals reichhaltigen Süßwasservorkommen als Kornkammer. Nach dem Untergang des römischen Reiches übernahmen die Vandalen die Herrschaft über alle balearischen Inseln, danach das byzantinische Reich. Im Jahr 859 wurde Formentera, wie auch Mallorca und Menorca, von plündernden Wikingern heimgesucht. Seit Beginn des 10. Jahrhunderts gehörte Formentera zum arabischen Machtbereich. Im Jahr 1235 eroberte der katalanische König Jaume I. (Jakob I., der Eroberer) Ibiza und Formentera. Seitdem besitzt Formentera seine katalanische Identität. Mit dem Versiegen der Quellen ging die Landwirtschaft immer mehr zurück, und aufgrund ständiger Piratenangriffe wurde die Insel im 16. Jahrhundert schließlich völlig entvölkert und erst 200 Jahre später von Ibiza aus wieder besiedelt.

Formentera heute
Die Insel war in den 1960er und 1970er Jahren bei Hippies sehr beliebt, die damals von Ibiza herüberkamen. Dies ist auch heute noch zu spüren. Unter anderem wird Formentera mit Pink Floyd, King Crimson und Bob Dylan in Verbindung gebracht; letzterer soll für ein halbes Jahr in einer stillgelegten Mühle auf der Hochebene La Mola gewohnt haben. Chris Rea lebte ebenfalls dort, und der Trailer seines Titels „On the beach“ ist hier gedreht worden. Überbleibsel dieser Hippie-Zeit sind die Kult-Kneipe mit Restaurant Fonda Pepe oder die Gitarrenbauerschule „Formentera Guitars“, sowie der sonntägliche Hippiemarkt in Pilar (La Mola).
Der auf der Insel lebende Schriftsteller Niklaus Schmid hat über die Zeiten der 1960er und 1970er Jahre ein zum Kult gewordenes Buch geschrieben: „Formentera - eine Insel auf dem Weg zur Legende“.
Der Film Lucía y el sexo des spanischen Regisseurs Julio Medem wurde im Jahr 2000 zum Teil auf Formentera gedreht. Im Film wird jedoch nie der Name der Insel erwähnt, es wird nur auf 'Die Insel' verwiesen. Schon auf dem Kinoplakat des Filmes ist jedoch im Hintergrund der Leuchtturm am Cap de Barbaria zu sehen.
Aufgrund der kurzen Entfernungen eignet sie sich gut für Ausflüge mit dem Fahrrad und Formenteras Strände gehören mit ihrem hellem Sand und dem türkisfarbenen und glasklaren Wasser zu den schönsten des Mittelmeeres. Zwar ist die Insel in den Hauptreisemonaten Juli und August meistens zu fast 100 Prozent ausgebucht, aber die Zahl der Unterkünfte ist begrenzt. Trotz Massentourismus hat sich Formentera dadurch viel Flair und Beschaulichkeit erhalten können.

Fährverbindungen
Die Fähren von und nach Ibiza-Stadt stellen die einzige öffentliche Verbindung der Insel zur Außenwelt dar. Nicht zuletzt wegen der etwas umständlichen Anreise ist der Tourismus auf Formentera nicht ganz so stark ausgeprägt wie auf den übrigen Balearen-Inseln.

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Mallorca

Mallorca

Mallorca (lat. insula maior, später Maiorica - "die größere Insel", im Vergleich zu Menorca) ist eine spanische Insel. Sie liegt im westlichen Mittelmeer, 261 Kilometer von Valencia, 170 Kilometer von Barcelona und 315 Kilometer von Algier entfernt.
Mallorca ist die größte Insel der Balearen-Gruppe, die zusammen mit den Pityusen als spanische Region eine autonome Gemeinschaft innerhalb des spanischen Staates bildet. Auf Mallorca befindet sich die Hauptstadt der Balearischen Inseln, Palma. Amtssprachen sind katalanisch und spanisch.

Klima

Mallorca genießt ein gemäßigtes subtropisches Klima mit durchschnittlich 7,9 Sonnenstunden am Tag und durchschnittlichen Niederschlagsmengen (1.400 Millimeter im Norden, 400 Millimeter im Süden).
Die kurzen Winter sind bedingt durch die Insellage mild und feucht. In seltenen Fällen kann es allerdings auch zu Schneefällen, vornehmlich in den Bergen, kommen. In den Sommermonaten hingegen regnet es kaum. Die Temperaturen im Inselinneren können dann bis über 40 °C steigen.
Ab Ende August sind kurze starke Regenfälle begleitet durch Sturm und Gewitter möglich, wodurch der Oktober statistisch der niederschlagsreichste Monat des Jahres ist. Das kann bis zu örtlichen Überschwemmungen führen, wenn die Torrents die Wassermengen nicht mehr aufnehmen und ins Meer ableiten können.
Ende Dezember bis in den Januar sind windstille, milde Wetterlagen, die sogenannten calmes, häufig. Die kleinen Sommer führen schon im Januar zur Mandelblüte, was der Insel im Gegensatz zur ausgetrockneten Landschaft im Sommer ein völlig anderes Aussehen gibt.

Sehenswürdigkeiten

Die Infrastrukturen für den Tourismus in fast allen touristischen Zentren der Insel sind stark ausgebaut worden. Reisebüros organisieren Tagesausflüge, bei denen man u.a. die Höhlen von Porto Cristo (Drach-Höhlen) und Artà, die römischen Ruinen von Pollentia in Alcúdia, den Strand von Formentor, die Kartause von Valldemossa, den Hafen von Cala Figuera, die Inseln Dragonera und Cabrera besuchen kann.
Andere Möglichkeiten bieten Aquaparks, Auto-Safaris, Delphinarium, Anlagen mit exotischen Vögeln, historische Gärten, oder der Naturpark S'Albufera in Alcúdia. Das Nachtleben zeigt sich in den touristischen Zentren von Palma und anderen Orten auf Mallorca an ganzen Straßen, wo sich Bars, Pubs und Diskotheken aneinanderreihen. Ein Spielcasino besteht 20 km von Palma entfernt.
 
Im Überblick:

  •     Canyon Torrent de Pareis - an der Westküste nördlich Sóller, bei Sa Calobra gelegen
  •     Castell de Bellver - Festungsanlage in Palma
  •     Castell d'Alaró (Puig de Alaró, ca. 13 Jh., in 825 m Höhe), bei Alaró
  •     Castell del Rei (Pollença, ca. 13. Jh., in 476 m Höhe)
  •     Castell de Capdepera (Capdepera, 13. Jh.)
  •     Castell de Santueri (Felanitx, 14. Jh., in 320 m Höhe)
  •     Cap de Formentor - das Nordkap
  •     Coves d'Artà - Höhle in der Nähe von Artà
  •     Coves del Drac - Tropfsteinhöhle mit großem unterirdischem See bei Portocristo
  •     Coves de Campanet - Höhle im Nordwesten zwischen Inca und Alcúdia
  •     Coves dels Hams - Tropfsteinhöhle bei Portocristo
  •     Coves de Gènova - Höhle nahe Palma
  •     Der Rote Blitz - eine historische Eisenbahn von Palma nach Sóller
  •     Es Baluard - Museum für Moderne und Zeitgenössische Kunst Palma
  •     La Seu - Kathedrale von Palma
  •     Santuari de Lluc Kloster bei Escorca im Nordwesten
  •     Planetarium Mallorca in Costitx
  •     Ses Païsses - Talayot-Siedlung bei Artà
  •     Son Marroig - Herrensitz aus dem 16. Jahrhundert zwischen Deià und Valldemossa
  •     Cabrera (Insel) - National Park auf einer vorgelagerten Insel
  •     La Granja - Abgelegenes ehem. Weingut, jetzt berühmtes Museum für mallorquinisches Leben in den letzten 2 Jahrhunderten
  •     Els Calderers de Sant Joan - Herrensitz in der Gemeinde Sant Joan
  •     Botanicactus - Botanischer (Kakteen-)Garten in der Nähe von Ses Salines

Landschaften

Mallorca wird in sechs Landschaftszonen (katalanisch comarques, Einzahl: comarca) untergliedert.

