Sie sind hier: Spanien / Andalusien
Tuesday, 12. December 2017

Größere Kartenansicht

Karte Andalusien

Andalusien_Karte.png

654 K

Weine in Andalusien

Andalusien ist die südlichste Region Spaniens und damit der heißeste Teil der Halbinsel. International von Bedeutung ist der bei Jerez de la Frontera erzeugte Sherry.

Andalusien

Córdoba

Córdoba

Córdoba gilt als das lebendige Vermächtnis der verschiedenen Kulturen, die sich dort im Laufe der Geschichte niedergelassen haben. Sie geht auf eine alte iberische Siedlung zurück, die sich, 169 v. Chr. bereits von den Römern besetzt, zur Hauptstadt der Provinz Hispania Ulterior des Römischen Reichs entwickelte. Im 3. oder 4. Jahrhundert wurde Córdoba, damals noch Corduba, Bischofssitz. Beispielsweise Ossius (Hosius) soll hier Bischof gewesen sein, der als Berater Konstantins des Großen u. a. maßgeblich das Konzil von Nicäa beeinflusste.

Nach der Zerstörung durch die Vandalen und wechselnde Besitzschaft von Westgotenreiche und  Byzantinischem Reich verlor es zunächst an Bedeutung. Ab 716 wurde es die Hauptstadt des islamischen Emirats in Al-Andalus. Bereits im 10. Jahrhundert lebten etwa eine halbe Million Menschen in Córdoba, das damals eine der größten Städte der bekannten Welt war. Im Jahre 1236 wurde Córdoba im Rahmen der Reconquista von den christlichen Truppen für Kastilien erobert.

Die Provinz beherbergt bedeutende Zeugnisse des maurischen Erbes, unter denen die Ruinenstadt Medina Azahara, ein wenig außerhalb von Córdoba, besonders hervorsticht. Doch auch für Naturliebhaber hält die Provinz so einiges bereit. Die Naturparks Sierra de Cardeña in Los Pedroches und Montoro, Sierra de Hornachuelos und Sierras Subbéticas bieten die Möglichkeit, unzählige Sportarten unter freiem Himmel zu betreiben und zur gleichen Zeit den gesamten Reichtum der Provinz zu genießen.

Bei einem Spaziergang durch die Altstadt von Córdoba entdeckt man ein wunderschönes Wirrwarr aus engen Gassen, Plätzen und weiss getünchten Innenhöfen, die sich um die Moschee-Kathedrale herum anordnen. Letztere ist Zeugnis der Bedeutsamkeit der Stadt während des Mittelalters und Wahrzeichen der Stadt.

Córdoba ist die Hauptstadt der Provinz Córdoba in Spanien und die drittgrößte Stadt Andalusiens. Sie liegt am Río Guadalquivir. Córdoba ist 1984 zum Weltkulturerbe erklärt worden und gilt als eine der touristischen Sehenswürdigkeiten Spaniens. Ein Glanz, der am intellektuellen Ambiente dieses Zentrums des Wissens und der Weisheit, aus dem Figuren wie Séneca, Averroes und Maimónides hervorgegangen sind, zu spüren ist.

Bauwerke
Die Judería ist die Altstadt, in der früher die Juden und Araber lebten. In ihren engen Gassen finden sich zahlreiche gastronomische Angebote und die letzte von 300 Synagogen, die durch die christliche Reconquista nach der Vertreibung der Juden und Muslime nicht zerstört wurde.
Der Emir Abd ar-Rahman I. begann 785 mit dem Bau einer Moschee, die mit einer Ausdehnung von 23.000 qm² heute noch die drittgrößte der Welt ist. Etwa 860 Marmorsäulen in parallelen Reihen tragen jeweils zwei übereinanderliegende Bögen und bewirken so ein besonderes Spiel von Licht und Schatten. 1236, im Jahr der Rückeroberung durch die Christen, wurde die große Moschee zur christlichen Kathedrale geweiht. In ihrer Mitte baute man ab 1523 über 234 Jahre hinweg ein gewaltiges Kirchenschiff im Stil der Renaissance.
Die Römische Brücke führt über den Guadalquivir.
Der „Alcázar de los Reyes Cristianos“ ist eine große Schlossanlage mit Garten.
Die Palastruine Medina Azahara befindet sich in unmittelbarer Nähe der Stadt, ca. 8 km westlich.