Serra de Tramuntana

An erster Stelle ist die Serra de Tramuntana zu nennen, ein bis zu 15 Kilometer breiter Gebirgszug mit 10 Gipfeln über 1.000 Meter Höhe, der parallel zur Nordwestküste verläuft. Die Berge erstrecken sich auf über 90 Kilometer Länge von der Insel Sa Dragonera im Südwesten bis zum Cap Formentor im Norden. Der höchste Punkt etwa in der Mitte der Gebirgskette ist mit 1.445 Metern der Puig Major. Am Nordwestabhang des Gebirges befinden sich steile und felsige Küstengebiete mit nur kleinen Buchten und steinigen Stränden. In der einzigen größeren Bucht entstand der Schutzhafen Port de Sóller.
Die Serra de Tramuntana sind nach den kalten Nord- und Westwinden Tramuntana benannt. Sie bilden klimatisch eine Wetterscheide zum Landesinneren, das damit in den Genuss milderer Winter, aber auch allgemein regenärmerer Tage kommt. In den Bergen sorgt der Steigungsregen für häufigere und stärkere Niederschläge als in den anderen Inselregionen.
An den Seitenhängen der Berge mit ihren Wildbächen (Torrents) haben sich fruchtbare Täler gebildet, wo in der Gegend um Sóller Apfelsinen- und Zitronenbäume wachsen. Auf Terrassen werden Tomaten, Bohnen und Weintrauben angebaut (Estellencs, Banyalbufar, Deià, Valldemossa). Die Region der Serra de Tramuntana ist recht dünn, dabei aber sehr unterschiedlich besiedelt. Insgesamt beträgt die Einwohnerzahl 101.343 (Stand: 2006), wobei die größten Gemeinden mit Calvià und Pollença im Süden bzw. Norden liegen.

Raiguer
An die Serra de Tramuntana angrenzend liegt am Südostabhang der Gebirgskette zwischen der Halbinsel La Victoria und der städtischen Region der Hauptstadt Palma die Region Es Raiguer. Sie ist eine Übergangszone vom Gebirge zur Ebene Es Plà in der Mitte Mallorcas. Hier gibt es reichlich Wasser, aber wenig flaches, kultivierbares Gelände.
Die Region des Raiguer und im Besonderen die Stadt Inca sind als Zentrum des Schuh- und Lederhandwerk auf Mallorca bekannt. In der Region leben 118.192 Bewohner (Stand: 2006) und sie hat mit Inca auch eine Art Zentrum, wenngleich die Gemeinde Marratxi als Vorort von Palma etwas mehr Einwohner zählt. Drittgrößte Gemeinde ist die Stadt Alcúdia an der nach ihr benannten Bucht an der Nordküste.

Plà de Mallorca
Im zentralen Teil Mallorcas befindet sich die Ebene Plà de Mallorca oder Es Plà, die nur von kleineren Höhenzügen unterbrochen wird. Höchster Punkt ist an der Grenze zum Migjorn der 542 Meter hohe Tafelberg Puig de Randa.
Aus der Region Es Plà kommen die meisten landwirtschaftlichen Produkte der Insel für den täglichen Bedarf wie Kartoffeln, Reis, Mais und Gemüse. Zudem wird Wein angebaut und es gibt eine Vielzahl von Mandelbaumplantagen. Mit ihren ausgedehnten Feldern wird Es Plà auch als Kornkammer Mallorcas bezeichnet. Im Schutz der Berge des Nordwesten vor den winterlichen Nordwinden sind bis zu vier Ernten im Jahr möglich. Allerdings ist das Inselinnere im Sommer auch die heißeste Gegend Mallorcas.
Im Plà de Mallorca leben mit 50.243 Menschen (Stand: 2006) die wenigsten Einwohner der sechs Comarques Mallorcas. Es gibt auch keinen zentralen Ort der Region. Am bevölkerungsreichsten ist mittlerweile der Touristenort Can Picafort an der Bucht von Alcúdia in der Gemeinde Santa Margalida. An der Bucht im Norden Mallorcas gibt es kilometerlange Sandstrände, das Hauptziel der meisten Urlauber. Der Tourismus gewinnt auch im Es Plà gegenüber der Landwirtschaft zunehmend an Bedeutung. Im Inneren Mallorcas wird dabei vermehrt auf den Agrotourismus gesetzt, Urlaub auf dem Lande im Schatten der vielen Windmühlen.

Llevant
Llevant (deutsch: Osten) bezeichnet die östliche und nordöstliche Landschaftsregion Mallorcas. Sie wird durchzogen von den Serres de Llevant, einem Gebirgszug wesentlich niedriger als die Serra de Tramuntana im Westen. Hier gibt es nur drei Gipfel über 500 Meter Höhe. Der höchste ist mit 561 Meter der Puig Morei (auch Puig d'en Morell oder Talaia Freda) im Massiv von Artà (Massis d'Artà). Die Serres de Llevant ziehen sich von Süd nach Nord, steigen dabei etwas an und erweitern sich im Norden auf die gesamte Halbinsel von Artà.
Das Gebirge im Osten ist weniger geschlossen als die Serra de Tramuntana. Bei Manacor gibt es eine Art Durchlass von der Ebene des Inselinneren zur Ostküste. Dort reihen sich wie an einer Perlenkette viele kleine Naturhäfen und Sandstrände an der sonst felsigen Küste aneinander. An der Küste befinden sich auch die drei Naturhöhlen Coves del Drac, Coves dels Hams und Coves d'Artà. Die weitesten Strände bieten Cala Millor an der Badia de Son Servera, Sa Coma an der Cala Moreia und Cala Rajada mit der Cala Agulla, alles heute Touristen-Hochburgen. Ruhig geht es hingegen auf der Nordwestseite des Gebirgszuges bei Colònia de Sant Pere und dessen Naturstrand S'Arenal de sa Canova sowie den naturgeschützten Buchten der Nordostküste zu.
Hauptort des Llevant ist Manacor. Hier leben mit 37.165 Menschen (Stand: 2006) mehr als die Hälfte der 73.658 Einwohner der Region. Trotzdem ist die Stadt Manacor, in der 67 % der Bewohner der Gemeinde ansässig sind, wirtschaftlich mehr mit dem Landesinneren verbunden. Sie ist ein Zentrum der Kunstperlen- (Majòrica) und Möbelindustrie. Die Orte der Küste von Cala Rajada bis Cales de Mallorca haben sich hingegen dem Tourismus verschrieben, während die Gemeindesitze abseits des Meeres in Beschaulichkeit mit davon profitieren.

Migjorn
Migjorn ist im Grunde die südliche Fortsetzung der Ebene Plà de Mallorca. Trotz des eher flachen Charakters der Region besitzt die südlichste Landschaft Mallorcas auch eine Erhebung über 500 Meter Meereshöhe. Auf dem 509 Meter hohen Puig Sant Salvador in der Gemeinde Felanitx befindet sich das Kloster Santuari de Sant Salvador. Der Berg ist die höchste Erhebung im südlichen Bereich der Serra de Llevant.
Mit der Stadt Campos besitzt Migjorn ein Zentrum eher ländlichen Charakters. Die Landwirtschaft spielt hier auch heute noch eine große Rolle. Eine Besonderheit sind die rund um den Ort kultivierten Kapernsträucher. Welch Gegensatz dazu bietet der ehemalige Hafen von Campos, Colònia de Sant Jordi. Neben dem sechs Kilometer langen Strand von Es Trenc wurde hier ein Touristenzentrum mit über 3000 Fremdenbetten errichtet. Dass dem wilden Bauen inzwischen Einhalt geboten wurde, bezeugen die Bauruinen an der anderen Seite von Es Trenc in der Siedlung ses Covetes. Ein Gericht verfügte den Abriss der hier neben dem Strand ohne Genehmigung errichteten, halb fertiggestellten Häuser.
Die Küstenlinie des Migjorn reicht von s'Arenal im Westen, das zur Gemeinde Llucmajor gehört, bis nach Portocolom in der Gemeinde Felanitx. Jede Gemeinde der 72.299 Einwohner zählenden Region (Stand: 2006) hat Anteil an der Küste. An dieser wechseln sich flache felsige Abschnitte mit sandigen Buchten ab. Einige Küstenabschnitte, vor allem am Südkap, dem Cap de ses Salines, sind schwer erreichbar. Private Landbesitzer haben hier die Durchfahrt für Fahrzeugen, auch aus Naturschutzgründen, gesperrt.

Palma (Ciutat de Mallorca)
Im Südwesten Mallorcas öffnet sich die große Bucht von Palma, an der die alte Hauptstadt des ehemaligen Königreichs Mallorca und das gegenwärtige politische und wirtschaftliche Zentrum der Autonomen Region der Balearen liegt. Palma ist eine römische Gründung aus der Zeit der Inbesitznahme der Insel durch das Römische Reich im Jahre 123 v. Chr. Heute leben in der Stadt 375.048 Menschen (Stand: 2006), das sind fast die Hälfte (47,4 %) der Einwohner Mallorcas. Noch vor einhundert Jahren waren es nur 67.544 Bewohner (Jahr 1910).
Da die Region Palma nur das Stadt- bzw. Gemeindegebiet umfasst, ist sie die flächenmäßig kleinste der Insel, hat aber die höchste Bevölkerungsdichte. Sie grenzt im Westen an die Region Serra de Tramuntana, im Norden an Raiguer, im Nordosten an Plà de Mallorca und im Südosten an Migjorn.
Südlich Mallorcas liegt der Felsinsel-Archipel um Cabrera, heute ein Meer- und Land-Nationalpark, und im Südwesten die Insel Sa Dragonera, die ebenfalls vom Inselrat Mallorcas zu einem Naturschutzgebiet erklärt wurde. Cabrera ist im weiteren Sinne eine südliche Fortsetzung des Migjorn, wird aber durch die Hauptstadt Palma verwaltet. Sa Dragonera bildet den südwestlichsten Ausläufer der Serra de Tramuntana.

Flora und Fauna
Mallorca besitzt eine reiche Flora aus über 1.500 Arten. Die Fauna ist weniger artenreich und umfasst nur wenige Säugetier-, jedoch sehr viele Vogel-Arten. Die einzigen wildlebenden größeren Säugetiere sind verwilderte Hausziegen in den Bergen der Serra de Tramuntana und der Serra de Llevant. Bemerkenswert sind der endemische Balearen-Sturmtaucher (Puffinus mauretanicus), Purpur- und Seidenreiher, Zwergrohrdommel, Mönchsgeier sowie der Rosa-Flamingo. Darüber hinaus gibt es Reptilien und Amphibien, darunter die erst Ende der siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts wiederentdeckte, endemische Mallorca-Geburtshelferkröte.

Naturschutzgebiete
Land-/Meeresnationalpark

  •     Parc nacional maritim-terrestre de l'Arxipèlag de Cabrera

Naturreservate

  •     Parc natural de s'Albufera de Mallorca
  •     Parc natural de Mondragó
  •     Parc natural de sa Dragonera
  •     Parc natural de la península de Llevant
  •     Reserva natural especial de s'Albufereta

Naturdenkmale

  •     Monument natural de ses Fonts Ufanes (Fläche: 50,2 ha)
  •     Monument natural dels torrents de Pareis, del Gorg Blau i de Lluc (Fläche: 445,81 ha)

Im März 2007 erklärte die Regierung der Balearen in einem Raumordnungsplan der natürlichen Ressourcen (PORN) weitere fast 62.000 Hektar der Serra de Tramuntana zum Paraje Natural. Die Bezeichnung ist jedoch international nicht anerkannt, was Naturschutzorganisationen monierten. Kritisiert wurde auch, dass die Gemeinden Antratx und Calvià komplett von den Schutzauflagen ausgenommen wurden. Das Projekt unterteilt die Serra de Tramuntana in Zonen mit unterschiedlich strengen Schutzvorschriften.

Gebirge, Täler, Gewässer

Zwei Gebirgszüge rahmen die Insel im Osten und Nordwesten ein, die wenig spektakuläre Serra de Llevant und die berühmte, über weite Strecken nicht besiedelte Serra de Tramuntana, in der die höchsten Berge der Insel, darunter zehn mit über 1000 Meter über Meereshöhe, liegen. In der Serra de Llevant befinden sich hingegen nur drei Gipfel über 500 Meter. Diese Höhe erreicht außerhalb der beiden Gebirgsketten nur der Puig de Randa mit 542 Meter in der Mitte der Insel im Es Plà.

Die höchsten Berge

  •     Puig Major (1.445 msnm)
  •     Puig de Massanella (1.367 msnm)
  •     Tomir (1.103 msnm)
  •     L'Ofre (1.093 msnm)
  •     Alfàbia (1.067 msnm)
  •     Teix (1.064 msnm)
  •     Tossals Verds (1.147 msnm)
  •     Galatzo (1.026 msnm)
  •     Es Cornador (1.009 msnm)
  •     Puig Roig (1.002 msnm)


In der Serra de Tramuntana befinden sich auch der bekannte Canyon des Torrent de Pareis und die beiden Trinkwasser-Speicherseen Embassament de Cúber und Embassament des Gorg Blau. Die Stauseen sichern vor allem die Trinkwasserversorgung der Hauptstadt Palma.
Flüsse und natürliche Seen besitzt Mallorca nicht. Die oftmals starken Regenfälle nehmen die vielen Torrents (Sturzbäche) auf, die das Wasser ins Meer ableiten. In Trockenzeiten bleiben in den Torrents Brackwasserseen zurück, die vielen Insektenarten Lebensraum bieten. Die meisten Sumpfgebiete Mallorcas wurden in der Vergangenheit trocken gelegt. Zwei Ausnahmen bilden die heute unter Naturschutz stehenden S'Albufera und S'Albufereta in der Gemeinde Alcúdia.

Wirtschaft

Die Wirtschaft ist geprägt von Tourismus. 1960 besuchten rund 360.000 Touristen die Insel, 1970 waren es bereits mehr als 2 Millionen. 2006 kamen rund 9,6 Millionen Touristen, von denen etwa 38% (3,6 Millionen) Deutsche waren. Damit liegt die Insel deutlich vor der zweitwichtigsten Touristenregion Spaniens, Katalonien. Der Flughafen Son Sant Joan fertigte 2007 rund 23 Millionen Fluggäste ab. Insgesamt stehen den Gästen rund 286.400 gemeldete Hotelbetten in 1.600 Hotelanlagen zur Verfügung (die Dunkelziffer der nicht gemeldeten Betten wird nach Schätzungen mit rund 100.000 angenommen.)
Die Mehrzahl der Touristen stammt aus Deutschland und Großbritannien. Geradezu zum Symbol für den deutschen Massentourismus, der jedoch weite Teile der Insel nicht berührt, ist der Ort S'Arenal, für den englischen Magaluf geworden. Es gibt aber auch eine nicht geringe Zahl von Individualtouristen, die etwa in der Serra de Tramuntana wandern oder Rad fahren und ca. 35.000 ausländische Residenten, die sich auf Mallorca niedergelassen haben und sich zum Teil auch in die dortige Gesellschaft integrieren.
Daneben sind Landwirtschaft, Bergbau (vor allem Marmorabbau), Leichtindustrie (Leder, Keramik, Perlen, Glas) sowie Fischerei bedeutende Wirtschaftszweige.
Die Mallorquiner erwirtschaften eines der höchsten Pro-Kopf-Einkommen Spaniens: 17.000 Euro gegenüber 13.500 Euro im spanischen Durchschnitt. Haupteinkommensquelle ist mit 75 Prozent der Dienstleistungsbereich Tourismus gefolgt von der Bauindustrie mit rund 10 Prozent. Fast drei Viertel der Insel sind landwirtschaftliche Nutzflächen. Die Landwirtschaft stellt 11 Prozent der Arbeitsplätze der Insel, trägt aber nur 2,5 Prozent zum Bruttonationaleinkommen bei.