Museen
Museo de Julio Romero de Torres

Töchter und Söhne der Stadt
Seneca der Ältere, Rhetoriker und Schriftsteller, Vater von Seneca dem Jüngeren (ca. 54 v. Chr.– 39 n. Chr.)
Seneca der Jüngere, lateinischer Stoiker und Philosoph (ca. 1–65)
Lucan, lateinischer Dichter (39–65)
Ossius von Córdoba, Bischof von Córdoba und Kirchenvater (ca. 257–ca. 357)
Abd ar-Rahman III., erster Kalif von Córdoba (891-961)
Averroes (d.i. Ibn Rushd), maurischer Philosoph, Arzt und Mystiker (1126–1198)
Moses Maimonides, jüdischer Religionsphilosoph, Arzt und Rechtsgelehrter (1138–1204)
Luis de Góngora y Argote, Lyriker und Dramatiker (1561-1627)
Julio Romero de Torres, Maler (1874–1930)
Carlos Villarias, Filmschauspieler (1892-1976)
Manolete, eigentlich: Manuel Rodríguez Sánchez, Stierkämpfer (1917–1947)

Sonstiges
Vor allem im Frühling gibt es in Córdoba etliche Volksfeste, die Ferias. Das bekannteste ist die Feria de Mayo, die im Mai stattfindet. Außerdem gibt es die Cruces, ein Fest, bei dem sich die einzelnen Stadtteile einen Wettbewerb im Aufstellen von Blumenkreuzen liefern. Zu Ostern werden von den Bruderschaften (Hermandades) Prozessionen organisiert. Dabei werden lebensgroße Darstellungen der Passion und Marienfiguren durch die Innenstadt getragen. Neben mittelalterlichen Darstellungen werden heute auch zeitgenössische Kunstwerke (insbesondere von Antonio Bernal Redondo) auf den Schultern der Costaleros getragen.
Jedes Jahr im Mai findet ferner der Concurso de Patios Cordobeses statt, ein Wettbewerb, bei dem der schönste Patio gewählt wird. Die privaten, sonst nicht zugänglichen Innenhöfe sind zu diesem Anlass für Einheimische und Touristen geöffnet.

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Cordoba aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