Kultur

Lange vor den Stränden haben sich die Besucher der Insel der Ruhe, wie sie Rubén Darío nannte, für die zahlreichen Denkmäler, bedeutenden Gebäude, Museen, Kunstgalerien und die Literatur Mallorcas interessiert. Aber nicht nur die Monumente und Sehenswürdigkeiten von Palma - die Kathedrale, das Schloss von Bellver, der Palacio Real, die Lonja, das Gran Hotel, das Museo de Mallorca, Patrizierhäuser wie Can Vivot, Can Oleza, Casal Solleric und etwa zwanzig Galerien für moderne Kunst-, sondern auch die Klöster, die Verteidigungstürme, Kirchen, Rathäuser und Museen der 52 anderen Städte Mallorcas bilden den architektonischen und künstlerischen Reichtum Mallorcas.
Die jährlich sich wiederholende Spielzeit der Oper, die Abonnementskonzerte des Sinfonieorchesters Ciutat de Palma oder das Programm Un invierno en Mallorca bereichern das kulturelle Leben in den Wintermonaten, und im Sommer sind es die Festivals für klassische Musik im Freien oder die Konzerte für moderne Musik, Jazz sowie Ballett-und Theateraufführungen.
Die öffentlichen Stiftungen tragen ihren Teil bei, Kunst zu verbreiten und sich an ihr zu erfreuen. Die Stiftungen Pilar und Joan Miró, la Caixa, Sa Nostra und March erweitern das Angebot an Ausstellungen, die regelmäßig in den staatlichen Ausstellungszentren Sa Llotja, Casal Solleric, Ses Voltes, Bellas Artes oder Casa de Cultura besichtigt werden können.
Die literarischen und pädagogischen Zyklen, die von oder Universität der Balearen zusammen mit privaten Institutionen durchgeführt werden, finden in den komfortablen und technisch gut ausgerüsteten Veranstaltungssälen in und außerhalb der Hauptstadt statt.

Sport und Freizeit

Als Insel ist Mallorca prädestiniert für Wassersport aller Art. Es gibt zahlreiche Segel-, Unterwassersport-, Kanu-, Tauch-, Schwimm- und Wasserskikurse. Im Gebirge der Serra de Tramuntana werden unterschiedlichste Alpinsportarten ausgeübt, vor allem Bergwandern (Trekking), Mountainbiken und Klettern. Aufgrund des günstigen Klimas und der abwechslungsreichen Topographie ist der Radsport im Winter nicht nur bei Profi-, sondern zunehmend auch bei ambitionierten Hobbysportlern verbreitet.
Auf Mallorca gibt es 18 Golfclubs die meisten davon gehören zum Robinson Club, der hauptsächlich von Deutschen besucht wird. Auf zwei Pferderennbahnen in Palma und Manacor werden an den Wochenenden Trabrennen ausgetragen. Palma verfügt über fünf Sportzentren und städtische Schwimmbäder wie das von Son Hugo, das aus Anlass der Universiade Palma 1999 eingeweiht wurde. Der Fußballclub Real Mallorca spielt in seinem Stadion Son Moix alle vierzehn Tage.
Als eine der intensivsten Ferien- und Freizeitregionen Europas bietet Mallorca beinahe alle klimabedingt möglichen In- und Outdoorsportarten an.

Geschichte

Frühgeschichte
Bis vor nicht allzu langer Zeit war das Meer der wichtigste Kommunikationsweg. Daher waren die ersten Bewohner Mallorcas in der Jungsteinzeit Völker aus dem Raum des mare internum, des Mittelmeeres. Man nimmt an, dass die ersten Menschen vor ungefähr 4.000 Jahren v. Chr. von der Iberischen Halbinsel oder dem heutigen Südfrankreich aus die Inseln der Balearen besiedelten. Sie ließen sich in den zahlreichen natürlichen Höhlen an den Küsten nieder. Andere Quellen gehen auch von einer früheren Besiedlung ab etwa 6.500 v. Chr. aus. Belegt sind erste menschliche Fundstücke wie Feuersteinspitzen, Knochensplitter und menschliche Überreste allerdings erst für den Zeitraum von 4.000 bis 2.000 v. Chr., gefunden in Ablagerungen der Höhlen von Muleta (Sóller) und Son Matge (Valldemossa). Man bezeichnet diesen Zeitraum auf Mallorca auch als Vorkeramische Zeit oder Archaikum.
Aus der Zeit der Vor-Talayotkultur ab 2.000 v. Chr. werden die Fundgegenstände umfangreicher. Neben kleinen bearbeiteten Gegenständen aus Stein und Knochen bezeugen einfache und dekorierte Keramik sowie verschiedene Kupfer- und Bronzeutensilien eine Höherentwicklung der Kultur. Die Menschen scheinen zwar noch in Höhlen gelebt zu haben, die aber nun zum Teil auch künstlich angelegt wurden (sa Marineta, Hospitalet Vell), zumeist aber Begräbniszwecken dienten (Cova de Homonet auf Son Ribot, Mitjà de les Beies). Erst zwischen 1.500 und 1.300 v. Chr. wurden dickwandige Steinbauten mit hufeisenförmigem Grundriss, die Navetes, erbaut. Diese umgedrehten Schiffen ähnelnde Bauform ist die erste in Zyklopentechnik (Bautechnik mit sehr großen Steinquadern), einer in der Jungsteinzeit im gesamten Mittelmeer weit verbreiteten Bauweise. Da die Zyklopentechnik zuerst im östlichen Mittelmeerraum auftrat, nehmen einige Forscher für Mallorca deren Einführung durch Immigranten aus Korsika, Sardinien oder Malta an.

Talayotikum

Die Talayots sind die charakteristischsten Zyklopen-Bauten Mallorcas. Das Wort Talayot ist abgeleitet von dem katalanischen Talaia für Beobachtungs- und Wachturm und gab dem gesamten Kulturzeitraum von 1.300 v. Chr. bis zur Romanisierung ab 123 v. Chr. den Namem Talayotikum. Es ist die nach einer Bauform benannte balearische Variante der Bronze- und Eisenzeit. Talayots sind Türme auf rundem oder quadratischem Grundriss mit Innenraum, manchmal mit einer Mittelsäule oder verschiedenen Stockwerken. Ihr Zweck ist bis heute nicht geklärt. Es wird vermutet, dass sie als Verteidigungs- oder Beobachtungstürme, Begräbnisstätten oder Wohnräume des Stammesoberhauptes genutzt wurden. Das Talayotikum wird in vier Abschnitte unterteilt. Ab 1.000 v. Chr. (Talayotikum II) erhielten die zuvor einzeln stehenden Türme ummauerte Einfriedungen und die Verbreitung von Bronzewaffen nahm zu. Mit Beginn der Eisenzeit ab 800 v. Chr. (Talayotikum III) erscheinen neue Bauformen im Inneren der Siedlungen (Hypostylos-Säle). Es bildete sich ein Stierkult aus und Feuerbestattungen wurden eingeführt.
Um das Jahr 654 v. Chr. gründeten die Karthager ihre Handelsniederlassung Ebusim (Ibes, griechisch: Ebusos, römisch: Ebusus) auf Ibiza. Nach vorangegangenen vereinzelten Kontakten mit phönizischen und griechischen Händlern kamen die Balearischen Inseln damit in den Machtbereich der aufstrebenden phönizischen Kolonie an der nordafrikanischen Küste nahe dem heutigen Tunis. Mit der damit verbundenen Öffnung nach außen nahm ab 500 v. Chr. (Talayotikum IV) der Einfluss anderer mediterraner Kulturen auf Mallorca zu, was sich zum Beispiel in der Nachbildung punischer und römischer Keramikformen äußerte. Durch die Verbindung mit Karthago (Karchedon) wurden die Balearen in die drei punischen Kriege zwischen 264 und 146 v. Chr. gegen Rom hineingezogen. Im Heer der Karthager kämpften balearische Söldner, die von den Inseln rekrutierten Els Foners Balears (Steinschleuderer). Die Krieger müssen ihrer Kampftechnik wegen so bekannt gewesen sein, dass sich der Name Balearen (im Altertum Balearides) , abgeleitet vom griechischen Wort ballein (werfen) für Steinschleuderer, bis heute für die Inselgruppe erhalten hat. Der vordem gebräuchliche Name Gymnesische Inseln (Gymnesiae) ist fast völlig in Vergessenheit geraten.

Altertum
Nach dem Untergang Karthagos durch die Niederlage gegen Rom im dritten punischen Krieg (149 bis 146 v. Chr.) entstand auf Mallorca ein Machtvakuum, dass durch die Bewohner der Insel für Piratenüberfälle, auch auf römische Schiffe, genutzt wurde. Dies beendete das erstarkende Römische Reich mit der Besetzung der Insel im Jahre 123 v. Chr. unter dem Kommando des Konsul Quintus Caecilius Metellus (auch: Cecili Metel), der danach den Zusatznamen Balearicus erhielt. Mit römischen Siedlern wurden im Jahre 122 v. Chr. die Stadt Palmaria Palmensis (Palma) im Süden und um 70 v. Chr. die Stadt Pollentia (auch geschrieben: Pol·lèntia) beim heutigen Alcúdia im Norden gegründet. Insgesamt sollen nach der Eroberung Mallorcas etwa 3.000 Neusiedler, meist aus der ab dem Jahre 206 v. Chr. römischen Provinz Hispania, auf die Insel gekommen sein.
Durch Vermischung der Römer mit der iberischen Urbevölkerung und Einführung des Lateinischen als Verwaltungssprache wurde Mallorca im Laufe der nächsten hundert Jahre romanisiert. Neben der ebenfalls vom spanischen Festland erfolgten Christianisierung zwischen dem 2. und 4. Jahrhundert n. Chr. ist die Übernahme der Sprache der nachhaltigste Einfluss der Herrschaftszeit Roms, der bis heute in Form der katalanischen Sprache nachwirkt. Selbst der Inselname ist abgeleitet von der römischen Bezeichnung Insula Maior oder Maiorica für die "große" Balearen-Insel, im Gegensatz zu Insula Minor für das "kleine" Menorca. Der vorher auch gebräuchliche Name Columba für Mallorca hat sich nicht erhalten.
Unter der 588 Jahre währenden römischen Herrschaft erlebte Mallorca eine erste Blütezeit. Grund scheint die zentrale Lage im westlichen Mittelmeer gewesen zu sein. Nach der römischen Eroberung der nordafrikanischen Provinzen lag die Insel bis zur Völkerwanderung weit entfernt von den umkämpften Randprovinzen des Reiches. Auf Mallorca verloren die befestigten Talayot-Dörfer an Bedeutung. Die Neugründungen, darunter auch Sinium (wahrscheinlich Sineu) und Cunium nahe Manacor, wurden nach römischem Muster angelegt, mit allen Annehmlichkeiten der einziehenden Zivilisation wie Wasser- und Abwasserleitungen, Bädern, Theatern, Einkaufsstraßen und öffentlichen Plätzen. Pollentia war vor Palma die bedeutendste Stadt der Insel. Die Ruinen der ehemaligen Hauptstadt bei Alcúdia sind heute freigelegt und können besichtigt werden. Im immer wieder überbauten Palma sind hingegen kaum römische Spuren erhalten. Haupterwerbsquellen in römischer Zeit waren Landwirtschaft, Handel und Handwerk, hauptsächliche Handelsgüter Weizen, Wein und Olivenöl.
Nach der Reichsteilung im Jahre 395 n. Chr. gehörte Mallorca mit den Balearen zum Weströmischen Reich, das unter dem Druck der germanischen Völkerwanderung langsam zerfiel. Schon 426 n. Chr. plünderten und zerstörten die Vandalen unter ihrem König Geiserich das mallorquinische Pollentia. Die germanischen Vandalen (auch: Wandalen) hatten ab 409 n. Chr. neben den nichtgermanischen Alanen im Süden Spaniens, dem heutigen Andalusien, ein Reich gegründet, nachdem sie von den den Hunnen ausweichenden Goten 375 v. Chr. aus ihren angestammten Siedlungsgebieten an Oder und Theiß gedrängt zwischenzeitlich plündernd durch Gallien gezogen waren. Im Jahre 429 n. Chr. setzten die etwa 80.000 Menschen zählenden Vandalen und Alanen nach Afrika über und eroberten 439 n. Chr. die Kornkammer des Weströmischen Reiches, die Provinz Africa Proconsularis mit der Hauptstadt Karthago. Dabei fiel ihnen im Hafen von Karthago auch die römische Flotte in die Hände, mit deren Hilfe die Vandalen 455 n. Chr. Rom besetzen und plündern sowie die Inseln des westlichen Mittelmeeres erobern konnten. Mallorca kam so 465 n. Chr. an das nun von Karthago aus regierte Vandalenreich.
Die Herrschaft der Vandalen über die Balearen ist gekennzeichnet durch mehrfache Katholikenverfolgungen. Die Vandalen waren zwar auch Christen, aber arianischer Glaubensrichtung, während sich auf den Balearen innerhalb des Weströmischen Reiches der katholische Zweig der christlichen Religion ausgebreitet hatte. Im Jahre 484 unter König Hunerich wurde im Vandalenreich sogar ein Dekret erlassen, das den Übertritt aller Katholiken zum Arianismus verlangte. Erst König Hilderich erlaubte 523 den Katholizismus, wurde aber 530 durch Gelimer gestürzt, unter dessen Königsherrschaft erneut Repressalien gegen die katholischen Christen zu verzeichnen waren. Diese endeten erst mit der Zerstörung des Vandalenreiches in Nordafrika im Jahre 534 durch das Oströmische Reich. Kulturell haben die Vandalen auf Mallorca keine Spuren hinterlassen. Auch eine Vermischung der germanischen Herrscher mit der alteingesessenen Bevölkerung fand nicht statt. Dazu waren wohl Kultur und Glaube zu unterschiedlich und die auf den Inseln siedelnden Vandalen zu gering an Volkszahl.