Nationalpark Coto de Doñana

Nationalpark Coto de Doñana

Der Nationalpark Coto de Doñana, auch Parque Nacional de Doñana genannt, an der Costa de la Luz in Andalusien ist heute, nach der Erweiterung 2004, 54.252 Hektar groß, dazu kommen noch einmal 26.540 Hektar als Pufferzone (preparque). Er ist Spaniens wichtigstes Feuchtgebiet. Dies liegt vor allem an den marismas; einem flachen, periodisch überschwemmten Feuchtgebiet. Es entstand aus den riesigen Sedimentmengen, die der Guadalquivir in seinem Delta ablagerte. Ein Teil des ins Meer gelangenden Sandes wird von diesem wieder an Land abgelagert und bildet die gewaltigen Dünen, die die marismas vom Meer trennen. An der windabgewandten Seite wurden diese Dünen bereits von der Vegetation befestigt, hier entstanden auf den stabilisierten Sanden typische Strauchformationen.
Die Dünen erstrecken sich von Matalascañas bis zur Mündung des Guadalquivir. Im besten Falle werden sie bis 40 m hoch und bilden 4 mehr oder wenige parallele Dünenreihen aus, die von Dünentälern, den corrales getrennt werden. In diesen Tälern wächst ein Schirmkiefern-Wald, der beim Vorrücken der Wanderdünen begraben wird. Erst Jahrzehnte später werden die toten Stümpfe dieser Wälder wieder freigegeben. Wenn aber die obersten Zweige einzelner Schirmkiefern nicht vom Sand bedeckt waren, können sie die Verschüttung überleben. Samen aus den Zapfen solcher Bäume begründen die nächste Generation des Schirmkiefern-Waldes. Auf den Dünen selbst siedelt als erstes der Strandhafer; auf befestigten Dünen wachsen Großfrüchtiger und Phönizischer Wacholder.
Die Strauchformationen der stabilisierten Sande sind entweder der monte blanco, ein von Gelber Zistrose beherrschtes Gebüsch, oder in den feuchteren Senken der monte negro, in dem Stechginster- oder Erika-Arten vorherrschen. Hier kann man auch noch vereinzelte Reste der Korkeichen-Wälder mit wildem Ölbaum antreffen; die Korkeichen, die von ganzen Löffler- und Reiherkolonien als Nistplatz benutzt werden (pajareras), sind zu einer Art Symbol des Nationalparks geworden. Die Unesco erhob 1994 den Nationalpark zum Weltnaturerbe.
Die Coto de Doñana ist nicht nur eine einzigartige Landschaft, die Fauna ist ebenso vielfältig. Neben der Überwinterung tausender Zugvögel leben seltene Vogelarten in den Feuchtgebieten, Adler und Milane haben sich ebenso angesiedelt wie verschiedene Säugetierarten. Das Gebiet ist bekannt für die grösste Population des stark bedrohten Pardelluchses.
Der Nationalpark ist für Besucher nur nach Voranmeldung zugänglich. Von der Nationalparkstation El Acebuche (bei El Rocío) gibt es die Möglichkeit, geführte Unimog-Touren durch den Park zu buchen. An den Stationen El Acebuche, Las Rocinas und Palacio del Acebron gibt es außerdem mehrere Kilometer lange Naturlehrpfade durch verschiedene Feuchtgebiete, z.T. mit Vogelbeobachtungsstationen. Außerdem gibt es die Möglichkeit, per Schiff von Sanlucar de Barrameda aus den Guadalquivir mit einigen Stopps am Nationalparkufer zu befahren.
Um den Nationalpark länger zu besuchen, sind die Orte Matalascañas mit seinen Hotels in allen Kategorien, dem Strand sowie dem umweltverträglich gebauten Golfplatz, wie auch El Rocío gute Ausgangsbasen.

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Coto de Doñana aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

Granada

Granada

Granada ist vor allem bekannt für die letzte arabische Festung zur Zeit der Reconquista. Die Alhambra, auch rote Burg genannt, ist eine bedeutende Stadtburg auf einem Hügel von Granada in Spanien, die als eines der schönsten Beispiele des Maurischen Stils der Islamischen Kunst gilt. Innerhalb der sehr alten Festungsmauer befinden sich die Zitadelle (die Alcazaba), die Nasridenpaläste (Palacios Nazaries), der Palast Karls des Fünften sowie diverse weitere Gebäude, wie z. B. eine Kirche, ein Kloster und ein Hotel. Neben der Festungsmauer befinden sich ausgedehnte Gartenanlagen der Generalife. Die Alhambra ist eine der meistbesuchten Touristenattraktionen Europas. Die Grundfläche der Burganlage ist etwa 13 Hektar groß.

Erste Besiedelungshinweise für den Berg, auf dem die Burg steht, gibt es bereits aus vorrömischer Zeit. Nach der Eroberung der iberischen Halbinsel erbauten die Mauren eine Burganlage. Urkundliche Erwähnung fand sie während der Bürgerkriege des 9. bis 12. Jahrhunderts als „Ma’quil Ilvira“ (Elvira-Festung).
Im Jahre 1241 verlegte der damalige Herrscher von Jaén, Ibn al-Ahmed, genannt Al-Ahmar (dt: „der Rote“), seine Residenz von Jaén nach Granada und begründete als Mohammed I. in Granada seine eigene Dynastie, die Nasriden, die bis 1492 über Granada herrschten. Mohammed veranlasste den Bau der beeindruckenden Zitadelle auf dem Territorium der heutigen Alhambra. Die grandiose Befestigung der Alcazaba (Oberstadt) wurde im 13. und 14. Jahrhundert errichtet. Unter Yusuf I. (1333–54) und Mohammed V. (1354–91) wurde die Nutzung der Alcazaba neu organisiert. Die Zitadelle, die heute als Alcazaba bezeichnet wird, hatte von nun an eine rein militärische Bedeutung. Das übrige Territorium der Oberstadt wurde zum Regierungs- und Verwaltungssitz ausgebaut. Die Privatresidenzen der Emire befanden sich ebenfalls auf ihrem Territorium. Gegen Ende des Nasridenreiches wurde die Zitadelle durch ein Artillerie-Bollwerk in Richtung Stadt verstärkt. Am 2. Januar 1492 wurde die Festung trotzdem nach lang andauernder Belagerung von den Reyes Católicos (Katholische Könige) im Zuge der Reconquista (Rückeroberung) erobert. Damit fiel die letzte Bastion der Mauren in Spanien.
Am 31. März 1492 erließen die katholischen Könige Isabella von Kastilien und Ferdinand von Aragon hier das so genannte Alhambra-Edikt, in dem die Vertreibung aller nicht bekehrungswilligen Juden aus dem Königreich und aus allen spanischen Besitzungen angeordnet wurde.
Nach der Übergabe der Alhambra an die spanischen Könige wurde Don Iñigo López de Mendoza, Graf von Tendillo, als königlicher Verwalter der Alhambra eingesetzt. Er ließ nach der Eroberung 1492 eine riesige Zisternenanlage im Abschnittsgraben zwischen der Alcazaba und dem Palastbereich errichten. Das Gelände wurde aufgeschüttet und so entstand der Zisternenplatz. Im 16. Jahrhundert errichtete man vor der Alcazaba eine Vormauer mit niedrigem Rundturm.
Karl V. plante, Granada zum Regierungssitz zu machen. Deshalb ließ er einen großen Renaissancepalast auf der Alhambra errichten. Da sich auf Grund der Entdeckung Amerikas die Interessensschwerpunkte des Königreiches verlagerten, ließ man die Residenzpläne fallen. Der Palast Karl V. wurde nie fertig gestellt.
Im Spanischen Erbfolgekrieg leisteten die Burgvögte den Bourbonen Widerstand. Das hatte 1714 ihre Entmachtung zur Folge. In der Zeit der Bourbonen verfiel die Alhambra immer mehr, bis man sie im 19. Jahrhundert wieder entdeckte. Seit dieser Zeit finden Restaurierungs- und Instandsetzungsarbeiten statt. 1832 erschien die Erstauflage der „Tales of the Alhambra“ von Washington Irving, der sein Buch aus Inspirationen heraus schrieb, die ihn während seines Aufenthalts in den verlassenen Gemäuern der Anlage ereilten.
1984 wurde die Alhambra zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt.

Stadtburg

Der Alhambra genannte Baukomplex ist eine für das Mittelalter typische Kombination aus einer befestigten Oberstadt mit einer auch gegen diese selbst noch extra gesicherten Zitadelle für den Machthaber. Die Oberstadt beherbergte neben dem Adel und dem Militär auch die höher stehende Bürgerschaft, Kaufleute sowie wichtige Handwerker. Auch die Waffenherstellung befand sich hier. Als Alcazaba wird in der Literatur eine Stadtburg (Akropolis) bezeichnet; eine großflächige Befestigungsanlage mit stadtähnlichem Charakter, auf deren Gelände es noch eine Stadtburg oder Zitadelle gibt. In Granada wird die Zitadelle allein als Alcazaba bezeichnet, während die Gesamtanlage Alhambra heißt.