Mittelalter

Nachdem das von Konstantinopel, dem vormaligen Byzanz (griechisch Byzantion, lateinisch Byzantium), regierte Oströmische Reich nach einer militärischen Niederlage gegen die Vandalen 468 im Jahre 474 die Herrschaft des Vandalenreiches über die westlichen Mittelmeerinseln vertraglich anerkannt hatte, nutzte der byzantinische Kaiser Justinian I. die Thronstreitigkeiten in Karthago, die Stadt durch seinen Feldherrn Belisar im Jahre 533 zu besetzen. Die angedachte Inthronisierung des in seiner Regierungszeit mit dem Oströmischen Reich verbündeten Königs Hilderich konnte nicht erfolgen, da dieser im September des Jahres 533, nach der Landung Belisars in Afrika und der für Ostrom siegreichen Schlacht bei Ad Decimum südlich Karthagos, durch König Gelimer hingerichtet worden war. So entschied man sich 534 nach der Kapitulation Gelimers in Tricamarum (Numidien) das Vandalenreich in Gänze dem Oströmischen Reich einzuverleiben. Dadurch kam Mallorca für die nächsten rund 200 Jahre unter byzantinische Oberhoheit.
Zunächst zur Provinz Sardinien, dann zur Provinz Mauretanien II des Oströmischen bzw. Byzantinischen Reich gehörig bewirkte die westliche Randlage innerhalb des Reiches eine gewisse Unabhängigkeit und Eigenständigkeit der Balearischen Inseln. Diese verstärkte sich umso mehr, als Byzanz zunehmend gräzisiert und von außen bedroht wurde. Die Einführung des Griechischen als Verwaltungssprache des Reiches durch Kaiser Herakleios (Regierungszeit 610 bis 641) hatte auf die Balearen keine sprachlichen Auswirkungen. Der katholische Glaube der Insulaner konnte sich wieder frei entfalten und Mallorca und die anderen Inseln wurden im 7. Jahrhundert Zufluchtsort von im Mittelmeerraum durch die arabische Expansion und der mit ihr verbundenen Ausbreitung des Islam vertriebener Christen.
Arabische Eroberer kamen erstmals im Jahre 707 nach Mallorca, konnten sich jedoch nicht festsetzen. Nach weitgehender Unabhängigkeit von Byzanz ab Mitte des 8. Jahrhunderts übte das Frankenreich von 754 bis 798 eine Art Schutzherrschaft über die Balearischen Inseln aus. Noch 799 verteidigten fränkische Truppen die Inseln vor arabischen Überfällen. Im Jahre 813 schützte der Graf von Apulien, Gefolgsmann König Bernhards von Italien (ein Enkel des fränkischen Kaisers Karls des Großen), die Balearen vor einem weiteren Beutezug der muslimischen Araber, wobei er 500 christliche Geiseln aus deren Gewalt befreite. Danach bestand ein Nichtangriffspakt zwischen Muslimen und den Inselbewohnern der Balearen, den diese jedoch nicht einhielten. Nach Angriffen auf muslimische Schiffe, bei denen die Mallorquiner reiche Beute machten, schickte 848 der Emir von Córdoba, Abd ar-Rahman II., eine Strafexpedition auf die Balearen. Nach hohen Verlusten auf Seiten der Insulaner waren diese bereit, gegen Erhalt ihrer Unabhängigkeit den Nichtangriffspakt einzuhalten und dem Emir einen geforderten Tribut zu zahlen.
Im Jahre 859 wurden die Balearen von einer Flotte der Wikinger angelaufen und geplündert, die Raubzüge entlang der iberischen Atlantik- und Mittelmeerküste durchführten. Von Murcia kommend landeten sie nacheinander auf Ibiza, Formentera, Mallorca und Menorca. Im Gegensatz zu späteren Fahrten der Normannen ins Mittelmeer hatten die Wikinger aber nicht vor, dauerhafte Besitzungen zu erobern.
Nach mehr als 50 Jahren Waffenstillstand wurden die Balearischen Inseln dann doch dem muslimischen Machtbereich eingegliedert. Der General El Jaulani eroberte im Jahre 902 die strategisch interessanten Inseln für das Emirat von Córdoba und wurde erster islamischer Statthalter von Mallorca in der nun Medina Mayurka genannten Stadt Palma. Die Mauren und Araber herrschten vom zehnten bis zum dreizehnten Jahrhundert, in dem Mallorca von den Christen wiedererobert wurde. Aus der Araberzeit ist die Errichtung von Trockenmauern (parets seques) zum Bau von Terrassen überliefert, stammen die Bewässerungsgräben und Brunnen, die für die Landwirtschaft gebraucht wurden. Es sind noch heute Ortsnamen erhalten, die auf arabischen oder Berber-Ursprung hinweisen. Im Jahre 1229 dringt Jaume I. von Aragón und Katalonien in Medina Mayurka ein und besiegt die Militärmacht der Mauren, die entweder fliehen oder sich mit den neuen Herren arrangieren mussten.
Kurze Zeit später wird mit dem Bau der Kathedrale begonnen, die nach dem ausdrücklichen Willen des Königs der Jungfrau Maria geweiht ist. Sein Sohn, Jaume II. und König von Mallorca, lässt an vielen Orten Paläste und Residenzen bauen. Jaume III., der Neffe des Königs, kam in der Schlacht von Llucmajor ums Leben, und die Unabhängigkeit dieses schönen Königreiches inmitten des Meeres ging verloren.

Neuzeit

Unter den Katholischen Königen war Mallorca selbständiger Teil der Krone von Aragón und später von Spanien, bis es Anfang des 18. Jhd. seine Selbständigkeit verlor.
Erst mit der Wiedereinführung der Demokratie in Spanien sind die Balearen seit 1983 wieder ein autonomes Territorium, als das Autonomiestatut unterzeichnet wurde. Die Inseln bekamen eine autonome Regierung, und jede Insel einen eigenen administrativen Rat.

Zeittafel

  •     um 3.500 v. Chr: Aus dieser Zeit stammen erste prähistorische Spuren.
  •     um 1.500 v. Chr: Die Talaiot-Kultur, die balearische Variante der Bronze- und Eisenzeit beginnt. Die Talaiot-Kultur steht in Handelsbeziehungen mit den Phöniziern und Griechen.
  •     123 v. Chr.: Römische Invasion. Caecillius Metellus Balearicus gründet die Städte Pollentia (heute Alcúdia) und Palma (von lateinisch palma, Siegespalme).
  •     465 n. Chr: Die Vandalen erobern die Balearen.
  •     534 n. Chr: Oströmische Truppen erobern Mallorca.
  •     902: Mallorca wird von den Mauren erobert.
  •     1229: Im Rahmen der Reconquista wird Mallorca von den aragonischen Truppen unter Jaume I. erobert.
  •     1276: Jaume II. ruft das Königreich Mallorca aus.
  •     1349: Pere IV. von Aragón vertreibt Jaume III. und in der Folge wird Mallorca aragonische Provinz. Bis zur Autonomie von 1983 wird die Insel vom Festland her regiert.
  •     19. Jahrhundert: Anfang des Tourismus. Berühmt ist der Aufenthalt des polnischen Komponisten Frédéric Chopin und der französischen Schriftstellerin George Sand (Ein Winter auf Mallorca) in Valldemossa.
  •     1936: Im Spanischen Bürgerkrieg fällt Mallorca in den Machtbereich der Falange.
  •     1960er Jahre: Der Massentourismus setzt ein.
  •     1978: Spanien wird parlamentarische Monarchie.
  •     1983: Die Balearen werden autonome Region.

    
Frühgeschichtliche Ansiedlungen

  •     Capocorb Vell (Llucmajor)
  •     Ses Talaies de Can Jordi (Santanyí)
  •     Poplado Talaiótico de S'Illot (S'Illot)
  •     Talaiot de Sa Canova (Ctra. Artà - Colònia de Sant Pere)
  •     Ses Païsses (Artà)
  •     Necròpoli de Son Real (Can Picafort, Gemeinde Santa Margalida)
  •     Poblado Talaiótico de Son Fornés (Montuïri)
  •     Novetiforme Alemany (Magaluf/Calvià)

Häfen

Mallorca verfügt über Insgesamt 43 Hafenanlagen mit 14.280 Liegeplätzen.

  •     Cala d'Or (Yachthafen)
  •     Cala Figuera (Fischereihafen, Yachthafen)
  •     Can Picafort (Yachthafen)
  •     Cala Rajada (Fischereihafen)
  •     Colònia de Sant Jordi (Yachthafen, Fischereihafen)
  •     Colònia de Sant Pere (Fischereihafen)
  •     Palma (Seehafen, Yachthafen, Fischereihafen)
  •     Portals Nous / Puerto Portals (Yachthafen)
  •     Portocristo (Fischereihafen)
  •     Portocolom (Fischereihafen)
  •     Port d'Andratx (Yachthafen, Fischereihafen)
  •     Port d'Alcúdia (Yachthafen, Fischereihafen)
  •     Port de Pollença (Yachthafen, Fischereihafen)
  •     Port de Sóller (Yachthafen, Fischereihafen)
  •     S'Arenal (Yachthafen)
  •     Cala Major (Sporthafen)

Klöster und Einsiedeleien

  •     Santuari de Cura (Puig de Randa, Algaida, in 540 m Höhe)
  •     Santuari de Montision (Porreres, in 263 m Höhe)
  •     Ermita de Sant Miquel (Montuiri, in 246 m Höhe)
  •     Ermita de Bonany (Petra, in 317 m Höhe)
  •     Santuari de Sant Salvador (Felanitx, in 510 m Höhe) - Das 1342 gegründete Kloster auf dem 509 m hohem Puig de Sant Salvador, 2 km von Felanitx entfernt, wurde 1617 um die Klosterkirche erweitert. Eine Marienstatue aus dem 13. Jahrhundert befindet sich in der als Wallfahrtsort bekannten Kirche.
  •     Ermita de Betlem (Artà)
  •     Ermita de la Victòria (bei Alcúdia, in 400 m Höhe)
  •     Santuari des Puig de Maria (Pollença, in 333 m Höhe)
  •     Santuari de Lluc (Escorca/Lluc in 550 m Höhe)
  •     Ermita de Santa Magdalena (Inca, in 304 m Höhe)
  •     Ermita de la Trinitat (Valldemossa, in 540 m Höhe)
  •     Cartoixa de Valldemossa

Bevölkerung

Einwohner
Mallorca hat 813.729 gemeldete Einwohner (Stand: 2007), davon leben fast die Hälfte in der Hauptstadt Palma. Die nächstgrößeren Gemeinden sind Calvià (47.934), Manacor (37.963), Llucmajor (33.222), Marratxi (31.120), Inca (28.306), Felanitx (17.443), Alcúdia (17.435), Pollença (16.570) und Sóller (13.194). Der Ausländeranteil an der Bevölkerung betrug im Jahr 2006 mit 129.403 Personen etwa 16,4 %, wovon 55.073 (7,0 % der Gesamtbevölkerung) EU-Bürger sind. Neben 21.953 Deutschen (2,78 %) waren 12.281 Briten (1,55 %), 6.969 Italiener (0,88 %) und 6.228 Franzosen (0,79 %) auf der Insel gemeldet. Größere Zuwanderergruppen aus außereuropäischen Ländern stammen aus Marokko, Argentinien und Ecuador. Die einheimische Bevölkerung wird Mallorquiner genannt.

Sprachen

Amtssprachen sind Katalanisch und Spanisch (Kastilisch). Der auf der Insel gesprochene katalanische Dialekt wird Mallorquí genannt. Seit 1983 ist Katalanisch gleichberechtigte Amtssprache und mittlerweile sogar erste Sprache vor dem kastilischen Spanisch. In den touristischen Zentren der Insel wird größtenteils auch Deutsch gesprochen. Einige Gemeinden weisen mittlerweile auch einen hohen Anteil fremdsprachiger Einwohner auf. Die Gemeinden mit dem größten Anteil deutscher Einwanderer (gemeldeter Residenten) an der Gesamtbevölkerung sind Capdepera (14,7 %), Sant Llorenç des Cardassar (14,0 %), Andratx (11,9 %), Estellencs (10,8 %), Santanyí (9,4 %) und Deià (9,3 %).

Verwaltung

Mallorca gehört zum Autonomiegebiet der Balearen (entspricht etwa einem Bundesland). Das Autonomiegebiet wird von dessen Hauptstadt Palma aus vom Govern Balear regiert. Mallorca stellt zudem neben Menorca und Ibiza einen der drei Inselräte (Consell Insular). Die sechs Landschaftszonen Mallorcas bilden, mit Ausnahme der Stadtgemeinde Palma, keine Verwaltungseinheiten. Deren Grenzen stimmen aber mit den Gemeindegrenzen überein, wobei mehrere Gemeinden eine Landschaftszone bilden. Politisch ist die Insel in 53 Gemeinden mit Verwaltungssitz (municipis) gegliedert.

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Menorca

Menorca

Menorca ist die östliche und nördlichste Insel der spanischen autonomen Region Balearen. Auf Menorca leben 88.434 Einwohner (Stand: 2006) auf 702 Quadratkilometern. Der Ausländeranteil beträgt 14,2 % (12.543), der Anteil deutscher Einwohner 0,8 % (683). Der Hauptort heißt menorquinisch (Inselsprache) Maó (spanisch: Mahón).

Geografische Daten
Menorca hat eine Fläche von ca. 700 km². Von Kap La Mola bis zur Landzunge Bajoli ist die Insel etwa 50 km lang und in Nord-Süd-Richtung 16 km breit.
Die Insel prägen zwei Regionen: Tramontana, die Berge im Norden, und Migjorn, das Hügelland im Süden. Als Folge von geologischen Faltungen ist die Tramontana schroff; an seiner zerklüfteten Küste befinden sich Naturhäfen.
Im Gegensatz dazu hat der Süden ein sanftes Relief mit einigen tiefen Schluchten. Die Küste ist geradliniger mit Felsen und langen Sandstränden. In der Mitte der Insel ragt der 357 m hohe Monte Toro empor, von dem aus man einen herrlichen Rundblick hat.
Die 117,3 km lange Küstenlinie bietet zahlreiche Abwechslungen: Steilküsten, abgeschiedene Buchten und lange Strände sowie einige Naturhäfen.

Vorgeschichte
Die Spuren menschlicher Besiedlung kann man bis in die Altsteinzeit, d. h. bis 6000 Jahre v. Chr., zurück verfolgen. Wahrscheinlich gelangten die ersten neolithischen Siedler mit Booten von der französischen Mittelmeerküste auf die Balearen. Der älteste Hinweis auf die Existenz von Ackerbauern datiert aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. Der älteste Kultbau ist die Naturhöhle, ihr folgt das Hypostylon. Ein etwa 1,5 m in den Boden eingetiefter Raum mit Seitenmauerwerk und Pilastern, in der Mitte kleine Säulen, deren Kapitelle die Deckenplatten tragen. Die jüngste eigenständige Kultbaueinheit der Insel ist die Taula, die eventuell ein überdimensionales Hypostylon darstellt.
1995 und 1997 wurden auf Menorca in den Höhlen von Es Càrritx und Es Mussol im Westen der Insel außergewöhnliche archäologische Entdeckungen gemacht. In Es Càrritx trafen die Speleologen auf eine intakte Kollektivbestattung aus der Spätbronzezeit. Die etwa 35.000 Menschenreste, 4.000 Keramikfragmente, 170 Metallobjekte, mehrere hundert Knochenknöpfe und Fayenceperlen befanden sich noch so, wie sie nach der letzten Bestattung um 820 vor Christus liegen geblieben waren. Etwa 90 Meter vom Eingang entfernt entdeckte man ein Versteck, in dem Holz-, Metall- und Keramikgegenstände lagen, unter denen eine Reihe von bisher unbekannten Holz- und Hornzylindern mit menschlichem, rot gefärbtem Haar Aufsehen erregte.
Nicht weniger beeindruckend sind die Funde aus Es Mussol: unter anderem entdeckte man in einer kleinen Kammer im Höhleninneren verschiedene Holzschnitzereien, insbesondere zwei Köpfe mit deutlich menschlichen Zügen. Die Erforschung dieser außerordentlich reichen ideologischen und rituellen Hinterlassenschaften stellt eine besondere Herausforderung für die bisher entwickelte archäologische Theorienstruktur dar. In der Monographie "Ideologie und Gesellschaft auf dem prähistorischem Menorca" werden die vollständigen Resultate der Untersuchung beider Höhlen vorgelegt.
Die Fülle megalithischer Monumente fasziniert den Besucher - die Taulas, riesige Steintische, die Talayots der Talayot-Kultur, die Hypostyloi und die Navetas genannten Bauten aber auch die prähistorischen Höhlen machen die Insel zu einem Freilichtmuseum.