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Granada aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

Jerez de la Frontera

Jerez de la Frontera

Jerez ist die Heimatstadt des berühmten Sherry, der auf spanisch (vino) Jerez heißt. Das in anderen Sprachen geläufige Wort Sherry stammt von der alten Aussprache des Namens der Stadt Xerez (sprich: Scherez), die sich aus der arabischen Bezeichnung der Stadt, Sherish, ableitete. Als die Engländer den Likörwein aus Jerez kennen lernten, war noch der alte Lautstand erhalten, aus dem sie das Wort „Sherry“ ableiteten, was sich bis heute erhalten hat.

Geschichte
Der Namenszusatz de la Frontera („an der Grenze“) hinter vielen Orten weist die Region um Jerez als lange umkämpftes Gebiet zwischen Mauren und Christen aus. Nach dem Zusammenbruch der Almoraviden-Herrschaft in Al-Andalus war Jerez kurzzeitig ein selbständiges Taifa-Emirat, als sich im Jahre 1145 drei verschiedene Usurpatoren in kurzer Folge dort zum Emir aufschwangen: znächst der Idriside Abu'l-Qaim Ahyal, dann der Galbunide Abu'l-Gammar, und schließlich der Maimunide 'Ali. Doch schon gegen Jahresende hatten die Almohaden dieses Intermezzo beendet und Jerez ihrem Reich einverleibt. Dabei blieb es bis zur Reconquista. 1248 kam Jerez in den Besitz von Kastilien.

Tourismus
Von 1986 bis 1990, 1994 und 1997 fanden auf dem Circuito de Jerez Formel-1-Rennen statt; heute ist der Kurs eine sehr beliebte Teststrecke. Der Große Preis von Spanien der Motorrad-WM, der jährlich auf der Piste stattfindet, lockt regelmäßig mehr als 200.000 Zuschauer an.
In Jerez befindet sich die weltbekannte Königlich-Andalusische Reitschule.
Jährlich findet Ende Februar/Anfang März das renommierte Flamenco-Festival (Festival de Jerez) statt. Mitte Mai folgt ein Reiter- und Pferdefestival (Feria del caballo). Im September findet ein Festival statt, die Herbstfeste (Fiestas de otoño).

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Jerez aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

Sevilla

Sevilla

Sevilla ist eine Stadt in Südspanien. Sie ist die Hauptstadt der Autonomen Region Andalusien und der Provinz Sevilla. Nach einer späten Legende wurde die Stadt von dem griechischen Helden Herakles gegründet. Die Einwohner der Stadt werden als Sevillanos bezeichnet.
Die Stadt ist ein Industrie- und Handelsplatz ersten Ranges und wichtiges Touristenzentrum. Sevilla liegt zu beiden Seiten des bis hierhin schiffbaren Guadalquivir, in einer weiten, fruchtbaren und wohlangebauten Ebene. Mit ihren zahlreichen Türmen bietet Sevilla von allen Seiten einen imposanten Anblick. Die eigentliche Stadt nimmt das östliche Ufer des Guadalquivir ein und ist von den Vorstädten Los Humeros, Cesteria, Baratillo, Carreteria, Resolana mit dem großen Hospital La Caridad, San Bernardo, San Roque y la Calzada und Macarena mit dem Hospital de la Sangre umgeben. Von der alten, mit 66 Türmen versehenen Ringmauer, die die innere Stadt umgab, sind nur noch Reste vorhanden. Am linken Ufer des Flusses breitet sich noch die große Vorstadt Triana aus. Sevilla ist die viertgrößte Stadt Spaniens.

Kathedrale von Sevilla
Die Kathedrale von Sevilla (Santa María de la Sede) ist die größte gotische Kirche der Welt und zugleich die viertgrößte Kirche der Welt. Sie wurde 1401-1519 erbaut, steht seit 1928 unter Denkmalschutz und gehört seit 1987 zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Die Kathedrale

Die Kathedrale wurde in den Jahren 1401 bis 1519 im Stil der Gotik auf den Überresten der im 12. Jahrhundert errichteten arabischen Mezquita Mayor gebaut. Sie ist das größte religiöse Gebäude Spaniens und die drittgrößte christliche Kathedrale der Welt. Ihre Länge beträgt 115 m, ihre Breite 76 m. Die Höhe des mittleren Kirchenschiffes beträgt 42 m, insgesamt besitzt die Kathedrale fünf Kirchenschiffe.
Das 23 Meter hohe Altarretabel wurde 1482 von dem Flamen Pieter Dancart begonnen und von nachfolgenden Meistern bis 1564 vollendet. In vier Stockwerken über einander sind je 7 biblische Szenen vollplastisch geschnitzt. Diese 28 Skulpturengruppen könnten je ein Altarbild für sich darstellen.
In der Kathedrale befindet sich auch das 1902 errichtete Grabmal für Christoph Kolumbus. Der Verbleib seiner Gebeine ist nach mehrmaligen Atlantiküberquerungen ungewiss. Die vier Sargträger verkörpern die Königreiche Kastilien, León, Aragón und Navarra.

Die Kapellen
Die Kapelle Capilla de San Antonio beherbergt das von Murillo geschaffene Bild La Visión de San Antonio (Visionen = Die Wahngebilde, gemeint sind die Versuchungen des hl. Antonius).
Als sehenswert gelten ebenfalls die Capilla de la Virgen de la Antigua mit dem Fresko Virgen sowie die in den Jahren 1551 bis 1575 im Stil der Renaissance erbaute Capilla Real. Die Königskapelle dient als die Grabkapelle für Ferdinand III., seine Frau Beatrix und seine Söhne; darunter Alfons X.

Die Giralda
Das Minarett der alten maurischen Moschee, heute Turm der Kathedrale, Giralda genannt, ist das Wahrzeichen der Stadt. Zur Zeit seiner Konstruktion war es eines der höchsten Bauwerke der Welt (offensichtlich nur von den zwei größten der drei Pyramiden in Gizeh (Ägypten) übertroffen). Ebenfalls außergewöhnlich ist, dass dieser Turm bis zur Höhe des Glockenstuhles zu Pferde bestiegen werden kann. Statt Treppen legten die Baumeister Rampen an, deren Deckenhöhe einen Aufstieg zu Pferd ermöglichen. Einschließlich der in christlicher Zeit durchgeführten Erweiterungen, mit einer gigantischen Bronze-Statue auf der Spitze, misst die Giralda 97,5 Meter.

Orangenhof
Am Westportal, der Puerta del Perdón kontrastieren maurische Stilmerkmale wie kufische Schrift und Hufeisenbogen mit christlicher Kunst. Der Torbogen führt in den Orangenhof (Patio de los Naranjos). Vor der Westfassade der Kathedrale befindet sich der ehemalige Vorhof der Moschee. Der noch aus westgotischer Zeit stammende Brunnen wurde von den Mauren für rituelle Waschungen genutzt.

Alcázar von Sevilla

Der Alcázar von Sevilla (spanisch: Reales Alcázares de Sevilla, Königlicher Alcázar von Sevilla) ist ein mittelalterlicher Königspalast in Sevilla. Ursprünglich als maurisches Fort angelegt, wurde der Alcázar mehrfach erweitert. Die Almohaden waren die ersten die an dieser Stelle einen Palast, den Al-Muwarrak, errichteten. Der Großteil der modernen Anlagen wurde ab 1364 auf den maurischen Ruinen für Peter I. gebaut. Der Palast ist eines der am besten erhaltenen Beispiele für die Mudéjar-Architektur, die unter christlicher Herrschaft entstandenen Bauten mit islamischem Einfluss. Spätere Monarchen erweiterten den Alcázar, wodurch noch weitere Baustile Eingang in den Komplex fanden. So entstanden unter Karl V. Bauten mit gotischen Elementen, die in starkem Kontrast zu den dominierenden Mudéjar-Architektur stehen.