Geschichte

Menorca wurde von vielen Völkern beeinflusst: Phönizier, Griechen, Karthager, Römer, Mauren, Spanier, Briten und Franzosen. Der zum ersten Mal genannte Name der Insel war Nura - Feuer auf phönizisch. Zur Zeit der Römer hieß die Insel Minor - die kleinere, woraus dann Menorca wurde.
425 n. Chr. nahmen die Vandalen unter Gunderich die Balearen und mit ihnen Menorca in Besitz; um 560 kamen sie unter das oströmische Kaisertum, von diesem an die Republik Pisa und 798 in die Hände der Mauren und gehörten - nach einem fränkischen Intermezzo - dann zum Kalifat von Córdoba.
Menorca wurde unter Alfons III. von den Mauren zurückerobert und gehörte nun ebenso wie Katalonien zur Krone Aragonien. Zeitweise bildeten sie zusammen mit Teilen Kataloniens einen von einer Nebenlinie des aragonesischen Königshauses regierten selbständigen Staat, das Königreich Mallorca. 1344 eroberte Peter IV. von Aragón die Balearen. Nun wurden die Inseln mit den Stammländern der Dynastie vereinigt. Durch die Vereinigung der Kronen von Aragonien und Kastilien wurden sie schließlich Teil der spanischen Monarchie.
1708 wurde Maó von den Briten erobert. Der Frieden von Utrecht (1713), mit dem der spanische Erbfolgekrieg beendet wurde, sprach Menorca dem britischen Empire zu. Im Siebenjährigen Krieg wurde die Insel 1756 von Frankreich besetzt, im Pariser Frieden 1763 aber wiederum Großbritannien zugesprochen. Nach dem Eintritt Spaniens und Frankreichs in den Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg eroberten spanisch-französische Truppen 1782 die Insel. Im Frieden von Versailles (1783) musste Großbritannien die Insel formell an Spanien zurückgeben, bis 1802 blieb Menorca jedoch britisch besetzt.
1833 wurde die spanische Provinz der Balearischen Inseln gegründet. Im ausgehenden 19. Jahrhundert gab es bereits Ansätze einer regionalen Unabhängigkeitsbewegung. Bereits 1931 wurde für die Balearen ein Autonomie-Status vorgeschlagen, den sie allerdings erst nach dem Ende der Franco-Diktatur erhielt. Am 1. März 1983 trat das Autonomiestatut für die Balearen in Kraft.

Die beiden größten Städte der Insel sind:
    Maó - am zweitgrößten Naturhafen der Welt gelegen (der größte liegt in Sydney, Australien). Der Aufschwung der Stadt begann unter der Herrschaft der Briten im 18. Jahrhundert. Aus strategisch-politischen Gründen wurde Maó 1722 zur Hauptstadt erklärt. Heute als pulsierendes, bürgerliches Zentrum vereint in sich englischen Stil mit mediterraner Atmosphäre.
    Ciutadella - Die ehemalige Inselhauptstadt hat sich bis heute ihren mittelalterlichen Charme bewahren können. Mit ihrem pittoresken Hafen, den Kirchen, Adelspalästen und engen, romantischen Altstadtgassen stellt sich Ciutadella als Hüterin der Traditionen und gleichzeitig lebhafte Metropole im Westen der Insel dar.

Landschaft
Außerhalb der beiden Städte Ciutadella und Maó wird das Bild der Insel vor allem von geruhsamer Beschaulichkeit geprägt: viele von Steinmauern gesäumte Felder, weiß getünchte Bauernhöfe mit alter Käsetradition (siehe Mahón-Menorca-Käse), idyllische Dörfer und malerische Fischerorte.
Insgesamt ist die Insel sehr grün und waldreich und es wird viel Landwirtschaft betrieben. Der ursprüngliche Norden ist felsig und geprägt von schroffen, zerklüfteten, teilweise fjordartigen Küsten, der Süden wirkt sanfter, die Küste ist weniger zerklüftet, hat bessere Strände und deshalb mehr Tourismus.
Wegen der späten Erschließung durch den Tourismus konnte Menorca sich vor der Zerstörung durch Siedlungen weitgehend bewahren. Im Jahre 1993 wurde die Insel zu einem Biosphärenreservat erklärt. Heute steht fast die Hälfte der Insel unter Landschafts- und Naturschutz. Viele unbebaute Strände und ursprüngliche Landschaften sind somit erhalten geblieben. Die Bauweise der Touristenunterkünfte ist im Vergleich zu den Touristenzentren der Nachbarinseln (Mallorca, Ibiza) großzügig und weniger klotzig. So kommen nach Menorca viele Natur- und Kulturbegeisterte, die Insel ist aber auch ein erklärtes Badeziel, besonders bei Familien mit kleinen Kindern.

Strände
Ähnlich wie Mallorca besitzt Menorca eine Vielzahl von Stränden und Badebuchten. Hinsichtlich der Beschaffenheit der Strände unterscheiden sich die der Nordküste (mehr dunkel und grobkörnig) und der Südküste (hell und feinsandig) recht deutlich. Da auf Menorca recht oft ein starker Nordwind weht, sollte man als Badeurlauber eher die Südküste besuchen, während die Surfer an der Nordküste, insbesondere bei Fornells, besser aufgehoben sind.

Maó
Die wichtigste Stadt der Insel, auf einer steil aufragenden Felsplatte gelegen. Menorcas Flughafen liegt knapp zehn Kilometer südwestlich von Maó. Zur Hauptstadt wurde Maó erst im 18. Jhd. von den Briten gemacht (vorher war es Ciutadella). In der lebhaften Inselmetropole findet man vielfältige Unterhaltungs- und Einkaufsmöglichkeiten sowie verschiedene Sehenswürdigkeiten: die alte Stadtmauer mit gotischen Festungstürmen, mehrere Kirchen, die schöne Altstadt sowie viele kleine Museen. Sehr lohnend ist ein Abstecher zum Hafen mit Restaurants, Kneipen und Diskotheken. Auch Wassersport ist hier möglich. Als Wohnort ist Maó jedoch eher weniger geeignet, da es selbst keine Strände hat.

Südosten
Die Maó am nächsten gelegenen Urlaubsorte sind im Südosten der Insel. Zunächst erreicht man S'Alger, eine der ältesten Urbanisationen der Insel, mit guter Infrastruktur, jedoch nur kleinem felsigen Strandabschnitt, aber mit Wassersportmöglichkeiten (auch Tauchen!). Ein weiterer Ort ist Punta Prima mit feinem, flach abfallenden Sandstrand. Man findet hier vor allem Ferienhäuser, aber auch einige Hotels sowie eine Promenade mit Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten.

Süden
Hier liegen die schönsten Strände und größten Hotels der Insel. Einen drei Kilometer langen, feinsandigen, flach abfallenden Sandstrand mit Dünenlandschaft hat Son Bou, im Westen folgt der ruhigere Urlaubsort Santo Tomas, ebenfalls mit schönem, von Dünen begrenztem Strand. Im gesamten Süden gibt es gute Sport-, Wassersport-, Einkaufs-, und Unterhaltungsmöglichkeiten.

Südwesten ..
mit einsamen, schönen Buchten und Strände ohne größere Urbanisation. Am südwestlichen Ende der Küste erreicht man eines der großen Touristenzentren Menorcas, das aus den fast ineinander übergehenden Orten Son Xoriguer und Cala n'Bosch besteht. Auch hier liegt der Strand mit guten Wassersportmöglichkeiten in kleinen, feinsandigen Buchten und fällt flach ins Meer ab.

Westen
Dort befindet sich die ehemalige Hauptstadt und zweitgrößte Stadt der Insel, Ciutadella. Sie bietet, wie auch Maó, Sehenswürdigkeiten, Einkaufs- und Unterhaltungsmöglichkeiten. Die Stadt ist aber eher maurisch als britisch geprägt.

Norden
Der recht raue Norden ist touristisch wenig erschlossen.

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