Archivo General de Indias

Das Archivo General de Indias (deutsch kurz "Indienarchiv") ist ein Zentralarchiv des spanischen Staates, das Dokumente mit Bezug zum spanischen Kolonialreich (also Spanisch-Amerika und die Philippinen) sammelt. Es ist im Gebäude der ehemaligen Börse von Sevilla - der Casa Lonja de Mercaderes - untergebracht und gilt als das umfassendste und bedeutendste Archiv für die spanische Kolonialzeit. 1987 wurden sowohl das Gebäude selbst als auch der Archivbestand von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Gründung des Archivs
Das Archivo General de Indias wurde im Jahre 1785 auf königlichen Erlass von Karl III. hin gegründet, der verfügte, dass das Archiv des Indienrates (Consejo de Indias) nunmehr im Gebäude der ehemaligen Börse von Sevilla, der Casa Lonja de Mercaderes, unterzubringen sei. Den Anstoß für diese Gründung hatte der damalige Minister für die spanischen Kolonien, José de Gálvez y Gallardo, gegeben, der mit der Projektdurchführung wiederum Juan Bautista Muñoz beauftragte, einen Historiker, der als bedeutendster spanischer Kosmograph des spanischen Kolonialreichs seiner Zeit galt. Ziel des Unterfangens war es, alle Dokumente, die einen Bezug zu den spanischen Kolonien aufwiesen, unter einem Dach zu versammeln - diese waren bis dahin auf mehrere Archive verteilt gewesen, in erster Linie denen von Simancas, Cádiz und Sevilla. Dabei spielten sowohl der Platzmangel in den bestehenden Archiven eine Rolle, als auch die Hoffnung, auf diese Weise - ganz im Geist der Aufklärung - eine Aufarbeitung der spanischen Kolonialgeschichte anzustoßen.

Der Bestand
Als Datum für die Archivierung wurde das Jahr 1760 festgesetzt, d.h. alle Dokumente, die nach 1760 entstanden, verblieben in ihren ursprünglichen Einrichtungen. Die ersten Dokumente wurden im Oktober 1785 aus dem Archiv von Simancas in das neu gegründete Zentralarchiv in Sevilla überführt.
Im Archvio General de Indias wurden u.a .die Bestände folgender Institutionen aufgenommen:

  •      Consejo de Indias, Dokumente aus dem 16.-19. Jahrhundert
  •      Casa de Contratación, Dokumente aus dem 16.-18. Jahrhundert
  •      Consulados de Sevilla y Cádiz, Dokumente aus dem 16.-19. Jahrhundert
  •      Secretarías de Estado y Despacho Universal de Indias, de Estado, Gracia y Justicia, Hacienda y Guerra, Dokumente aus dem 18.-19. Jahrhundert
  •      Secretaría del Juzgado de Arribadas de Cádiz, Dokumente aus dem 18.-19. Jahrhundert
  •      Comisaría Interventora de la Hacienda Pública de Cádiz, Dirección General de la Renta de Correos, Dokumente aus dem 18.-19. Jahrhundert
  •      Sala de Ultramar del Tribunal de Cuentas, Dokumente aus dem 19. Jahrhundert
  •      Real Compañía de la Habana, Dokumente aus dem 18.-19. Jahrhundert

Das Archiv versammelt zahllose Dokumente zu allen Aspekten des spanischen Kolonialreiches, aus der Zeit der ersten Konquistadoren bis zum 19. Jahrhundert. Hier werden äußerst kostbare Originaldokumente aufbewahrt, wie z.B. die päpstlichen Bulle Inter caetera von Papst Alexander VI., die die Welt zwischen Spanien und Portugal aufteilte, oder die von Bartolomé de Las Casas angefertigte Kopie des Bordbuchs des Christoph Kolumbus.

Heute
Insgesamt umfasst der Bestand rund 43.000 Bände, die sich auf 80 Millionen Seiten und 8 Regalkilometer erstrecken.
Von 2002 bis 2004 wurde das Gebäude einer umfangreichen Sanierung und Restaurierung unterzogen.
Im Jahre 2005 wurde ein Digitalisierungsprojekt ins Leben gerufen, das sich zum Ziel gesetzt hat, den Bestand des Archivs im Internet verfügbar machen zu können.
Das Archiv steht allen Personen offen, die ein legitimes Forschungsinteresse nachweisen können und im Besitz eines gültigen Benutzerausweises sind.
Die Arbeitsräumlichkeiten der Forscher und Archivare sind mittlerweile aus der Casa Lonja ausgelagert und in einem nahen Gebäude untergebracht.

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Sevilla aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

Úbeda und Baeza

Úbeda und Baeza

Zusammen stehen die beiden 10 km voneinander entfernt liegenden Städte Baeza und Úbeda seit dem Jahre 2003 auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgrund der Rolle der beiden Städte als Wegbereiter der Renaissance in Spanien und der Verbreitung humanistischer Ideen und der Renaissancearchitektur in andere Länder.

Úbeda

Úbeda ist eine Stadt in der spanischen autonomen Gemeinschaft Andalusien in der Provinz Jaén. 2004 zählte sie 33.500 Einwohner und ist damit die drittgrößte Stadt dieser Provinz.

Veranstaltungen
Bekannt wurde Úbeda auch durch ein 1997 stattgefundenes Schachturnier mit Joel Lautier (Frankreich) als Sieger und Alexander Beljawski (Slowenien), Jewgeni Barejew (Russland) und Alexander Chalifman auf den Plätzen.

Baeza

Baeza ist eine Stadt in Andalusien in der Provinz Jaén. Sie hat 15.177 Einwohner (Stand 2004) und liegt etwa 50 km nordöstlich von Jaén in einer Höhe von 770 m ü. NN.

Geschichte
Baeza war nach der Eroberung weiter Teile Spaniens durch die Araber von 712 bis 1068 Teil des Kalifats von Cordoba und gehörte nach dem Zusammenbruch des Kalifats bis zur Eroberung durch die marokkanischen Almoraviden 1091 zum Taifa-Emirat Sevilla. Während der Turbulenzen bei der kastilischen Reconquista gelang es 'Abd Allah al-Bayasi "El Baezano", sich im Jahre 1224 für kurze Zeit ein unabhängiges Klein-Emirat zu schaffen, das aber schon 1226 von Kastilien erobert wurde. Baeza kam danach noch einmal, von 1232 bis 1244, unter arabische Herrschaft, als es der Taifa-Emir Muhammad I. ibn Nasr seinem Reich einverleibte. Nach dem Ende der Almohaden-Herrschaft in Al-Andalus hatte sich Muhammad 1232 in Arjona zum Sultan ausrufen lassen. Er errang bald auch die Kontrolle über Granada, Almería und Málaga und gründete 1237 das Nasridenreich von Granada. 1244/45 musste er die Lehnshoheit von Kastilien anerkennen, und damit kam auch Baeza endgültig zu Kastilien.

Sehenswürdigkeiten

  •      Die Kathedrale im Stil der Renaissance
  •      Palacio del Jabalquinto mit Teilen im Stil der Gotik aus dem 15. Jahrhundert, der Renaissance aus dem 16. Jahrhundert und des Barock aus dem 18. Jahrhundert
  •      Berühmt ist auch die "alte Fleischerei", Antigua Carnicería, an der Plaza del Populo die für einen Handwerksbetreib recht prächtig gestaltet ist. Hier steht auch der Löwenbrunnen.


Bildung
Die Guardia Civil unterhält in der Stadt die Polizeiakademie Academia de Guardias y Suboficiales.
In Baeza befindet sich ebenfalls eine der Niederlassungen der im Jahr 1994 gegründeten Universität Universidad Internacional de Andalucía. Sie wurde nach Antonio Machado benannt, der in den Jahren 1912-1919 in der Stadt wohnte.

Dieser Artikel basiert auf den Artikeln Úbeda und Baeza aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.